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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2025

Ich habe mich durchgekämpft

Der Donnerstagsmordclub (Die Mordclub-Serie 1)
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Hörbuchbewertung

Man könnte meinen, eine luxuriöse Seniorenresidenz in der malerischen Grafschaft Kent sei ein Ort der Ruhe und Gelassenheit. Genau das dachte auch die fast achtzigjährige Joyce, als sie ...

Hörbuchbewertung

Man könnte meinen, eine luxuriöse Seniorenresidenz in der malerischen Grafschaft Kent sei ein Ort der Ruhe und Gelassenheit. Genau das dachte auch die fast achtzigjährige Joyce, als sie in Coopers Chase einzog – bis sie auf Elizabeth, Ron und Ibrahim trifft. Anders gesagt: eine ehemalige Geheimagentin, ein früherer Gewerkschaftsführer und ein ehemaliger Psychiater. Schon bald wird Joyce Teil ihres ungewöhnlichen Clubs, der sich jeden Donnerstag im Puzzlezimmer trifft, um ungelöste Kriminalfälle aufzuklären. Als dann direkt vor ihrer Haustür ein Mord geschieht, ist der Enthusiasmus der vier Senioren geweckt, und selbst der örtliche Chefinspektor staunt über ihren Scharfsinn.


Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und war kurz davor, es abzubrechen – aber nachdem ich bereits zwei Tage investiert hatte, habe ich mich durchgekämpft. Ob es am Vorleser lag oder am Schreibstil, weiß ich nicht, aber ich habe oft nicht mitbekommen, aus wessen Sicht gerade erzählt wurde, und wer welche Handlung übernahm. Selbst die Auflösung habe ich teilweise nicht richtig verstanden, weil ich die Figuren durcheinandergebracht habe. Zu viele Nebenhandlungen und die zahlreichen Selbstmorde haben zudem die Atmosphäre des Buches getrübt. Erst nachdem ich im Nachhinein den Film geschaut habe, konnte ich den Hauptstrang richtig nachvollziehen, da dort die ablenkenden Nebenplots wegfielen. Ob ich Band 2 eine Chance gebe, weiß ich noch nicht; momentan bin ich unsicher, ob ich mich erneut durch so ein komplexes Geflecht arbeiten möchte.

Veröffentlicht am 01.11.2025

Mordender Geist

Let's Split Up - Ein verfluchtes Haus. Vier Freunde. Eine verhängnisvolle Entscheidung.
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Angeblich spukt es im alten Herrenhaus am Stadtrand – dort soll der Geist eines Mannes umgehen, der vor Jahrhunderten ermordet wurde und nun auf Rache sinnt. Als ein Schüler und seine Freundin in dem alten ...

Angeblich spukt es im alten Herrenhaus am Stadtrand – dort soll der Geist eines Mannes umgehen, der vor Jahrhunderten ermordet wurde und nun auf Rache sinnt. Als ein Schüler und seine Freundin in dem alten und herrschaftlichen Gebäude ein Video für Social Media drehen wollen, endet ihr Experiment für sie tödlich. Sofort brodelt die Gerüchteküche im Ort wieder auf. Die befreundeten Abschlussschüler Cam, Jonesy, Amber und die neu an die Schule gekommene Buffy beschließen, den mysteriösen Todesfällen auf den Grund zu gehen. Ihre Neugier führt sie schließlich selbst in das unheimliche Haus. Um schneller Hinweise zu finden, trennen sie sich – doch schon bald zeigt sich, dass das keine gute Idee war …


Das Buch war von Anfang bis Ende spannend und fesselnd erzählt. Besonders gelungen fand ich die Erzählweise aus vier Perspektiven – jede Figur bringt ihre eigene Sichtweise und Dynamik in die Geschichte ein. Kurz bevor die Auflösung kam, hatte ich bereits eine Ahnung, wer hinter dem „Geist“ steckt, und lag tatsächlich richtig. Der Epilog hat das Ganze noch einmal auf eine interessante Ebene gehoben. Dass die Charaktere nicht sofort logisch reagierten, hat mich kurz gewundert, aber die angespannte Situation und Angst rechtfertigen ihr Verhalten durchaus.

