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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2025

Drei Frauen und das interessante Leben der Bienen

Wilder Honig
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Hannah wohnt schon zeitlebens auf dem elterlichen Landgut in Wales, wo sie auch bis zum Ende ihren Mann John gepflegt hat. Als dieser nun gestorben ist, zieht ihre jüngere Schwester Sadie vorübergehend ...

Hannah wohnt schon zeitlebens auf dem elterlichen Landgut in Wales, wo sie auch bis zum Ende ihren Mann John gepflegt hat. Als dieser nun gestorben ist, zieht ihre jüngere Schwester Sadie vorübergehend zu ihr, um Hannah beizustehen. John war Schriftsteller und hat sich hobbymäßig um seine Bienstöcke gekümmert. In seinem Nachlass findet Hannah nun elf an sie adressierte Briefe, die John ihr hinterlassen hat und die eine große Überraschung bergen.

Das Buch kommt mit einer sehr ruhigen, aber klaren Erzählweise daher, die bestens zum Inhalt passt. Die Charaktere sind eher nüchtern und distanziert, in der Familie wurde nicht sehr viel miteinander gesprochen, was sich auch im späteren Leben der beiden Schwestern noch zeigt. Wer hier aufgrund des Klappentextes einen reinen Wohlfühlroman oder gar eine übliche Liebesgesschichte erwartet, der irrt. Die Autorin präsentiert uns einen Roman, in dem eigentlich gar nicht so sehr viel passiert, der aber dennoch doch so viel aussagt. Das zwischen den Zeilen Versteckte, diverse Metaphern, eine wunderbare Beschreibung von Landschaft, Natur und dem häulichen Obstgarten mit leisen umschreibenden Worten sind hier die große schriftstellerische Leistung, die für mich das Buch trotz der teilweile aufkommenden Langatmigkeit sehr aufwerten.

Daher vergebe ich wohlgemeinte 4 Sterne für diesen Roman.

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Liebe, die Jahre überdauert

Zwei Leben: Das Versprechen
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Nachdem Juna durch ein burn-out beruflich lahmgelegt ist, engagiert sie sich ehrenamtlich als Alltagsbegleiterin. Hier trifft sie den über 90jährigen etwas verschroben wirkenden Vincent, der sich ihr nach ...

Nachdem Juna durch ein burn-out beruflich lahmgelegt ist, engagiert sie sich ehrenamtlich als Alltagsbegleiterin. Hier trifft sie den über 90jährigen etwas verschroben wirkenden Vincent, der sich ihr nach anfänglichen Schwierikeiten öffnet. Juna hört die Geschichte eines alten Mannes, der als Diamantschleifer in Antwerpen seiner großen Liebe begegnet ist und diese zeitlebens nicht vergessen konnte.

Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt: In der Gegenwartsebene mit dem alten Vincent und Juna, in der Vergangenheit lernen wir die junge Jüdin Esther im zweiten Weltkieg kennen, die Schlimmes erleben musste, aber auch auf Menschen traf, die nur die junge Frau in ihr sahen und ihr helfen wollten.

Dies ist das zweite Buch der Autorin unter dem Obertitel "Zwei Leben", die Figuren beider Geschichten haben aber tatsächllich nichts miteinander zu tun, beide Romane können daher unabhängig voneinander gelesen werden.

Wiederum gelingt es Astrid Korten, den Leser mit einem spannenden Plot und einer Reise in die Vergangenheit des 2. Weltkriegs zu faszinieren. Unmenschliches aber auch Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft liegen hier nah beieinander und haben mich so tief in die Erzählung hineingezogen, dass ich den Roman fast in einem Rutsch gelesen habe. Tastächlich diente hier die eigene Familiengeschichte der Autorin als Vorlage, eine großartige Leistung, dies in der Geschichte so authentisch herüberzubringen!

Ich mag den fesselnden Schreibstil der Autorin sehr, so dass ich auch dies Buch wieder uneingeschränkt empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Mord im Luxuszug mit Weihnachtsflair

Nächster Halt: Mord. Ein Weihnachtskrimi
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Die junge Journalistin Rachel wird kurz vor Weihnachten von ihrem Chef zurJungfernfahrt eines modernen Luxus-Zuges geschickt, um über die Reise zu berichten. Begleitet wird sie von ihrer jugendlichen Schwester ...

Die junge Journalistin Rachel wird kurz vor Weihnachten von ihrem Chef zurJungfernfahrt eines modernen Luxus-Zuges geschickt, um über die Reise zu berichten. Begleitet wird sie von ihrer jugendlichen Schwester Millie. Als der Zug in einer Schneeverwehung stecken bleibt, findet sich eine ermordete Person im Luxus-Zug. Millie und der junge Stewart James beginnen mit privaten Ermittlungen.

