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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.02.2019

Authentisch und beklemmend - Deutschland im kalten Krieg.

Roter Rabe. Ein Fall für Max Heller
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Dieser Krimi spielt im Jahr 1951, als Deutschland sich mitten im kalten Krieg befindet. In Dresden ermittelt Kommissar Max Heller nun zum 4. Mal mit seinen Kollegen. Doch noch bevor es einen neuen Fall ...

Dieser Krimi spielt im Jahr 1951, als Deutschland sich mitten im kalten Krieg befindet. In Dresden ermittelt Kommissar Max Heller nun zum 4. Mal mit seinen Kollegen. Doch noch bevor es einen neuen Fall gibt, muss Heller sich von seiner Frau Karin verabschieden, die ihren Sohn in Westdeutschland besucht. Diese Reise will gut vorbereitet sein und ist auch nicht ungefährlich. Heller macht sich Sorgen um sie und muss sich gleichzeitig um Pflegetochter Anni kümmern, die in dieser Zeit mit ihm in Dresden bleibt.

Die Ermittlungen Hellers beginnen mit zwei Selbstmorden: Zeugen Jehovas wurden inhaftiert und haben sich in ihren Zellen selbst umgebracht. Beide auf die gleiche Art und zur gleichen Zeit, ohne miteinander Kontakt zu haben. Heller zweifelt und fängt an zu recherchieren. Dann geschehen weitere Selbstmorde, Unglücke und Unfälle. Irgendwann kann es kein Zufall mehr sein.


Die Ermittlungen an sich finde ich sehr spannend und ich habe mit dem verzweifelten Kommissar mitgefiebert. Es ist stellenweise komplex und verworren, ich war zwischendurch auf der völlig falschen Fährte. Die Häufung der Todesfälle war mir allerdings etwas zu viel, so geht ein Profikiller wohl eher nicht vor.

Die Nebenhandlungen fand ich dagegen gut gemacht und die Figuren sind interessant. Besonders die Atmosphäre von Mißtrauen und Angst wurde deutlich spürbar. Auch Heller kann seinen Kollegen nicht vollständig vertrauen, er ist sich zeitweise nicht einmal sicher, ob seine eigene Frau zu ihm zurückkehrt. Der Autor schafft es, die Konflikte dieser besonderen Zeit realistisch darzustellen und greifbar zu machen.


Gesprochen wird das Hörbuch von Heikko Deutschmann, der seine Sache wirklich gut macht. Er liest ruhig, aber mit den nötigen Emotionen und passt einfach gut zu dieser Reihe.

Veröffentlicht am 08.02.2019

Ein ewas anderer Stephen King

Erhebung
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Auch wenn das Buch kaum Seiten füllt, habe ich doch viel darüber nachgedacht.

Während man von Stephen King durchaus dicke Wälzer gewohnt ist, erinnert dieses Buch eher an die Kurzgeschichten, die oft ...

Auch wenn das Buch kaum Seiten füllt, habe ich doch viel darüber nachgedacht.

Während man von Stephen King durchaus dicke Wälzer gewohnt ist, erinnert dieses Buch eher an die Kurzgeschichten, die oft erfolgreich verfilmt wurden. Das Büchlein ist wirklich schnell gelesen, lässt dann aber doch noch lange einen Nachgeschmack zurück.

Es geht um Scott, der im Leben mittelmäßig erfolgreich ist und deutliches Übergewicht hat. Dann ändert sich plötzlich sein Gewicht, er wird immer leichter. Aber nicht dünner. Das Gewicht sinkt nicht nur täglich, es gibt noch eine mysteriöse Besonderheit: Es ist egal ob er mit oder ohne Kleidung auf die Waage steigt, sie zeigt dasselbe Gewicht an.

Scott lebt in einer Kleinstadt, dort kennt jeder jeden. Auch dies ist ein zentrales Element der Geschichte, denn die Atmosphäre ist geprägt von Vorurteilen und schnellen Etikettierungen. Die Handlung entwickelt sich aus den Figuren heraus und am Ende hat man das Gefühl, sehr viel gelesen zu haben. Während des Lesens habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie der Autor die Geschichte nun auflöst und das Ende hat mich doch etwas enttäuscht. Aber vielleicht musste es auch ein enttäuschendes Ende geben.

Mir hat das Büchlein gefallen und es hätte auch nicht dicker sein müssen.

Veröffentlicht am 03.01.2019

Gänsehaut im beschaulichen Heimatdorf

Er wird dich finden
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Die Autorin Alexandra Ivy ist bisher für ihre erotischen Vampirromane bekannt. Mit „Watching You“ ist ihr nun ein (erotischer) Thriller gelungen, der mich wirklich gefesselt hat.
Es geht um Jaci, die aus ...

Die Autorin Alexandra Ivy ist bisher für ihre erotischen Vampirromane bekannt. Mit „Watching You“ ist ihr nun ein (erotischer) Thriller gelungen, der mich wirklich gefesselt hat.
Es geht um Jaci, die aus der kleinen Stadt Heron stammt. Dorthin kehrt sie nach ihrem Studium zurück und baut sich ein eigenes Leben auf.
In der Vergangenheit gab es bereits Brüche in ihrer Biografie, so ist Jaci bei ihren Großeltern aufgewachsen und auch zu ihren Geschwistern hat sie ein gespanntes Verhältnis. Mit 16 Jahren fand sie zum ersten Mal ein Medaillon, dass ein Unbekannter für sie auf der Veranda hinterlegt hat. Der Inhalt ist erschreckend: Haare und ein blutiges Schleifenband. Es folgen weitere Medaillons, doch niemand glaubt, dass es mehr als ein makaberer Scherz ist.

