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Ullap

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Zwischen Liebe und Gewalt

Da, wo ich dich sehen kann
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Emma, Mutter der neunjährigen Maja, wird nach langen Zeiten verbaler und körperlicher Gewalt von Ihrem Ehemann, dem Vater der kleinen Maja, im häuslichen Umfeld ermordet. Maja wird von da an von ihren ...

Emma, Mutter der neunjährigen Maja, wird nach langen Zeiten verbaler und körperlicher Gewalt von Ihrem Ehemann, dem Vater der kleinen Maja, im häuslichen Umfeld ermordet. Maja wird von da an von ihren Großeltern mütterlicherseits betreut. Emmas beste Freundin Liv, Majas Patentante, steht unterstützend zur Seite, sie hatte schon immer ein gutes Verhältnis zu ihrem Patenkind.
Die Geschichte wird wechselseitig aus der Sicht von Maja, Liv den Großeltern als auch von Emma vor deren Tod erzählt. Inhaltlich keine leichte Kost, die Autorin geht aber für mich sehr sensibel mit diesem schwierigen, aber auch so wichtigen Thema häusliche Gewalt und Femizid um und setzt dies auch sprachlich klar und gekonnt um. Tiefe Einblicke in das Seelenleben vor allem der kleinen Maja haben mich hier sehr berührt, sie reflektiert die ganze Situation auf sich selbst, hat sie womöglich "Schuld" am Tod ihrer Mutter? Durch die stets wechselnden Perpektiven gewinnt man einen sehr guten Einblick, wie sich der Mord auf die verschiedenen Personen ausgewirkt hat und deren komplettes Leben beeinflusst und auf den Kopf stellt. Allein dem Vater Majas wird hier - glücklicherweise - kein Forum gegeben.
Eine Geschichte, die noch lange in mir nachhallen wird und für die ich eine absolute Leseempfehlung für alle geben, die sich hier inhaltlich nicht triggern lassen.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Was kommt danach?

Die Liebe, später
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Die Journalistin Kora und der Biologe Anselm sind seit Jahren ein Ehepaar. Nun ist Anselm Rentner geworden, Kora hat gerade eine schwere Herzoperation überstanden, ihr Arbeitgeber hat ihr einen Aufhebungsvertrag ...

Die Journalistin Kora und der Biologe Anselm sind seit Jahren ein Ehepaar. Nun ist Anselm Rentner geworden, Kora hat gerade eine schwere Herzoperation überstanden, ihr Arbeitgeber hat ihr einen Aufhebungsvertrag vorgelegt. Es kommt, wie es kommen muss, beide haben recht unterschiedliche Vorstellungen von ihrer zweiten Lebenshälfte. Anselm möchte es eher beschaulich, plant einen großen Teich im Garten, Kora fühlt sich von ihrem Mann überrannt.
Das Buch ist überwiegend aus Koras Sicht geschrieben, kurze Rückblicke ihrer Gedanken vor und nach der OP, ebenso in ihre Kindheit und ihr früheres Leben in Berlin, es kommen Gedanken auf, ob alles so richtig ist, wie es momentan in der Beziehung ist, Kora zweifelt, Anselm nicht...
Der für mich recht nüchterne Schreibstil passt sehr gut in die Gedankenwelt Koras. Gerade wenn man sich in einem ähnlichen Alter befindet, kann man dies auch bestens nachvollziehen. Meine Sympathien gehörten hier jedoch eindeutig Anselm, einem Mann, der absolutes Verständnis für sein Frau aufbringt, die er bedingungslos liebt und die er auch mal an der langen Leine gewähren lässt. Eine sehr schöne und nachdenkenswerte Geschichte, nicht nur, aber besonders für die sogenannten Best-Ager!

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Spannende Geschichte mit wahrem Hintergrund

Die Welt in unseren Händen
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Bei einem Besuch Ihrer Großmutter June stößt Emma auf ein kleines Büchlein, dessen Inhalt auf einige bisher unbekannte Dinge aus der Vergangenheit der Großmutter hindeuten...

In diesem Buch erzählt uns ...

