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The_Lord_Pepper

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Royale Rache und verwirrende Gefühle

Royal Heist
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"Royal Heist" von Lena Kiefer, im November 2025 beim LYX Verlag erschienen, ist der Auftakt einer dreiteiligen Reihe rund um die Trickbetrüger Darcy und Linus mit ihrer Crew, sowie die englische Königsfamilie ...

"Royal Heist" von Lena Kiefer, im November 2025 beim LYX Verlag erschienen, ist der Auftakt einer dreiteiligen Reihe rund um die Trickbetrüger Darcy und Linus mit ihrer Crew, sowie die englische Königsfamilie mit Queen Sophie, Kronprinz Spencer, "Spare" Tristan und den beiden jüngeren Schwestern Matilda und Lydia. Ich habe das Buch auf einer Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Zu Beginn der Erzählung begegnen wir erst Darcy und anschliessend ihrer ganzen Crew, wie sie gerade einen grossen "Job" - oder eben Heist - über die Bühne bringen. Als Robbin' Hoods rächen sie sich stellvertretend für jene, die sich nicht wehren können, an den grossen, korrupten Big Shots in Wirtschaft und Gesellschaft, und verteilen ihre Beute an jene, die ursprünglich darum betrogen wurden. Die Crew ist aus 5 Individuen zusammengewürfelt, die alle ihr eigenes Päckchen zu tragen und hier eine Ersatzfamilie gefunden haben. Plötzlich bietet sich der Crew die Chance zum grossen Coup, auf den Darcy und ihr Bruder Linus seit Jahren hingearbeitet haben - die Rache an der Royal Family, in ihren Augen verantwortlich für alles Schlimme, was den beiden seit ihrer Kindheit widerfahren ist. Schritt für Schritt erfahren wir, was Darcy und Linus mit der königlichen Familie verbindet, und sie hecken einen abenteuerlichen Plan aus, um diesmal für ihre eigene Gerechtigkeit zu sorgen. Darcy schlüpft in die Rolle der jungen adligen Davina McLean und macht sich auf, Gerechtigkeit zu erringen - aber schon rasch muss sie feststellen, dass auch hinter den Schlossmauern nicht alles so ist wie es nach aussen den Eindruck macht, und dass auch hier Menschen ohne Schuld zu Schaden kommen können. Und so findet sich Darcy als Davina plötzlich mitten in einem unlösbar scheinenden Chaos aus Gefühlen und Machenschaften, aus dem sie nicht mehr entkommen kann, ohne die Menschen rundum zu verletzen. Während sie sich von ihren Gefühlen leiten lässt und zugleich verzweifelt einen Ausweg sucht, überstürzen sich plötzlich die Ereignisse - und was weiter passiert, das wird sich im nächsten Band erst zeigen.

Ich mochte den Schreibstil dieses Buches grundsätzlich gut, wenn auch teilweise etwas zu langatmig. Es ist mir nicht leicht gefallen, in das Buch hineinzukommen, die Vorgeschichte könnte kürzer oder packender angelegt sein. Nach etwa 50-60 Seiten findet man sich dann zurecht, und wird neugierig wie es weitergeht.

Die Charaktere von Darcy und Tristan gewinnen mit der Zeit etwas an Profil, andere wichtige Figuren bleiben hingegen für mich relativ blass - insbesondere die Queen und Bruder Linus.

Das Buch hat Längen - Darcy's Gedankenwelt ist teilweise sehr repetitiv und ausführlich beschrieben (und natürlich immer in diesem Widerstreit zwischen Herz und Verstand, sie denkt dauern "ich darf das nicht mehr und beende sofort alles", und macht dann 5 Minuten später das genaue Gegenteil; gleiches gilt für Tristan). Es wird relativ viel nachgedacht, aber deutlich weniger gehandelt.

Die Geschichte endet mit einem Cliffhanger, der schon fast bösartig ist - als Leser hängt man hier wirklich gleich im luftleeren Raum. Eigentlich mag ich es gar nicht, wenn ich dermassen plump dazu aufgefordert werde, das nächste Buch doch gefälligst auch zu kaufen. Da mir aber Stil und Handlung ingesamt gefallen haben, werde ich vermutlich den nächsten Band auch lesen.

Insgesamt ist "Royal Heist" ein sehr solider Vertreter seines Genres, an dem junge und - wie ich - auch nicht mehr so junge Freunde von Romance, Verwirrspielen und ein wenig Spice ihre Freude haben.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Hitze, Ramadan und ein junger Kommissar in einem aufsehenerregenden Fall

Schatten über Marrakesch
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James von Leyden erweckt seinen Kommissar Karim Belkacem in einem mit viel Leidenschaft (pun intended) beschriebenen Marrakesch zum Leben. Es ist Hochsommer, der heisseste seit Jahren, und zudem Ramadan, ...

