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Veröffentlicht am 30.07.2021

Definitiv große Weltliteratur, doch für den europäischen Leser bisweilen sehr gewöhnungsbedürftig

Die Legende der Adlerkrieger
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Eine klassische Geschichte; Schwurbrüder binden ihre Freundschaft an ihre ungeborenen Kinder. Doch bevor sie ihre Werte an diese weitergeben können werden die Lebenspfade beider Schwurbrüder durch Heimtücke ...

Eine klassische Geschichte; Schwurbrüder binden ihre Freundschaft an ihre ungeborenen Kinder. Doch bevor sie ihre Werte an diese weitergeben können werden die Lebenspfade beider Schwurbrüder durch Heimtücke und Gewalt getrennt. Die Frau des einen Schwurbruders wird es in die mongolische Steppe verschlagen, in der ihr Sohn unter dem Einfluss von Dschingis Khan aufwächst; die Frau des zweiten Schwurbruders verschlägt es in die Hauptstadt der Jin, an deren Hof ihr Sohn wie ein kaiserlicher Prinz erzogen wird.
Zudem wird die Welt des Kung-Fu großen Einfluss auf die Leben der beiden Kinder nehmen, da einige Meister dieser Welt durch Schwüre und eine Wette an die Entwicklung der Kinder gebunden sind.
Keiner der beiden jungen Männer ahnt, dass ihre Schicksale miteinander verbunden sind ...



Da ich einige Bücher aus der chinesischen Literatur in meinem Bücherregal habe, hatte ich den Roman begeistert zu lesen begonnen und musste doch recht schnell feststellen, dass mich Jin Yong sehr zügig an die Grenze meiner Begeisterungsfähigkeit brachte. Denn obwohl der Roman (und es ist ja erst der erste Band) wirklich hervorragende Literatur darstellt, ist der Erzählstil des Autoren sehr anstrengend zu lesen und ich benötigte sehr, sehr regelmäßig Pausen, um das Gelesene zum Teil zu durchdenken. Da das dem Lesefluss nicht wirklich bei mir zuträglich ist ergaben sich daraus bisweilen mehrwöchige Pausen bis ich wieder Freude auf eine nächste Passage aus dem Roman hatte. Doch irgendwann etwas nach der Hälfte des Buches, nachdem ich mich an die richtig ausführliche Beschreibung der Kung-Fu-Szenen gewöhnt hatte fing die Handlung mich zunehmend an zu packen und konnte mich dann auch begeistern.



Und da bin ich dann auch bei Tolkien - denn mit dem Herrn der Ringe ging es mir genauso. Beiden Autoren ist eine sehr, sehr ausführliche aber dadurch eben nicht immer gerade aufregende Erzählweise eigen. Wo Tolkien für den europäischen Leser eine ganz neue Welt auferstehen lässt, bereichert Jin Yong anscheinend historische Lebenswelten gekonnt und mit absoluter Selbstverständlichkeit um eine parallele und anscheinend in sich abgeschlossene Kampfkunstgemeinschaft, so dass dieses nahezu "überirdische" Kung-Fu dem Leser wie ein organischer Bestandteil der Realität erscheint.
Ich empfand den Roman mit fortschreitender Handlung und zunehmendem verschmitztem Witz in den Dialogen immer packender und lesenswerter.



Was soll ich nun sagen?
Den nächsten Band habe ich bereits vorbestellt. Und dieser hält, wenn auch über Umwege Einzug in mein Fanregal.
Wer sich nicht sicher ist, ob diese Art ostasiatischer Literatur mit seiner schon an ein Kung-Fu-Buzzword-Bingo grenzenden Erzählung, aber eben auch sehr epischen und bildhaften Handlung das Richtige ist, dem lege ich ans Herz Die Legende der Adlerkrieger im Buchladen in die Hand zu nehmen und das Vorwort von Karin Benz, der Übersetzerin zu lesen. Das hilft wirklich sehr.


