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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2024

Nicht die ganze Wahrheit

Wenn sie lügt
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Dieser Thriller ist ein absoluter Pageturner. Wären da nicht noch andere Verpflichtungen, hätte ich ihn in einem Rutsch durchgelesen, denn man möchte sehr schnell die ganze Wahrheit wissen. Der Autor lässt ...

Dieser Thriller ist ein absoluter Pageturner. Wären da nicht noch andere Verpflichtungen, hätte ich ihn in einem Rutsch durchgelesen, denn man möchte sehr schnell die ganze Wahrheit wissen. Der Autor lässt eine sich ständig steigernde Spannung dadurch entstehen, dass er diese Wahrheit nur peu à peu aufdeckt.
Die Spannung setzt bereits im ersten Kapitel ein, als der Hauptprotagonist Goran von Berlin in sein altes Heimatdorf fährt, wo vor 20 Jahren ein grauenvolles Verbrechen geschah. Seine alte Freundin Norah war damals mit dem Täter liiert und deshalb in Verruf geraten. Nun, nach so langer Zeit, erhält sie plötzlich Drohbriefe. Goran will versuchen, den anonymen Briefschreiber ausfindig zu machen.
Nach und nach erfährt man immer mehr über das damalige Geschehen, und unvermittelt gerät man als Leser in die Rolle des Ermittelnden, denn man rätselt herum, wer wohl derjenige sein könnte, der den alten Fall wieder ausgräbt. Kaum hat man eine heiße Spur, stellt sich diese wieder als Irrtum heraus, und die Suche beginnt von vorne. Mir hat es großen Spaß gemacht, mich gedanklich auf Tätersuche zu begeben, und jeder Rückschlag hat mich umso mehr motiviert. Auf die richtige Spur bin ich dann erst im letzten Achtel des Buches gestoßen.
Dies ist nun schon mein dritter Thriller dieses Autors, und ich kann es kaum erwarten, das nächste Buch von ihm zu lesen. Wie man liest, ist eine Trilogie in Planung.
Mir gefällt so richtig gut, dass diese Bücher zwar unglaublich spannend sind, es aber keine unrealistischen Aktionsszenen oder bluttriefende Abenteuer gibt, sondern alles nachvollziehbar bleibt. Hochinteressant finde ich außerdem die Einschübe mit Fakten zur Kriminalstatistik. Unglaublich, was da alles herausgefiltert wurde.
Das Cover wurde treffsicher gewählt, es zeigt den düsteren Schauplatz des Verbrechens, jedenfalls stelle ich mir das so vor. Die Farben strahlen eine unheimliche Atmosphäre aus, genau wie der grandiose Farbschnitt rundum.
Von mir gibt es eine eindeutige Leseempfehlung und fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 21.05.2024

Cosy Crime an der Nordsee

Tödliche Tide in St. Peter-(M)Ording (St. Peter-Mording-Reihe 3)
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Zunächst möchte ich das Cover loben, denn es präsentiert auf anziehende Weise viele Elemente, die man mit einem Nordseeurlaub verbindet, wobei im Zentrum das Deichschaf steht. Niedlich!
Inhaltlich geht ...

Zunächst möchte ich das Cover loben, denn es präsentiert auf anziehende Weise viele Elemente, die man mit einem Nordseeurlaub verbindet, wobei im Zentrum das Deichschaf steht. Niedlich!
Inhaltlich geht es um den Mord an einem bekannten Schauspieler, Titus Frank, der zu einer Filmcrew gehört, die z.Zt. in St. Peter Ording einen Film dreht.
Viel Lokalkolorit schmückt diesen Softkrimi, für jeden, der schon einmal in diesem Ort Urlaub gemacht hat, sicher interessant und anziehend. Der Schreibstil ist einfach und flüssig, so dass sich das Buch zügig lesen lässt.
Allerdings muss man sagen, dass die Krimihandlung nur so nebenbei abläuft, denn im Vordergrund stehen die Familiengeschichten der beiden ermittelnden Polizisten Fred und Ernie. So erfahren wir viel über deren Essgewohnheiten, ihre Vorlieben und die jeweilige Familienstruktur, nur die Spannung lässt zunächst auf sich warten. Erst ab Kapitel 4, als der Mörder zum ersten Mal aus seiner Perspektive erzählt, setzt sie langsam ein, denn man überlegt, auf wen die Hinweise wohl zutreffen könnten. Das Miträtseln kann beginnen, denn nach und nach erfährt man mehr über den Täter. Recht bald kann man bereits einige Verdächtige ausschließen, und die gesuchte Figur kristallisiert sich heraus.
Die Charaktere sind gemütlich, freundlich und sympathisch und spiegeln eine heile Welt wider. Das wirkt mir alles zu klischeehaft, denn das Leben ist nicht so, auch nicht an der Nordsee. Das Berufsleben von Fred und Ernie, und auch das von Ernies Schwester Ilva und deren Freundin, beide Lehrerinnen, läuft auch problemlos ab. Nette Schüler, nette Kollegen....Es gibt keine Stresssituationen, irgendwie sehr realitätsfern. Es gibt höchstens mal Bauchschmerzen, aber auch hier erahnt man schnell die Ursache.
Sehr irritierend fand ich, dass die Polizisten ihre Ermittlungsaufgaben zeitweilig an Familienangehörige abgeben, was im realen Leben eindeutig zu einem Disziplinarverfahren führen würde. Auch weiß die ganze Familie über den Ermittlungsstand Bescheid, es wird einfach alles ausgeplaudert. Im realen Polizeidienst könnte das ein Grund für einen Rauswurf sein.
Somit ist dieses Buch eine entspannende Urlaubslektüre, mich hat es leider nicht fesseln können, aber für diejenigen, die auf harmlose Familiengeschichten stehen, sicher unterhaltend.

