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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2024

Toxische Beziehung

Du und ich
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Per Zufall lernt Ellen im Internet Kiran kennen, einen jungen Mann, der mit allerlei Problemen wie Drogen- und Spielsucht zu kämpfen hat. Dennoch fühlt sich Ellen von diesem sensiblen Menschen angezogen, ...

Per Zufall lernt Ellen im Internet Kiran kennen, einen jungen Mann, der mit allerlei Problemen wie Drogen- und Spielsucht zu kämpfen hat. Dennoch fühlt sich Ellen von diesem sensiblen Menschen angezogen, verliebt sich in ihn und geht eine Beziehung mit ihm ein. Es passiert, was passieren muss: Ellen wird immer wieder in den Sumpf mit hineingezogen, versucht, ihrem Partner zu helfen, was aber scheinbar und immer nur kurzfristig gelingt. Kiran missbraucht sie für seine eigenen Zwecke.


Das Buch hat mich erst einmal sprachlos hinterlassen. Es scheint eine autobiographische Geschichte zu sein und - wie der Untertitel bereits andeutet - ein Versuch, mit diesem Roman eine toxische Beziehung zu heilen, vielleicht sogar eine Art "Therapieversuch". Die Geschichte selbst ist flüssig und leicht lesbar, man möchte die Hauptdarstellerin manches Mal schütteln und ihr sagen, dass sie diese Beziehung sooofort beenden soll! Eigentlich eine interessante Story, die man von Süchtigen sowie deren Co-Abhängigen - welcher Art auch immer - schon oft so gehört oder gelesen hat. Für mich war es allerdings als Leser etwas schwierig, als Teil einer Therapie herhalten zu müssen. Da mich inhaltlich persönlich solche Dinge absolut nicht triggern, kann ich das Buch grundsätzlich unempfindlichen Gemütern weiterempfehlen, andere sollten vielleicht die Finger davon lassen. Wegen des geringen Umfangs ist die Geschichte auf jeden Fall flott gelesen.

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Veröffentlicht am 05.02.2024

Der Wert von Freundschaft

Sturmmädchen
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1933: Die drei Freundinnen Elli, Margot und Käthe wachsen in einer dörflichen Gegend in der Eifel auf und schwören sich ewige Freundschaft.

1939: Die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Margot ...

1933: Die drei Freundinnen Elli, Margot und Käthe wachsen in einer dörflichen Gegend in der Eifel auf und schwören sich ewige Freundschaft.

1939: Die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Margot und ihre jüdische Familie sehen harten Zeiten entgegen, Käthe hat sich den Nazi-Parolen verschrieben und die wegen eines verkürzten Beins gehbehinderte Elli steht zwischen den Fronten.

Die Autorin Lilly Bernstein ist wieder einmal eine wunderbare und tiefgreifende Geschichte gelungen. Wir erfahren diesmal authentisch und hautnah, wie die Vorboten einer schrecklichen Ideologie sowie eines schlimmen Krieges Einzug in ein kleines Eifeldorf halten. Die dort lebenden Menschen kämpfen seit langem oft nur um das nackte Überleben, es gibt solche, die für ihre Mitmenschen alles geben und ihnen helfen und solche, die mit Fingern auf andere zeigen. Welchen Wert haben Freundschaften, wie wichtig ist Besitztum und wie kann man auch mit körperlichen Einschränkungen über sich hinauswachsen?

Mit einer leichten Schreibweise, aber dennoch ungeschönt werden hier auch bereits im Kleinen die Machenschaften ideologischer Perversitäten dargestellt, auf der anderen Seite immer auch wieder Menschen, die sich denen zu widersetzen wagen, nicht immer jedoch mit gutem Ausgang. Gerne darf man hier auch zwischen den Zeilen lesen, jeder mag seine eigene Botschaft für sich mitnehmen. Schön fand ich, dass hier vor allem der Fokus auf jungen Leuten und Kindern lag, die in schlimmen Zeiten so schnell erwachsen werden mussten.

Ein zu Herzen gehendes Buch, dass ich sehr empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 05.02.2024

Louises Geschichte

Northern Nights (Rosenborg-Saga, Band 2)
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In diesem zweiten Band der Rosenborg-Saga steht nun Nikolajs jüngere Schwester Louise im Mittelpunkt. Der Band kann grundsätzlich eigenständig gelesen werden, allein wegen der spannenden Familiengeschichte ...

In diesem zweiten Band der Rosenborg-Saga steht nun Nikolajs jüngere Schwester Louise im Mittelpunkt. Der Band kann grundsätzlich eigenständig gelesen werden, allein wegen der spannenden Familiengeschichte empfehle ich jedoch vorab, Band 1 zu lesen!

Louise, die am Tag ihrer Hochzeit von ihrem Verlobten Mads aus unerfindlichen Gründen einfach sitzen gelassen wurde, träumt davon, ihre eigene Zeitschrift im väterlichen Verlag herauszubringen. Ihr Vater Jorgen legt ihr jedoch hochnäsig und selbstherrlich einige Steine in den Weg. Wird sich Louise behaupten können und welche Rolle spielt Mats noch dabei?

