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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2025

Langatmig und unspektakulär

In unseren Träumen ist immer Sommer
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Die Geschichte spielt auf der kleinen schottischen Insel Carso. Im Mittelpunkt stehen die verträumte und etwas naiv wirkende Verkäuferin Gertie, begeisterte Hobby-Strickerin,  sowie das Team eines kleinen ...

Die Geschichte spielt auf der kleinen schottischen Insel Carso. Im Mittelpunkt stehen die verträumte und etwas naiv wirkende Verkäuferin Gertie, begeisterte Hobby-Strickerin,  sowie das Team eines kleinen Flughafens, allen voran die Pilotin Morag,  Gerties ehemalige Mitschülerin. 

Nachdem mich von Jenny Colgan die Reihen um die kleine Bäckerei am Strandweg sowie Floras Küche absolut begeistern konnten, war ich von diesem Einzelband total enttäuscht. Die Hauptfigur Gertie wird zwar insgesamt positiv dargestellt, kommt mir aber teilweise vor wie eine 12jährige und wird so auch von ihrer Mutter behandelt, um dann am Ende über sich hinauszuwachsen und Schwierigkeiten mit Leichtigkeit zu bewältigen, die eigentlich nur absoluten Profis gelingen sollten. Das war mir doch etwas an den Haaren herbeigeholt. Auch die anderen Figuren wurden m.E. nicht viel weniger einfältig dargestellt, alles erwachsene Personen, die mitten im Berufsleben stehen! Daher konnte ich auch zu niemandem eine engere Beziehung aufbauen, was vielleicht auch dem extrem einfachen Schreibstil oder der Übersetzung geschuldet sein könnte.

Allein das schöne Setting und die wunderbaren Strick-Kreationen konnten hier für das Buch gerade noch zwei Sterne retten.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Traumatische Erlebnisse

Am Meer ist es schön
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Ende der 60er Jahre: Die achtjährige Susanne wird auf Veranlassung des Schularztes zur Erholung in ein Kinderkurheim an die Nordsee geschickt. Die Vorfreude ist gross, die Eltern versprechen, sie abzuholen, ...

Ende der 60er Jahre: Die achtjährige Susanne wird auf Veranlassung des Schularztes zur Erholung in ein Kinderkurheim an die Nordsee geschickt. Die Vorfreude ist gross, die Eltern versprechen, sie abzuholen, sollte das Heimweh zu gross werden.
Gegenwartsebene: Susanne sitzt am Bett ihrer sterbenden Mutter, die Erlebnisse an der Nordsee hat sie auch als Erwachsene nie verwinden können, denn das Leben im Erholungsheim war der absolute Horror, Ärzte und Schwestern grausam und brutal zu den Kindern, Briefe nach daheim wurden abgefangen, die Kleinen zu positiven Berichten gezwungen. Einzig die Freundschaften der Kinder untereinander halfen ihnen, die schlimme Zeit zu überstehen.
Dieser Roman beruht auf wahren Begebenheiten - und das ist das, was einen als Leser besonders hier mitnimmt. Ungeschönt berichtet die Autorin von grausamen Verhaltensweisen einer Ärzte-und Erziehergeneration, die offenbar noch von nachklingenden Nazi-Ideologien geprägt waren und denen dabei jegliches Unrechtsbewusstsein fehlte. Beim Lesen musste ich manches Mal schlucken, dennoch konnte ich das Buch kaum beiseite legen. Die Freundschaften unter den Kindern stellten hier einen positiven Ausgleich dar, wobei auch hier einige Kinder durch weitere unschöne Verhaltensweisen diese zu ihrem Vorteil zu nutzen verstanden.
Der Wechsel zwischen den Zeiten ist dabei für mich gut und feinfühlig eingesetzt, auch die Figur der kurz vor dem Tod stehenden Mutter Susannes bekommt hier noch ihren kleinen aber wichtigen Auftritt.
Ein für mich sehr gelungener und bewegender Roman, der die volle Punktzahl verdient hat!

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Familiengeheimnisse

Stromlinien
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So vielschichtig wie das Cover ist auch die Geschichte. Enna und Jale, mittlerweile 17jährige Zwillinge, sind in den Elbmarschen bei ihrer Großmutter aufgewachsen, die Mutter Alea sitzt seit Jahren im ...

So vielschichtig wie das Cover ist auch die Geschichte. Enna und Jale, mittlerweile 17jährige Zwillinge, sind in den Elbmarschen bei ihrer Großmutter aufgewachsen, die Mutter Alea sitzt seit Jahren im Gefängnis. Beider fiebern auf den Tag der Entlassung hin. Als der große Tag kommt, verschwinden sowohl Jale als auch Alea. Die verbleibende Enna begibt sich auf Spurensuche, die sie weit zurück in die Vergangenheit und in die Geschichte der Familie führt.