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Veröffentlicht am 05.05.2024

Hunters Jagd auf die Sekte 'Church of Second Eden'

Tränenschwur
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Dies ist der dritte und letzte Band der Sacramento Trilogie, wobei ich die ersten beiden Bände nicht gelesen habe. Ich habe gut in das Geschehen hineingefunden, allerdings waren die vielen Namen ein Problem, ...

Dies ist der dritte und letzte Band der Sacramento Trilogie, wobei ich die ersten beiden Bände nicht gelesen habe. Ich habe gut in das Geschehen hineingefunden, allerdings waren die vielen Namen ein Problem, so dass ich mir einen Hilfszettel dafür angelegt habe. Schön wäre es gewesen, wenn ein Namensregister im Buch vorhanden gewesen wäre.
Inhaltlich geht es darum, den Aufenthaltsort der Sekte ausfindig zu machen, um sie endlich bekämpfen zu können und die kürzlich verschleppten Teenager zu befreien. Außerdem ist ein Killer unterwegs, der ehemalige Sektenmitglieder, denen die Flucht gelang, töten möchte. Auch deren Umfeld ist in Gefahr, und so gibt es für die Ermittler einiges zu tun, wobei die Zeit drängt, denn Hayley, einer der verschleppten Teenager, ist hochschwanger. Der Killer ist DJ Belmont, der sich zum Chef der Sekte machen möchte, um deren Vermögen an sich zu bringen. Er ist rücksichtslos und äußerst brutal.
Die Story fängt mit dem Prolog sehr spannend an, aber leider verliert sich die Spannung im Laufe des Buches immer wieder. Das liegt großenteils daran, dass die sehr enge Beziehung zwischen Special Agent Hunter und der ehemaligen Soldatin Liza Barkley großflächig die Jagd auf die Sekte überlagert. Das ständige Auf und Ab nervt zusehends, und man möchte diese Kapitel am liebsten ausblenden, um mehr über das eigentliche Thema zu erfahren. Mit der Zeit wurden mir die beiden weniger sympathisch wegen des dramatischen Verhaltens miteinander.
Der Schreibstil der Autorin ist leicht und angenehm zu lesen, besonders gefällt mir, dass sie die Gedanken der einzelnen Charaktere in Kursivdruck von dem Gesagten abhebt. So erfährt man mehr und kann 'hinter den Vorhang schauen'. Karen Rose ist eine Meisterin der Charakterstudien. Das trifft in meinen Augen auch in diesem Buch zu, da die Hauptprotagonisten sehr detailliert und umfassend beschrieben werden. Man hat regelrecht ein Bild vor Augen, das mit jeder neuen Information erweitert wird.
Ich hätte mir gewünscht, dass die Love Story deutlich weniger Platz einnimmt, da sie die Spannung torpediert und dem Thriller zeitweise die Luft abdreht. Gern hätte ich dafür auf einige der 800 Seiten verzichtet. Ansonsten hatte ich unterhaltsame Lesestunden und kann das Buch trotz der Kritik empfehlen.

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Veröffentlicht am 19.04.2024

Spannung pur bis zum Schluss

Die Dämmerung (Art Mayer-Serie 2)
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Nachdem ich schon den ersten Band der Art Mayer Reihe, 'Der Morgen', voller Begeisterung gelesen hatte, war die Vorfreude auf den zweiten Teil der Reihe riesig und wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil ...

