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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2020

Schwere Kost

Ach, Virginia
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Virgina Wolff ist schwere Kost - und so ist auch das Buch. Ich hatte gehofft in diesem etwas mehr über das von ihr so schwer empfundene Leben zu erfahren, da ich ähnliche Phasen kenne und von dem Film ...

Virgina Wolff ist schwere Kost - und so ist auch das Buch. Ich hatte gehofft in diesem etwas mehr über das von ihr so schwer empfundene Leben zu erfahren, da ich ähnliche Phasen kenne und von dem Film "The Hours" begeistert war. Sicher hat sich der Michael Kumpfmüller bemüht, ein gut recherchiertes Bild von ihr zu zeichnen, jedoch erschweren endlose verschachtelte Sätze den Lesegenuss, so dass ich das Buch nach der Hälfte abgebrochen habe...

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Veröffentlicht am 09.06.2020

Leider enttäuschend

Draussen
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Es ist sehr schwierig, ein Buch zu beurteilen, das gänzlich anders als die bisherigen Büchern des Autoren-Duo's Klüpfel und Kobr sind. Ist es diese "Andersartigkeit" oder "nur" die Geschichte an sich, ...

Es ist sehr schwierig, ein Buch zu beurteilen, das gänzlich anders als die bisherigen Büchern des Autoren-Duo's Klüpfel und Kobr sind. Ist es diese "Andersartigkeit" oder "nur" die Geschichte an sich, die mich fast regelrecht an dem Buch verzweifeln lässt? Anfangs war ich wirklich bemüht durchzuhalten, vielleicht nur eine Hürde, die man nehmen muss, um in die Handlung hineinzukommen. Leider nicht! Für mich war alles zu düster und dystopisch und auch die Story zog mich nicht wirklich in ihren Bann. Ich habe mich wirklich bemüht, bin jedoch mit "Draussen" so gar nicht warm geworden. Bestimmt gibt es Leser, die davon begeistert sind - meins war es so gar nicht.

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Veröffentlicht am 09.06.2020

Zeitloser Klassiker

Kabale und Liebe
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Der Adlige Ferdinand von Walter verliebt sich in die Bürgerliche Luise Miller. Während Ferdinand ungestüm an ihre Liebe glaubt (was später in ihm eine Art Besitzanspruch an Luise auslöst), ist Luise deutlich ...

Der Adlige Ferdinand von Walter verliebt sich in die Bürgerliche Luise Miller. Während Ferdinand ungestüm an ihre Liebe glaubt (was später in ihm eine Art Besitzanspruch an Luise auslöst), ist Luise deutlich realistischer, was die Zukunftschancen angeht. Ferdinand's Vater, Präsident von Walter, hat für seinen Sohn genaue Pläne, gegen die Ferdinand, genauso wie gegen das Verhalten des Vaters, rebelliert. Um diese jedoch trotzdem durchzusetzen, schmiedet der Präsident gemeinsam mit dem (von Luise wegen ihrer Liebe zu Ferdinand zurückgewiesenen) Sekretär Wurm perfide und hinterhältige Intrigen (bezeichnet als "Kabale"), um die Liebenden auseinander zu bringen. Damit wird eine Kettenreaktion aus Vermutungen und falschen Rückschlüssen ausgelöst, die in dem Tod von Luise und Ferdinand gipfeln, in dessen Folge sich der Präsident der Justiz stellt.
Dieses Drama gilt als eines der großen Klassiker der deutschen Dramatik, explizit der Epoche des Sturm und Drangs. "Kabale und Liebe" erschien 1784 und ist aufgrund der damals üblichen Formulierungen, verwendeten Metaphern als auch heute fremd anmutender Bezeichnungen (welche im hinteren Teil des Buches erläutert werden), doch etwas schwierig zu lesen, der Inhalt jedoch trotzdem leicht zu verstehen. Mit fünf Akten folgt der Aufbau der klassischen Gestaltung von Dramen, in der geschlossenen, symmetrischen (Pyramiden)Form mit Vorstellung/Einleitung, Steigerung, Höhepunkt, abfallender Handlung und Katastrophe.
In diesem Trauerspiel greift Friedrich Schiller das klassische Thema der unerfüllten Liebe auf und verarbeitet es mit sozialen Zwängen (Kluft zwischen skrupellosen Adel und rechtschaffendem Bürgertum) zu einem gelungenem Werk, das das Gesellschaftsbild seiner Zeit gut charakterisiert, aber auch kritisiert. Dabei ist die Grundgeschichte so zeitlos, das sie ebenso gut in der Gegenwart spielen könnte.
Die Figuren sind sehr gut, zum Teil überspitzt, gezeichnet. Einige Namen lassen bereits die Charakterzüge der Personen erahnen (z.B. Sekretär Wurm, Hofmarschall von Kalb), dem gegenüber stehen allgegenwärtige Namen wie von Walter oder Miller, welche exemplarisch die Möglichkeit bieten ein breites Spektrum der Bevölkerung zu repräsentieren.
Meiner Meinung nach ist Schiller hiermit ein durchaus lesenswertes Buch gelungen, was auch in der heutigen Zeit nichts an Aktualität verloren hat.