Bei einem Besuch Ihrer Großmutter June stößt Emma auf ein kleines Büchlein, dessen Inhalt auf einige bisher unbekannte Dinge aus der Vergangenheit der Großmutter hindeuten...

In diesem Buch erzählt uns die Autorin in Romanform, aber mit wahren Hintergrund, einen Teil der Lebensgeschichte ihrer Großmutter. Diese schließt sich als junge Frau im zweiten Weltkrieg der Royal Airforce als Helferin an. Ihr Job führt sie bis nach Ägypten und auch auf das europäische Festland. Es ist eine tolle und mitreißende Geschichte über Freundschaften, Zusammenhalt und natürlich auch Liebe, die mich hier während des Lesens in ihren Bann gezogen hat. Schwierige Zeiten, in denen gerade die jungen Frauen einander helfen werden immer wieder auch durch kleine Freuden aufgelockert. Eine Geschichte, die sich sehr locker liest und mich trotz des ernsten Hintergrundes sehr gut unterhalten hat!

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Gelungenes Autorendebüt

Der Dunkelläufer
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In einem kleinen norddeutschen Hafenstädtchen geht der sogenannte "Schlitzer" um, der auf seinem Weg schon so einige Tote hinterlassen hat. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der erfahrene Radiomoderator ...

In einem kleinen norddeutschen Hafenstädtchen geht der sogenannte "Schlitzer" um, der auf seinem Weg schon so einige Tote hinterlassen hat. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der erfahrene Radiomoderator Eric Solberg, der sich in seiner abendlichen Sendung den Problemen seiner Zuhörer stellt, schon für manche einen guten Ratschlag parat gehalten hat, bis er von einem Anrufer eine Art Drohung erhält.

Als Leser wurde ich hier von Beginn an tief in die Handlung hineingezogen. Der Autor hat es meisterhaft verstanden, eine sehr dunkle Atmosphäre zu schaffen, sei es durch Umgebungsbeschreibungen als auch durch die Darstellung der Gedankenwelt des Protagonisten, ohne dabei in blutige Beschreibungen abzudriften. Dann wiederum wurden alltägliche Dinge erzählt, die mir zunächst etwas ausschweifend vorkamen, am Ende jedoch genau passend für den Roman waren. Der Ausgang dieser Geschichte war für mich bis zum Ende offen, ständig wechselten die Verdächtigen und Perspektiven. Wer ist hier Opfer, wer Täter, oder sogar vielleicht beides?

Ein toller Psychothriller, der mir einige Gänsehautmomente verursacht hat, gerne würde ich mehr von dem Autoren lesen!

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Ein Weihnachtswunder

Eisweihnacht
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Die Geschichte spielt zur Mitte des 19. Jahrhunderts in und um Frankfurt. Dort trifft in de reisigen Vorweihnachtszeit die KAufmannstochter Elise auf den kleinen Waisen Josua, der halberfroren auf der ...

Die Geschichte spielt zur Mitte des 19. Jahrhunderts in und um Frankfurt. Dort trifft in de reisigen Vorweihnachtszeit die KAufmannstochter Elise auf den kleinen Waisen Josua, der halberfroren auf der Strasse liegt. Kurzentschossen nimmt sie ihn mit nach Hause und versorgt ihn. Gleichzeitig muss Elise, gehbehindert und und auch nicht gerade mit Schönheit gesegnet, über den Heiratsantrag eines wesentlich älteren verwitweten Mannes mit vielen kleinen Kindern nachdenken, Vater und Tante von Elise haben diese Beziehung gerade frisch arrangiert.

Vom Inhalt un der Botschaft her liest sich diese, nur etwas über 100 Seiten umfassende kleine Geschichte, gerade in der Vorweihnachtszeit sehr schön. Allerdings fand ich den Schreibstil etwas sperrig, wohl angepasst an die Zeit, in der die Handlung spielt. So war ich froh, dass es sich hier nicht um einen dicken Wälzer handelt.

Lobenswert sind die wunderbaren Illustrationen, die ebenfalls gut in die Zeit passen und sehr viel Liebenswürdigkeit ausstrahlen.

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