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Veröffentlicht am 29.11.2021

langsamer Anfang, guter Schluß

Das Chalet
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Einige Mitarbeiter einer Internetfirma verbringen eine Woche in den winterlichen Alpen in einem einsamen Chalet, das von zwei Gastgebern geführt wird. Das Wetter zieht sich zu und es droht Lawinengefahr. ...

Einige Mitarbeiter einer Internetfirma verbringen eine Woche in den winterlichen Alpen in einem einsamen Chalet, das von zwei Gastgebern geführt wird. Das Wetter zieht sich zu und es droht Lawinengefahr. Aber die Gäste sind unbekümmert, schlagen Warnungen in den Wind und verausgaben sich auf den Pisten. Als sie wieder ins Chalet kommen, fällt auf, dass sie nicht mehr vollzählig sind. Bald darauf wird ein anderer von ihnen tot aufgefunden. Als dann eine Lawine ins Tal stürzt sind sie völlig abgeschnitten von der Außenwelt und ohne Strom. Sie sind allein. Allein mit einem Mörder.

Klingt spannend habe ich mir gedacht. War es auch, aber erste in der zweiten Hälfte. Den ersten Teil fand ich eher langweilig, die Beschreibung der Leute zu oberflächlich, um mit ihnen warm zu werden und viele Andeutungen zu gewollt geheimnisvoll. Nachdem es dann doch die ersten Toten gab, kam dann etwas Spannung auf. Den Schluß fand ich dagegen klasse. Die Auflösung, der Showdown und das Nachspiel alles richtig gut. Da kann man über die Längen des Buches auch hinweg sehen. Hätte sie ihren Figuren etwas mehr Tiefe gegeben, hätte es von mir auch 5 Sterne gegeben, trotz der Längen.

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Veröffentlicht am 21.11.2021

unfassbar

Angerichtet
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Zwei sehr unterschiedliche Brüder treffen sich mit ihren Frauen, um schick essen zu gehen. Der eine ein prominenter Politiker, der kurz vor der Wahl steht, der andere ein Lehrer, aus dessen Sicht alles ...

Zwei sehr unterschiedliche Brüder treffen sich mit ihren Frauen, um schick essen zu gehen. Der eine ein prominenter Politiker, der kurz vor der Wahl steht, der andere ein Lehrer, aus dessen Sicht alles erzählt wird. Man erfährt viel über das Innenleben des Lehrers, wie eifersüchtig er auf seinen Bruder ist und ihm dessen Auftreten in der Öffentlichkeit mißfällt usw.. So nach und nach nähert man sich aber dem eigentlichen Abgrund des Buches : Die Söhne der beiden Brüder haben Schreckliches getan.

Ich hatte viel von dem Buch gehört und dass man sich dauernd fragt, was hätte ich getan und seine Moral überprüft. Also war ich neugierig. Beim Lesen des Buches war ich vor allem entsetzt. Wenn mein Kind sowas getan hätte, wäre ich fix und fertig, denn so habe ich mein Kind nicht erzogen. Ich wäre fassungslos und entsetzt, dass mein Kind zu so etwas fähig ist, würde vielleicht noch den Anwalt stellen, würde bestimmt eine Therapie brauchen, um das zu verarbeiten und würde es begleiten, wenn es sich der Polizei stellt. Die Reaktion der Eltern in dem Buch sind mir völlig fremd und ich bin darüber genauso entsetzt, wie über die Tat der Kinder. Achtung, jetzt spoiler ich etwas : Bei solchen Eltern wundert mich nicht, das die Kinder so sind. Spoiler Ende

Von daher gesehen, tauchte bei mir die Frage nach Moral oder wie ich mich verhalten würde nicht wirklich auf. Wenn man so etwas tut, muß man dafür grade stehen. Ich würde meinem Kind dadurch helfen. Aber wie gesagt, diese Eltern sind anders und auch da tun sich erschreckende Abgründe auf.
Es ist auf jeden Fall gut geschrieben, spannend und lesenswert. Den Titel finde ich sehr passend. Ich mag solche Wortspiele.



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Veröffentlicht am 17.11.2021

ein etwas anderer Grisham

Der Gefangene
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John Grisham widmet sich hier einem wahren Justizirrtum, der erschütterndes Zeugnis ablegt über die Ungerechtigkeit des modernen Rechtssystems in den USA. Eine Frau wird brutal ermordet und die Polizei ...

John Grisham widmet sich hier einem wahren Justizirrtum, der erschütterndes Zeugnis ablegt über die Ungerechtigkeit des modernen Rechtssystems in den USA. Eine Frau wird brutal ermordet und die Polizei schießt sich schnell auf einen Täter und dessen Komplizen ein. Diese sind unschuldig, es werden dennoch Haft und Todesstrafe verhängt.

