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Veröffentlicht am 26.04.2026

Zauberlehrling gesucht!

Faye Fableheart, Band 1 - Das magische Schloss
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Was für eine schöne Geschichte mit liebenswerten, teils schrulligen Charakteren, die einem ans Herz wachsen. Denn Faye lebt in einer fantastischen Welt, eben einer richtig magischen. Es gibt singende Blumen, ...

Was für eine schöne Geschichte mit liebenswerten, teils schrulligen Charakteren, die einem ans Herz wachsen. Denn Faye lebt in einer fantastischen Welt, eben einer richtig magischen. Es gibt singende Blumen, Gebäck, das eine Zeit lang magisch beseelt ist, Kleidungsstücke mit einem Eigenleben und noch so vieles mehr, dass das Königreich Solum sehr, sehr magisch erscheinen lässt.
Das ist die eine Seite von Fayes Welt. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn als der Zauberer des Westens stirbt, muss unbedingt ein Nachfolger gesucht werden, da der etwas eitle West hat sich nie einen Lehrling genommen hat. Und ein solcher ist unabdingbar, denn in regelmäßigen Abständen muss ein Zauber in Celudur, Fayes geliebtem Schloss durchgeführt werden, der mit für die Sicherheit des ganzen Landes sorgt. Doch das stellt sich als Problem heraus, denn traditionsgemäß dürfen nur Jungen zaubern – und West hat sehr bizarre Kriterien nach denen er seinen Nachfolger ermitteln will.

Die sehr fantasievoll und mit einer gesunden Menge Humor erzählte Geschichte ist durchweg eine Plädoyer für die Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Mädchen in der Gesellschaft. Das ist nicht zu überlesen. Gleichzeitig, wenn auch nicht so vehement wird darüber hinaus auch eine Lanze für Jungs gebrochen, indem es darum geht generell aus starren, traditionell vorgeschriebenen Entwicklungswegen auszubrechen. Und ganz klar werden zudem Themen wie Mobbing, Freundschaft und Zusammenhalt angesprochen, denn das sind eben Themen, die Kinder im Zielgruppenalter sehr ansprechen und auch wichtig sind.
Handlungstechnisch hat die Geschichte sehr viel zu bieten – wechselnde Passagen zwischen Humor, Action und Spannung. Und auch die einzelnen Charaktere sind abwechslungsreich und nicht immer sofort durchschaubar ausgearbeitet. Da ergibt sich noch Stoff für viele weitere Geschichten.

Die sehr schönen schwarz – weißen Illustrationen von Geraldine Rodríguez sorgen zusätzlich dafür, das Buch gerne in die Hand zu nehmen und erfüllen beim Betrachten die Lesenden mit Humor, da sie das gerade Gelesene gelungen untermalen.

Das Buch ist wirklich empfehlenswert und ich bin gespannt, wie es im Herbst mit der Zauberprüfung weiter geht.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Nicht immer sind Erfolgsautoren Garant für den Erfolg

Nico & Daimon – Verflammt gute Freunde
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Das Buch besticht in erster Linie durch seinen Aufbau und die wunderschöne Gestaltung. Die Kapitel haben eine altersgerechte Länge und die häufig comicartige Einbettung der Illustrationen geben dem Ganzen ...

Das Buch besticht in erster Linie durch seinen Aufbau und die wunderschöne Gestaltung. Die Kapitel haben eine altersgerechte Länge und die häufig comicartige Einbettung der Illustrationen geben dem Ganzen ein dynamisches und modernes Aussehen. Das Buch allen schon durchzublättern macht Spaß.

Da das Buch aus der Feder der Erfolgsautorin Katja Brandis stammt hatte ich jedoch vielleicht zu hohe Erwartungen, denn inhaltlich fiel die Geschichte für mich eher mittelprächtig aus.
Ich mag es zwar, wenn Geschichten mehr als reine Abenteuer sind, aber in dieser Geschichte ging es um die Aufarbeitung sozialer Probleme, deren Lösung mir zu einfach gestrickt war und ich mich deshalb fragte: Was ist eigentlich die Message?
Hauptaugenmerk liegt auf dem Thema Mobbing, denn Nico hat starke Probleme mit einem seiner Lehrer, seinem Mitschüler Marius und einer Mädchenklicke, die auch noch in diese Kerbe schlägt. Die Lösung die recht einfach präsentiert wird – Daimon und sein Feuer. Es ist schön, dass Nico in Daimon einen Freund und Begleiter findet, der ihn unterstützt und ihm mehr Selbstsicherheit gibt. Doch ist es eine echte Lösung das im Prinzip durch Einschüchterung die Situationen für Nico gelöst werden? Das gibt aus meiner Sicht keine wahre Akzeptanz.
Da gefällt mir Mira als Charakter doch besser. Auch sie wird ein wenig von der Klasse ausgegrenzt und muss gegen Vorurteile kämpfen. Doch durch ihre lockere Art kommt sie deutlich besser dagegen an.
Die Geschichte um Daimons Aufenthalt in unserer Welt ist vielleicht auch etwas unvollständig erzählt, mit vielen offenen Strängen. Aber da es sich um den ersten Band einer Reihe handelt finde ich die Fragezeichen, die beim Lesen erzeugt werden nicht weiter schlimm, denn so gibt es ja Stoff für die Folgegeschichten.

