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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2021

hat mir gut gefallen

Die Frau, die liebte
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Erzählt nach einer wahren Begebenheit aus dem sechzehnten Jahrhundert in Frankreich aufgrund von alten Gerichtsakten. Der Autorin gelingt es großartig die Geschichte lebendig werden zu lassen und den ...

Erzählt nach einer wahren Begebenheit aus dem sechzehnten Jahrhundert in Frankreich aufgrund von alten Gerichtsakten. Der Autorin gelingt es großartig die Geschichte lebendig werden zu lassen und den Schmerz, die Zweifel und die Schuldgefühle Bertrandes nachvollziehbar darzustellen. Sie und Martin werden mit elf Jahren verheiratet, ziehen aber erst später zusammen auf den Hof von Martins Vater, der als Familienoberhaupt allmächtig ist. Martin verlässt zehn Jahre später heimlich den Hof, weil er seine Felder nach eigenem Ermessen bewirtschaftet hat und den Zorn des Vaters fürchtet. Nach langen Jahren kommt Martin zurück. Bertrande ist glücklich, aber bald schleichen sich Zweifel ein, ob der Mann an ihrer Seite wirklich ihr Ehemann ist. Und obwohl dieser Mann viel netter, liebevoller und aufmerksamer ist, kann sie nicht mit der Schuld leben, ihr Bett mit einem anderen Mann und nicht ihrem Ehemann zu teilen.

Mir hat sowohl die Erzählweise gefallen, als auch der Einblick in das Leben und die vielen Aufgaben auf einem großen Hof. Die Geschichte berichtet neutral über Emotionen und bleibt trotz großer Gefühle eher sachlich-distanziert. Sie liest sich flüssig und ich fand sie sehr spannend. Ein kurzes Buch, aber ein kleiner Schatz.

Mir hat es gut gefallen.

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Veröffentlicht am 04.11.2021

langweilig

Amerikanische Erfindungen
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Ich sollte echt aufhören (Kurz)-geschichten zu lesen. Immer wieder falle ich auf die Buchkritiken rein und denke, das klinge interessant. Und ich bin jedesmal enttäuscht. So auch hier.

Hoch gelobte Autorin, ...

Ich sollte echt aufhören (Kurz)-geschichten zu lesen. Immer wieder falle ich auf die Buchkritiken rein und denke, das klinge interessant. Und ich bin jedesmal enttäuscht. So auch hier.

Hoch gelobte Autorin, von Witz und Scharfsinn ist die Rede, aber ich habe mich durch das Buch gequält. Das lag nicht am Schreibstil, sondern am Inhalt. Auch wenn eine Geschichte halbwegs interessant anfing, plätscherte sie bald darauf seicht vor sich hin und man wartete vergebens auf eine Pointe, auf den versprochenen Humor, auf etwas Spannung, auf interessante Wendungen oder sprachliche Genüsse. Und genauso seicht hörte sie dann auch auf. Nichts, was einen innehalten lies, nachdenklich machte oder auch nur im Gedächtnis haften blieb. Langweilig, öde und nichtssagend. Zumindest mir hat es nichts gesagt. Vielleicht ist sie ja eine großartige Schriftstellerin und ich bin nur zu doof, aber das Buch war so gar nicht mein Fall.

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Veröffentlicht am 31.10.2021

interessant

Darwin in der Stadt Die rasante Evolution der Tiere im Großstadtdschungel
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Vor allem hat mich das tolle Titelbild angesprochen, aber auch sonst hat mich das Thema interessiert. Allerdings hatte ich eher Informationen über das Verhalten der Tiere in der Stadt erwartet, aber wie ...

Vor allem hat mich das tolle Titelbild angesprochen, aber auch sonst hat mich das Thema interessiert. Allerdings hatte ich eher Informationen über das Verhalten der Tiere in der Stadt erwartet, aber wie der Titel schon sagt, geht es um Evolution, also letztendlich um eine Veränderung in den Genen.

Das Buch ist sehr wissenschaftlich, bezieht sich daher viel auf Statistiken, Forschung und Experimente, ist aber gut lesbar, auch wenn es sich zum Ende hin zu wiederholen scheint oder etwas eintönig wirkt. Die Infos sind interessant, teils spannend und oft mit viel Humor rüber gebracht. Mal ist der Schreibstil etwas dröge und sachlich, dann wieder locker und erzählerisch. Im Anhang sind natürlich alle Quellen etc. angegeben. Mir hat das Buch gut gefallen, ich habe einiges gelernt, die letzten Seiten mußte ich mich aber zwingen, es fertig zu lesen. Ich kann es jedem empfehlen, der sich dafür interessiert, oder Biologie oder Feldforschung studiert.

Hier eine kleine Kostprobe ( es geht darum, dass Kohlmeisenmännchen in der Stadt breitere Brustbandstreifen haben, als die auf dem Lande. Eigentlich zeigt ein breiter Streifen den Weibchen, dass das Männchen sich im Kampf durchsetzen kann und die besseren Gene hat.) S. 248/249 :

"Es könnte natürlich sein, dass die Stadt der Zufluchtsort für all die schwächeren Männchen vom Lande ist, die sich beim Revierkampf nicht gegen Breitband-Brutalos behaupten können. " (Dies ist aber nicht der Fall)

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Veröffentlicht am 30.10.2021

geht so

Meine Wäsche kennt jetzt jeder
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Die Frau des Kunstberaters Helge Achenbach hat ein Buch darüber geschrieben, wie es ihr ergangen ist, als ihr Mann wegen Betrugs angeklagt wurde und ins Gefängnis mußte. Sie verlor ihr Haus und alle Bilder ...