Nun ist Jaci erwachsen und scheint dies alles hinter sich gelassen zu haben. Aber sie bekommt wieder ein Medaillon – und ihre schlimmsten Ängste werden wieder wach. Nur, dass Jaci dieses Mal nicht allein ist, denn ihre ehemalige Jugendliebe Rylan steht an ihrer Seite. Und auch die Polizei (in Form von Sheriff Mike) glaubt ihr nun. Aber trotz der Unterstützung wird schnell klar, dass es dieses Mal wirklich ernst wird. Denn es wurde bereits eine Leiche angespült und Jaci befürchtet, dass es nicht die einzige bleiben wird.

Ich finde die Grundidee des Buches sehr gelungen und die Geschichte hat mich direkt in ihren Bann gezogen. Der Stil der Autorin ist gut und man merkt, dass es nicht ihr erstes Buch ist. Besonders spannend wird es aber durch den häufigen Perspektivwechsel. Man bekommt viele Situationen aus der Sicht des Stalkers geschildert und ist damit immer mitten im Geschehen. Leider wird hier manchmal etwas viel verraten so, dass am Ende kaum Überraschungen bleiben. Für den geübten Krimileser vielleicht etwa zu durchschaubar, ich empfand es trotzdem bis zum Ende als hochspannend.

Im Nachhinein gibt es für mich einen Kritikpunkt, der vielleicht etwas spitzfindig wirkt: Mich hat das Cover sofort angesprochen und als ich den Klappentext las, dachte ich an einen Verehrer, der Jaci auch mal Rosen schenkt. Im Nachhinein hat das Bild keinen Bezug zum Inhalt sondern schwimmt mal wieder auf einer Welle, die gerade angesagt ist. Eine einzelne Rose, kombiniert mit etwas Bedrohlichem (hier Blut). Leider zu einfallslos für meinen Geschmack, auch wenn das nichts am Inhalt ändert.

  • Einzelne Kategorien
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  • Gefühl
Veröffentlicht am 27.12.2018

Rührendes Portrait des Vaters

Der Glasmurmelsammler
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Das Thema Glasmurmeln wirkte auf mich wirklich langweilig. Trotzdem hat mich dieses Buch neugierig gemacht und schnell gefesselt.
Es geht um Sabrina, die trotz eigener Probleme mitten im Leben steht. Ihr ...

Das Thema Glasmurmeln wirkte auf mich wirklich langweilig. Trotzdem hat mich dieses Buch neugierig gemacht und schnell gefesselt.
Es geht um Sabrina, die trotz eigener Probleme mitten im Leben steht. Ihr Vater Fergus ist nach einem Schlaganfall stark eingeschränkt und lebt im Heim, da Sabrinas Eltern getrennt sind. Sabrina bekommt eine Kiste mit Murmeln, angeblich persönliche Dinge ihres Vaters. Sie weiß nicht, dass ihr Vater sich für Murmeln interessiert hat und beginnt nachzuforschen.
Parallel erfahren wir die Lebensgeschichte von Fergus und tauchen in die Welt der Glasmurmeln und des Murmelspiels ein.
Wie das Thema vermuten lässt, gibt es dabei wenig spektakuläres, sondern die Geschichte eines Mannes, der Höhen und Tiefen erlebt hat. Wir begleiten Fergus durch seine Kindheit und sehen wie er erwachsen wird ohne seine Leidenschaft aufzugeben. Am Ende verweben sich die Geschichten und einige Dinge werden aufgeklärt.
Ein ruhiger Roman, der sich einem sehr speziellen Thema widmet. Schön finde ich, dass es zwei Sprecher gibt, Eva Gosciejewicz liest die Pasagen um Sabrina, Till Hagen die Rückblicke von Fergus. Die ruhige Art der beiden machte es für mich angenehm zu hören.

Veröffentlicht am 27.12.2018

Leider enttäuschend

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
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Um dieses Buch kam man ja nicht herum. Ich hatte es nicht gelesen, aber ich liebe Hörspiele. Und der Anfang klang doch recht vielversprechend. Allerdings hatte ich etwas anderes erwartet, denn nach und ...

Um dieses Buch kam man ja nicht herum. Ich hatte es nicht gelesen, aber ich liebe Hörspiele. Und der Anfang klang doch recht vielversprechend. Allerdings hatte ich etwas anderes erwartet, denn nach und nach entwickelt sich die Geschichte zu einem Klamauk.
Einen roten Faden gibt es nicht, Allan Karlsson flieht sozusagen aus dem Altenheim und dann beginnt eine Kette von Begegnungen, die für überraschend viele Menschen tödlich ausgeht.
Auch die Idee, dass Karlsson in seinem Leben viele prominente Personen getroffen hat, fand ich anfangs interessant. Diese Einschübe wirken aber eher willkürlich und mäßig umgesetzt: Hintergrundgeräusche und fehlende Einbettung haben mir das Hören eher schwer gemacht.

Zum Teil lag meine Enttäuschung sicher an der etwas wirren Inszenierung, aber ich hatte auch eine Geschichte mit wenigstens einem Hauch von Tiefgang erwartet. Hier hatte ich permanent das Gefühl in einer Phantasiewelt zu sein, in der man Menschen umbringen kann, ohne das es Folgen hat und mit einem Elefant im Bus durch die Gegend fährt.