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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2025

Putzen mit Gefühl und Verstand

Ein Sommer in Salerno
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Wir erleben hier die Geschichte von Eleonore, alleinerziehende Mutter eines heranwachsenden Zwillings-Pärchens, die durch diverse Putzstellen den Lebensunterhalt aller mehr schlecht als recht verdient, ...

Wir erleben hier die Geschichte von Eleonore, alleinerziehende Mutter eines heranwachsenden Zwillings-Pärchens, die durch diverse Putzstellen den Lebensunterhalt aller mehr schlecht als recht verdient, dennoch ihre gute Laune nie verliert, nicht nur ihren Kindern eine tolle Mutter ist, sondern auch für ihre verschiedenen Auftraggeber so manche Ratschläge parat hat. Dabei vergisst sie manchmal sich selbst, hat den letzten Liebeskumner noch nicht verwunden und der Traum von einer Reise nach Venedig ist aus finanziellen Gründen auch sehr fern.

Hat man sich einmal damit arrangiert, dass Titel und Cover dieses Romans doch beim Leser andere inhaltliche Erwartungen geweckt haben, findet man sich in einer tollen Geschichte mit einigem Tiefgrund wieder, die dennoch nie ihre Leichtigkeit verliert. Der tagebuchähnliche Aufbau, in dem tageweise von Eleonores Erlebnissen rund um ihre Putzstellen erzählt wird, passt für mich sehr gut, das Buch ist leichtgängig zu lesen. Dabei waren mir die verschiedenen Charaktere alle sehr sympathisch, so jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Gerade aber mit Eleonore, dieser wunderbaren Frau, habe ich sehr mitgefiebert und gelitten, ob sie am Ende doch noch ihr ganz privates Glück finden darf.

Eine bezaubernde Lektüre, die eigentlich in jede Jahreszeit passt, sich für mich im Sommer aber besonders leicht lesen lässt!

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Freundschaft über Generationen

Neuanfang in Notting Hill
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Nachdem ihr Freund sie um ihr Geld und auch alle Illusionen gebracht hat, zieht die junge Jess zur Untermiete bei der älteren Joan ein, die sich sehr aus dem Leben zurückgezogen hat. Auch sie hat mit ihrer ...

Nachdem ihr Freund sie um ihr Geld und auch alle Illusionen gebracht hat, zieht die junge Jess zur Untermiete bei der älteren Joan ein, die sich sehr aus dem Leben zurückgezogen hat. Auch sie hat mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Beide vereinbaren, ein wenig die Rollen zu tauschen, Jess will für einige Zeit offline gehen, Joan wird erstmals aktiv mit Handy und Internet.

Diese herzerwärmende Geschichte habe ich sehr gerne gelesen. Die Kapitel sind jeweils abwechselnd aus der Sicht von Jess und Joan geschrieben, zwei Frauen, die sich trotz des großen Altersunterschieds schnell nahe kommen und eine ganz besondere Freundschaft aufbauen. Dabei kann jede jeweils von der anderen profitieren. Durch den leichtgängigen Schreibstil war das Lesen eine wahre Freude, flott konnte ich durch die Zeilen fliegen. Dennoch wohnt dieser Geschichte neben einer großen Portion Romantik auch eine gewisse Tiefe inne, sie erzählt neben verschiedenen tollen Freundschaften auch von der Möglichkeit der zweiten Chancen. Dabei waren mir alle Charaktere, auch die Nebenfiguren, sehr sympathisch, dennoch ist mir die Geschichte der älteren Dame Joan am Meisten ans Herz gegangen.
Ein leichter und empfehlenswerter Roman!

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Künstlertreiben in Paris

Montmartre - Licht und Schatten
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Es ist der Sommer 1866 in Paris, als zwei Mädchen am gleichen Tag geboren werden: Elise, die in ärmsten Verhältnissen allein mit ihrer Mutter aufwächst und Valerie, aus behütetem Haus, ihr Vater ist ein ...