Eine kleine Liebesgeschichte ist ebenfalls enthalten, allerdings konnte mich diese nicht ganz überzeugen. Ich bin generell kein Fan des „Friends to Lovers“-Tropes, da solche Szenen für mich oft gezwungen wirken – und so auch hier. Die Story hätte meiner Meinung nach auch ohne romantische Elemente wunderbar funktioniert. Trotzdem beeinträchtigt das die Spannung und Atmosphäre kaum.

Insgesamt ist es ein packender Mystery-Thriller mit genau der richtigen Mischung aus Grusel, Spannung und jugendlicher Energie. Das Setting, die düstere Stimmung und die clever aufgebaute Handlung machen das Buch zu einem echten Pageturner – auch ohne Lovestory wäre es perfekt gewesen.

Veröffentlicht am 01.11.2025

Zwischen Hai und Neinfisch

Die Tokio-Detektive: Yoshi und Ben ermitteln
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Wie soll man neue Freunde finden, wenn man ihre Sprache nicht spricht? Diese Frage stellt sich Ben, als er mit seinen Eltern nach Japan zieht. Alles ist neu und ungewohnt – die Schule, das Essen, sogar ...

Wie soll man neue Freunde finden, wenn man ihre Sprache nicht spricht? Diese Frage stellt sich Ben, als er mit seinen Eltern nach Japan zieht. Alles ist neu und ungewohnt – die Schule, das Essen, sogar die Spiele der Kinder. Doch dann lernt Ben seinen Nachbarn Yoshi kennen. Mit ihm macht das Spielen auch ohne viele Worte Spaß. Schnell entsteht eine Freundschaft, die zeigt, dass man sich auch ohne gemeinsame Sprache verstehen kann. Gemeinsam probieren sie japanische Gerichte, zeigen sich ihre Lieblingsspiele und entdecken die Unterschiede zwischen dem Leben in Deutschland und Japan. Auf einem ihrer Streifzüge stoßen sie auf eine geheimnisvolle Höhle – und in deren Innerem wartet ein echter Schatz. Doch der wird von Geistern bewacht! Plötzlich finden sich Ben und Yoshi mitten in einem aufregenden Abenteuer wieder, das sie mutiger macht, als sie je gedacht hätten.

Das Buch liest sich wunderbar leicht und ist durch die vielen Illustrationen besonders ansprechend gestaltet. Der Titel „Detektive“ ist vielleicht etwas übertrieben, denn vieles geschieht eher durch Zufall als durch echte Ermittlungsarbeit – aber das stört überhaupt nicht. Die Geschichte bietet kindgerechte Spannung und ist dabei unaufdringlich lehrreich. Kleine Gruselelemente sorgen für Nervenkitzel, lösen sich aber schnell auf, sodass auch siebenjährige Leser*innen keine Angst haben müssen.
Besonders schön ist, wie das Buch kulturelle Unterschiede thematisiert, ohne sie zu bewerten. Klischees werden aufgegriffen und gleichzeitig aufgelöst, wodurch Kinder spielerisch lernen, andere Lebensweisen zu verstehen. Auch das fremde Essen, das Ben zunächst skeptisch macht, wird bald zu einer Quelle echter Begeisterung. Insgesamt ist es eine charmante, spannende und liebevoll illustrierte Geschichte über Freundschaft, Neugier und das Überwinden von Grenzen – sowohl sprachlich als auch kulturell.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.11.2025

Ein Gott sollte nicht Kiffen

Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde
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Denn Rains Wunsch, die Welt und ihre Freunde zu retten, hat weit schlimmere Folgen, als sie es sich je vorstellen konnte. Um den Prinzen und seine dunklen Vasallen aufzuhalten, hat sie nicht nur ihr Herz, ...

Denn Rains Wunsch, die Welt und ihre Freunde zu retten, hat weit schlimmere Folgen, als sie es sich je vorstellen konnte. Um den Prinzen und seine dunklen Vasallen aufzuhalten, hat sie nicht nur ihr Herz, sondern auch ihre Seele geopfert. Nun bleibt ihr nichts anderes übrig, als alles daran zu setzen, diesen fatalen Wunsch rückgängig zu machen – auch wenn der Preis dafür hoch ist.

