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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2025

Skurril, verwirrend und letztlich enttäuschend

Nimms nicht persönlich
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„Nimms nicht persönlich“ ist ein ungewöhnliches Buch – schräg, nebulös und schwer einzuordnen. Der Einstieg wirkt rätselhaft, der Prolog steht lange Zeit ohne erkennbaren Zusammenhang zur eigentlichen ...

„Nimms nicht persönlich“ ist ein ungewöhnliches Buch – schräg, nebulös und schwer einzuordnen. Der Einstieg wirkt rätselhaft, der Prolog steht lange Zeit ohne erkennbaren Zusammenhang zur eigentlichen Handlung. Die Figuren bleiben blass und unnahbar, besonders Pascal mit seiner bizarren Vernehmung. Auch die Handlung nimmt nur langsam Fahrt auf und bleibt über weite Strecken vage oder unnötig abschweifend – etwa beim Ausflug nach Salzburg.

Im weiteren Verlauf wird die Geschichte zunehmend wirr und absurd, mit unsterblichen Figuren und surrealen Szenarien. Der Humor, der als „schwarz“ angekündigt wird, traf meinen Geschmack leider gar nicht. Vieles wirkte eher bemüht als pointiert, Meas Liebesprobleme und überzeichnete Dramen bremsten für mich den Lesefluss zusätzlich.

Erst gegen Ende fügen sich manche Elemente zusammen, was ich durchaus interessant fand – etwa die Verbindung zum Anfang. Trotzdem blieb der Gesamteindruck negativ. Einige Szenen empfand ich als unnötig brutal oder unangenehm, darunter sexuelle Übergriffe und Gewaltmomente, die mir das Leseerlebnis verdarben.

Die satirische Darstellung der Arbeitswelt hatte Potenzial, aber vieles blieb für mich zu unklar oder überzeichnet – der Pudel bleibt mir dabei besonders rätselhaft.

Insgesamt war es ein besonderes, aber für mich enttäuschendes Buch, das mich weder inhaltlich noch stilistisch überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Humorvoll, berührend und mitreißender Lesespaß – Ellen Berg in Bestform

Jünger geht immer!
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„Jünger geht immer!“ ist für mich eines der besten Bücher von Ellen Berg – und ich habe schon viele gelesen. Der Einstieg ist einfach genial: humorvoll, überraschend und mit einem Augenzwinkern erzählt. ...

„Jünger geht immer!“ ist für mich eines der besten Bücher von Ellen Berg – und ich habe schon viele gelesen. Der Einstieg ist einfach genial: humorvoll, überraschend und mit einem Augenzwinkern erzählt. Obwohl es um ernste Themen geht, bringt Ellen Berg wie immer Leichtigkeit und Wärme in die Geschichte.

Anne, die Hauptfigur, entwickelt sich im Laufe der Handlung unglaublich weiter. Von der angepassten Ehefrau zur selbstbewussten Frau, die endlich für sich einsteht – das ist schön zu beobachten und oft auch sehr berührend. Der Satz „Ich kann, weil ich’s kann!“ steht für diesen Mut, egal in welchem Alter.

Die Nebenfiguren sind liebevoll (und manchmal herrlich fies) gezeichnet – besonders ihre Kinder Ella und Noah mochte ich sehr. Auch die Liebesgeschichte mit Tom ist einfach nur schön – das Wiedersehen in Rom war für mich ein echtes Highlight. Und der 50. Geburtstag zum Schluss rundet alles wunderbar ab.

Mein Fazit: Warmherzig, turbulent, charmant und unglaublich unterhaltsam. Ein echter Ellen-Berg-Roman – mit Tiefgang, Witz und viel Gefühl

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Zwischen Liebe, Wein und Selbstfindung

Lecko mio - Amore für Fortgeschrittene
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Nach dem unterhaltsamen ersten Teil war ich sehr gespannt, wie es mit Eva, Carmen und Marina weitergeht – und wurde nicht enttäuscht! Diesmal steht Marina im Mittelpunkt, die sich – mit Anfang 40 – in ...

Nach dem unterhaltsamen ersten Teil war ich sehr gespannt, wie es mit Eva, Carmen und Marina weitergeht – und wurde nicht enttäuscht! Diesmal steht Marina im Mittelpunkt, die sich – mit Anfang 40 – in einem ziemlich festgefahrenen Leben wiederfindet: die Ehe mit Oliver ist kühl, der 2. Kinderwunsch unerfüllt, das Familienleben angespannt. Als Dreh- und Angelpunkt dient diesmal das traditionsreiche Weingut Haas, das nicht nur Kulisse, sondern auch Spiegel für Marinas Innenleben ist.

Die Geschichte startet direkt mit authentischen, lebensnahen Dialogen zwischen Marina und ihren Freundinnen – da fühlt man sich sofort wieder mittendrin. Besonders gelungen finde ich, wie die Autorin erneut mit Humor und Feingefühl die Herausforderungen des Lebens um die 40 beschreibt. Die Affäre mit dem jungen Praktikanten Luca bringt nicht nur Spannung, sondern auch viele emotionale Fragen mit sich: Was ist richtig? Was ist ehrlich? Und wie viel darf man sich selbst zugestehen?