Die Frau des Kunstberaters Helge Achenbach hat ein Buch darüber geschrieben, wie es ihr ergangen ist, als ihr Mann wegen Betrugs angeklagt wurde und ins Gefängnis mußte. Sie verlor ihr Haus und alle Bilder und Kunstgegenstände wurden versteigert, da ihr Mann fast 20 Millionen zahlen mußte. Es machte wohl Riesenschlagzeilen und löste einen Presserummel aus, von dem ich aber nichts mitbekommen habe. Ich hatte weder von ihr, noch von ihm je etwas gehört und mußte erstmal googeln. Das Buch beschreibt die Zeit von Juni 2014 bis Juni 2015. Ich glaube, da gab es wichtigeres als Kunstbetrug.

Zum Buch : Es liest sich flüssig und wird gelegentlich durch Ironie etwas humorvoll aufgelockert. Allerdings fehlt mir ein wenig die Tiefe. Auch wirkt es nicht wirklich authentisch, sondern eher, als würde sie über jemand anderen schreiben. Ich wäre stinksauer auf meinen Mann, mich und die Kinder in so eine Lage zu bringen. Aber vor allem wäre ich entsetzt, dass er andere Menschen betrügt. Ich würde mich mehr um die Kinder kümmern und nicht jeden Besuchstag zu ihm ins Gefängnis fahren und ihm die Wäsche bringen. Die Briefe, die er aus dem Gefängnis schreibt, hat sie auszugsweise zitiert und auch die sind irgendwie nichtssagend und oberflächlich und würden mir bei Weitem nicht reichen, um mich damit zu versöhnen, dass er aus lauter Gier seinen Anstand verloren hat. Vielleicht bin ich da zu moralisch, aber bei der Autorin spürt man nicht, dass sie über den moralischen Aspekt entrüstet ist.

Man erfährt nicht, wie es den Kindern geht, ob sie in der Schule gehänselt wurden, wie sie sich fühlten bei den Gefängnisbesuchen etc. Man erfährt nur am Rande etwas und auch mehr über ihre schulischen Leistungen als darüber, wie sie diese Zeit erlebt haben. Über ihren Hund schreibt sie wesentlich mehr. Interessant fand ich jedoch, wie heftig Gerichtsvollzieher ihre Arbeit machen und wie wenig man dagegen tun kann, auch wenn sie die eigenen Sachen pfänden und nicht die des Mannes. Das möchte ich nicht erleben.

Viel habe ich beim Googeln nicht gefunden (also nur das, was im Buch auch steht) und über sie selbst nur, dass sie selbst wohl auch wegen Betrugs angeklagt und für schuldig befunden wurde. Dies war aber wohl 2019, also später und nicht im Rahmen der Betrugs ihres Mannes. Was soll man dazu sagen. Habe allerdings nur die Schlagzeile finden können, keine weiteren Infos. Auch soll sie inzwischen geschieden sein, im Buch jedoch hält sie zu ihm.

Kann man lesen, muß man aber nicht.

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Veröffentlicht am 23.10.2021

spannend

Der rote Raum
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Sehr spannend ! Einem Mann wird das Herz entnommen und durch einen seltenen Gesteinsbrocken ersetzt. Wer war der Tote und was ist schreckliches in seiner Kindheit geschehen ?

Mir hat das Buch sehr gefallen. ...

Sehr spannend ! Einem Mann wird das Herz entnommen und durch einen seltenen Gesteinsbrocken ersetzt. Wer war der Tote und was ist schreckliches in seiner Kindheit geschehen ?

Mir hat das Buch sehr gefallen. Die Ermittler wirken authentisch und sympathisch. Es ist von Anfang an spannend und hält diese Spannung bis zum Schluß. Es gibt drei Handlungsstränge von denen einer so dahinplätschert, aber Teil der Auflösung ist. Und dann zwei parallel laufende, die beide das Buch zu einem Pageturner machen. Es liest sich flüssig und macht Spaß zu lesen. Und wenn man denkt "ach, ich weiß, was kommt", dann kommt es doch anders als man denkt. Zwei Sachen sind etwas unrealistisch, was dem Buch, der Handlung und der Spannung aber keinen Abbruch tut. Und es hat einige der von mir so geliebten überraschenden Wendungen, vor allem natürlich am Schluß.

Eines hat mich allerdings entsetzt, obwohl es nur am Rande erwähnt wird. Ich habe schon viel Schlimmes gehört aber ich bin immer wieder erschüttert, zu was Menschen fähig sind. Den Samen, den Ureinwohnern Skandinaviens, wurde ihre Sprache aus dem Leib geprügelt und zwar so, dass die Hände völlig verkrüppelt sind ! Und zwar nicht in irgendwelchen Kolonien, wo man sich als Herrscher aufspielt, sondern hier in Europa ! Das schlimme ist ja auch, dass es immer noch geschieht z.B. in Tibet durch die Chinesen etc. Aber in Schweden ? Auch wurden einige von ihnen wie Tiere in Zoos ausgestellt ! Auch hier kennt man das leider aus dem tiefsten Mittelalter, wo kleinwüchsige Menschen oder Menschen anderer Hautfarbe ausgestellt wurden und man ist entsetzt, wenn man das hört. Aber dass das auch vor relativ kurzer Zeit noch passierte und das in Schweden, macht fassungslos. Grausam, entsetzlich und einfach nur erschütternd.

Alles in allem ein spannender Krimi, den ich gerne weiter empfehlen kann.

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