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Veröffentlicht am 29.09.2025

Eindringliche Geschichte

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Als kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs ein etwa 4jähriger namenloser Junge aufgegriffen wird, geben die Behörden ihm den Namen Hartmut und brigen ihn in einem Heim unter, wo die Kinder aus "Vereinfachungsgründen" ...

Als kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs ein etwa 4jähriger namenloser Junge aufgegriffen wird, geben die Behörden ihm den Namen Hartmut und brigen ihn in einem Heim unter, wo die Kinder aus "Vereinfachungsgründen" alle nur eine Nummer erhalten und als solche auch behandelt werden. Im Heim lernt er das ein wenig ältere Mädchen Margret kennen, die fortan auf ihn aufpasst, so gut es geht. Ihre Wege verlieren sich, später finden sie durch einen Zufall wieder zueinander.

In der Gegenwartsebene sind Margret und Hartmut, genannt Hardy, ein seit langem verheiratetes Ehepaar. Keiner aus der Familie kennt ihre ursprüngliche Geschichte, bis die bei ihnen lebende jugendliche Urenkelin Emily Fragen stellt und beginnt, in der Familienhistorie nachzuforschen.

Schon lange hat mich kein Buch mehr so mitgenommen wie dieser Roman von Susanne Abel. Gut recherchiert und ungeschönt berichtet sie von unhaltbaren Zuständen im Kinderheim, bei denen unvorstellbare Grausamkeiten an den Kindern begangen werden, die sich offenbar tief in deren Seelen eingebrannt haben und ihre Auswirkungen bis in die Gegenwartsebene zeigen. Das Gelesene musste ich dabei so manches Mal sacken lassen und verarbeiten. Der Wechsel der Zeitebenen und der Perspektiven ist der Autorin dabei sehr gut gelungen und bringt einiges an Hintergrundinformationen, die den Figuren in der Gegenwart momentan noch fehlen.

Eine sehr tiefgehende Geschichte, die ich jedem ans Herz lege und dafür gerne die volle Punktzahl vergebe!

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Auf nach Gran Canaria!

Mutti steigt aus
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Die drei Freundinnen Elke, Sigrun und Maria sind in ihren besten, gesetzten Jahren und sich einig, dass sie nicht auf's Altenheim warten wollen. Was liegt da näher, als nach Gran Canaria zu fliegen und ...

Die drei Freundinnen Elke, Sigrun und Maria sind in ihren besten, gesetzten Jahren und sich einig, dass sie nicht auf's Altenheim warten wollen. Was liegt da näher, als nach Gran Canaria zu fliegen und dort mit einem gemeinsamen Häuschen und einer Damen-WG noch mal neu durchzustarten. Doch sind in der geplanten neuen Heimat nicht nur bürokratische Hürden zu Überwinden, sondern auch familiäre Angelegenheiten und Herzensdinge spielen hier keine unwesentliche Rolle.

Wie von der Autorin gewohnt, liest es sich flott durch die Zeilen. Eine typische Sommergeschichte, gewürzt mit einigem Humor und diversen Irrungen und Wirrungen, die gerne und im positiven Sinne gemeint, auch so diverse Klischees bedient, hat mich hier wieder gut unterhalten. Gerade für die "Best-Ager" fand ich es eine gelungene und hoffnungsfrohe Story, gerne kann ich diesen leichten Unterhaltungsroman jedem ans Herz legen.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Eindringliche Familiengeschichte

Die Verlorene
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Nachdem die über 90jährige Änne gestorben ist, sichtet ihre Enkelin Laura den Nachlass und macht sich auf die Reise in die Heimat der Grossmutter nach Schlesien, um Ännes und damit auch der familiären ...

Nachdem die über 90jährige Änne gestorben ist, sichtet ihre Enkelin Laura den Nachlass und macht sich auf die Reise in die Heimat der Grossmutter nach Schlesien, um Ännes und damit auch der familiären Vergangenheit auf den Grund zu gehen und womöglich Lauras Mutter und ihre Oma im Nachhinein zu versöhnen, da diese zeitlebens ein sehr distanziertes Verhältnis zueinander hatten. Muss vielleicht die Familiengeschichte neu geschrieben werden?