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Veröffentlicht am 09.06.2020

Vom Wind der Veränderung…

Die Krankenschwester von St. Pauli – Tage des Schicksals
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Nachdem ein Hochwasser ihren Hof zerstörte, folgen Svanjte Claasen und ihre Mutter mit dem jüngeren Bruder ihrem Vater nach Hamburg, der im Gängeviertel eine Unterkunft für sie bekommen hat. Die Umstellung ...

Nachdem ein Hochwasser ihren Hof zerstörte, folgen Svanjte Claasen und ihre Mutter mit dem jüngeren Bruder ihrem Vater nach Hamburg, der im Gängeviertel eine Unterkunft für sie bekommen hat. Die Umstellung ist enorm – statt Weite, Natur und Ruhe, herrscht hier mit Enge und Gedränge ein täglicher Kampf ums Überleben. Nachdem sie ihrem Bruder wiederholt das Leben gerettet hat, wächst in ihr der Wunsch, als Krankenschwester auch anderen helfen zu können.
Durch Zufall macht sie die Bekanntschaft mit den jungen Richard von Harkenberg und Friedrich Falkenberg. In einer Gesellschaft die von Vorurteilen und Unterdrückung der Frau geprägt ist, ermutigen sie beide, ihren Traum zu verwirklichen sowie Weg zu gehen.
Jahre später kann sie die, mit sehr viel Fleiß und Mühe erarbeitete, Ausbildung als Krankenschwester erfolgreich abschließen, eine Anstellung ist in Aussicht, aber es kommt alles anders. Klassenunterschiede sowie eine Cholera-Epidemie werfen ebenfalls dunkle Schatten auf ihre Liebe zu Friedrich…
Gelungen verknüpft die Rebecca Maly reale Ereignisse in Hamburg wie die Choleraepidemie und den Streik der Hafenarbeiter mit der fiktiven Geschichte um Arbeiterkind Svantje Claasen und der Familien von Harkenberg und Falkenberg als Vertreter der gehobenen Klasse. Mich begeistern Bücher, in deren Verlauf die Figuren eine Entwicklung durchlaufen. Während der Senior von Harkenberg an seinem Führungsstil der Unterdrückung und Profitoptimierung festhält und in seinen beiden Kindern nur Schachfiguren für den strategisch erfolgversprechendsten Einsatz sieht, versucht sein Sohn Richard mit innovativen Ideen für mehr sozialere Gerechtigkeit zu sorgen, scheitert jedoch an der sturen Einstellung seines Vaters. Eins wird Richard somit aber klar: dass das für ihn vorgesehene Leben nicht seins ist.
Die Schilderungen der Autorin entführen sehr plastisch in das Hamburg um die Jahrhundertwende, in dem der Zeit der neuen Zeit schon zu spüren ist. Gut dosierte Wendungen bzw. Worte in plaatdütsch runden den Lesegenuss ab.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter. Als Auftakt zu einer Reihe ist „Die Krankenschwester von St. Pauli“ sicher nicht das letzte Buch von Rebecca Maly was ich gelesen habe.

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Veröffentlicht am 09.06.2020

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Ein neuer Himmel
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Die jüdische Musiklehrerin Hannah Rosenberg flüchtet mit ihrer Tochter Melina aus Berlin um einer Verfolgung zuvor zu kommen. Durch einen glücklichen Umstand landet sie auf dem abgelegenen Sandnerhof. ...

Die jüdische Musiklehrerin Hannah Rosenberg flüchtet mit ihrer Tochter Melina aus Berlin um einer Verfolgung zuvor zu kommen. Durch einen glücklichen Umstand landet sie auf dem abgelegenen Sandnerhof. Melinas Vater, Peter Hagen, steht nach beendetem Studium vor einer glänzenden Karriere als Jurist. Sehr zum Leidwesen von Hannah entscheidet er sich leider dafür und erkennt erst viel zu spät den falschen Weg. Aber auch Hannah und ihre Tochter sind auf dem Sandnerhof nicht so sicher, wie sie hofften…
Eindringlich aber mit leisen Tönen beschreibt Margit Steinborn exemplarisch an ihrer Protagonistin Hannah die erschreckende Demütigung und das entsetzliche Leid welches Juden und andersdenkende/andersgesinnte Menschen erleiden mussten. Gelungen steigert sie dabei in relativ kurzen Kapiteln, die abwechselnd Hannahs Leidensweg und großherrlichen Pläne der Nazis beleuchten, die politische Entwicklung in Deutschland bis hin zum Zusammenbruch. Geschickt werden dabei reale Fakten mit fiktiven Personen verknüpft, so dass sich ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Kleine Zeitsprünge, welche das Geschehen raffen, sorgen zusammen mit dem angenehmen Schreibstil dafür, dass sich das Buch sehr flüssig und somit zügig lesen lässt.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es somit gerne weiter!

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