Profilbild von SteffMcFly

SteffMcFly

Lesejury Star
offline

SteffMcFly ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SteffMcFly über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2023

Roman mit Spannungselementen

Holiday – Sieben Tage. Drei Familien. Ein tödliches Geheimnis.
0

Eigentlich sollte es der perfekte Urlaub für die drei befreundeten Familien werden: eine gemeinsame Woche im sonnigen Frankreich. Doch Kate ist nur eines wichtig: Sie möchte herausfinden, mit wem ihr Mann ...

Eigentlich sollte es der perfekte Urlaub für die drei befreundeten Familien werden: eine gemeinsame Woche im sonnigen Frankreich. Doch Kate ist nur eines wichtig: Sie möchte herausfinden, mit wem ihr Mann eine Affäre hat. Die Beweise sprechen für eine ihrer Freundinnen, doch welche von ihnen ist es? Die anscheinend unglücklich verheiratete Rowan, Jennifer, deren Mann alles andere als perfekt ist oder Izzy, die einzige Junggesellin? Kate kommt der Wahrheit immer näher und erkennt viel zu spät, dass jede:r von ihnen sein geheimes Päckchen zu tragen scheint.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven und auf zwei verschiedenen Zeitachsen erzählt: der Vergangenheit und der Gegenwart. Hauptblickwinkel liegt jedoch bei unserer Protagonistin Kate, in deren Abschnitten auch am persönlichsten erzählt wird. Alle anderen Kapitel geben weitaus weniger Einblicke in die Charaktere, sodass sie allesamt geheimnisvoll und sehr blass bleiben.
Allgemein war Kate die Einzige, zu der ich eine Beziehung aufbauen konnte. Alle anderen entglitten mir und gaben nur das Nötigste preis, sodass sie bis zum Ende verdächtig geblieben sind.

Das Label „Thriller“ wurde hier leider zu Unrecht vergeben. Es handelt sich in meinen Augen um einen Roman, der hin und wieder spannende Elemente auspackt. Man spürt zwar, dass irgendwo Gefahr lauert, aber offensichtlich oder allgegenwärtig ist keine Bedrohung zu spüren. Jede:r der Charaktere hat ein Geheimnis, das zwar mal mehr und mal weniger brisant ist, jedoch reicht keines aus, um Spannung oder gar Bedrohung aufkommen zu lassen.

Der Schreibstil war sehr angenehm und die Geschichte las sich sehr flüssig, sodass ich sie fast in einem Rutsch las. Jedoch sind die Spannungselemente rar gesäht, wodurch ich es als seichte Unterhaltung abtun würde.

Ein Roman mit Spannungselementen, der durch seinen angenehmen Schreibstil besticht, aber alles andere als ein Thriller ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.09.2023

Langweiliger Nachbarschaftsstreit

Liebe deine Nachbarn wie dich selbst
0

Lowland Way im Süden Londons ist ein Paradies für jeden Vorortspießer. Gepflegte Häuser, nette Nachbarn und Kinder, die auf der Straße spielen können, weil sonntags Fahrverbot herrscht. Neue Nachbarn drohen ...

Lowland Way im Süden Londons ist ein Paradies für jeden Vorortspießer. Gepflegte Häuser, nette Nachbarn und Kinder, die auf der Straße spielen können, weil sonntags Fahrverbot herrscht. Neue Nachbarn drohen die Idylle jedoch zu zerstören. Sie halten sich nicht an Regeln, drehen die Musik voll auf und parken mit mehr als einem Auto vor ihrem Grundstück. Als dann auch noch ein Unfall passiert, ist der Nachbarschaftsstreit bereits vorprogrammiert.

Ich hatte wirklich Schwierigkeiten, mich bei diesem Buch bei der Stange zu halten und es bis zum Ende zu lesen. Der Schreibstil ist okay, aber auch nicht wirklich atemberaubend. Er tut was er soll, bleibt dabei aber im Hintergrund und kann somit auch nicht den Inhalt wieder wettmachen. Auch die wechselnden Perspektiven und Auszüge aus Zeitungsberichten oder Interviews brachten nicht den gewünschten Effekt der Vielseitigkeit.

Was der Klappentext hat so spannend klingen lassen, ist ein bloßer Nachbarschaftsstreit, der an Langeweile kaum überboten werden kann. Ein paar Spießer fühlen sich bedroht, schimpfen auf den Neuling, der so gar nicht in ihr perfektes Bild passt und versuchen, ihm alles mögliche anzuhängen, um ihn aus dem Haus zu ekeln. Auf dem Weg dahin, verstricken sie sich immer mehr und gehen irgendwann gegenseitig auf sich los.

