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Veröffentlicht am 19.05.2023

Eine besondere Gabe

Alle Farben meines Lebens
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Alice wächst mit ihren beiden Brüdern bei ihrer depressiven Mutter auf. Eines Tages erkennt sie, dass sie die Farben der Menschen sehen kann. Als erstes fällt ihr das bei ihrer Mutter auf, die ein dunkles, ...

Alice wächst mit ihren beiden Brüdern bei ihrer depressiven Mutter auf. Eines Tages erkennt sie, dass sie die Farben der Menschen sehen kann. Als erstes fällt ihr das bei ihrer Mutter auf, die ein dunkles, trauriges Blau umgibt. Bald sieht sie die Farben, die Auren, bei allen Menschen und sogar Pflanzen und Tieren. Jede Farbe steht für einen Gemütszustand. Alice hat eine unglaubliche Gabe, kann jeden Menschen durchschauen. Doch ihr macht diese Fähigkeit Angst, sie zieht sich zurück, will sich von der Welt abschotten. Bis sie lernt, damit umzugehen. Und dann trifft sie auf einen Mann, dessen Farben sie nicht sehen kann, der sie magisch anzieht und den sie ganz ohne ihre Gabe kennen lernen und verstehen lernen muss.

Cecilia Ahern ist bekannt für ihre einfühlsamen, ergreifenden und besonderen Romane. Ich habe schon einiges von ihr gelesen und diese Buch hier hat mich sehr berührt und gefesselt. Ahern beschreibt die sensible Alice und deren ganzen Leben sehr intensiv. Ich muss zugeben, dass ich vorher nicht viel wusste über diese Fähigkeit, die Ahern beschreibt und Alice besitzt: Synästhesie. Was auf den ersten Blick ausgedacht und fiktiv erscheint, gibt es wirklich in verschiedensten Ausprägungen. Ein sehr spannendes Thema, das mich eines gelehrt hat.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, das von Tessa Mittelstaedt gesprochen wird. Eine sehr angenehme Stimme, die mir das Hören zu einen großen Vergnügen gemacht hat.

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Veröffentlicht am 24.03.2023

Gelungener Auftakt zur neuen Reihe

Der Morgen (Art Mayer-Serie 1)
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An einem verschneiten Morgen findet eine junge Reporterin auf der Ladefläche eines LKW eine Frauenleiche – nackt, mit der Adresse des Bundeskanzlers auf ihrem Körper. Die Polizei ist in Aufruhr, es soll ...

An einem verschneiten Morgen findet eine junge Reporterin auf der Ladefläche eines LKW eine Frauenleiche – nackt, mit der Adresse des Bundeskanzlers auf ihrem Körper. Die Polizei ist in Aufruhr, es soll verhindert werden, dass Details an die Öffentlichkeit gelangen. Doch kurz danach taucht ein Video des Opfers auf. Und es bleibt nicht die einzige Leiche. Der Bundeskanzler persönlich fordert Art Meyer an, in diesem Fall zu ermitteln. Wie hängen die Morde zusammen? Und was hat Art damit zu tun?

Ich bin ein großer Fan der Tom Babylon Reihe und musste daher unbedingt das neue Buch von Marc Raabe lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Wieder haben wir hier einen Ermittler, der seine ganz eigenen Wege geht und ein ganz spezieller Typ ist. Wieder gibt es Rückblicke in die Vergangenheit, die anfangs noch rätselhaft sind und sich nach und nach mit den Geschehnissen der Gegenwart verbinden. Ich mag diese Erzählweise sehr, sie bringt noch mehr Spannung in den Fall.

Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und auch wenn ich die Zusammenhänge ein bisschen arg konstruiert fand ist diese Buch ein gelungener Auftakt zur neuen Reihe.

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Veröffentlicht am 10.01.2023

Ein beeindruckendes Buch

Das Leuchten der Rentiere
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Die 9jährige Elsa ist eine Sami und lebt mit ihrer Familie im Norden Schwedens von der Rentierzucht. Sie wird eines Tages Zeugin, wie eines ihrer Rentiere von einem Dorfbewohner getötet wird. Aus Angst ...

Die 9jährige Elsa ist eine Sami und lebt mit ihrer Familie im Norden Schwedens von der Rentierzucht. Sie wird eines Tages Zeugin, wie eines ihrer Rentiere von einem Dorfbewohner getötet wird. Aus Angst schweigt sie, der Vorfall verfolgt sie allerdings noch lange. Die Samen werden im Dorf zum Teil ausgegrenzt und beschimpft, ihre Rechte können sie nur schwer durchsetzen.
10 Jahre später hat sich an der Situation nicht viel geändert. Elsa kämpft für die Rechte der Samen, deren Rentiere noch immer getötet werden.