Also, alles in allem ist das Buch solide und für Kinder, die wirklich zahlreiche und sehr schöne Illustrationen lieben auch empfehlenswert.
Für mich eher ungewohnt blieb die Autorin jedoch deutlich hinter ihrem schriftstellerischen Potential zurück.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

„Es ist alles eins. Verstehst Du?“

Das Mädchen, das den Mond trank
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Für mich war die Geschichte ein literarischer Hochgenuss mit Potential zum Klassiker, der meiner Meinung nach nicht allein für Kinder ab 10 Jahre geeignet ist. Sie sollte altersunabhängig gelesen werden, ...

Für mich war die Geschichte ein literarischer Hochgenuss mit Potential zum Klassiker, der meiner Meinung nach nicht allein für Kinder ab 10 Jahre geeignet ist. Sie sollte altersunabhängig gelesen werden, da sie bisweilen sehr tiefgründige Botschaften enthält, die die meisten Kinder so wahrscheinlich noch gar nicht erkennen werden.

Schon der bisweilen sprachlich etwas alt anmutende märchenhafte Erzählstil mit seinen Geschichten in der Geschichte ist in der heutigen Literatur eher seltener vertreten und vielen Menschen nicht mehr so richtig zugänglich.
Es geht um eine böse Hexe, die aber nicht böse ist; eine Mutter, der das Kind weggenommen wird und die sich dagegen wehrt; einen jungen Mann, der entgegen den geltenden Sitten gegen die Hexe zu Felde ziehen will, die den Müttern die Kinder wegnimmt. Dazu kommt ein Mädchen, das einst die Magie des Mondes trank und deren Kräfte und Erinnerungen erwachen; ein wahrhaft winziger Drache mit einem riesigen Herzen und ein uraltes Sumpfmonster, dass vielleicht der Sumpf selbst ist oder die Welt oder ein Gedicht.

In dieser Mischung aus Fantasy und Märchen geht es um Freundschaft, Mut, versteckte Sehnsüchte und immer wieder um den Umgang mit Verlust und Trauer. Alles wurde in stimmungsvolle und bisweilen auch lustige Texte eingebettet und lässt sich prima lesen, sofern man gewillt ist, sich darauf einzulassen.

Ich kann das Buch wirklich nur wärmstens empfehlen und um es mit den letzten Sätzen des Buches zu sagen:

"Vielleicht findet sie dort das Wesen. Oder sie wird das Wesen. Oder sie wird der Sumpf. Oder ein Gedicht. Oder die Welt selbst. Denn alles ist eins."

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Vielleicht könnte ich auch zaubern, wenn ich genügend „Vitamin B“ hätte?

Haus Ashford - Magie verpflichtet
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Stephen Oakwood ist in London aufgewachsen und schlägt sich nun als junger Mann eher schlecht als recht durch das Leben. Denn dieses macht es ihm nicht leicht. Die Mutter nie wirklich kennen gelernt, da ...

Stephen Oakwood ist in London aufgewachsen und schlägt sich nun als junger Mann eher schlecht als recht durch das Leben. Denn dieses macht es ihm nicht leicht. Die Mutter nie wirklich kennen gelernt, da sie die Familie sehr früh verlassen hat, der Vater seit geraumer Zeit verschwunden, hohe Lebenshaltungskosten bei geringem Einkommen – da geht es ihm wie so manchem jungen Menschen auch, kaum Perspektiven für das Leben.
Und dann ist da auch noch die Drucraft, die seine Zeit in Anspruch nimmt. Sein Vater hat ihm versucht die ersten Grundlagen im Umgang mit seiner magische Begabung zu vermitteln. Aber seit dessen Verschwinden steht er allein da – und muss experimentieren. Seine Jugendfreunde können ihm dabei nicht helfen denn, Magie, mal ehrlich, das hat sich doch einer nur ausgedacht .
Und als wäre das Leben nicht schon kompliziert genug taucht plötzlich die bucklige Verwandtschaft auf.

Der Roman besticht durch ein komplexes Magiesystem in dem sowohl Magie und Technologie als auch magische Gesellschaft und reale Gesellschaft nebeneinander und miteinander existieren. Das eine schließt das andere nicht aus.
Gelungen finde ich die pseudophysikalischen Gesetzmäßigkeiten der Drucraft bei der Nutzung der die Welt durchwirkenden magischen Energie, der Essentia. Dadurch sind in der Nutzung allem auch Regeln und Grenzen gesetzt. Dieser gedankliche Ansatz passt gut in unsere technologische Gesellschaft. Essentia kann wie ein Rohstoff angesehen werden, der nur in bestimmten Rahmen regenerativ ist. Und dass führt zur Ausbildung von Clanstrukturen in der magischen Gesellschaft – je besser man an Essentia herankommt und ein gewisses Monopol darauf halten kann, um so mehr Macht hat man. Darauf basieren ganze Konzernkonstellationen.

