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Veröffentlicht am 26.08.2025

Mord in Bella Italila

Sirmione & Mord - Pizza, Pasta, Tod
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Die Geschwister Sofia und Niels haben von einer Freundin ihrer Mutter in Sirmione am Gardasee ein Restaurant nebst Villa geerbt. Die Objekte sollen so schnell wie möglich verkauft werden, und daher macht ...

Die Geschwister Sofia und Niels haben von einer Freundin ihrer Mutter in Sirmione am Gardasee ein Restaurant nebst Villa geerbt. Die Objekte sollen so schnell wie möglich verkauft werden, und daher macht sich das Paar auf die Reise in den Süden. Doch am Gardasee ist nicht alles so beschaulich, wie es zunächst erscheint, unterschiedliche Interessen verschiedener Einheimischer kosten schon bald den Koch des Restaurants das Leben.

Der Autor hat uns mit diesem Buch eine tolle Mischung aus Krimi, Urlaubsroman und auch Liebesgeschichte vorgelegt, die sich so recht in keine Schema presen lässt, aber doch wohl am Ehesten in das Genre "Cosy-Crime" passt. Von Beginn an hatte ich beim Lesen ein wunderbares Urlaubsgefühl, sowohl die Umgebung als auch das italienische Flair mit all seinen Düften, Ess- und Lebensgewohnheiten wurde hier wunderbar transportiert, dabei wurde der eigentliche Mordfall für mich fast zur Nebensache. Aber auch nur fast, denn die Geschichte ist wirklich spannend, verschiedene Verdächtige schwirren dem Leser vor, der (dörfliche) italienische Polizeiapparat arbeitet gewohnt schwerfällig, bis sich in einem fulminanten Finale alles auflöst. Wie es zu einem in Italien angesiedelten Roman gehört, kommt natürlich auch die Liebe nicht zu kurz.

Ein schnell und kurzweilig zu lesender Krimi, bei dem ich mich bestens unterhalten habe, daher gerne die volle Punktzahl von mir!

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Veröffentlicht am 12.08.2025

American way of Life

Teddy
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Teddy stammt aus einer angesehenen, politisch aktiven, amerikanischen Familie. Sie ist Anfang dreißig, als sie 1969 mit ihrem Ehemann David nach Rom zieht, dieser tritt dort einen neuen Job in der amerikanischen ...

Teddy stammt aus einer angesehenen, politisch aktiven, amerikanischen Familie. Sie ist Anfang dreißig, als sie 1969 mit ihrem Ehemann David nach Rom zieht, dieser tritt dort einen neuen Job in der amerikanischen Botschaft an. Dort meint Peggy, endlich ihre Vergangenheit hinter sich lassen zu können.
In Rückblicken erfahren wir von Ereignissen, die Teddy zu der Frau gemacht hat, die sie heute ist. Dennoch erfährt man erst ganz zum Schluss, worauf die ganze Geschichte hinausläuft. Dies wurde hier sehr geschickt und mit grosser Spannung aufgebaut. Diplomatische und politische Verflechtungen, bei denen man hier schon meint, so einige Vorgänge und bekannte Persönlichkeiten zumindest ansatzweise wiederzuerkennen, sind hier sehr geschickt mit der fiktiven Geschichte verwoben. Teddy ist als ein vielschichtiger Charakter dargestellt, manchmal raffiniert, dann wieder etwas naiv, aber für mich durchweg sympathisch und nahbar, als Frau in den 60ern hatte sie es nicht immer einfach, wurden doch sowohl von den Eltern als auch ihrem Ehemann gewisse Ansprüche an ihr Verhalten gestellt, die sie oft nicht zu erfüllen wusste.
Für mich eine spannende, typisch amerikanische Story mit einem unerwarteten Verlauf, der lediglich einige wenige Längen hatte.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Sommer der Oliven

Zypressensommer
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Nach dem Tod ihres aus Italien stammenden Großvaters macht sich die junge Hamburgerin Julia auf den Weg in dessen Heimatort in der Toscana, im Gepäck eine Liste kryptischer Begriffe, die ihr "Nonno" ihr ...