Ohne den Epilog hätte mir das Ende ehrlich gesagt nicht gefallen, doch genau dieser letzte Teil hat die Geschichte wieder aufgefangen und zu einem stimmigen Abschluss geführt. Die eigentliche Auflösung war etwas ungewöhnlich gestaltet, teilweise verwirrend und stellenweise schwammig beschrieben. Einige Fragen blieben offen, und doch ergibt sich am Ende ein schlüssiges Gesamtbild, das – trotz aller Unklarheiten – emotional überzeugt. Es ist schwer, Genaueres zu sagen, ohne das Ende zu verraten, aber die Mischung aus Tragik, Hoffnung und Magie hat mich bewegt.
Besonders spannend fand ich die zahlreichen Andeutungen auf bekannte Märchen. Diese subtile Verflechtung klassischer Motive lässt vermuten, dass Rain in vielen dieser Geschichten selbst eine Rolle gespielt oder sie auf irgendeine Weise beeinflusst hat. Dadurch entsteht eine faszinierende Tiefe, die das Buch von anderen Fantasy-Geschichten abhebt.
Auch wenn nicht jede Wendung perfekt umgesetzt ist, überzeugt die emotionale Kraft des Finales. Die Autorin schafft es, den Leser mitzureißen, ihn gleichzeitig zu verwirren, zu berühren und schließlich versöhnlich zurückzulassen. Ein würdiger Abschluss, der noch lange nachhallt – besonders dank des Epilogs, der alles in ein neues Licht rückt.

Veröffentlicht am 01.11.2025

Ich pass auf Dich auf!

Der Nachbar
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Ein schrecklicher Unfall in der Kindheit raubte Sarah Wolff ihren Bruder, und ein psychopathischer Serienmörder zerstörte später den Rest ihrer Familie. Heute arbeitet Sarah als Strafverteidigerin – stark, ...

Ein schrecklicher Unfall in der Kindheit raubte Sarah Wolff ihren Bruder, und ein psychopathischer Serienmörder zerstörte später den Rest ihrer Familie. Heute arbeitet Sarah als Strafverteidigerin – stark, kontrolliert, aber innerlich zerbrochen. Seit den traumatischen Erlebnissen leidet sie an Monophobie, der panischen Angst, allein zu sein. Nach ihrem Umzug an den Rand Berlins scheint sie jedoch Glück zu haben: Ihr neuer Nachbar ist aufmerksam und hilfsbereit. Er gießt ihre Blumen, wenn sie verreist, füllt ihren Kühlschrank, wenn sie lange arbeitet, und bleibt sogar nachts an ihrem Bett, wenn die Albträume sie wieder einholen.
Alles scheint perfekt – bis der Nachbar beschließt, ihre Beziehung auf eine neue Ebene zu heben. Er beginnt, all jene zu töten, die er für Sarahs seelisches Leid verantwortlich macht. Dabei riskiert er, dass Sarah endlich erkennt, wer er wirklich ist – und dass er schon viel länger Teil ihres Lebens ist, als sie ahnt.



Ich war ein wenig enttäuscht, da ich auf einen wirklich überraschenden, zerrüttenden Plot-Twist gehofft hatte. Doch die Auflösung war letztlich vorhersehbar, und die Verbindung zum Nachbarn, obwohl erst spät deutlich, kam nicht unerwartet. Trotzdem war das Buch spannend aufgebaut, mit vielen Momenten, in denen man unbedingt weiterlesen wollte. Besonders die kurzen Kapitel sorgten für einen angenehmen Lesefluss und machten das Buch trotz der düsteren Thematik leicht lesbar.

Die Idee hinter der Geschichte ist stark – das Zusammenspiel aus Trauma, Angststörung und obsessiver Abhängigkeit bietet viel Potenzial. Leider hat die Umsetzung dieses Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft. Einige Wendungen wirkten zu früh angedeutet, sodass der Überraschungseffekt verloren ging. Insgesamt aber bleibt es ein fesselnder Psychothriller mit einer dichten Atmosphäre und einem spannenden Thema, das lange nachwirkt.

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