Nachdem ich schon den ersten Band der Art Mayer Reihe, 'Der Morgen', voller Begeisterung gelesen hatte, war die Vorfreude auf den zweiten Teil der Reihe riesig und wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil - mir hat dieser Thriller sogar noch ein wenig mehr gefallen.
Allein schon optisch fällt das Buch auf, schwarzer Farbschnitt und auffallendes Grün mit Hirschmotiv im Nachtsichtgerät. Unheimlich und Neugier weckend!
Und noch bevor der spannende Prolog einsetzt, wird der Leser mit einem bei Marc Raabe üblichen 'Vorprolog' konfrontiert, der eine rätselhafte und bedrohlichen Szene beschreibt.
Inhaltlich geht es um einen bizarren Mordfund - mitten im Wald. Es handelt sich bei dem Opfer um Charlotte Tempel, stadtbekannt als Wohltäterin, überall beliebt und sogar für den Hirsch Medienpreis nominiert. Sie ist nun als Mordopfer mit einem Hirschgeweih grotesk dekoriert. Schnell steht ihre Tochter Leo unter Verdacht, da ihr Verhältnis zur Mutter nicht gerade herzlich war. Sie ist rebellische Klimaaktivistin und hat kein Alibi.
Art Mayer und Nele Tschaikowski ermitteln, Nele diesmal hochschwanger. An beide habe ich mich im ersten Band peu à peu gewöhnen müssen, da sie mir auf den ersten Blick nicht wirklich sympathisch waren, aber nun erscheinen sie mir als perfekt ermittelndes Team. Art glaubt nicht an Leos Schuld, gerät aber in Zweifel, nachdem eine weitere Leiche gefunden wurde, auch wieder mit einem Hirschgeweih zur Schau gestellt und nominiert für den Medienpreis....eine höchst bedeutsame Tonkassette wird gefunden!
Im Buch werden nun immer wieder Szenen dieser Kassette eingestreut, gekennzeichnet mit dem Symbol 'Abspielen', in der ein geheimnisvoller Ich-Erzähler zu finden ist, über den man immer mehr erfährt. Auch das wiederum sehr spannend!
Der Schreibstil des Autors lässt sich flüssig lesen und ist von Anfang an äußerst fesselnd. Das Buch ist ein richtiger Pageturner und lässt den Leser nicht zur Ruhe kommen. Die Hochspannung bleibt bis zum Ende erhalten, wobei Raabe immer wieder überraschende Wendungen einbaut und am Ende eine überzeugende, aber für mich unerwartete Auflösung präsentiert.
Man kann den zweiten Band lesen, ohne den Vorgänger zu kennen. Ab und an gibt es Anspielungen auf die Geschehnisse damals, aber dies ist ein eigenständiger Thriller.
Alles in allem hat mir das Buch hochspannende Unterhaltung geschenkt, so dass ich es jedem Thriller-Fan empfehlen möchte. Ich freue mich bereits jetzt schon wieder auf den Folgeband, der hoffentlich nicht der letzte sein wird.


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Veröffentlicht am 10.04.2024

Die schweigenden Mönche und ihr Vermächtnis

Das Verbot: Thriller
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Endlich wieder ein Zons-Thriller von Catherine Shepherd! Ich liebe diese Kriminalhandlungen vor der Szenerie dieses kleinen Städtchens am Rhein. Ich war schon ein paarmal vor Ort, um die Gebäude zu sehen, ...

Endlich wieder ein Zons-Thriller von Catherine Shepherd! Ich liebe diese Kriminalhandlungen vor der Szenerie dieses kleinen Städtchens am Rhein. Ich war schon ein paarmal vor Ort, um die Gebäude zu sehen, die immer wieder in den Büchern vorkommen, wie z.B. der Juddeturm oder der Krötschenturm. Diesmal gibt es sogar eine Karte von Zons vorne in der Umschlagklappe, damit man sich besser zurechtfindet.
Die Zons-Thriller spielen sich immer in zwei verschiedenen Handlungssträngen ab, die dann irgendwann Bezug aufeinander nehmen. Der eine Strang spielt in der Gegenwart mit Kommissar Oliver Bergmann und der mittelalterliche Strang hat Bastian Mühlenberg als Stadtsoldat. Spannung ist in beiden Zeitebenen garantiert, diese wird noch ständig gesteigert, indem sich am Ende der Kapitel Cliffhanger finden.
In beiden Zeitzonen geht es um rätselhafte Morde, für die man zunächst keine Erklärungen findet. Als Leser erkennt man schnell Parallelen in beiden Ebenen. Es folgen weitere Morde, und durch intensive Recherchen können bald weitere Übereinstimmungen gefunden werden, zumal in beiden Fällen ein geheimnisvoller Schlüssel entdeckt wird. Dieser führt dann auch zum Vermächtnis der schweigenden Mönche.
Sehr realistisch beschreibt die Autorin, wie die Täter von der Versuchung des Bösen in Beschlag genommen werden und nicht mehr anders können, als diesem inneren Drang zu folgen.
Sehr sympathisch sind mir die beiden Hauptprotagonisten. Da ist zum einen Bastian Mühlenberg, der sehr ruhig und besonnen erscheint und immer noch zu seiner alten Liebe Anna eine platonische Verbindung hat, die ihm auch oft bei der Lösung des Falles hilft. Auch Oliver Bergmann ist ein ehrgeiziger und trotzdem ruhiger Ermittler, kein actiongeladener Superheld. Das gefällt mir. Die Beziehung zu seiner Frau hat sich deutlich stabilisiert. Wir erhalten Einblicke ins Privatleben der Ermittler, aber insgesamt bleibt es angenehm im Hintergrund.
Die ganze Zeit über rätselt man mit, wer der Täter sein könnte, was mir großen Spaß macht. Aber immer wieder landet man in Sackgassen und muss umdenken. Und auch mit unerwarteten Wendungen muss man stets rechnen.
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und ich kann es allen Thriller Fans empfehlen.

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