Nach dem Tod ihres aus Italien stammenden Großvaters macht sich die junge Hamburgerin Julia auf den Weg in dessen Heimatort in der Toscana, im Gepäck eine Liste kryptischer Begriffe, die ihr "Nonno" ihr hinterlassen hat. Muss womöglich die Familengeschichte neu geschrieben werden und welche Konsequenzen und Perspektiven ergeben sich daraus für Julia, die bei ihren Recherchen Hilfe von einem jungen Dorfbewohner erhält?
Der Roman hat mich sehr mitgerissen. Neben fiktiven Elementen wird der Leser auch in die 1940er Jahre zurückversetzt, Partisanen kämpfen aus ihren Verstecken in den Bergen im zweiten Weltkrieg gegen die Faschisten. Dann befinden wir uns wieder in der Gegenwart, bezaubernde Landschaften, die italienische Lebens- und Essenskultur werden so hautnah geschildert, dass richtige Urlaubsgefühle aufkommen. Der Wechsel zwischen den Zeiten ist hier sehr gut gelungen und auf beiden Ebenen kommt auch die Liebe nicht zu kurz.
Für mich eine sehr gelungene Mischung aus Historie und Sommerroman, den ich gerne und mit Spannung gelesen habe!

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Eine tolle Lehrerin

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
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Kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs kehrt die junge jüdische Lehrerin Stella aus ihrem Lononer Exil zurück in ihre Heimatsradt Wien, wo sie bei einer Freundin wohnen kann und auch unerwartet eine ...

Kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs kehrt die junge jüdische Lehrerin Stella aus ihrem Lononer Exil zurück in ihre Heimatsradt Wien, wo sie bei einer Freundin wohnen kann und auch unerwartet eine Anstellung am bischöflichen Gymnasium erhält. Doch Stellas fortschrittliche Lehrmethoden passen vielen althergebrachten Kollegen nicht ins Konzept, schwirren doch immer noch alte Nazi-Ideologien in manchen Köpfen herum. Muss Stella bald wieder um ihren Job bangen?

Dieses wunderbare Buch habe ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Stella ist ein toller Charaker, die ihre Schüler zu eigenständigem Denken anregt und sie ermutigt, sich mit den Folgen des Kriegs auseinanderzusetzen. Ihre jüdische Abstammung wird ihr dabei bald zum Stolperstein, ein Thema, das nach wie vor aktuell ist und von der Autorin gut und feinfühlig umgesetzt wurde. Auch die private Geschichte Stellas hat mir dabei gut gefallen, so dass ich gespannt den folgenden zweiten Band erwarte!

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Elefantenrunde

Das Geschenk
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Wie von Gesterhand tauchen an diversen Ecken Berlins Elefanten auf, von denen zunächst keiner weiss, woher sie kommen. Wie sich schnell heraustellt, sind sie ein "Dankeschön" des Präsidenten von Botswana ...

Wie von Gesterhand tauchen an diversen Ecken Berlins Elefanten auf, von denen zunächst keiner weiss, woher sie kommen. Wie sich schnell heraustellt, sind sie ein "Dankeschön" des Präsidenten von Botswana als "Gegenleistung" für das verhängte Einfuhrverbot von Jagdtrophäen, welches die Bundesregierung verhängt hat. 20.000 Dickhäuter stellen bald die Hauptstadt auf den Kopf, die Bundesregierung muss handeln, aber bitteschön wieder mit der erforderlichen Diplomatie...

Auf nur knapp 140 Seiten ist es der Autorin meisterhaft gelungen, der Politik sowie den Mitgliedern der Regierung und Oppositionsparteien einen Spiegel vorzuhalten. Hinter der skurril-ironischen Geschichte steckt viel mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit, als Leser schwankt man zwischen lautem Lachen und Kopfschütteln. Sicherlich sind Ähnlichkeiten mit aktiven oder Ruhestands-Politikern nicht immer nur Zufall, zu viele Parallelen schwirrten mir bei Lesen im Kopf herum. Anspielungen auf die Flüchtlingspolitik sowie die weltweiten Klimakrise sind nur einige Themen, die hier gekonnt in der Geschichte verwoben wurden, jeder mag sich hier so seine eigene Meinung bilden.

Für mich ein grossartiger Roman mit mehr als realistischem Hintergrund!

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