Ein immer wieder gern gelesenes Thema der sogenannten "Familiengeheimnisse" ist hier für mich sehr gut umgesetzt, unterstützt durch die Erzählweise auf verschiedenen Zeitebenen, die bis in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurückgehen. Besonders gelungen sind hier vor allem die Naturbeschreibungen einer so schönen Landschaft, die durchgehend den Leser in eine tolle Stimmung versetzen. Da kann ich auch einige Längen in der Schreibweise gerne verzeihen.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Auf der Suche

Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1)
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Wir befinden uns 10 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg in Hamburg, immer noch suchen so viele Menschen nach ihren Angehörigen, insbesondere vermissen Eltern ihre Kinder und umgekehrt. Diesen Schicksalen ...

Wir befinden uns 10 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg in Hamburg, immer noch suchen so viele Menschen nach ihren Angehörigen, insbesondere vermissen Eltern ihre Kinder und umgekehrt. Diesen Schicksalen hat sich der Kindersuchdienst des Roten Kreuzes angenommen. Dort begegnen sich Annegret, alleinerziehende Mutter eines kleinen Jungen, sowie Charlotte, junge Frau aus einer angesehenen Reederfamilie, die dort beide aus unterschiedlichen Gründen eine Arbeit gesucht und auch gefunden haben.

Diesem Roman liegen historisch belegte Tatsachen zu Grunde. Der Kindersuchdienst wurde in den 50er Jahren und auch später von vielen Menschen als letzte Hoffnung angesehen, mit zunächst einfachsten Mitteln wurden in langwieriger Kleinarbeit Karteikarten mit Suchanfragen untereinander abgeglichen. Welcher Aufwand und dennoch immer ein großes Fest, wenn eine Familie zusammengeführt werden konnte. Die fiktive Geschichte von Annegret und Charlotte hat die Autorin hier sehr gut in dieses feinfühlig dargestellte Thema eingearbeitet. Zwei zwar sehr gegensätzlliche, aber insgesamt doch sehr sympathische Charaktere, die beide für ihren eigenen Weg und ihr eigenes kleines Glück kämpfen. Höhepunkt des Romans sind hier jedoch für mich einige Kinderfiguren, die in schweren Zeiten versuchen, selbst für sich einzustehen und ebenfalls nur wieder glücklich sein wollen im Leben.

Mich hat dieser Roman sehr mitgenommen, die fiktiven Schicksale, die so oder so ähnllich in der Wirklichkeit bestimmt häufig so abgelaufen sind, haben mich sehr berührt. Ein wichtiges Thema, das nicht vergessen werden sollte.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Ein Haus auf Amrum

Der Duft von Kuchen und Meer
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Die alleinerziehende verwitwete Konditorin Maren erfährt völlig überraschend von ihrer Oma Undine, dass diese seit langem ein Haus auf der Nordseeinsel Amrum besitzt, das sie nun ihrer Enkelin übertragen ...

Die alleinerziehende verwitwete Konditorin Maren erfährt völlig überraschend von ihrer Oma Undine, dass diese seit langem ein Haus auf der Nordseeinsel Amrum besitzt, das sie nun ihrer Enkelin übertragen möchte. Warum hat Oma nie über das Haus und ihre damalige Zeit auf Amrum gesprochen? Kurzentschlossen macht sich Maren mit ihrer sechsjährigen Tochter Leni auf die Reise, um dort so einiges aus der Vergangenheit ihrer Familie zu erfahren. Bringt die Gegenwart vielleicht auch Neues für Maren?

In gewohnter Manier hat es die Autorin schnell wieder verstanden, mich als Leser in die Geschichte hineinzuziehen. Verschiedene Rückblicke in die Vergangenheit bringen einem langsam den familiären Hintergrund verschiedener Generationen näher, der Fokus lag hier für mich jedoch auf der Gegenwartsebene. Wie der Titel schon verheißt, steigt der Duft von Gebackenem beim Lesen quasi aus den Zeilen, Spezialität Marens und auch der Insel sind die kleinen mit verschiedenen Cremes gefüllten Windbeutel, die man sofort probieren möchte. Auch die Umgebungsbeschreibungen einer wohl wunderschönen Insel sind hier wieder so toll gelungen, dass einen förmlich sofort die Reiselust packt. Insbesondere die Figur der pfiffigen sechsjährigen Leni ist hier wunderbar gelungen, die sich leichtgängig den Amrumer Dialekt aneignet.
Insgesamt wieder ein toller leichtgängiger Sommerroman, den man gerne bei gutem Wetter auf der Terrasse liest - oder noch besser: direkt vor Ort!
Als kleine Zugabe sind wieder am Ende des Buches einige Rezepte abgedruckt.
Eine klare Leseempfehlung von mir!

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