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Veröffentlicht am 14.07.2021

Von Rittern, Kopfgeldjägern und anderen Helden

Verlorene Geschichten
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Die Anthologie des Autors hielt mit ihren 10 Kurzgeschichten so einige Überraschungen für mich bereit.
Der Autor gibt in diesen einen recht guten Überblick über die Bandbreite seiner Erzählwelten. Es sind ...

Die Anthologie des Autors hielt mit ihren 10 Kurzgeschichten so einige Überraschungen für mich bereit.
Der Autor gibt in diesen einen recht guten Überblick über die Bandbreite seiner Erzählwelten. Es sind so ziemlich alle Settings vorhanden von klassischer Fantasy, über eher Steampunkartiges bis hin zu Sci-Fi-Endzeitstimmung.
Klar, nicht jedes Genre konnte mich voll mitnehmen, aber 90% der Geschichten haben mich gut mitgenommen. Dabei muss ich einmal hervorheben, dass mich Kopfgeldjäger-Gekündigt! sogar von seinem Trappland-Setting überzeugen konnte, obwohl ich ansonsten dort eher kein Fan bin.
Absolutes Highlight für mich war jedoch Darik`s Memoiren – Die Suche nach dem Kobold – klassische Fantasy mit richtig gutem Humor und leicht schrägem Witz.

Alles in allem konnte mich die Sammlung mit sehr schönen und überraschenden Handlungen wirklich von sich überzeugen., denn im Kern endet fast jede Geschichte ganz anders als erwartet. Damit bietet das Buch sehr abwechslungsreiche Unterhaltung. Es landet auch in meinem Fanregal.

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Veröffentlicht am 10.07.2021

Auf ins Abenteuer

Rick Nautilus - SOS aus der Tiefe
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Drei richtige Abenteurercharaktere begeben sich auf eine aufregende Rettungsmission. Rick, der Clevere und sehr schlaue Kapitän der Gruppe, Ava, eine Ozeanerin, die mit fast allen Meeresbewohnern kommunizieren ...

Drei richtige Abenteurercharaktere begeben sich auf eine aufregende Rettungsmission. Rick, der Clevere und sehr schlaue Kapitän der Gruppe, Ava, eine Ozeanerin, die mit fast allen Meeresbewohnern kommunizieren kann und durch ihre Verwandlung im Wasser zur Meerjungfrau fast jedem davonschwimmt sowie Emilio, so ein richtig mutiger und unerschrockener Pirat – Wer möchte solche Freunde nicht in seinem Expeditionsteam haben?

Junge Leser erwartet ein spannendes und zugleich auch etwas lehrreiches Unterwasserabenteuer, dass Spaß auf mehr macht.
Die gut ausgearbeiteten Charaktere sind überzeugend und schaffen es Kinder mit in ihren Bann zu ziehen. Das hat zumindest bei meinem Sohn ziemlich gut funktioniert.

Zudem ist der Schreibstil von Ulf Blanck gut an das Lesealter angepasst. Weder Wortwahl noch Satzlänge oder Kapitelumfang bereiten größere Schwierigkeiten. Und klar, dass das Buch bei Antolin gelistet ist wird sicherlich nicht nur bei meinem Sohn als Lesemotivation geholfen haben.

Die Illustrationen von Timo Grubig konnten vor allem mich wieder einmal richtig faszinieren. Ich mag seinen Stil. Mein Sohn fand vor allem den Plan des U-Bootes toll. Davon hätten wir also auch gerne mehr.

Klare Leseempfehlung von uns, denn die Reihe findet Einzug in unser Leseregal. Neben einem tollen Abenteuer lernen Kinder noch etwas über die Ozeane und deren Ökologie.