Der Schreibstil bleibt auch in diesem Band angenehm locker, modern und sehr bildhaft – ich hatte ständig Szenen vor Augen und musste oft schmunzeln, gerade bei den kleinen, skurrilen Momenten wie der Rausch mit den Pilzen in der Schokolade oder Massage-Günther.

Was mir besonders gefallen hat: Die Geschichte wird vielschichtiger. Es geht nicht mehr nur um Dating und Selbstfindung, sondern auch um Familie, gesellschaftliche Erwartungen, Loyalität und das Loslassen alter Lebensentwürfe. Die Charaktere entwickeln sich weiter, bekommen Tiefe, und auch Nebenfiguren wie Toni oder Günther bleiben im Gedächtnis. Es sind viele überraschende Wendungen dabei – manchmal fast ein bisschen zu viele Zufälle –, aber genau das macht das Buch auch unterhaltsam und kurzweilig.

Emotional war ich besonders bei Oliver hin- und hergerissen – man spürt, wie sehr er sich selbst verleugnet hat. Und Marina? Sie wächst über sich hinaus, auch wenn nicht immer alles reibungslos läuft. Die Schwangerschaft war abzusehen, aber trotzdem ein spannender Wendepunkt. Schön fand ich auch, dass es für alle eine versöhnliche Lösung gab – nicht perfekt, aber menschlich.

Fazit:
Lecko mio ist eine gelungene Fortsetzung, die tiefgründiger ist als der Vorgänger, dabei aber ihren humorvollen, charmanten Ton beibehält. Ich habe mit Marina mitgefühlt, mich über Carmen amüsiert und mich über viele kleine Details gefreut. Das Ende war stimmig – jetzt freue ich mich riesig auf Band 3 und Carmens Geschichte!

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Hilfreich, klar strukturiert und empathisch – ein wertvoller Begleiter durch die Trennung

Scheidung ohne Scherben
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„Scheidung ohne Scherben“ von Estell Baumann ist ein Ratgeber für alle, die sich mit dem Thema Trennung oder Scheidung auseinandersetzen wollen/ müssen. Die Autorin ist erfahrene Fachanwältin für Familienrecht. ...

„Scheidung ohne Scherben“ von Estell Baumann ist ein Ratgeber für alle, die sich mit dem Thema Trennung oder Scheidung auseinandersetzen wollen/ müssen. Die Autorin ist erfahrene Fachanwältin für Familienrecht. Die Du-Anrede gefällt mir.

Das Cover – eine leicht geöffnete Tür mit dem Titel darüber – greift die Grundidee des Buches wunderbar auf: Trennung als neuer Anfang, nicht als Bruch voller Scherben.

Im ersten Teil geht es um die innere Auseinandersetzung mit der Trennung: Was bedeutet dieser Schritt emotional und praktisch? Die Autorin stellt hilfreiche Fragen zur Selbstreflexion und unterstützt bei der Entscheidungsfindung.

Im zweiten und dritten Teil wird der Trennungs-/Scheidungsprozess beleuchtet – mit Fokus auf rechtliche, finanzielle und organisatorische Aspekte. Besonders positiv: Die Sprache bleibt durchgehend verständlich, ohne an Fachlichkeit einzubüßen.

Im vierten Teil richtet sich der Blick nach vorn – hin zu einem selbstbestimmten Neubeginn. Hier gibt Frau Baumann praxisnahe Impulse zur emotionalen Verarbeitung und zur Neugestaltung des Alltags.

Ein weiteres Plus ist der Stil: sachlich und informativ, gleichzeitig persönlich und wertschätzend. Das Buch vermittelt Sicherheit, ohne zu beschönigen und macht Mut, schwierige Entscheidungen bewusst und klar zu treffen.

Fazit: Insgesamt ist es ein guter Ratgeber für alle, die Orientierung und Unterstützung in einer herausfordernden Lebensphase suchen.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Ein Küstenroman zum Wegträumen

Küstenrauschen
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Nach einem beruflichen Bruch und privaten Enttäuschungen kehrt Tierärztin Lea München vorerst den Rücken, um die Urlaubsvertretung in der Praxis ihres Großvaters an der Nordsee zu übernehmen. Mit gemischten ...

Nach einem beruflichen Bruch und privaten Enttäuschungen kehrt Tierärztin Lea München vorerst den Rücken, um die Urlaubsvertretung in der Praxis ihres Großvaters an der Nordsee zu übernehmen. Mit gemischten Gefühlen wartet die Familie und eine dunkle Vergangenheit auf sie.

Der Schreibstil ist angenehm und leicht, die norddeutsche Kulisse lädt sofort zum Träumen ein. Ich fühle mich direkt mit der Protagonistin verbunden und erlebte ihre Höhen und Tiefen mit.

Die vielen Figuren um die Hauptprotagonistin Lea sind sympathisch und glaubwürdig, die Handlung abwechslungsreich – stellenweise vielleicht etwas voll, aber trotzdem stimmig. Ein Stück weit vermisse ich aber die Geschichte aus München. Ein bisschen Spannung hätte dadurch erzeugt werden können, dass sich ihre Ex-Chefin meldet und sie gebeten hätte, zurückzukommen.

Ein warmherziger Roman mit Charme, Herz und Meer. Potenzial für eine Fortsetzung ist reichlich vorhanden. Ich freu mich drauf.

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