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Veröffentlicht am 13.08.2023

Wohlfühlbuch

Lovely Nights. Nur ein Traum von dir
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Der dritte Teil der Goodville-Love Reihe dreht sich um die Geschichte von der toughen Barbesitzerin Lauren. Noch nicht mal ihren Freundinnen erzählt sie, dass sie neuerdings ganz nervös wird, wenn ihr ...

Der dritte Teil der Goodville-Love Reihe dreht sich um die Geschichte von der toughen Barbesitzerin Lauren. Noch nicht mal ihren Freundinnen erzählt sie, dass sie neuerdings ganz nervös wird, wenn ihr Sandkastenfreund Ryan ihr nahe kommt. Und dann kommen sie sich sehr nah und diese Nacht hat Konsequenzen…

Es war so schön, wieder nach Goodville zurückzukehren und Lauren und Ryan näher kennenzulernen. Schon das Cover suggeriert, wieder ein Wohlfühlbuch in den Händen zu halten, und dem Titel wird das Buch definitiv wieder gerecht.

In den ersten beiden Büchern tritt die Barbesitzerin Lauren selbstbewusst und stark auf. Hier zeigt sie eine andere Seite von sich. So hat sie mein Leserinnenherz total eingenommen und „Lovely Hearts - Nur ein Traum von dir“ ist für mich zum Lieblingsbuch der ganzen Reihe geworden!

Das Setting mit der Kleinstadt war wieder wie gewohnt traumhaft schön. Goodville und seine Bewohner sind mir schon richtig ans Herz gewachsen.

Der flüssige, detailreiche und schöne Schreibstil von Polly Harper hat es mir leicht gemacht nur so durch die Seiten zu fliegen und ich freue mich schon auf den vierten Band der Reihe!

Von mir gibt es ganz klar 5/5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die gerne träumen und sich verzaubern lassen.

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Veröffentlicht am 31.07.2023

Auf den Spuren der Vergangenheit

Ein Geist in der Kehle
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Die Autorin Doireann Ní Ghríofa ist Dichterin und Essayistin und das spiegelt sich im ganzen Buch in ihrer außergewöhnlichen Schreibweise wider. Sie schafft es mühelos eine Verbindung zwischen Gegenwart ...

Die Autorin Doireann Ní Ghríofa ist Dichterin und Essayistin und das spiegelt sich im ganzen Buch in ihrer außergewöhnlichen Schreibweise wider. Sie schafft es mühelos eine Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit herzustellen. Sie ist fasziniert und regelrecht besessen von den Parallelen zum Leben von Eíbhlin Dubh Ní Chonaill, die im 18. Jahrhundert lebte und wegen des von ihr verfassten Klageliedes auf ihren ermordeten Ehemann berühmt wurde.

Auch auf mich hat das Buch eine Faszination ausgeübt, denn es lässt sich in keine Schublade stecken. Ní Ghríofa hat mich von Anfang an mit ihren eindringlichen, ehrlichen und tiefgründigen Worten mitgerissen.

Sie schreibt von sich selbst, dem Alltag als Frau und Mutter, Rückschlägen und Erfolgen und hat offensichtlich ein Auge fürs Detail.

Sie versucht, mehr über das Leben von Eíbhlin Dubh Ní Chonaill herauszufinden und wühlt sich durch alte Bücher, besucht Archive und Friedhöfe und stellt fest, dass es gar nicht so einfach ist, an Informationen zu gelangen. Das 18. Jahrhundert war eine von Männern bestimmte Welt und so sind auch nur von Männern verfasste Schriftstücke erhalten, die nur wenige Informationen über Frauen, insbesondere von Eíbhlin Dubh Ní Chonaill, enthalten.

Aber Doireann Ní Ghríofa gibt nicht auf: Da wo sie keine Informationen bekommt, füllt ihre Fantasie die Lücke und so imaginiert sie, selbst an den Orten der Vergangenheit stehend, über den Werdegang der Frau, die durch ihr Klagelied einen nationalen Mythos schaffen soll.

Nichts für schwache Nerven sind dabei die Einschübe, die die Autorin aus ihrem eigenen Leben preisgibt und nach und nach mit dem Leben von Eíbhlin Dubh Ní Chonaill verwebt.

