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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2025

Flucht oder Neubeginn

Die Frau und der Fjord
1

Gro arbeitet in Norwegen als Geologin für eine Ölfirma und hilft bei der Erschließung neuer Ölquellen. Als eines Tages völlig unerwartet ihr Mann stirbt, bricht sie alle Brücken ab und kauft sich ein kleines ...

Gro arbeitet in Norwegen als Geologin für eine Ölfirma und hilft bei der Erschließung neuer Ölquellen. Als eines Tages völlig unerwartet ihr Mann stirbt, bricht sie alle Brücken ab und kauft sich ein kleines Haus in einem abgelegenen Fjord auf den Lofoten, wo sie fast fernab jeglicher Zivilisation quasi als Selbstversorgerin lebt. Nach einem schweren Sturm rettet sie einen havarierten Fischer, ein loser Kontakt beginnt.
Diese Geschichte ist genauso wunderbar wie sein tolles Cover bereits verheissen lässt. Wir erfahren, wie sich eine einst beruflich erfolgreiche Frau mit der Natur auseinandersetzt, sich in der Einsamkeit ihrer Trauer stellt und ganz langsam wieder beginnt, Vertrauen zu den wenigen Einheimischen aufzubauen. Wunderschöne Naturbeschreibungen wechseln sich ab mit einigen Rückblenden zu Gros altem Leben, ihren Problemen mit der Familie ihres Mannes. Wir lesen aber auch viel über die gewollte Einsamkeit in einer Natur, der man so viel abgewinnen kann, sowie dem Zusammenhalt der Menschen untereinander, die in der Abgeschiedenheit aufeinander angewiesen sind. Es ist eine Geschichte der leisen Töne, in der zwischendurch auch mal kurz Unruhe aufkommt, wunderschön erzählt in angenehm kurzen Kapiteln. Lediglich ganz am Ende wurde es mir ein wenig zu trivial, daher ein Punkt Abzug für eine ansonsten sehr lesenswerte Geschichte.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Ungewöhnliche Mieter in einem ungewöhnlichen Haus

Ms Darling und ihre Nachbarn
0

Wir lesen die Geschichte von Shelley House, eines altehrwürdigen englischen  Mietshauses, das von seinem Eigentümer abgerissen werden soll, um einem lukrativen Neubau zu weichen. Dies ruft die Mieter auf ...

Wir lesen die Geschichte von Shelley House, eines altehrwürdigen englischen  Mietshauses, das von seinem Eigentümer abgerissen werden soll, um einem lukrativen Neubau zu weichen. Dies ruft die Mieter auf den Plan, allen voran die 77jährige Dorothy, die dort bereits seit Jahrzehnten wohnt und als eine Art selbsternannte Hausmeisterin über Recht und Ordnung im Hause wacht. Dass sich die Mieter untereinander alle nicht gerade gut verstehen, macht die Sache nicht einfacher. 

Hatte ich aufgrund des Klappentextes ursprünglich mit einer humorvoll-lockeren Geschichte gerechnet, wurde ich beim Lesen im positiven Sinne eines Besseren belehrt. Neben einigen Szenen, bei denen ich gerade über Dorothys Verhalten des Öfteren schmunzeln musste, gab es hier verschiedene tiefgründige Themen, die mich doch sehr angesprochen haben: Vergangenheitsbewältigung, familiäre Probleme, unausgesprochene Wahrheiten, Schuldvorwürfe, aber am Ende auch der grosse Zusammenhalt zwischen Menschen, die zunächst gar nicht zusammenzupassen scheinen. Hierbei erscheint die Geschichte jedoch nie überladen, die Charaktere kamen für mich authentisch herüber und waren fast durchweg sympathisch. Ein kleiner Hund sorgte hier zwischendurch zusätzlich für Stimmung, ein schöner Roman mit einem ungewöhnlichen Thema, den ich gerne empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Leben und Leben lassen?

Halbe Leben
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Das Buch beginnt mit dem Ende: Klara ist tot, einen Abhang hinunzrtgestürzt, bei ihr nur Paulina, die osteuropäische Pflegerin von Klaras an Demenz erkrankter Mutter.

Mir hat an diesem Buch sehr gut gefallen, ...

Das Buch beginnt mit dem Ende: Klara ist tot, einen Abhang hinunzrtgestürzt, bei ihr nur Paulina, die osteuropäische Pflegerin von Klaras an Demenz erkrankter Mutter.