Auch die Charaktere waren alle sehr blass, austauschbar und so unglaublich klischeebehaftet, dass ich gar keine Beziehung zu ihnen aufbauen wollte.

Selten etwas Langatmigeres gelesen, das das Label „Thriller“ auf keinen Fall verdient hat. Kommt an einer Stelle ein wenig Spannung auf, wird sie jedoch direkt wieder im Keim erstickt, sodass man gar keine große Lust verspürt, rauszufinden, wer letztendlich am „Unfall“ beteiligt ist.

Ein belangloser Roman, der mich in keinster Weise überzeugen konnte. Schade. Sowas hatte ich bis jetzt auch noch nie.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2023

Nicht überzeugend

Lieblingskind
0

Joe kehrt in seine Heimatstadt zurück, um eine Anstellung als Lehrer anzutreten. Doch seine Beweggründe sind nicht die Liebe zu seinem Beruf, er möchte endlich Licht hinter das mysteriöse Verschwinden ...

Joe kehrt in seine Heimatstadt zurück, um eine Anstellung als Lehrer anzutreten. Doch seine Beweggründe sind nicht die Liebe zu seinem Beruf, er möchte endlich Licht hinter das mysteriöse Verschwinden seiner kleinen Schwester Annie vor über 25 Jahren bringen. Von seiner Vergangenheit geprägt, ist Joe heute ein gebrochener Mann, der seinen Trost im Alkohol, in Lügen und in Betrügereien sucht. Doch wird er das Verbrechen von damals aufklären können?

Die Geschichte wurde auf mehreren Zeitebenen erzählt, was nach und nach die Puzzleteile zusammensetzte und die Story voran brachte. Mir hat die Mischung aus Gegenwart und Vergangenheit wirklich gut gefallen.

Joe hat mir unwahrscheinlich gut gefallen. Auch wenn er nicht gerade der perfekte Mensch ist, hat er etwas unfassbar Faszinierendes an sich, sodass ich ihn nur in mein Herz schließen konnte.
Die Nebenfiguren hingegen blieben sehr blass und entzogen sich jeglicher Greifbarkeit. Der Geschichte hätte es auf jeden Fall gut getan, noch ein paar mehr Sympathieträger zu integrieren, um das Umfeld noch authentischer zu gestalten.

Was stark startete und dank des flüssigen und anschaulichen Schreibstils wirklich toll zu lesen war, ließ jedoch ab der Hälfte ein wenig an Spannung fehlen bzw. konnte es nicht ganz meine Erwartungen treffen. Ich mochte die Bedrohung, die auf jeder Seite spürbar war, jedoch entwickelte sich die Geschichte irgendwie ein wenig seltsam. Die Rückblicke zu Annie wurden immer seltsamer anstatt spannender. Ich kann nicht in die Psyche eines Kindes sehen, aber für mich war es teils zu abgespaced und artifiziell und verlor dadurch die Glaubwürdigkeit.

Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen. Alles erschien mir zu verstrickt, zu zufällig, zu gewollt. Ich hatte auf eine logische und nachvollziehbare Auflösung gehofft, aber wurde leider nicht abgeholt.

Insgesamt hat es mir wirklich Spaß gemacht, in die Geschichte einzutauchen, aber das ist jeden Fall ein schwächeres Buch von Tudor, obwohl die Grundidee wie immer super gewesen ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2023

Leider sehr zäh

Am Ende des Schweigens
0

Als Jessica nach einem Spaziergang zum Ferienhaus zurückkehrt, fällt ihr sofort die ungewöhnliche Stille auf, die über dem Anwesen liegt. Wie in einem bösen Traum entdeckt sie im Garten und im Haus ihre ...

Als Jessica nach einem Spaziergang zum Ferienhaus zurückkehrt, fällt ihr sofort die ungewöhnliche Stille auf, die über dem Anwesen liegt. Wie in einem bösen Traum entdeckt sie im Garten und im Haus ihre Freunde und ihren Mann Alexander – ermordet. Eine der wenigen Überlebenden ist Evelin, Tims Ehefrau, die traumatisiert im Badezimmer kauert. Die Polizei verdächtigt einen Mann, der auf geheimnisvolle Weise mit den Opfern in Verbindung zu stehen scheint. Während Jessica all die Geheimnisse und Widersprüche zu ergründen versucht, bemerkt sie nicht die Gefahr, in der sie plötzlich schwebt …

Die Grundidee von „Am Ende des Schweigens“ von Charlotte Link ist zweifellos spannend und verspricht eine fesselnde Geschichte. Jedoch empfand ich die Umsetzung als zu aufgebauscht und teilweise zäh. Die Erzählung zieht sich an einigen Stellen unnötig in die Länge, was den Lesefluss stark beeinträchtigte.