Ich fand das Prosadebüt absolut gelungen und mitreißend, auch wenn mich die Vehemenz einiger Nachforschungen schon an Besessenheit erinnern. Aber vielleicht ist es genau diese Leidenschaft, dieses Feuer, die die treibende Kraft hinter dem Werk war. Bei mir haben sich die Worte von Doireann Ní Ghríofa jedenfalls eingebrannt und machen das Leseerlebnis unvergesslich. Ich kann nicht anders, als die volle Punktzahl zu vergeben (5/5 Sternen) und eine Leseempfehlung für alle auszusprechen, die bereit für ein andersartiges Buch sind.

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Veröffentlicht am 28.06.2023

Ich bin verzaubert!

WiccaCreed | Zeichen & Omen
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Dieses Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen! Die unheimlich hübsche Aufmachung schrie mir schon im Buchladen entgegen: „Kauf mich!“ Und so kaufte ich es, las es und war verzaubert.

„Wicca ...

Dieses Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen! Die unheimlich hübsche Aufmachung schrie mir schon im Buchladen entgegen: „Kauf mich!“ Und so kaufte ich es, las es und war verzaubert.

„Wicca Creed - Zeichen & Omen“ ist der erste Band einer (High-)Fantasy-Trilogie. Besonders ist hier, dass schon die Akteure nicht die „üblichen Verdächtigen“ sind. Nein, es gibt neben Hexen noch die sogenannten Wicca, die ein ganz anderes Wesen und eine andere Magie als diese besitzen. Das dritte magische Volk sind die Strigoi, die den Vampiren ähnlich sind.

Marah Woolf hat es geschafft, dass ich ganz sanft und somit problemlos in ihre Fantasy-Welt hineingeglitten bin. Die Handlung startet spannend und endet in einem Feuerwerk an Wendungen und noch mehr Spannung. Dabei gibt es zwischendurch ordentlich viele Dark Academia-Vibes und Liebhaber von Internats-Storys werden verzückt sein.

Die Charaktere sind durchweg interessant und teils vielschichtig, vorneweg natürlich Valea, die als Ausgestoßene wie eine Art hässliches Entlein wirkt und dann zum wunderschönen Schwan mutiert. Ich habe außerdem das Gefühl, dass der eine oder andere noch ein Geheimnis hat, das er uns in den nächsten Bänden verraten wird.

Als bekennender Fan der Autorin wage ich zu behaupten, dass sie einfach immer besser wird. Dieses Buch war einfach ein richtiger Lesegenuss und ist bis jetzt nicht nur Woolfs bestes, sondern auch grausamstes Buch. Die Vielzahl an Twists haben mich zum Schluss ordentlich durchgeschüttelt und absolut begeistert! Ich kann nicht anders, als 5/5 Sternen zu vergeben und kann es kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen.

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Veröffentlicht am 24.06.2023

Ein Buch mit besonderer Atmosphäre

Die Tochter des Doktor Moreau
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Die Autorin hat den Klassiker „Die Insel des Doktor Moreau“ von H.G. Wells neu interpretiert. Vielleicht lag es daran, dass ich das Buch nicht gelesen habe, dass „Die Tochter des Doktor Moreau“ leider ...


Die Autorin hat den Klassiker „Die Insel des Doktor Moreau“ von H.G. Wells neu interpretiert. Vielleicht lag es daran, dass ich das Buch nicht gelesen habe, dass „Die Tochter des Doktor Moreau“ leider hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist. Gerade auch, weil ich von dem vorherigen Buch von Silvia Moreno-Garcia, „Der mexikanische Fluch“, total begeistert war.

Darum geht es: Carlotta Moreau wächst in den Tiefen des mexikanischen Dschungels auf. Auf der Halbinsel Yucatán lebt sie zusammen mit ihrem Vater, dem Vorsteher des Haushalts Montgomery und den sogenannten Hybriden zusammen. Als der Sohn ihres Geldgebers Lizalde auftaucht, macht er der schönen Carlotta den Hof und das Drama nimmt seinen Lauf…

Was dieses Buch wieder hat, ist eine besondere Atmosphäre, was an dem tollen Schreibstil der Autorin liegt.

Abwechselnd aus Carlottas und Montgomerys Sicht erzählt, wird den Lesenden langsam klar, was hinter den Hybriden steckt: Halb Mensch, halb Tier müssen die armen Kreaturen als billige Arbeitskräfte für den Geldgeber Lizalde schuften. Es war einfach monströs und bizarr.

