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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2020

Toller Thriller und gelungener Auftakt

Schlüssel 17 (Tom-Babylon-Serie 1)
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Im Berliner Dom wird eine Leiche grotesk inszeniert gefunden: An Seilen und mit schwarzen Flügeln schwebt die Dompredikerin Brigitte Riss unter der Kuppel des Doms. Um den Hals trägt sie einen Schlüssel ...

Im Berliner Dom wird eine Leiche grotesk inszeniert gefunden: An Seilen und mit schwarzen Flügeln schwebt die Dompredikerin Brigitte Riss unter der Kuppel des Doms. Um den Hals trägt sie einen Schlüssel mit der Nr. 17. LKA Kommissar Tom Babylon traut seinen Augen kaum: Mit genau diesem Schlüssel verschwand vor fast 20 Jahren seine kleine Schwester spurlos. Was hat es mit dem Schlüssel auf sich? Babylon will unbedingt ermitteln, auch wenn er persönlich involviert ist.

Nachdem vor kurzem der 3. Band der Tom Babylon Reihe erschienen ist, war es nun endlich für mich an der Zeit, den Auftakt aus dem Regal zu holen und meinen ersten Marc Raabe zu lesen. Und ich bin begeistert und froh, dass auch die Nachfolgebände auf mich warten.

Der Thriller ist fesselnd, schon der Prolog hat es in sich. Im Laufe des Buches gibt es immer wieder Rückblenden in das Jahr, in dem Toms Schwester Viola verschwunden ist. Lange Zeit fragt sich der Leser, was es mit dem Schlüssel auf sich hat. Lebt Toms kleine Schwester noch oder jagt er einem Hirngespinst hinterher? Und was hat eigentlich die Stasi damit zu tun?

Auch die anderen Charaktere des Buches sind interessant. Alles voran natürlich Psychologin Sita Johanns, die Tom zur Seite gestellt wird, ihre eigenen Geheimnisse mit sich herumträgt und sich trotzdem nicht scheut, Toms auf den Grund zu gehen. Ein vielversprechendes Team, auch wenn Tom anfangs natürlich nicht begeistert war. Und auch Kommissar Morten hat so einigen Dreck am Stecken, der in diesem Band nicht vollständig aufgeklärt wird.

Am Ende merkt man, dass es sich um eine Serie handelt: Der Fall an sich wird aufgeklärt, es bleiben aber einige Fragen und lose Enden offen, die später eine Rolle spielen werden. Ich lese gerne weiter.

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Veröffentlicht am 20.11.2020

Nach Schlüssel 17 kommt Zimmer 19

Zimmer 19 (Tom-Babylon-Serie 2)
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Das Publikum ist entsetzt: Zur Eröffnung der Berlinale wird anstatt des eigentlich geplanten Films ein Snuff Video gezeigt, in dem eine junge Frau brutal vergewaltigt und ermordet wird. Das LKA rätselt: ...

Das Publikum ist entsetzt: Zur Eröffnung der Berlinale wird anstatt des eigentlich geplanten Films ein Snuff Video gezeigt, in dem eine junge Frau brutal vergewaltigt und ermordet wird. Das LKA rätselt: Ist das Video echt oder ein Fake? Besonders brisant: Die Ermordete ist die Tochter des amtierenden Berliner Bürgermeisters Keller. Er und sein Umfeld aber wollen nicht so richtig mit Informationen rausrücken. Und dann gibt es da noch diese Zahl: Die 19. Was hat es damit auf sich? Hat es etwas mit dem Fall um Schlüssel 17 zu tun? Psychologin Sita muss schnell erkennen: Der Fall hat etwas mit dem schlimmsten Erlebnis ihrer Jugend zu tun.

Zimmer 19 ist der Nachfolgeband zu Schlüssel 17 und auch hier ermitteln Tom Babylon und Sita Johanns wieder gemeinsam. Nachdem wir in Schlüssel 17 Rückblenden auf Toms Vergangenheit lesen durften, blickt Zimmer 19 nun auf Sitas Vergangenheit zurück, die nicht weniger spannend, aber auch erschreckend ist.

Auch hier spielt eine Zahl eine Rolle, und man ahnt schon, dass die Fälle irgendwie mit den Ereignissen um Schlüssel 17 zusammen hängen. Zumal am Ende des ersten Bandes zwar der Täter gefasst wurde, es aber noch einige Ungereimtheiten und offene Fragen gab, die jetzt im zweiten Band aufgegriffen und teilweise geklärt werden. Aber auch nicht zur Gänze, denn der nächste Band, „Die Hornisse“ steht schon in den Startlöchern.

Auch dieser Teil der Reihe hat mich wieder in seinen Bann ziehen können, die Ereignisse waren fesselnd, es gab einige Überraschungen. Der Twist und die Auflösung am Ende haben mich diesmal allerdings nicht so sehr überrascht. Trotzdem ein fesselnder Thriller, und bald werde ich auch im dritten Teil mit Tom und Sita ermitteln. Ich freue mich schon drauf.

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Veröffentlicht am 16.11.2020

Antike im modernen Paris

Gold und Schatten
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Livia ist gerade 16 geworden und vor Kurzem mit ihren Eltern nach Paris gezogen. Und seitdem ist ihr Leben nicht mehr, wie es mal war. Plötzlich kann sie mit Pflanzen kommunizieren und zweifelt so langsam ...

