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Veröffentlicht am 27.03.2025

Ein Sommer, der alles verändert.

Wenn die Tage länger werden
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Lisa ist seit sechs Jahren alleinerziehend und verbringt den Sommer ohne ihren Sohn – sechs Wochen Zeit, um herauszufinden, wer sie ist, wenn sie nicht nur Mutter ist. Denn so lange war sie noch nie von ...

Lisa ist seit sechs Jahren alleinerziehend und verbringt den Sommer ohne ihren Sohn – sechs Wochen Zeit, um herauszufinden, wer sie ist, wenn sie nicht nur Mutter ist. Denn so lange war sie noch nie von ihrem Kind getrennt, der jetzt Zeit mit seinem Vater verbringt.

Doch statt entspannter Freiheit wartet ein Familiengeheimnis auf sie: Als sie ihre alte Geige zum Geigenbauer Hans bringt, enthüllt er ein lange verborgenes Rätsel um das Instrument – und um ihren Großvater. Ein Erbe, das ihr Verhältnis zur eigenen Mutter überschattet.

Hans selbst wird von der Vergangenheit nicht losgelassen, während seine Tochter Ute mit ihrer Gesundheit kämpft. Auch für sie wird dieser Sommer ein Wendepunkt.

Anne Stern gelingt es meisterhaft, die Geschichte gekonnt einzuweben und dabei eine tiefgehende, realitätsnahe Erzählung zu schaffen. Mit Fingerspitzengefühl und einem feinfühligen Schreibstil verbindet sie Vergangenheit und Gegenwart zu einem bewegenden Leseerlebnis.
Zu keiner Zeit gab es Längen, es werden viele wichtige Themen verarbeitet mit denen ich so gar nicht gerechnet hätte.

„Wenn die Tage länger werden“ ist ein Buch über Schuld, Wahrheit und die Frage, wie viel Vergangenes wir mit uns tragen – und ob wir es loslassen können.

Fazit: Lesenswert für alle, die Geschichten über Familie, Identität und Neuanfänge lieben. Mich hat die Geschichte berührt und ich vergebe 5/5 Sternen und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Das Geheimnis vom Buch des Lebens

The Book of Life - Das Buch der Nacht
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Mit „The Book of Life“ schließt Deborah Harkness ihre “All Souls“-Trilogie ab – und das mit all der Magie, Wissenschaft und Geschichte, die diese Reihe so besonders machen.

Vorsicht, Spoiler!

Diana ...

Mit „The Book of Life“ schließt Deborah Harkness ihre “All Souls“-Trilogie ab – und das mit all der Magie, Wissenschaft und Geschichte, die diese Reihe so besonders machen.

Vorsicht, Spoiler!

Diana und Matthew kehren nach Sept-Tours zurück, doch ihre Suche nach der verlorenen Handschrift Ashmole 782 (auch als „The Book of Life“ bekannt) und die Bedrohung durch Matthews Sohn Benjamin lassen ihnen keine Ruhe. Intrigen, Familiengeheimnisse und uralte Fehden verdichten sich zu einem Finale, das vielschichtig und atmosphärisch erzählt wird.
Besonders gelungen fand ich Dianas Entwicklung. Sie ist nicht länger die unsichere Historikerin, sondern eine mächtige Hexe, die ihr Schicksal in die eigenen Hände nimmt.
Matthew Clairmont bleibt ein komplexer Charakter. Seine inneren Kämpfe – zwischen seinem tödlichen Blutrausch und seiner Liebe zu Diana – verleihen ihm Tiefe.

Auch die alchemistischen und wissenschaftlichen Details machen die Geschichte spannend – ein Markenzeichen der Reihe. Gleichzeitig gab es Längen, vor allem im Mittelteil.
Manche Nebenfiguren, wie Gallowglass, hätten ein runderes Ende verdient. Doch am Schluss wird es wieder packend, und ich war versöhnt.
Deborah Harkness bleibt ihrem eleganten und detailreichen Schreibstil treu. Sie verbindet wissenschaftliche und historische Elemente mit fiktiven Aspekten der magischen Welt, was die Geschichte besonders vielschichtig macht. Die Beschreibungen sind atmosphärisch, insbesondere wenn es um die verschiedenen Schauplätze geht – von Sept-Tours über London bis nach Oxford.
Ein würdiger Abschluss, der zeigt: Die Mischung aus Magie, Wissen und Liebe bleibt einzigartig. Wer die ersten beiden Bände mochte, sollte sich diesen nicht entgehen lassen!
Ich bin großer Fan der Reihe und somit gibt es ganz klar 5/5 Sternen und eine Leseempfehlung für dieses Buch und die ganze „All Souls“-Reihe!
Ich freue mich schon auf das nächste Buch namens "Time’s Convert - Bis ans Ende der Ewigkeit", ein Spin Off, in dem es um die Geschichte von Phoebe und Marcus geht.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Solider Reihenauftakt

Dorn. Hotel der Angst
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Ein verlassenes Hotel, ein Ermittler, der sich von der Welt zurückgezogen hat, und eine Serie grausamer Morde – „Dorn: Zimmer 103“ bildet den düsteren Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe von Jan Beck.