Es ist der Sommer 1866 in Paris, als zwei Mädchen am gleichen Tag geboren werden: Elise, die in ärmsten Verhältnissen allein mit ihrer Mutter aufwächst und Valerie, aus behütetem Haus, ihr Vater ist ein etablierter Kunsthändler und Galerist. In wechselnden Perspektiven erleben wir, wie die beiden Mädchen zu jungen Frauen heranwachsen, sich zwischendurch auch begegnen, jede von beiden ihrem eigenen Lebenstraum folgend. Elise träumt davon, gefeierte Tänzerin auf dem Montmartre zu werden, Elise ist eine begabte Malerin und möchte sich in der von Männern dominierten Künstlerszene etablieren.
Es handelt sich bei diesem Roman um den ersten Teil einer Dilogie. Ich kenne bereits einige Werke der Autorin, der es auch hier wieder wunderbar gelungen ist, eine Atmosphäre zu schaffen, die einen tief in das Geschehen hineinzieht. Das Leben der beiden jungen Frauen in einer Zeit, in der die Pariser Künstlerszene zu wachsen begann, wurde hier für mich so lebendig geschildert, dass ich mich oft selbst inmitten all der Maler, Tänzerinnen und anderer Künstler gefühlt habe. Geschickt wurden historische Figuren wie Toulouse-Lautrec, van Gogh und Renoir mit in die Geschichte verwoben und mir eine Zeit aufgezeigt, die einerseits von Armut, dann aber auch von großem Zusammenhalt und auch Konkurrenz in der Künstlerszene geprägt war. Dabei wurden die durchaus sympatischen und auf jeden Fall authentischen Figuren so lebendig für mich, dass ich sie gerne für einige Tage während meiner Lektüre durch ihre Zeit begleitet habe.
Wer wissen möchte, wie sich vor allem die beiden Frauenfiguren weitereintwickeln, darf sich im Herbst 2025 auf eine Fortsetzung freuen, so wie ich es machen werde!

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Drei Generationen

Die Summe unserer Teile
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Wir lernen in diesem Roman die Geschichte dreier Frauen kennen: Großmutter, Tochter und Enkelin, alle drei Wissenschaftlerinnen, alle drei etwas speziell in ihren Beziehungen. Über mehrere Zeit- und Handlungsebenen ...

Wir lernen in diesem Roman die Geschichte dreier Frauen kennen: Großmutter, Tochter und Enkelin, alle drei Wissenschaftlerinnen, alle drei etwas speziell in ihren Beziehungen. Über mehrere Zeit- und Handlungsebenen erfahren wir nach und nach ihre persönlichen als auch familiären Hintergründe, die sich mir als Leserin bis zum Schluss des Buches jedoch nicht vollkommen erschließen konnten. Die teilweise Sprachosigkeit der Generationen untereinander macht einen als Leser selbst oft sprachlos, am interessanteseten fand ich hier noch die Geschichte der Großmutter, die sich dereinst von Polen in den Libanon durchgeschlagen hat, um dorthin vor den Folgen eines Kriegs in Europa zu flüchten und ihrem Beruf, ihrer Berufung, nachzugehen. Der Beruf scheint auch bei allen Frauen den Mittelpunkt ihres Lebens zu bilden. Es gibt Annäherungen, dann doch wieder Entfremdung, so fremd, wie die Generationen untereinander, sind mir zum Teil dann auch die Charaktere geblieben. Wenn ich das Grundthema auch durchaus spannend fand, wäre hier m.E. mehr drin gewesen, so erscheint mir die Geschichte aber insgesamt nicht so richtig zu Ende erzählt.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Zwei junge Frauen auf dem Weg in den Süden

Tage wie Salzwasser
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Die schwangere Atlanta wartet am Bahnhof auf ihren Freund Malte, als sie die Nachricht erreicht, dass dieser tot in seiner Wohnung aufgefunden wurde. In seinem Notizbuch findet sie ihr unbekannte Adressen ...

Die schwangere Atlanta wartet am Bahnhof auf ihren Freund Malte, als sie die Nachricht erreicht, dass dieser tot in seiner Wohnung aufgefunden wurde. In seinem Notizbuch findet sie ihr unbekannte Adressen im Süden Europas. Die junge Enza wird mit der Krebserkrankung ihrer Mutter konfrontiert und von der Mutter auf den Weg nach Italien geschickt, um die dort lebende Tante zu kontaktieren. Durch einen kleinen Unfall treffen die beiden Frauen aufeinander und beschiessen, sich gemeinsam auf den Weg auf den Spuren ihrer Liebsten zu machen.

Mich hat die Geschichte dieser doch so unterschiedlichen Frauen sehr berührt und auch mitgenommen. Eine spannende Reise quer durch Südeuropa lässt einen kaum zu Atem kommen, die Frauen verlieren sich zwischendurch, um sich dann später doch wiederzufinden, treffen unterwegs auf weitere interessante, nicht immer ungefährliche Charaktere. Manchmal fand ich sie etwas kopflos, im Laufe der Geschcihte sind sie jedoch gewachsen. Es handelt sich hierbei nicht um einen reinen Wohlfühlroman, wie ich zunächst vermutet hatte, der Geschichte wohnt schon eine gewisse Tiefe inne. Immer habe ich jedoch mit den beiden Frauen mitgelitten und ein bisschen auch mit auf dem Motorrad geseen, und sie auf ihrer Reise begleitet.

Ein empfehlenswerter Roman für den Sommer!

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