Ich liebe die Bücher von Miriam Georg. Wie auch die anderen Romane, die ich bisher von ihr gelesen haben, versteht sie es ausgezeichnet, gut recherchierte Historie mit einer fiktiven Geschichte zu verknüpfen und dabei die Charaktere sehr lebendig erscheinen zu lassen.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, beginnend mit Ännes Vergangenheit im zweiten Weltkrieg in Schlesien. Auf der zweiten Ebene erleben wie Laura und ihre Mutter 2019, beiden Frauen ist ein schwieriges Verhältnis jeweils zu ihren Müttern eigen. Der Roman hat mich in seiner Gesamtheit gefesselt und zum Teil auch sehr betroffen gemacht. Welche Schicksalschläge mussten die Kriegsgenerationen und hier vor allem die Frauen hinnehmen. Dabei habe ich beide Zeitebenen als gleichsam sehr spannend empfunden, zum ende hin nimmt die Geschichte noch richtig an Fahrt auf, mit dem Schluss hatte ich so gar nicht gerechnet, im Nachhinein erschien mir aber alles als absolut folgerichtig.

Für diesen pacikenden Roman gerne eine Leseempfehlung von mir und damit auch die volle Punktzahl!

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Berührende Familiengeschichte

Das Flüstern der Marsch
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Als kurz vor Opa Karls 80. Geburtstag Enkelin Mona auf dem Hof der Großeltern eintrifft, stellt diese fest, dass ihre Oma Annemie offenbar spurlos verschwunden ist. Auch als diese über Nacht nicht wieder ...

Als kurz vor Opa Karls 80. Geburtstag Enkelin Mona auf dem Hof der Großeltern eintrifft, stellt diese fest, dass ihre Oma Annemie offenbar spurlos verschwunden ist. Auch als diese über Nacht nicht wieder auftaucht, scheint gerade ihr Opa wenig beunruhigt. Auch der Rest der Familie lebt scheinbar unbeteiligt weiter und beginnt mit den Geburtagsvorbereitungen. Ist der Oma etwas zugestoßen oder aus welchem Grund ist sie verschwunden? Mona macht sich auf die Suche und stößt nach und nach auf verwirrende Ansätze zu bisher unbekannten familiären Vorgängen in der Vergangenheit.
Die Geschichte wird in drei Zeitebenen erzählt, aus Monas und Oma Annemies Sicht und zwischendurch aus der Sicht einer gewissen Freya, deren Verbindung zur Familie lange Zeit unbekannt bleibt. Das Buch hat mich total in seinen Bann gezogen. Gerade die Frauenfiguren in diesem Roman sind sehr gut ausgearbeitet und haben jede ihre eigene Geschichte. Es ist eine Erzählung von Sprachlosigkeit innerhalb der Familien, von ungelebter Liebe und Lieblosigkeit zwischen den Generationen. Gerade zum Ende hin, als man mit einer "normalen" Auflösung rechnet, nimmt der Roman noch mal so richtig an Fahrt auf, der Schluss hat mich dann doch sowohl sehr überrascht als auch mitgenommen.
Eine unbedingte Leseempfehlung und die volle Punktzahl von mir für einen unter die Haut gehenden Roman!

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Leise Töne

Der Garten der kleinen Wunder
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Toja, deren Lebensgefährte gerade am anderen Ende der Welt einem Forschungsprojekt nachgeht, trifft eines Tages am Gartenzaun auf die 14jährige Vica, die mit ihrem Vater im Nachbarhaus wohnt. Schnell stellen ...

Toja, deren Lebensgefährte gerade am anderen Ende der Welt einem Forschungsprojekt nachgeht, trifft eines Tages am Gartenzaun auf die 14jährige Vica, die mit ihrem Vater im Nachbarhaus wohnt. Schnell stellen beide fest, dass sie nicht nur ihren Vornamen "Victoria" gemeinsam haben, sondern dass sie auch beide eher introvertierte Charaktere sind, die die Stille bevorzugen. Tojas ganz besonderes Projekt ist ihr Garten, in dem sich ihr Charakter widerspiegelt. Sie hilft der jungen Vica, ihren ganz besonderen Platz im Leben zu finden und sich mit ihren Eigenarten zu behaupten.
Diesen Roman der leisen Töne habe ich sehr gerne gelesen. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die ganz besonderen stillen Töne mit einer Leichtigkeit beim Lesen auf die Leser zu transportieren. Dem Buch wohnen reihenweise wunderbare und weise Botschaften inne, insbesondere, dass jedes Lebewesen einzigartig ist und damit auch jeweils seine existenzielle Berechtigung hat. Das Leben kann so lebenswert sein, wenn man es nur aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet.
Mich hat dieses Buch mit seiner Lebensklugheit auf jeden Fall sehr berührt!

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