Akribisch und genau recherchiert Grisham diesen Fall. Er hat dabei den nüchternen emotionslosen Schreibstil von von Schirach. Es gibt keine Dialoge, sondern liest sich wie eine Berichterstattung bei einer Fallvorstellung. Emotionen im Sinne von Anklage und Vorwürfen werden nur in Sätzen sichtbar wie " Er war nicht am Tatort, dennoch war für die Polizei der Fall klar" oder auch " Obwohl er am Tatabend mit Debbie zusammen war und sie gestritten haben, wurde er nicht von der Polizei verhört". Ich mag den Schreibstil. Das Buch ist spannend, aber auch etwas langatmig, da wirklich alles genau beschrieben wird, quasi das ganze Leben von Ron Williamson. Wobei ich sagen muß, ich finde, die manischen und depressiven Phasen, sowie die Therapieabbrüche sind sehr gut geschildert, denn oft erleben die Patienten und ihr Umfeld diese Phasen genauso, auch wenn oft kein Alkohol im Spiel ist.

Mal ein etwas anderer Grisham, etwas weniger spannend, aber da er eine wahre Geschichte erzählt, fiebert und bangt man um so mehr mit.

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Veröffentlicht am 17.11.2021

ganz nett

Nimm 2, zahl 3
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Mit welchen (psychologischen und anderen) Tricks werden wir beim Kaufen, Buchen, Vertragsabschlüssen, Geld anlegen etc. über´s Ohr gehauen.

Mit viel Humor werden wir in diesem Buch darüber aufgeklärt. ...

Mit welchen (psychologischen und anderen) Tricks werden wir beim Kaufen, Buchen, Vertragsabschlüssen, Geld anlegen etc. über´s Ohr gehauen.

Mit viel Humor werden wir in diesem Buch darüber aufgeklärt. Wie man sich davor schützt wird teilweise auch besprochen, aber letztendlich kann man nur begrenzt den Verkaufsstrategien ausweichen. Sehr viel Neues hat das Buch allerdings nicht zu bieten, das meiste weiß man, aber das ein oder andere ist trotzdem interessant. Ich wußte z.B. nicht, dass jedesmal der Preis rauf geht, wenn man im Internet z.B. nach Flügen guckt. Mit jedem Anklicken ein klein wenig rauf. Und unbemerkt werden einem überteuerte Reiserücktrittsversicherungen untergejubelt, wenn man nicht bewußt ein entsprechendes Häckchen entfernt, was sich gut irgendwo weiter unten auf der Seite versteckt und manchmal sogar mehrfach entfernt werden muß. Auch sind durch die Cookies alle Infos über uns sichtbar. Habe ich mich auf anderen Seiten über teure Dinge informiert (z.B. bei Kleidung, Handy, Kameras bestimmte Designer oder Marken angeguckt), werden mir automatisch teurere Preise genannt, wenn ich nun nach einem Auto oder einem Flug schaue, als wenn ich immer nur nach Schnäppchen geguckt habe.

Mir gefällt auch der Humor im Buch. S. 78 z.B. über Onlinedatingvermittlung. Alle 11 Minuten verliebe sich ein Single. " Ein Single - nicht zwei. Und schon gar nicht ineinander. Rechnen Sie mal." Oder auf S. 150/151 wo es um Leute geht, die die Klamotten für einen zusammenstellen (Outfittery und Co). Für den Video-Chat wirft der Autor sich extra in Schale, denn er "will ja nicht direkt als geschmacklicher Vollhonk in der Kundendatei landen". " Sie stellt mir viele Fragen, auf die ich keine echte Antwort weiß. Zum Beispiel : Was ich am liebsten trage, wenn ich mit neuen Freunden ins Kino gehe. (...) Mir ist schon klar, dass Jule mit der Antwort "Ich nehme halt, was oben auf dem Wäschestapel liegt", nicht wirklich zufrieden sein würde."

Mich hat das Buch gut unterhalten und ich habe mich immer wieder amüsiert. Aber es bleibt bei einem "Kann man lesen, muß man aber nicht".

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Veröffentlicht am 15.11.2021

spannend

Pheromon 1: Pheromon
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Jake ist ein Teenie im Jahre 2018. Eines Tages merkt er, dass er keinen Heuschnupfen mehr hat und nicht nur das, er kann viel besser riechen. Langsam wird ihm seine neue Fähigkeit aber unheimlich, denn ...

Jake ist ein Teenie im Jahre 2018. Eines Tages merkt er, dass er keinen Heuschnupfen mehr hat und nicht nur das, er kann viel besser riechen. Langsam wird ihm seine neue Fähigkeit aber unheimlich, denn die Gerüche stürmen nur so auf ihn ein. Und dann ist da noch die geheimnisvolle Serena, die einen ganz besonderen Duft verströmt.

Im Jahre 2118 scheinen fast alle Menschen Mitglieder vom HFP zu sein. Aber es gibt auch Ausnahmen. Eine Schwangere kommt zu dem Arzt Travis ins Hilfezentrum. Sie sieht völlig mitgenommen aus und weckt Travis Neugier.

Sehr spannend, sowohl inhaltlich, als auch durch den Aufbau des Buches. Ein wahrer Pageturner, der gegen Ende aber etwas nachlässt. Es bleibt zwar spannend bis zum Schluß, lässt aber auch paar Fragen offen. Mir fehlen überraschende Wendungen und was aus der ein oder anderen Person wurde. Auch hätte man mehr aus diesem spannenden Thema machen können finde ich. Aber es ließ sich flott lesen und war gut geschrieben. Auffällig fand ich die dicken Buchseiten.

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