Simon ...

Ein verlassenes Hotel, ein Ermittler, der sich von der Welt zurückgezogen hat, und eine Serie grausamer Morde – „Dorn: Zimmer 103“ bildet den düsteren Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe von Jan Beck.

Simon Dorn, ein ehemaliger Kriminalpsychologe, hat nach dem Tod seiner Frau jegliche Verbindung zur Polizei gekappt und lebt nun zurückgezogen im geerbten Hotel seiner Familie im österreichischen Bad Gastein. Doch seine Leidenschaft für ungelöste Verbrechen lässt ihn nicht los: Er studiert alte Mordfälle, analysiert Spuren und folgt Hinweisen, die nie zu einem Abschluss geführt haben. Nur Karla Hofbauer vom Wiener Bundeskriminalamt kennt sein geheimes Tun. Doch als sie brutal ermordet wird, führen die Spuren direkt zu Dorn – und die junge Ermittlerin Lea Wagner tritt auf den Plan.

Der Thriller punktet mit einer düsteren, beklemmenden Atmosphäre, einer Vielzahl an Charakteren und schnellen Perspektivenwechseln. Diese Erzählweise sorgt zwar für ein hohes Tempo und stetige Spannung, machte es mir jedoch zu Beginn schwer, mich in die Geschichte einzufinden. Immer wieder tauchten neue Figuren auf, ohne dass sofort klar wurde, welche Rolle sie im Gesamtbild spielen. Dadurch fühlte sich der Einstieg stellenweise etwas überwältigend an und ich musste mir tatsächlich Notizen machen, um nicht den Überblick zu verlieren.

Die kurzen Kapitel und ständigen Wechsel treiben die Handlung rasant voran, erschweren aber zugleich die emotionale Bindung zu den Charakteren. Ich habe mich zwischendurch gefragt, ob mich die Geschichte wirklich fesseln kann. Doch in der zweiten Hälfte zieht die Spannung deutlich an, und die Handlung gewinnt an Tiefe.

Die Auflösung ist solide, folgt aber recht vorhersehbaren Mustern. Ein echter Überraschungsmoment, der mich sprachlos zurücklässt, blieb leider aus. Was mich jedoch nachhaltig beeindruckt hat, war die Figur Simon Dorn. Seine undurchschaubare, von Dunkelheit geprägte Persönlichkeit übt eine besondere Faszination aus. Er allein ist für mich Grund genug, die Reihe weiterzuverfolgen.

Fazit: Dorn: Zimmer 103 bietet einen atmosphärisch dichten Thriller-Auftakt mit hohem Tempo und einem komplexen Protagonisten. Wer düstere Spannungsliteratur mag, dürfte hier auf seine Kosten kommen! Ich vergebe 3/5 Sternen!

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Eine berührende Geschichte

Blue Sisters
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Von dem Roman „Blue Sisters“ habe ich viele begeisterte Stimmen gelesen und war sehr gespannt auf die Geschichte.

Es ist ein außergewöhnlicher Roman über Trauer, Familie und die Bewältigung von Süchten. ...

Von dem Roman „Blue Sisters“ habe ich viele begeisterte Stimmen gelesen und war sehr gespannt auf die Geschichte.

Es ist ein außergewöhnlicher Roman über Trauer, Familie und die Bewältigung von Süchten. Die Geschichte dreht sich um drei Schwestern – Avery, Bonnie und Lucky – die unter dem Verlust ihrer Schwester Nicky leiden, die zu einem zentralen, aber tragischen Teil ihrer Vergangenheit wird. Wie passend, das der Familienname „Blue“ im englischen auch traurig bedeutet - die traurigen Schwestern.

Der Roman spielt in New York, wo sich Avery, Bonnie und Lucky nach Jahren wieder treffen, um das Elternhaus zu verkaufen. Ihre Kindheit war nicht leicht, war sie doch von der Alkoholsucht ihres Vaters überschattet. Nun kämpfen die erwachsenen Schwestern mit ihren eigenen Süchten, die so unterschiedlich sind wie die drei selbst.