Die vielschichtigen Charaktere sind gut herausgearbeitet und ich fand, dass besonders Dr. Moreau eine interessante Figur ist. Carlotta ist nicht nur bildhübsch und sanft, sie ist auch wild und ungezähmt und sie ist, wie das Cover unschwer erahnen lässt, die Hauptperson in der Geschichte.

Ich habe vergeblich auf den großen Twist oder Kick gewartet und so kommt die Geschichte eher ruhig daher und hatte leider Längen für mich. Meiner Meinung nach hätte man auf jeden Fall mehr aus allem rausholen können.

Trotz allem ist es ein interessantes und anderes Buch fernab des Mainstreams. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen und bin auf die nächsten Werke von Moreno-Garcia gespannt.

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Veröffentlicht am 22.06.2023

Große Leseempfehlung

Elternabend
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Was habe ich gelacht auf den ersten ca. 180 Seiten des Buches (und auch danach noch mehrere Male)! Meine Familie hat mich schon ganz komisch angeguckt, weil ich plötzlich in unkontrollierte Lachanfälle ...

Was habe ich gelacht auf den ersten ca. 180 Seiten des Buches (und auch danach noch mehrere Male)! Meine Familie hat mich schon ganz komisch angeguckt, weil ich plötzlich in unkontrollierte Lachanfälle ausgebrochen bin und mich kaum beruhigen konnte. Wie kann ein Mensch, der normalerweise fesselnde Thriller schreibt, bei denen man sich manchmal fragt, ob es gesund sein kann, so böse, psychopathische Plots zu kreieren, so unglaublich witzig sein?

Ich bin bekennender Fitzek-Fan und bin fasziniert von seinen Thrillern. Von „Fische, die auf Bäume klettern“ war ich weitaus weniger begeistert, mit dem Buch wurde ich seinerzeit nicht warm, auch wenn mir die Idee gefiel - entsprechend hatte ich eine gewisse Restskepsis, was diesen Nicht-Thriller aus seiner Feder angeht.

Aber als dreifache Mutter ist natürlich allein der Titel des Buches ein Grund, es in die Hand zu nehmen, und der Untertitel „Kein Thriller (auch wenn der Titel nach Horror klingt)“ trifft absolut zu. Ich bin kein Fan von diesen Veranstaltungen und sehr froh, dass meist mein Mann diese Events wahrnimmt.

Die Ausgangslage ist schnell beschrieben: Sascha Nebel sitzt in einem SUV, das er stehlen soll - das plötzlich von einer Frau mit Baseballschläger demoliert wird. Beide fliehen vor der Polizei und landen in einem Elternabend, werden für die Eltern eines Jungen gehalten, die bisher nie auf solchen Veranstaltungen waren, und spielen das Spiel mit, um einer Verhaftung zu entgehen. Was dann passiert, kann sich jeder ausmalen, der schon einmal auf einem Elternabend war - oder eben genau nicht, denn natürlich ist es nicht nur ein normaler Elternabend und auch die Polizei sowie der Besitzer des demolierten Geländewagens sorgen für spezielle Dynamik.

Ich will wirklich nicht zu viel verraten, weil schon der Beginn des Buches so herrlich ist und von einer absurden Steigerung zur nächsten kommt - doch nachdem es in der ersten Hälfte zum Schreien komisch ist, wird es im zweiten Teil deutlich ernster und (gesellschaftlich) relevanter. Eine Triggerwarnung kommt vorneweg, die ich ehrlicherweise im Humorfeuerwerk der ersten 180 Seiten längst wieder vergessen hatte. Es geht bei diesem speziellen Elternabend um Mobbing, Depressionen und Suizid. Fitzek zitiert Mark Twain: „Die verborgene Quelle des Humors ist nicht Freude, sondern Kummer.“

Sebastian Fitzek versteht es dabei wunderbar, diese ernsten Themen leicht und unverkrampft anzusprechen und unsere Augen zu öffnen. Eine meiner Lieblingsstellen ist am Ende: „Ich danke dir. (…) Dass du hinschaust. Dass du reagierst. Dass du handelst. Auch auf die Gefahr hin, etwas falsch zu machen.“

Seid achtsam.

Dieses Buch ist ein must-read, nicht nur für Eltern. 5/5 Sternen.

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