James von Leyden erweckt seinen Kommissar Karim Belkacem in einem mit viel Leidenschaft (pun intended) beschriebenen Marrakesch zum Leben. Es ist Hochsommer, der heisseste seit Jahren, und zudem Ramadan, eine Zeit also, die den Menschen in der Stadt physisch alles abverlangt. Karim sollte sich als Familienoberhaupt - der Vater ist früh verstorben - um die Hochzeit seiner Schwester kümmern. Doch plötzlich stellt der Mord an einer jungen Frau, Tochter einer ehemals befreundeten Familie, alles auf den Kopf. Karim setzt alles daran, der Wahrheit auf die Spur zu kommen um der jungen Frau ein letztes Mal Gerechtigkeit widerfahren lassen zu können. Wer und was steckt dahinter? Fanatische Sittenwächter, rücksichtslose Touristen, arrogante zugewanderte Europäer? Von Leyden verwebt geschickt verschiedene Handlungsstränge - wir begegnen auch einer jungen Engländerin, die nach einem Diebstahl in Marrakesch festsitzt; Kay, ebenfalls Engländerin, die als Auswandererin ein Riad betreibt; Sébastien, Architekt aus Frankreich und Kay's Partner, der je länger desto mehr Opfer seiner eigenen Arroganz wird...

"Schatten über Marrakesch" wird jedem Liebhaber von Regional-Krimis spannende Stunden bereiten - rundum zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht?

Das kleine Café am Gardasee: Stracciatellaküsse
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"Stracciatellaküsse", erschienen im November 2025 im Empire-Verlag, ist der 4. (und letzte?) Band der "Das kleine Café am Gardasee"-Reihe von Sara Pepe. Ich kenne die übrigen 3 Bände nicht, was aber kein ...

"Stracciatellaküsse", erschienen im November 2025 im Empire-Verlag, ist der 4. (und letzte?) Band der "Das kleine Café am Gardasee"-Reihe von Sara Pepe. Ich kenne die übrigen 3 Bände nicht, was aber kein Problem ist, "Stracciatellaküsse" kann auch ohne Vorgeschichte gelesen werden. Ich habe das Buch auf einer Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Die bunt zusammengewürfelte Clique rund um das kleine Café "Il sogno di Limone" durchlebt kurz vor Saisonende eine Reihe von Veränderungen: Gina muss ihr Leben nach einer Trennung neu sortieren, Luna überlässt ihr ihr WG-Zimmer zieht zu ihrem Freund, Elena und Diego planen die Eröffnung eines eigenen Restaurants, und Enzo ordnet alles seiner Karriere als Spitzenkoch unter. Auf Diego's Geburtstagsfeier treffen Gina und Enzo zum ersten Mal aufeinander, und spüren von Anfang an eine starke Verbindung und Anziehung - doch diese erste Begegnung steht unter keinem guten Stern. Es entspinnt sich eine Abfolge von Chancen und Missverständnissen, die keine der involvierten Personen kalt lassen können.

Ich bin mit etwas gemischten Erwartungen an das Buch herangegangen - einerseits mag ich das RomCom-Genre sehr gerne, andererseits verleiden mir aber allzu stereotyp erzählte Geschichten sehr schnell. Und ist nicht die inzwischen endlose Reihe an kleinen Cafés, Buchhandlungen, Cottages, und ähnlichen Gebäuden inzwischen allmählich abgefrühstückt? Nun, die Erfahrung war durchaus positiv. "Stracciatellaküsse" ist eine solide RomCom, die liefert was man erwartet. Das Setting am Gardasee ist schön, fliesst aber nur wenig in die Geschichte ein, im Prinzip könnte die Handlung überall spielen. Die "Kuss-Titel" sind eine hübsche Idee, die auch im Buch selber aufgegriffen wird. Die Entwicklung der Beziehung zwischen Gina und Enzo ist schön geschrieben, wenn auch vorhersehbar - das gehört aber bei diesem Genre auch mit dazu und stört nicht. Das Zusammenspiel der verschiedenen Personen ist ziemlich schwierig zu durchschauen - wer ist jetzt wessen Schwester, Bruder, Freund, Freundin, Partnerin oder Partner? Ich glaube, das habe ich bis zum Schluss nicht ganz durchschaut.

Ich empfehle das Buch all jenen, die Freude an leichter, moderner und unterhaltsamer RomCom-Lektüre haben. Es ist nicht mein Favorit in dieser Kategorie, aber es erzählt solide eine sympathische Geschichte.