Livia ist gerade 16 geworden und vor Kurzem mit ihren Eltern nach Paris gezogen. Und seitdem ist ihr Leben nicht mehr, wie es mal war. Plötzlich kann sie mit Pflanzen kommunizieren und zweifelt so langsam an ihrem Verstand. Dann trifft sie den geheimnisvollen Maél, der eine dunkle Anziehungskraft auf sie ausübt. Bald muss sie erfahren: Maél ist nichts geringeres, als ein Halbgott, ein Sohn des Hades, des Gottes der Unterwelt. Und sie ist ein Nymphe, deren Hilfe Maél dringend benötigt.

„Gold und Schatten“ ist ein Jugendroman mit einer spannenden Idee: Die antike Götterwelt versammelt in Paris. Das Setting hat mir gut gefallen, auch wenn Götter, Halbgötter und alles drumherum nichts Neues sind. Auch die Schreibweise der Autorin hat dazu beigetragen, dass man gut in das Buch eintauchen kann. Allerdings war mir die Story etwas zu seicht, die Entwicklungen zu langsam, dafür sehr viel Teenie-Verliebstsein. Zugegeben, da bin ich nicht mehr die richtige Zielgruppe für, daher habe ich darüber auch hinweggesehen. Ich habe mich recht gut unterhalten, leider aber nicht gefesselt gefühlt.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger, denn es gibt noch einen zweiten Teil. Ich weiß noch nicht, ob ich den Nachfolger lesen werden. Trotzdem: Eine schöne Geschichte mit interessantem Setting, die mich aber nicht voll überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 02.11.2020

Auch als Einstieg gut geeignet

Winter der Hoffnung
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Der kleine Ort Altena im deutschen Hungerwinter 1946. Der Krieg ist vorbei und verloren, vieles zerstört, die Lebensmittel sind knapp. Den Menschen fehlt es an allem. Im Mittelpunkt dieses Settings steht ...

Der kleine Ort Altena im deutschen Hungerwinter 1946. Der Krieg ist vorbei und verloren, vieles zerstört, die Lebensmittel sind knapp. Den Menschen fehlt es an allem. Im Mittelpunkt dieses Settings steht die Fabrikantenfamilie Wolf, die eine Drahtzieherei betreibt. Vater Eduard, Mutter Christel und ihre drei Töchter Ruth, Ulla und Gundel geht es verhältnismäßig gut, aber auch sie müssen sich einschränken. Da wird die Fabrik plötzlich von Demontage bedroht und Ulla lässt dich den Kopf vom größten Hallodri der Stadt verdrehen.

„Winter der Hoffnung“ ist die Vorgeschichte zu Pranges Familienepos „Unsere wunderbaren Jahre“. Ich habe dieses Buch vorher nicht gelesen, aber das macht auch nichts, da es sich um eine Vorgeschichte handelt. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Daher eignet sich „Winter der Hoffnung“ auch sehr gut als Einstieg in „Unsere wunderbaren Jahre“. Mir hat das Buch jedenfalls so gut gefallen, dass ich nahtlos weiterlesen musste.

Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen. In den kurzen Kapiteln wird die Geschichte immer wieder aus einer anderen Perspektive weitererzählt, so dass man sich gut in die einzelnen Figuren hineinversetzen kann. Bildhaft und kurzweilig erzählt spürt man fast körperlich das Leid dieses Hungerwinters und lernt die Annehmlichkeiten des eigenen Lebens wieder mehr zu schätzen. Gerade in der aktuellen Zeit eine durchaus interessante Erfahrung, die alles wieder ins rechtere Licht rückt.

Für mich war dieses Buch also keine Vorgeschichte, sondern ein Einstieg in „Unsere wunderbaren Jahre“. Absolute Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 30.10.2020

Nichts ist wie es scheint

Ihr Königreich
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Roy Opgard lebt auf dem Hof seiner Eltern in den Bergen Norwegens in der kleinen Stadt Os. Er und sein jüngerer Bruder Carl haben den Hof geerbt, nachdem ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen ...

Roy Opgard lebt auf dem Hof seiner Eltern in den Bergen Norwegens in der kleinen Stadt Os. Er und sein jüngerer Bruder Carl haben den Hof geerbt, nachdem ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind. Vor 15 Jahren hat Carl den Hof und Norwegen verlassen, um in den USA zu studieren. Jetzt kehrt er als erfolgreicher Geschäftsmann zurück und bringt seine Frau Shannon sowie große Pläne für die Stadt mit. Er möchte ein Berghotel bauen und die Einwohner des Ortes damit reich und glücklich machen. Doch die Vergangenheit holt die Brüder immer wieder ein, und dunkle Geheimnisse möchten ans Licht kommen.

Ich habe schon länger Bücher von Jo Nesbø in meinem Regal stehen, es bisher aber nicht geschafft, eines davon zu lesen. Nun ist es mit „Ihr Königreich“ soweit gewesen. Ich kann also nicht sagen, ob es ein „typischer Nesbø“ ist oder nicht, ich kann nur sagen, dieser Roman ist eigen.

Schon der Anfang ist ein wenig verstörend und der Leser ahnt, was auf ihn zukommt. Der Roman ist auch der Sicht Roys geschrieben und es gibt immer wieder Rückblicke auf Roys und Carls Jugend. Nach und nach kommt so einiges ans Licht und der Leser wird mit Gewalt, Schuldgefühlen und bedingungsloser Liebe konfrontiert.

Ich würde dieses Buch weniger als Kriminalroman und mehr als Familiengeschichte bezeichnen. Denn zwar geht es um einige Todesfälle, das Zentrum der Geschichte sind allerdings die beiden Brüder und ihre Vergangenheit. Tiefgründig, abgründig. So ein Buch habe ich bisher noch nicht gelesen. Empfehlenswert, wenn man sich darauf einlässt.

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