Nachdem ich im vergangenen Jahr den Weihnachtskrimi der Autorin bereits so geliebt habe, habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, in dem jetzt aber andere Personen aktiv sind. Das Setting eines Luxus-Zuges in verschneiter schottischer Landschaft und vorweihnachtlicher Zeit ist hier wieder wunderbar gelungen. Obwohl dieses Buch als "Jugendbuch" einkategorisiert wurde, ist es m.E. für alle Altersklassen empfehlenswert.

Nicht nur das Setting, auch die "Ermittlungsarbeit" der beiden jungen Leute erinnern bestimmt nicht nur rein zufällig an den Orientexress. Hier werden in feinster Agatha-Christie-Manier die Reisenden berfragt, Verdächtige ausgemacht oder auch wieder ausgeschlossen, dass man als begeisternder mitratender Leser zwischendurch auch nciht mehr weiß, wem man trauen kann. Und dann kommt am Ende doch wieder alles anders. Die Aufklärung war schlüssig und rund, auch wenn es mir am Ende vielleicht ein kleines bisschen zu viel wurde.

Der Autorin ist hier wiederum ein sehr unterhaltsamer Krimi vor toller Kulisse gelungen, den ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Die Schatten der Vergangenheit

Zwei Leben
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Nach der Trennung von ihrem Mann und dem Tod ihrer Grossmutter findet Nora beim Aufräumen auf dem Speicher eine Holzschatulle, deren Inhalt das Leben und die Vergangenheit der Großmutter womöglich in einem ...

Nach der Trennung von ihrem Mann und dem Tod ihrer Grossmutter findet Nora beim Aufräumen auf dem Speicher eine Holzschatulle, deren Inhalt das Leben und die Vergangenheit der Großmutter womöglich in einem ganz anderen Licht darstehen lässt. Zusammen mit dem Journallisten Andreas macht sich Nora auf den Weg nach Russland, um den Spuren ihrer Familie, vor allem denen aus der Jugendzeit ihrer Großmutter, nachzugehen.

Wir erleben die Geschichte von Nora und der Großmutter in wechselnden Zeitperspektiven, wobei hier für mich die Erlebnisse der Großmutter klar im Vordergrund stehen. Schließlich will nicht nur Nora der Vergangenheit auf die Spur gehen, auch beim Leser versteht es die Autorin bestens, große Spannung zu erzeugen. Die Geschichte einer tapferen jungen Frau, die sich für ihr Land einsetzt, dabei Familie und Weggefährten verliert und doch nie den Glauben verliert, ist hier sehr einfühlsam und intensiv dargestellt, das Buch konnte ich kaum aus der Hand legen. Die Autorin war mir bisher nicht bekannt, ihre tolle Schreibweise und spannende Handlung macht mich jedoch neugierig auf weitere Bücher von ihr.

Eine ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Verletzte Kinderseele

Was man nicht sieht, ist doch da
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Es ist das Jahr 1954: Ohne Vorwarnung wird der zehnjährige Hans in Tirol dem Elternhaus entrissen und aufgrund "sittlicher Verfehlungen" in eine sogenannte Erziehungsanstalt verbracht. Um die täglichen ...

Es ist das Jahr 1954: Ohne Vorwarnung wird der zehnjährige Hans in Tirol dem Elternhaus entrissen und aufgrund "sittlicher Verfehlungen" in eine sogenannte Erziehungsanstalt verbracht. Um die täglichen Drangsalierungen, gefolgt von allerhärtesten und unmenschlichen Methoden, ertragen zu können, legt er sich sich gedanklich eine zweite Identität zu, die er lediglich mit seinem Nachnamen Dakosta benennt.

Die Autorin erzählt uns hier ungeschönt und eindringlich die Abläufe eines Heimalltags, in dem noch alte Nazi-Strukturen herrschen. Die kurzen Kapitel und die klare prägnante und sachliche Sprache sind hier meines Erachtens bestens gewählt, um das Leiden von Hans zu transportieren, dessen Eltern einer ethnischen Minderheit, der Volksgrupe der Ladiner, entstammen. Denunziantentum ist hier ebenfalls ein Thema, es scheint, wer sich zuerst meldet, dem wird geglaubt.

Das Buch ist trotz des geringen Umfangs keine leichte Kost, oftmals musste ich den Inhalt gedanklich sacken lassen. Umso wichtiger ist es, dass auch hier mit deutlichen Aussagen dem unendlichen Kindesleid, das kurz nach dem Kriegsende in sogenannten "Bewahranstalten" herrschte, ein Forum gegeben wird. Ich spreche daher eine absolute Leseempfehlung aus!

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