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Veröffentlicht am 01.05.2021

Waschbärerzählungen sind einfach genial

Monty, Castor und der Findelfuchs
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Wenn sich Charaktereigenschaften wie egozentrisch, schrullig, fürsorglich, naiv, naseweis und vorlaut in tierischen Helden wiederfinden sollten, dann müssten diese Tiere zwangsläufig Monty, Castor und ...

Wenn sich Charaktereigenschaften wie egozentrisch, schrullig, fürsorglich, naiv, naseweis und vorlaut in tierischen Helden wiederfinden sollten, dann müssten diese Tiere zwangsläufig Monty, Castor und Findelfuchs Foxi heißen.
Diese drei absolut ungleichen Tiere ergänzen sich auf wunderbar unterhaltsame Art und Weise und erzählen mit ihrer Geschichte kleinen Freunden von Tiergeschichten viel über Freundschaft und tollen Zusammenhalt, auch wenn jeder der drei ganz unterschiedliche Einstellungen zu bestimmten Erlebnissen hat. Wichtig ist letztendlich, dass man sich hilft und in seinen Stärken ergänzt.

Gemeinsam mit den Illustrationen von Betina Gotzen-Beck gelingt es der Autorin Maike Harel bereits kleine Kinder mit auf eine fantasievolle und lustige Abenteuerreise zu nehmen.
Die durchgehend farbigen Illustration, das hochwertige Papier und die solide Bindung des Buches sorgen für eine lange Haltbarkeit auch in jungen Kinderhänden.

Ich bin von dem Buch sehr angetan und empfehle es auf jeden Fall weiter. Man kann es etappenweise problemlos vor dem Einschlafen Vorschulkindern vorlesen und auch Grundschüler haben sicherlich noch viel Spaß an den drei tollen Charakteren.

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Veröffentlicht am 01.05.2021

Unser erster Anlauf mit dem Autor

Die Farm der fantastischen Tiere, Band 1: Voll angekokelt!
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Der Ansatz der Geschichte klingt vertraut. Ein Geschwisterpaar wird in den Ferien aufs Land zu einer Tante geschickt. Und natürlich gehen die Kinder davon aus, dass es super langweilig wird.
Doch wie es ...

Der Ansatz der Geschichte klingt vertraut. Ein Geschwisterpaar wird in den Ferien aufs Land zu einer Tante geschickt. Und natürlich gehen die Kinder davon aus, dass es super langweilig wird.
Doch wie es aussieht ist Tante Ally keine einfache Landpomeranze. Auf der Farm ist es irgendwie eigenartig und geheimnisvoll. Und als die beiden Kinder dann endlich das Geheimnis um ihre Tante lüften, werden die Ferien viel spannender als erwartet.

Das Buch ist mit über 200 Seiten für achtjährige Kinder vielleicht eine kleine Herausforderung die nicht immer gemeistert werden kann. Klar, die Kapitel sind gut gegliedert, nicht zu umfangreich und in ansprechender Schriftgröße gesetzt. Doch bei der Handlung bin ich mir nicht so sicher, ob diese Altersgruppe lange genug Begeisterung und Geduld aufbringen kann, bis die Handlung an Fahrt aufgenommen hat. Mein Sohn hätte das Buch allein auf jeden Fall nicht bis zu Hälfte gelesen. Aber in etwa ab da fand er das Abenteuer dann doch wieder spannend und auch richtig unterhaltsam.

Was ich wirklich gerne mochte waren die kleinen, kurzen Bezüge auf die Gryphony- und Twins-Reihe des Autors, denn ich habe jeweils die ersten Bände dieser Reihen noch im Regal stehen. Ich mag solche Querbezüge sehr, da sie die Handlungsumwelt doch stark erweitern.

Zusammen betrachtet hat uns der erste Band insgesamt jedoch ganz gut gefallen, so dass wir das zweite Buch jetzt auch hier bei uns liegen haben, um zu sehen, ob die Handlung uns diesmal schneller in den Bann ziehen kann. Dann hat die gesamte Reihe das Potential festen Einzug in unser Haus zu halten.

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