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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2025

Freundschaft in Kriegszeiten

Lebensbande
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Lebensbande ist das erste Buch, das ich von Mechthild Borrmann gelesen habe. In zwei Erzählsträngen wird die Kriegsfreundschaft zwischen Lene, Lotte und Nora erzählt. Die Geschichte dieser drei Frauen ...


Lebensbande ist das erste Buch, das ich von Mechthild Borrmann gelesen habe. In zwei Erzählsträngen wird die Kriegsfreundschaft zwischen Lene, Lotte und Nora erzählt. Die Geschichte dieser drei Frauen hat mich sehr berührt, zumal es hierzu reale Hintergründe gibt. Ich habe nicht gewusst, dass nicht nur Männer, sondern auch Frauen in russischen Arbeitslagern "Kriegsschulden" abarbeiten mussten. Diese Information war für mich neu und hat mich nachdenklich zurückgelassen.
Am Anfang hatte ich etwas Mühe, die verschiedenen Erzählstränge den jeweiligen Personen zuzuordnen. Aber bald wurde klar, wer was erzählt.
Mechthild Borrmann hat einen lebendigen, flüssigen Erzählstil, der niemals langweilig wird. Die meisten Protagonisten sind durchweg sympathisch und ihre Handlungsweise ist oft der damaligen Situation geschuldet.
Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Kann man seiner Erinnerung trauen?

Sonnenaufgang Nr. 5
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Inhalt:
Jonas kommt an einem kleinen Ort an der See an, um die Autobiographie von Stella Dor zu schreiben. Stella hat auf vielen kleinen Zetteln kurze Ereignisse aus ihrem Leben notiert und gesammelt, ...


Inhalt:
Jonas kommt an einem kleinen Ort an der See an, um die Autobiographie von Stella Dor zu schreiben. Stella hat auf vielen kleinen Zetteln kurze Ereignisse aus ihrem Leben notiert und gesammelt, die sie nach und nach hervorholt, um Jonas die Geschichte dazu zu erzählen. Aber stimmt ihr Erinnerungsvermögen mit der Wahrheit überein?

Mein Eindruck:
Mich hat sehr beeindruckt wie Carsten Henn mit großem Einfühlungsvermögen die Protagonisten in diesem Roman beschrieben hat. Wie im richtigen Leben haben alle Personen ihr Päckchen zu tragen. In Rückblicken erfährt die Leserschaft wie das Leben allen Mitwirkenden mitgespielt hat und welche Wahrheiten verdrängt werden. Man erfährt sogar wie es dem Hund "guter Junge" ergangen war, bevor er zu seinem jetzigen Herrchen kam.
Für mich ist es ein Buch, das Mut macht, nicht trotz aller Schicksalsschläge den Kopf in den Sand zu stecken. Carsten Henn schafft es, tief in die Seele der Menschen zu blicken und ihre Gefühle zu beschreiben. Für mich war dieses Buch mein Highlight in meinem Lesejahr.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Ein echter Pageturner

Wem du traust
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Ein Mädchen verschwindet - eigentlich in Krimis nichts Neues. Hier auch?
Sofia wird nach dem Babysitten von dem Vater des kleinen Linus nach Hause gefahren und ist seit dem spurlos verschwunden. Schnell ...


Ein Mädchen verschwindet - eigentlich in Krimis nichts Neues. Hier auch?
Sofia wird nach dem Babysitten von dem Vater des kleinen Linus nach Hause gefahren und ist seit dem spurlos verschwunden. Schnell erhärtet sich der Verdacht, dass dieser etwas mit dem Verschwinden zu tun hat, schließlich hat er das Mädchen als Letzter lebend gesehen.
"Wem du traust" ist das erste Buch, das ich von Petra Johann gelesen habe und ich bin mir sicher, dass es nicht das letzte sein wird. Ihr Krimi liest sich flüssig und versteht es, die Spannung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten.
Die beiden Hauptfiguren Susanne (Mutter des verschwundenen Mädchens) und Eva (Mutter von Linus und beste Freundin von Susanne) werden der Leserschaft ausführlich vorgestellt und auch ihre besondere Beziehung zueinander wird plausibel erklärt. Selbst in dieser Extremsituation halten beide fest zusammen, was manchmal etwas unglaubwürdig erscheint. Trotzdem konnte ich mich sehr gut in beide Charaktere hineinversetzen.
Petra Johann versteht es sehr gut, die Gefühlslage der agierenden Personen zu beschreiben.
Auch wem man zum Schluss hin zu ahnen beginnt, was Sofia zugestoßen ist, kann man das Buch nicht aus der Hand legen und hofft auf ein glückliches Ende.
Ich kann das Buch allen Krimifans uneingeschränkt empfehlen.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Wo ist der Bäcker?