Was mir nicht so gut gefallen hat ist die Darstellung der Gedankenwelt von Gina: Achtung, Spoiler: Als Gina und Enzo sich kennenlernen, zieht Gina aus einer einzelnen Begebenheit sofort einen falschen - wenn auch verständlichen - Schluss, der einen Grossteil des Buches dominiert und zwischen den beiden steht - es ist der Aufhänger für das Spiel zwischen "ich darf das nicht" und "ich will mich ihm nur noch hingeben", welches zum Genre dazugehört. Das Problem ist hier, dass Gina die längste Zeit weder den Elefanten im Raum anspricht, noch dass dem Leser klar wird, worum es geht. Vielmehr wird immer in Andeutungen von diesem dunklen Ereignis gesprochen, das dem Leser aber vorenthalten wird. Dem Leser eine zentrale Information vorzuenthalten ergibt dann Sinn, wenn er sich das Wissen anschliessend gemeinsam mit dem oder den Protagonisten erarbeitet. Diese bedeutungsschwangeren Andeutungen hingegen sind nur langweilig. Leider ist das ein "Stilmittel", das in jüngster Zeit fast überall so eingesetzt wird, meines Erachtens ist das eine falsche Art von Spannungsaufbau (es erinnert an diese kryptischen Facebook-Posts, mit welchen sich Menschen seinerzeit vor ihren Freunden wichtig machen wollten und die nur Insider verstanden haben, in der Art von "Es ist so traurig, wie egoistisch manche Menschen sind" ohne jeglichen Kontext). In der Geschichte hier ist das umso mehr schade, weil das verborgene Thema durchaus wichtig ist und viel mehr Raum verdient hätte. Das hätte man ganz anders spielen können. Auch nicht so ganz überzeugt hat mich die Queerness von Gina: Zu Beginn der Geschichte hat sie eben die Trennung von ihrer Partnerin hinter sich, die sie nach mehreren Jahren verlassen hat. Sie lernt Enzo also frisch getrennt kennen. Hin und wieder scheint ihre nicht festgelegte Orientierung in ihrem schlagfertigen Verhalten durch, was sehr unterhaltsam beschrieben ist. Aber dann verfällt sie Enzo auf so absolut klassische Art und Weise, dass der Eindruck entsteht, ihre Queerness sei eher als Quotenreferenz an den Zeitgeist denn als echter Charakterzug der Hauptdarstellerin in das Buch aufgenommen worden. Auch hier hätte man sicherlich noch mehr rausholen können.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Intrigen und Geheimnisse im Mittelalter

Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen
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Ich habe "Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen", erschienen im März 2026 beim Lübbe Verlag, über eine Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Der "Teufelsreigen" ist mein ...

Ich habe "Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen", erschienen im März 2026 beim Lübbe Verlag, über eine Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Der "Teufelsreigen" ist mein erstes Buch von Peter Dempf. Ich habe erst später gesehen, dass der Autor bereits mehrere Romane geschrieben hat, die sich um die Blütezeit der Fugger im Mittelalter drehen; und dass das vorliegende Buch bereits das zweite einer Reihe mit denselben Protagonisten ist. Eine erfreuliche Erkenntnis für mich - denn dieses Buch hier hat mir Lust auf mehr gemacht!

Zum Inhalt: Wir befinden uns hautpsächlich im Jahr 1505, und wir starten in Venedig, wo die Boten Afra und Herwart im Auftrag Jakob Fuggers im Fondaco dei Tedeschi Informationen darüber beschaffen sollen, warum die die Fugger'schen Transporte in letzter Zeit so oft Opfer von Überfällen und Sabotage werden. Doch plötzlich befinden sich die beiden in einer lebensgefährlichen Situation und müssen Venedig überstürzt verlassen. Wer und was steckt dahinter, dass das Leben für Fugger-Boten so gefährlich geworden ist?

Zurück in Augsburg berichten Afra und Herwart Jakob Fugger von den Ereignissen, doch auch er kann sich noch keinen Reim darauf machen. Innert kurzer Zeit werden die beiden zu den wohl wichtigsten und engsten Vertraugen Jakob Fuggers - zusammen mit Afra's Hund, den sie schlemischerweise ebenfalls Fugger getauft hat. Als sich ein Besuch von König Maximilan in Augsburg ankündigt, stürzt sich Jakob Fugger in die Vorbereitungen, doch auch die mysteriösen Unglücksfälle häufen sich weiter. Mit Hilfe seiner beiden Boten gelingt es Fugger, vielen Intrigen auszuweichen und Geheimnisse zu lüften. Mit der Zeit scheint sich ein immer klareres Bild abzuzeichnen, was hinter den Anschlägen steckt, aber kann man sich dessen wirklich sicher sein?