Die Charaktere blieben für meinen Geschmack zu oberflächlich und wenig ausgearbeitet. Dies erschwerte es mir, eine tiefe emotionale Bindung zu ihnen aufzubauen und ihre Handlungen nachzuvollziehen. Ich fand sie einfach irgendwie alle unfassbar unsympathisch und letztendlich war es mir egal, wer überlebte, wer starb oder wer welches Schicksal mit sich trug. Auch die Beziehungen untereinander waren nicht der Rede wert. Gefühlt hasste sich jeder, keiner war mit seinem momentanen Leben oder der Situation glücklich, was mir die Glaubhaftigkeit an der jährlichen Zusammenkunft wirklich schwer machte.

Das Ende der Geschichte konnte ein wenig dazu beitragen, die Längen in der Handlung wettzumachen und einige Fragen zu klären. Dennoch konnte es meiner Meinung nach nicht über die Schwächen in der Erzählstruktur hinwegtäuschen.

Insgesamt betrachtet gebe ich „Am Ende des Schweigens“ zwei Sterne. Die Idee war vielversprechend, doch die Umsetzung und die Charakterentwicklung hätten verbessert werden können, um die Geschichte packender zu gestalten. Schade.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2023

Solide, aber mit Schwächen

Was verborgen ist
0

Die Geschichte startet mit einem packenden Albtraum: Isabelle Drakes Sohn Mason verschwindet aus seinem Kinderbett. Die Polizei, die Presse und selbst ihr Mann haben den Fall längst aufgegeben, aber für ...

Die Geschichte startet mit einem packenden Albtraum: Isabelle Drakes Sohn Mason verschwindet aus seinem Kinderbett. Die Polizei, die Presse und selbst ihr Mann haben den Fall längst aufgegeben, aber für Isabelle ist die Suche nach ihrem Sohn zum Lebensmittelpunkt geworden. Sie kann nicht schlafen und verfolgt nur ein Ziel: Mason wiederzufinden.
Dann tritt Waylon Spencer, ein True-Crime-Podcaster, in ihr Leben und bietet seine Hilfe bei der Suche an. Doch Isabelle muss bald feststellen, dass Waylon eigene Motive verfolgt. Während sie weiterhin nach Hinweisen auf ihren Sohn sucht, tauchen plötzlich längst verdrängte Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit auf und werfen Zweifel auf. In ihren schlaflosen Nächten weiß Isabelle nicht mehr, wem sie vertrauen kann, auch sich selbst nicht.

Die Charaktere sind nicht sonderlich rund ausgearbeitet, weswegen es mir irgendwie an Tiefe und Empathie für sie fehlte. Isabelle ist zweifellos eine Protagonistin, mit der man mitfiebert, aber sie bleibt für mich ein wenig ungreifbar.

Der Plot ist gut durchdacht und enthält einige unerwartete Wendungen, die die Aufmerksamkeit des:der Leser:in aufrechterhalten. Auch die Sprünge in der Zeit tragen dazu bei, verschiedene Facetten der Geschichte zu beleuchten. Dennoch kommt es relativ schnell zu Durchhängern, in denen sich bereits geschehene Dinge wiederholen oder die Handlung stagniert, was sich relativ zäh auf den Lesefluss auswirkte.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, aber er kann die Schwächen in der Charakterentwicklung und im Spannungsaufbau nicht kompensieren. Die anfängliche Spannung ebbt leider relativ schnell ab und kann auch durch die stetig mitschwingende Bedrohung, die zwischen den Zeilen deutlich wird, nicht komplett aufgefangen werden. Die düstere Atmosphäre des Buches ist gut gelungen und passt zur Thematik.

Insgesamt ist „Was verborgen ist“ ein solider Thriller, der mit einer vielversprechenden Grundidee beginnt, aber aufgrund von Schwächen in der Charakterdarstellung und da der Spannungsaufbau nicht sein volles Potenzial ausschöpfen kann, gibt es für mich solide 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere