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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2025

Eine leise Geschichte

Spät am Tag
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Die schwedische Journalistin Johanne zieht aus der Großstadt aufs Land, wo sie im Haus von Mikkael ein Zimmer anmietet. Dessen von ihm getrennt lebende Ehefrau und die gemeinsame Tochter leben mit unter ...

Die schwedische Journalistin Johanne zieht aus der Großstadt aufs Land, wo sie im Haus von Mikkael ein Zimmer anmietet. Dessen von ihm getrennt lebende Ehefrau und die gemeinsame Tochter leben mit unter einem Dach. Nach kurzer Zeit werden Johanne und Mikkael ein Paar.

Die Geschichte wird rückblickend aus der Sicht von Johanne erzählt, die Geschichte einer Liebe, eine der leisen Töne und von wunderbar beschriebenen Landschaften. Die stille Zurückhaltung in den Zeilen ist die große Leistung dieses kleinen aber feinen Romans. Eine Frau, die unspektakulär auf ihr Leben und ihre Liebe zurückblickt und in der sich jeder von uns zum Teil wiederfinden kann. Auch wenn die Geschichte nicht allzuviel Handlung beinhaltet, hat mich die sprachliche Leistung hier sehr beeindruckt. Daher spreche ich hier gerne eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Liebe über alle Grenzen

Das Polarlichtcafé
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Im Nachlass ihres verstorbenen Großvaters entdeckt die junge Erfurterin Jule Unterlagen, die auf einen, der Familie bisher unbekannten, Bezug des Großvaters nach Norwegen hindeuten. Einmal neugierig geworden, ...

Im Nachlass ihres verstorbenen Großvaters entdeckt die junge Erfurterin Jule Unterlagen, die auf einen, der Familie bisher unbekannten, Bezug des Großvaters nach Norwegen hindeuten. Einmal neugierig geworden, macht sich Jule auf den Weg in den hohen Norden, wo der Großvater zu Beginn der 60er Jahre als Reisejournalist unterwegs war.

Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen und aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Als Leser habe ich mit grosser Spannung erwartet, wie sich diese im Verlauf der Handlung zusammenführen. Dies ist der Autorin sehr gut gelungen. Neben wunderbaren Landschaftsbeschreibungen einer mir bisher unbekannten Gegend ist auch die Darstellung der Beziehung von Menschen unterschiedlicher Länder und politischer Hintergründe eine tolle Leistung dieses Romans, bei der auch der eiserne Vorhang die Liebe nicht aufhalten kann. Sehr feinfühlig sind hier die Gefühle der Menschen als auch familiäre Strukturen dargestellt. 

Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, lediglich einige wenige Längen bis zur Mitte des Romans lassen mich bei der Bewertung einen halben Punkt abziehen, aufgerundet macht das aber immer noch die volle Sternezahl!

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Das Cafe der Hoffnung

Café Finito
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Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin betreibt Kristof eine Art Trauercafe, bei dem sich Hinterbliebene mit Anderen austauschen können. Jeder hat hier jemanden verloren, sei es Ehepartner, Geliebte, ...

Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin betreibt Kristof eine Art Trauercafe, bei dem sich Hinterbliebene mit Anderen austauschen können. Jeder hat hier jemanden verloren, sei es Ehepartner, Geliebte, Freundin, Elternteil oder Kind und jeder geht mit seiner Trauer anders oder auch gar nicht um. Die Gemeinschaft von zunächst Fremden lässt Hoffnung zu, bringt Verständnis auf und lässt einen vielleicht nicht mehr ganz so allein erscheinen.

Sehr warmherzig erzählt uns die Autorin in den einzelnen Kapiteln die Geschichte der vom Tod eines lieben Menschen Betroffenen, ganz wertungsfrei, aber natürlich nicht emotionslos. Beim Lesen kamen mir selbst manchmal die Tränen, aber auch Hoffnung, dass die Trauer bald einmal überwunden werden kann und der Tod eben auch zum Leben dazugehört. So ist dies für mich insgesamt ein sehr positiver Roman geworden, aus dem jeder etwas für sich mit nach Hause nehmen sollte. Ein Buch etwas abseits des Mainstreams, das ich sehr empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Oma Gretes Apfelhof

Apfelzeit am Deich
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Die junge Flugbegleiterin Merle flüchtet sich für eine Auszeit auf den Apfelhof zu ihrer Oma Grete ins Alte Land. Sie muss den Kopf frei bekommen hinsichtlich ihrer privaten Beziehung, aber auch familiär. ...

Die junge Flugbegleiterin Merle flüchtet sich für eine Auszeit auf den Apfelhof zu ihrer Oma Grete ins Alte Land. Sie muss den Kopf frei bekommen hinsichtlich ihrer privaten Beziehung, aber auch familiär. Seit Jahren hat sie, ebenso wie ihre Oma, keinen Kontakt zu ihrem Vater Hauke, der neu geheiratet und mit der neuen Frau zwei weitere Kinder hat. Die familiären Fronten scheinen sehr verhärtet.

Die Geschichte wird in wechselnden Kapiteln jeweils aus der Sicht von Oma Grete, Merle und Hauke erzählt. Dabei zeigen gerade die beiden Frauen oft ihren eigenen Kopf. Hauke kämpft auch heute noch mit einem offenbar falschen Bild von seinem Vater, den er als Kind schon verloren hat. Nie haben sich die Generationen richtig ausgesprochen. Einzig Gretes taffe Freundin Herta schein nun das Heft in die Hand zu nehmen, selbst wenn sie sich dafür mit ihrer alten Freundin überwerfen muss...

Hatte ich hier zunächst mit einem reinen Wohlfühlroman gerechnet, wurde ich bald im positiven Sinne eines Besseren belehrt. Eine tolle und auch ins Tiefe gehende, generationenübergreifende Familiengeschichte, bei der so jeder seine Probleme zu tragen hat, hat mich bestens unterhalten. Sprachlosigkeit untereinander, aber auch die tolle Beziehung zwischen Oma und Enkelin, Freundschaften, bei denen einfach angepackt und nicht groß gefragt wird, werden genauso thematisiert wie das nicht immer einfache Leben auf den Obsthöfen. Die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und der Duft von Gebackenem, der beim Lesen förmlich aus den Zeilen steigt, ist hier eine große und wieder gelungene Kunst der Autorin.

Gerne erfahre ich in dem schon angekündigten Folgeband, wie es mit den liebgewonenen Charakteren weitergeht, das Buch ist jedoch einzeln und unabhängig lesbar und abgeschlossen.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Wunderbare Geschichte

Frühling, Sommer, Herbst und du
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Nachdem sowohl Maya als auch Alex vor den Trümmern ihrer jeweiligen Beziehungen stehen, werden diese von Familie bzw. Freunden zu einem gemeinsamen Trip in einem alten Bully ins spanische Baskenland überredet. ...

Nachdem sowohl Maya als auch Alex vor den Trümmern ihrer jeweiligen Beziehungen stehen, werden diese von Familie bzw. Freunden zu einem gemeinsamen Trip in einem alten Bully ins spanische Baskenland überredet. Alex ist nicht nur der beste Freund von Mayas Bruder, sondern ihn verband vor Jahren auch mal eine Sommerliebe zu Maya.

Wie zu erwarten, gibt es in der bunt zusammengewürfelten Truppe einige Probleme und Problemchen. Die Themen Vergangenheitsbewältigung, zweite Chancen und Zusammenhalt sind hier sehr feinfühllig und keinesfalls kitschig thematisiert. Gleichzeitig hat mich der Roman in eine mir bisher sehr unbekannte Gegend entführt, die mich mit ihren tollen Dorfbewohnern sehr angesprochen hat. Vor allem ein kleines Mädchen und ein süßer Dackel runden hier die Geschichte nochmals sehr unterhaltsam ab.

Gerne habe ich diese leichte Sommerlektüre gelesen, daher die volle Punktzahl von mir!

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