Mein persönlicher Star der Geschichte ist der Hund Fugger, der mit seiner Spürnase und treuherzigen Loyalität ein unverzichtbarer Verbündeter von Afra und Herwart ist, und den sogar Jakob Fugger ins Herz zu schliessen scheint. Aber auch die übrigen Charaktere gefallen mir gut - es sind wenige ambivalente Figuren eingebaut, was die Geschichte leicht macht und mir hier sehr gut gefällt. Auch die Mischung von echten historischen Figuren - allen voran natürlich Jakob Fugger - und erfundenen Charakteren ist sehr gut gelungen, und führt dazu, dass man sich gut in die Geschichte hineinversetzen kann. Der Moderne wird wohl vorallem dadurch Tribut gezollt, dass Afra eine ungewöhnlich selbstsichere, starke Frau ist, die allen Männern durchaus das Wasser reichen kann. Auch ihre sehr modern wirkende Beziehung mit Herwart scheint keineswegs aus dem Rahmen zu fallen. Bei beidem fragt man sich, ob das im Jahr 1505 tatsächlich so gewesen sein kann - aber es stört meines Erachtens überhaupt nicht. Die teilweise deutlich geschilderte Gewalt, die jedoch nicht verstörend explizit beschrieben wird, hingegen kann man sich sehr gut zu dieser Zeit passend vorstellen.

Ich habe ferner bei einem anderen Rezensenten die Kritik gelesen, dass Afra und Herwart mit überragender Naivität von einem unwahrscheinlichen und lebensbedrohlichen Ereignis ins nächste stolpern, und nur mit unwahrscheinlichem Glück relativ ungeschoren davonkommen - und dass das recht seicht daherkomme. Ich kann diese Feststellung nachvollziehen, empfinde sie aber nicht als störend, da das Buch nach meinem Empfinden vor allem unterhalten will, was auch ausgezeichnet gelingt. Dazu passt auch das Nachwort des Autors, in dem er sinngemäss sagt, dass bei historischen Romanen zugleich Fluch und Segen ist, dass nur wenige belegte Informationen überliefert sind, so dass man zwangsläufig bei allen - auch den echten historischen Personen - vieles hinzudichten muss.

Insgesamt war die Lektüre dieses Buches ein grosses Vergnügen, und ich empfehle es allen, die Spass an gut zu lesenden, spannenden Erzählungen in einem historischen Setting haben.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Episoden aus dem seltsamen Leben anderer Menschen

Der Fluss der Zeit
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"Der Fluss der Zeit" von Pascal Mercier ist im Januar 2026 beim Hanser Verlag erschienen. Ich habe das e-book auf einer Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Das kurze Buch ...

"Der Fluss der Zeit" von Pascal Mercier ist im Januar 2026 beim Hanser Verlag erschienen. Ich habe das e-book auf einer Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Das kurze Buch beinhaltet eine Sammlung von 5 Kurzgeschichten aus dem Nachlass von Pascal Mercier. Der Autor war mir bereits ein Begriff, doch ich habe bisher noch nichts von ihm gelesen, so dass ich sehr gespannt darauf war, was mich hier erwartet.

Alle 5 Geschichten haben gewisse Gemeinsamkeiten - sie schildern eine Art Einsamkeit der Menschen im Alltag und in ihrem Leben. Mercier beschreibt gewissermassen als Beobachter, der aber irgendwie dennoch mitten in den Ereignissen dabeizusein scheint. Äusserlich scheinen alle Episoden nahezu ereignislos zu sein, haben jedoch auf ihre jeweiligen Protagonisten eine starke Wirkung - in der Geschichte "Tödlicher Lärm" gar eine äusserst endgültige Wirkung. Die Stärke der Geschichten liegt in der Eindringlichkeit der Beschreibung, und darin, wie sie den Leser in ihre jeweilige Welt ziehen und viele Gedanken auslösen.

Allerdings muss ich sagen, dass ich nicht recht weiss, was ich von diesem Buch halte. Die Geschichten sind durch ihre Einfachheit sehr stark, und sprachlich sehr ansprechend. Dennoch spring für mich der Funke nicht so richtig über, und ich fühle eine gewisse Ratlosigkeit, die sich nicht nur aus der Wirkung der Geschichten erklären lässt. Die Auseinandersetzung mit Menschen in ihren verschiedenen Krisen, und das auch noch teilweise lediglich angedeutet ist anspruchsvoll, und nicht jedermanns Sache. Auch wenn das Buch kurz ist und sich wunderbar flüssig liest, ist es keine allzu leichte Lektüre. Ich würde das Buch literarisch interessierten Menschen empfehlen, nicht jedoch jemandem, der in erster Linie nach einer leichten, genussvollen Lektüre sucht.

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