Auch dieser zweite Band berichtet in bester Denver-Clan-Manier vom Leben der Schönen und Reichen, von Intrigen, Familienproblemen aber auch von Freundschaften, Liebe, Romantik und einem gehörigen Schuss Sex! Eine wirklich spannende Geschichte mit vielen unerwarteten Wendungen, bei der ich die Sympathien und Antipathien schnell verteilt hatte, um zwischendurch doch auch mal wieder eines Besseren belehrt zu werden. Ein Familiengeheimnis um den frühen Unfalltod der Mutter schwebt nach wie vor über der Geschichte, ein Cliffhanger am Ende lässt die Vorfreude auf den letzten Band sehr groß werden.

Für mich wieder großes Kino mit tollem Unterhaltungswert und Spannungsbogen und daher gerne 5 Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 01.02.2024

Sterben lassen

Dieses schöne Leben
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Clover arbeitet als Sterbegleiterin und steht als solche todgeweihten Menschen in ihren letzten Tagen zur Seite, spricht mit ihnen und erfüllt deren letzte Wünsche. In ihrem eigenen Leben ist sie eher ...

Clover arbeitet als Sterbegleiterin und steht als solche todgeweihten Menschen in ihren letzten Tagen zur Seite, spricht mit ihnen und erfüllt deren letzte Wünsche. In ihrem eigenen Leben ist sie eher verschlossen, scheut Beziehungen und ist sich selbst meistens genug.

Dieses wunderbare Buch hat mich trotz seiner grundsätzlich schwierigen Thematik gut unterhalten und sehr berührt. Unverfänglich wird hier ein Tabu-Thema angesprochen, das der Phase des Sterbens tatsächlich eine gewisse Leichtigkeit und auch etwas Tröstliches gibt. Auf der anderen Seite erfahren wir auch Clover, die in ihrem Beruf - eigentlich schon einer Berufung nahekommend - den Sterbenden soviel mitgibt, als eine in sich gekehrte junge Frau, die scheinbar bindungsunfähig ist, in ihrem Innern aber doch eine verletzliche Seele verbirgt, die erst im Verlauf der Geschichte ans Tageslicht kommt.

Diesen trotz des schwierigen Themas sehr positiven Roman habe ich als sehr lebensklug empfunden und einiges daraus für mich mitnehmen können. Eine außergewöhnliche Geschichte, auf die sich jeder gerne einlassen sollte, es gibt Vieles zu entdecken!

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Veröffentlicht am 31.01.2024

Allein auf der Flucht

Das einzige Kind
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Inhalt(übernommen):
Oktober 1940 im ehemaligen Jugoslawien: In einer entlegenen Gegend führt der 5-jährige Djoko mit seinem bärenstarken Vater und seiner jungen Mutter ein einfaches, aber glückliches Leben ...

Inhalt(übernommen):
Oktober 1940 im ehemaligen Jugoslawien: In einer entlegenen Gegend führt der 5-jährige Djoko mit seinem bärenstarken Vater und seiner jungen Mutter ein einfaches, aber glückliches Leben in einem kleinen Dorf. Bis die faschistische schwarze Armee der Ustashas auftaucht und Djokos Welt im Bruchteil einer Sekunde zerstört. Eine Granate fällt in die winzige Hütte und macht ihn zum Vollwaisen.
Der kleine, schwerverletzte Junge robbt sich mit letzter Kraft aus den Trümmern ins Freie. Für ihn beginnt eine Flucht, die ihn mutterseelenallein mitten durch die schlimmsten Kriegswirren über tausend Kilometer bis nach Österreich führt. Wie durch ein Wunder findet er immer wieder in letzter Sekunde ein mitfühlendes Herz, eine helfende Hand.

Diese Geschichte hat die Autorin aufgrund Erzählungen des real existierenden Djoko über seine Erlebnisse in und nach dem zweiten Weltkrieg zu einem Roman verarbeitet. Das Leben des kleinen Djoko wurde dabei so realitätsnah geschildet, dass ich mich manches Mal an seiner Seite gefühlt habe. Ungeschönt hat Hera Lind dabei die wirklich schlimmen Erlebnisse des Jungen dargestellt, aber auch immer wieder die tollen Erlebnisse und Freundschaften, die er auf dieser Flucht und in seinem ganze späteren Leben erfahren durfte. Dennoch schwebte während der ganzen Zeit immer das Damoklesschwert der Trennung über Djoko, Trennung von liebgewordenen Menschen, zu denen er Vertrauen gefasst hat und die ihn dann doch nicht in seinem Leben weiterbegleiten konnten oder wollten.

Diese Geschichte ist nicht unbedingt typisch für ein in Jugoslawien aufgewachsenes Kind sondern könnte überall in Europa zu Kriegszeiten stattgefunden haben. Man darf daher keine weitreichenden historischen Hintergründe erwarten. Vielmehr wird hier stellvertretend wohl das Schicksal vieler Kinder dargelegt mit der Botschaft, dass es sich immer lohnt, nicht den Mut zu verlieren und stets für sich und die Sache weiterzumachen.

Wieder war ich total begeistert, wie einfühlsam die Autorin sich mit einer persönlichen Geschichte auseinandergesetzt hat. In einer kurzen Zusammenfassung im Anhang des Buches erfahren wir noch, wie es dem erwachsenen Djoko später ergangen ist.

Für mich ein tolles, zu Herzen gehendes Buch und ein Teil europäischer Menschengeschichte im Krieg. Gerne die volle Punktzahl von mir!

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