Besonders fesselnd ist, dass das Buch abwechselnd aus der jeweiligen Sicht die persönliche Geschichte der Schwestern – in der Vergangenheit und Gegenwart – erzählt. So entsteht Tiefe und Nähe und fast ist es, als würde man sie persönlich kennen.

Das Buch ist nicht nur eine Geschichte über den Verlust eines geliebten Menschen, sondern auch ein tiefgreifendes Werk über die Themen Trauer, Glück und die Möglichkeit der Heilung. Es beleuchtet die verschiedenen Wege, wie die Schwestern mit ihren Suchtproblemen umgehen und was aus diesen schwierigen Erfahrungen Neues und Unerwartetes entstehen kann.

Was das Buch besonders macht, ist der außergewöhnliche Sprachstil von Mellors. Ihre Worte treffen tief und lassen den Leser nicht unberührt. Die Erzählweise geht einem nahe und hallt lange nach dem Lesen nach. Es ist eines dieser Bücher, bei dem man immer wieder an die Figuren denkt, die einem ans Herz wachsen.

Fazit: „Blue Sisters“ ist ein bewegendes und einfühlsames Werk, das mit seiner Vielschichtigkeit und dem feinen Gespür für menschliche Emotionen und Beziehungen beeindruckt. Ein Buch, das nachhallt und den Leser tief berührt. Verdient 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Absoluter Pageturner!

Kummersee
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Das Cover und der Klappentext von „Kummersee“ haben mich sofort neugierig gemacht, und ich kann sagen, dass das Buch meine Erwartungen sogar übertroffen hat. Von der ersten Seite an war ich gefesselt und ...

Das Cover und der Klappentext von „Kummersee“ haben mich sofort neugierig gemacht, und ich kann sagen, dass das Buch meine Erwartungen sogar übertroffen hat. Von der ersten Seite an war ich gefesselt und konnte das es nur schwer beiseite legen.

Im Mittelpunkt steht Lena Wolff, mittlerweile Polizistin, die nach 30 Jahren in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Dort wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, als sie beauftragt wird, Personen zu beschützen, die die Errichtung eines Atommüllendlagers in der Nähe des berüchtigten Kummersees prüfen sollen. Doch sowohl die Umweltaktivisten als auch die Anwohner empfangen sie alles andere als freundlich. Besonders schmerzhaft für Lena ist die Rückkehr an den Ort, an dem vor dreißig Jahren ihr Bruder Tom ums Leben kam. Der Tod hat ihre Familie nie losgelassen, und ihre Beziehung zu ihrer Mutter ist durch diese Tragödie bis heute kühl und distanziert.

Der See selbst ist das zentrale Element der Geschichte. Der Autor verknüpft geschickt einen Umweltskandal mit einer tiefgreifenden, emotionalen Geschichte, deren wahre Ausmaße Lena erst nach und nach begreift. Dabei wird die Geschichte aus Lenas Sicht erzählt, mit Rückblenden in die Zeit, als ihr Bruder noch lebte. Im Laufe der Ermittlung stößt sie auf ein Geheimnis, das nicht mit dem Tod von Tom verschwunden ist. Und je mehr der See wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, desto seltsamer und unerklärlicher werden die Geschehnisse. Lena kommt der Verdacht, es könne sich um etwas Übernatürliches handeln, was der ganzen Geschichte eine zusätzliche, mysteriöse Dimension verleiht.

Das Finale ist actiongeladen und bietet zahlreiche unerwartete Wendungen, die für einen packenden Abschluss sorgen. Die kurzen Kapitel, die typisch für einen guten Thriller sind, tragen zur Dynamik der Erzählung bei.

Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite, lebt „Kummersee“ von seiner geheimnisvollen und dunklen Stimmung. Der Autor schafft es meisterhaft, eine dichte, packende Atmosphäre zu erschaffen, die einen bis zum Schluss nicht loslässt.

Besonders beeindruckend ist, dass es sich hierbei um das Debüt des Autors handelt, der sich als talentierter Erzähler erwiesen hat. Zudem stammt das Buch aus der Schreibgruppe „frisches Blut“, aus der auch bereits die Bestseller „Happy End“ von Sarah Bestgen und „Nachtfahrt“ von Annika Strauss hervorgingen.

Fazit: „Kummersee“ ist ein absoluter Page-Turner, der mich sowohl mit seiner packenden Handlung als auch mit seiner tiefgehenden emotionalen Geschichte überzeugt hat. Klare 5/5 Sterne!

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