Entführung im Himmelreich
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Der zweite Cozy-Krimi von Andreas Winkelmann passt sich nicht nur äußerlich dem ersten Krimi aus der Himmelreich-Serie an. Man findet auch alle alten Bekannten aus dem ersten Tei wieder: zum Beispiel ...


Der zweite Cozy-Krimi von Andreas Winkelmann passt sich nicht nur äußerlich dem ersten Krimi aus der Himmelreich-Serie an. Man findet auch alle alten Bekannten aus dem ersten Tei wieder: zum Beispiel die Hauptfiguren Kupernikus und Annabelle, die sich auch hier wieder als Hobby-Detektive betätigen. In dieser Geschichte ist der Bäcker verschwunden und es scheint so, als würden sich nicht alle Sorgen wegen seiner Abwesenheit machen. Aber Kupernikus und Annabelle lassen nicht locker und ich denke, ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass die beiden selbstverständlich den Fall aufklären.
Bei diesem zweiten, überwiegend amüsanten Cozy-Krimi, habe ich eine gewisse Spannung vermisst. (Ich habe mir auch keine großen Sorgen um den Bäcker gemacht.)
Zum Abschluss gibt es noch Rezepte aus Annabelles Küche, die nach Kupernikus' Ansicht sehr gut ist.
Fans dieser Krimisorte kann ich diesen zweiten Band empfehlen. Wer mehr Spannung möchte, sollte sich an den anderen Krimis von Andreas Winkelmann halten.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Chronologie eines Zusammenbruchs

Der Absturz
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Edouard Louis hat schon mehrere Bücher über seine Familie geschrieben, aber für mich ist es das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe. Es ist ein erschütternder, schonungsloser Bericht über ...


Edouard Louis hat schon mehrere Bücher über seine Familie geschrieben, aber für mich ist es das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe. Es ist ein erschütternder, schonungsloser Bericht über seinen Bruder, dessen exzessives Leben nur noch aus Gewalt, Sex und Alkohol bestanden hat. Edouard hat immer wieder mit anhören und ansehen müssen wie sein Bruder versuchte, mit hochfliegenden Plänen die Anerkennung in seiner Familie zu erlangen, die ihm seiner Meinung nach zustand, aber nie bekommen hat. Alle seine Pläne scheiterten letztendlich an seinem zerstörerischen Lebensstil.
Edouard Louis stellt auch immer wieder fest, dass er seinen Bruder nicht geliebt hat. Und man kann es ihm auch nicht verdenken, weil er bereits als Kind immer wieder Zeuge seiner Gewaltbereitschaft wurde. Die Berichte von ehemaligen Freunden und Freundinnen seines Bruders, dass dieser auch eine ganz andere, nämlich sehr freundliche und liebevolle Seite hatte, versetzte Edouard in Erstaunen. Selbst, wenn diese freundliche Seite zu Beginn eines Treffens mit seinem Bruder da war, wurde diese immer wieder in kürzester Zeit durch seinen unkontrollierten Alkoholkonsum zunichte gemacht.
Fazit: Dies ist ein erschütternder Bericht über einen Menschen, dem vermutlich bereits in der Kindheit der Halt in der Familie verwehrt wurde, den er so bitter nötig gehabt hätte. Ob das allein der Auslöser für sein verkorkstes Leben war, ist nicht mehr feststellbar.
Ein lesenswertes Buch, dass die Leserschaft nachdenklich zurücklässt.

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