Mir hat an diesem Buch sehr gut gefallen, dass die Geschichte von rückwärts her aufgerollt wird, bis zum Ende fragt man sich, wie es zu Klaras Tod kommen konnte oder gar musste? Die Gegensätze zwischen Arm und Reich werden hier sehr gut am Beispiel der beiden Frauen aufgezeigt, beide arbeiten hart für ihr Geld, sind aber in unterschiedlichen Strukturen und Ländern aufgewachsen. Zu den Charakteren konnte ich keine wirkliche Nähe aufbauen, werden sie hier doch eher distanziert und teilweise auch etwas gefühlsarm gezeichnet, was aber m.E. auch gut zur Geschichte passt. Das Ende hatte ich hier zwar anders erwartet, aber auch dad passt insgesamt. Daher gute 4 Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Hasenfreundschaft

Hase und ich
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Während des Lockdowns findet Cloe in der Nähe ihres Landhauses ein junges und offenbar verlassenes Hasenbaby, welches sie nach anfänglichem Zögern mitnimmt und daheim versorgt. Entgegen allen Erwartungen ...

Während des Lockdowns findet Cloe in der Nähe ihres Landhauses ein junges und offenbar verlassenes Hasenbaby, welches sie nach anfänglichem Zögern mitnimmt und daheim versorgt. Entgegen allen Erwartungen überlebt das Kleine, kann als erwachsener Hase in der Wildnis bestehen, kommt aber immer wieder mal zu Besuch in seine Kinderstube zurück.

Die Autorin lässt uns in dieser wahren und von ihr selbst erlebten Geschichte teilhaben an einer wunderbaren Freundschaft, die sich zwischen ihr und Hase entwickelt, dem sie bewusst keinen menschlichen Namen gibt. Eine Freundschaft, deren Regeln im Laufe der Zeit immer vom Hasen bestimmt und von Cloe akzeptiert werden.
Dieses Buch habe ich während der Osterfeiertage gelesen, was dem Leseerlebnis noch einmal etwas ganz Besonderes gibt. Der Schreibstil ist in Bezug auf das Leben und den Umgang mit Hase ein sehr leichter und warmherziger, dann aber auch wieder sehr informativ, wenn es um das Verhalten von Hasen allgemein geht, man lernt definitiv sehr viel über diese Tierart, die bestimnt fast jeder schon mal in freier Wildbahn gesehen hat, von der wir aber eigentlich nichts richtig wissen. Auch einige Mythen können hier widerlegt werden.
Insgesamt habe ich aber vor allem eine herzergreifende leise Geschichte gelesen, in der das Tier nie vermenschlicht wird und und die Autorin einen wunderbaren Einblick in die Natur geben konnte, die ich jetzt vielleicht doch mit anderen Augen betrachten werde.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Liebesverwicklungen

Dünenküsse
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Antonia ist jung Mutter geworden und lebt mit ihrem 15jährige Sohn Max alleinerziehend auf der Insel Nordsand in der Nordsee, wo sie einen kleinen Pensionshof betreibt. Als guter Freund und eine Art Ersatzpapa ...

Antonia ist jung Mutter geworden und lebt mit ihrem 15jährige Sohn Max alleinerziehend auf der Insel Nordsand in der Nordsee, wo sie einen kleinen Pensionshof betreibt. Als guter Freund und eine Art Ersatzpapa für Max fungiert Tristan, der Inselarzt, den Antonia seit Kindertagen kennt. Als der epilepsiekranke Max einen Therapiehund benötigt, das Geld aber mal wieder knapp ist, kommt Antonia auf die Idee, Max' leiblichen Vater zu kontaktieren, der ein erfolgreicher Partysänger ist, von seiner Vaterschaft jedoch nichts weiss. Antonia zögert noch, die Begegnung mit dem Sänger Nick erfolgt jedoch schneller und ganz anders, als es Antonia lieb ist. Probleme sind natürlich vorprogammiert...

Ich habe hier wieder einen dieser schönen Nordseeromane gelesen, die bei mir durch die tollen Beschreibungen von Land und Leuten direkt das Fernweh entfachen. Die Geschichte kommt hier trotz der Thematik "Partysänger" niemals kitschig oder gar schnulzig herüber. Ganz im Gegenteil: Der Sänger Niklas alias "Nick" wurde mir im Verlauf der Geschichte immer sympathischer. Über Antonia habe ich dagegen manches Mal den Kopf schütteln müssen, aber sie hatte es als alleinerziehende Mutter mit Geldsorgen auch nicht immer einfach. Max ist dagegen ein typischer Teenager mit all seinen Marotten. Eine wunderbar leichtgängige Geschichte, die man in der schönen Jahreszeit gerne an einem Nachmittag lesen kann.

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