Doch was bedeutet das für das Leseerlebnis?
Benedict Jacka erzählt alles aus der Ich-Perspektive von Stephen. Und damit werden die komplexen Beziehungen und Verflechtungen, denen der junge Protagonist sich gegenüber sieht greifbar. Man selbst kann sein persönliches Dilemma durchaus nachempfinden – er will aus dem gesellschaftlichen Tief seiner Lebenswelt hinaus, ohne jedoch in die der magischen Welt tiefer hineingezogen zu werden. Denn dann wäre er vom Regen in die Traufe gekommen.

Das Buch ist der Auftaktband einer neuen, vielversprechenden Romanreihe. Ob sie wieder so umfangreich wird wie die Alex Verus -Reihe bleibt abzuwarten. Doch es würde mich freuen, solange der Handlungsstoff sich nicht zu schnell erschöpft.
Mich konnte das Buch begeistern.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Gediegener Serienauftakt, von dem ich persönlich jedoch etwas mehr erwartet habe

Dragons in Secret - Jadeblut
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Der neue Romanserienauftakt hat alles, was man vom Autor erwartet: junge Protagonisten, die auf ihre Art etwas aus der ihnen zugedachten gesellschaftlichen Rolle fallen. Locker, flockige Sprüche bis hin ...

Der neue Romanserienauftakt hat alles, was man vom Autor erwartet: junge Protagonisten, die auf ihre Art etwas aus der ihnen zugedachten gesellschaftlichen Rolle fallen. Locker, flockige Sprüche bis hin zu leichtem Slapstick und eine Handlung, die zunächst recht geradlinig erscheint, dann jedoch verzweigte Handlungsstränge aufweist, die bis zum Ende des Bandes nicht unbedingt aufgeklärt werden.
Die jungen Protagonisten Ashley, Caleb, Jacob und Grayson sind sind mit ihren Ecken und Kanten sehr detailreich ausgearbeitet und es bereitet Vergnügen ihnen bei ihrer Entwicklung zu folgen. Auch auf Zac, Ashleys Ziehbruder trifft das zu.
Alle anderen Charaktere bleiben jedoch etwas oberflächlich dahinter zurück. Selbstverständlich ist es nicht notwendig jeden auftretenden Charakter so detailliert auszuarbeiten, doch manchmal fehlt mir persönlich da etwas.
Dann ist da noch Drachix, der magische Begleiter von Ashley. Er sorgt mit seiner Art und Weise für Slapstick und Auflockerung von Situationen. Meist finde ich das gut, manchmal jedoch auch ein wenig zu gewollt.

Und dann sind da einige Dinge, die den Roman zwar in keiner Weise irgendwie schlechter machen, aber die mich einfach „anpiecksen“.
Das Verhältnis von Drachen zu Katzen ist für mich absolut übertrieben. Die Drachen leben jetzt seit mehreren Jahrhunderten unter uns. Gut, es wird erwähnt, dass in ihrer Welt Katzen halt etwas gewaltiger sind, als hier bei uns. Aber sie müssen als Art schon ein sehr genetisches Gedächtnis haben, dass sie so panisch reagieren und sich dies über die Zeiten hinweg anscheinend nicht aberziehen konnten. Das sind Sidekicks, die nicht unbedingt benötigt werden.
Dann ist da noch die Frage nach dem Warum des schon in Hass ausuferndem Verhältnis der Drachenjäger zur Drachengesellschaft. Doch da wird in den Folgebänden wohl mehr zu offenbart werden.

Woran es aus meiner Sicht immer ein wenig in den Fantasyromanen von Andreas Suchanek fehlt ist der Hintergrund der Magie. Es handelt sich um ein Urban-Setting, also um Handlungen innerhalb unserer Erlebniswelt. Da fehlt es mir stellenweise an einem plausiblen Magiekonzept. Es ist nicht so, dass sie irgendwie Handlungsträger sein müsste oder bis ins kleinste erläutert. Doch hier sind allein die Drachenwandlungen für mich schon nicht stimmig. Von durchschnittlicher menschlicher Größe zu überdimensionalen Drachen und zurück. Gut, dass es mit Wandlungsschmerzen beschrieben wird ist immerhin schon etwas. Doch so große Masseunterschiede?

Um es einmal zusammenfassend zu sagen. Der Auftakt ist trotz der Schwächen, die er für mich persönlich hat, gelungen. Gerade jungen Lesern, die vielleicht abseits der ganzen Romance Geschichten einmal Fantasy in einem modernen Setting versuchen wollen, sollte die Geschichte ansprechen können.
Für mich kommt der Autor leider nicht so recht aus seiner normalen Komfortzone heraus.

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