Die Perspektive ändert sich immer Mal wieder, es wird aus Sicht von Elsa, aber auch aus Sicht von ihrem Bruder Matthias, ihrer Nachbarin Hannah, dem Wilderer Peter und vielen mehr geschildert. Hauptsächlich aber erleben wir Elsas Sicht.

Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Ich hatte einen Krimi erwartet, aber es ist so viel mehr. Es ist ein Buch über das Volk der Samen, über ihre Kultur, über deren Lebenswandel und den täglichen Kampf, den sie als indigenes Volk kämpfen müssen. Es geht um Rassismus, um Ausgrenzung und Hass. Ein Thema, das man leider aus vielen Kulturen kennt. Trotzdem hat es mich erschüttert, denn der Hass macht vor keiner Kultur halt, auch nicht vor Schweden.

Definitiv ein Lesehighlight.

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Veröffentlicht am 06.01.2023

Ein etwas anderer Roman

Ich, Ellyn
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1573. Ellyn wächst auf einem Bauernhof in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr Vater ist ans Bett gefesselt, die Mutter hat gerade ein Baby bekommen und der Bruder macht sich einen Spaß daraus, Ellyn ...

1573. Ellyn wächst auf einem Bauernhof in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr Vater ist ans Bett gefesselt, die Mutter hat gerade ein Baby bekommen und der Bruder macht sich einen Spaß daraus, Ellyn zu ärgern und zu trietzen.

Eines Tages wird sie zum Markt in die Stadt geschickt. Wie magisch zieht sie die Kirche und vor allem die Musik, die aus der Kirche dringt, an. Sie kann es kaum in Worte fassen und weiß nur, dass sie so noch nie gefühlt hat, das aber immer wieder fühlen will. Also fängt sie selbst an zu singen und es wird schnell klar, dass sie talentiert ist. Aber es ist nur Jungen erlaubt, eine Singschule zu besuchen. Also fasst sie einen tollkühnen Plan.

Ich kannte vorher keine Bücher der Autorin und war anfangs nicht auf das vorbereitet, was mich erwartet. Die Schreibweise ist besonders… Anfangs gibt es nur Kleinschreibung, keine Interpunktion und die Ausdrucksweise ist sehr derb. Nach und nach ändert sich das, mit Ellyns Entwicklung entwickelt sich auch ihre Sprache. Das macht das Leseerlebnis sehr besonders und man erlebt Ellyns Fortschritte ganz hautnah. Ich war überrascht wie schnell ich der Sprache folgen konnte nachdem ich am Anfang noch dachte, dass man so doch nichts lesen kann.
Nach und nach wird klar: Ellyn erzählt ihrer kleinen, neugeborenen Schwester ihre Geschichte und man kann gar nicht anders, als mitgerissen sein. Man spürt deutlich, dass sie das kleine Wesen, das sie zurücklassen musste um ihrem Traum zu folgen, sehr liebt.

Es ist faszinierend, wie sehr mich die Sprache, aber auch Ellyns Geschichte im dem Bann gezogen hat. Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 06.01.2023

Verhängnisvoller Silvesterabend…

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
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Es ist Silvester. Frederik und Nina verbringen den Abend wie immer mit ihren alten Freunden Lollo und Max sowie Malena mit ihrem neuen Freund. Die Frauen sind seit der Schulzeit befreundet. Ninas Tochter ...

Es ist Silvester. Frederik und Nina verbringen den Abend wie immer mit ihren alten Freunden Lollo und Max sowie Malena mit ihrem neuen Freund. Die Frauen sind seit der Schulzeit befreundet. Ninas Tochter Smilla feiert gemeinsam mit Lollos Tochter Jennifer in Ninas Haus. Nina ist darüber nicht so begeistert, hat sich aber überreden lassen, immerhin sind beide 17. Der Abend ist feuchtfröhlich, die Freunde aus Schulzeiten haben nicht mehr so viel zu sagen, aber für eine Silvesterparty reicht es noch. Am nächsten Morgen ist nicht nur der Kater groß, sondern auch der Schock: Jennifer, die eigentlich bei Smilla hatte übernachten sollen, hat die Party nachts verlassen und ist seitdem verschwunden. Eine Suche beginnt, bei der einige Geheimnisse der Vergangenheit aufgedeckt werden.

Die Geschichte wird immer abwechselnd aus Sicht von Nina, Fredrik und Lollo erzählt und bekommt so einen besonderen Drive. Der Perspektivwechsel lässt den Leser tief in die Gefühlswelt der drei Personen eintauchen. Die Geschichte klingt spannend und es kommt auch einiges ans Licht, mit dem man nicht gerechnet hätte. Leider ist es zwischendurch sehr langatmig, es passiert nicht, es wird sehr viel über Gefühle, Ängste usw. erzählt – was auch spannend sein kann, für mich die Geschichte aber etwas lang gemacht hat. Zwischenzeitlich dachte ich, wir kommen niemals voran.

Die Geschichte es dennoch lesenswert, man sollte nur nicht allzuviel Spannung erwarten.

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