Very British!
Mrs Potts' Mordclub und der Tote in der ThemseDie Marlower Schauspieltruppe sowie der Gast, Hollywoodschauspielerin Lizzie Jenkins, amüsieren sich zunächst bei Prosecco und Büffet, auf der Bootsfahrt auf der Themse, die Regisseur Oliver Beresfeld ...
Die Marlower Schauspieltruppe sowie der Gast, Hollywoodschauspielerin Lizzie Jenkins, amüsieren sich zunächst bei Prosecco und Büffet, auf der Bootsfahrt auf der Themse, die Regisseur Oliver Beresfeld organisiert hat. Dass Oliver beim Ausschiffen nicht mehr dabei ist, fällt weiter nicht auf. Erst als er nicht nach Hause kommt, macht sich Ehefrau Verity Sorgen.
Nachdem Verity bei der Polizei abgeblitzt ist, bittet sie Judith Potts um Hilfe. Wenig später findet man Oliver tot Ufer: augenscheinlich erschossen. Jetzt übernimmt die Polizei doch noch.
Doch wer könnte der Täter oder die Täterin sein? Alle an Bord scheinen ein Alibi zu haben. Obwohl sie der ermittelnden Kriminalbeamtin hoch und heilig versprechen, nicht zu „ermitteln“, steckt das wackere Trio seine Nasen nicht nur in die Theatergruppe sondern auch in das Privatleben des Toten.
Dabei fördern sie sowohl da wie dort neu Erkenntnisse zu Tage, die blöderweise mehr Fragen aufwerfen, als beantworten. Nach und nach lüften Judith, Becks und Suzie die größeren und kleineren Geheimnisse, die jedes Mitglied der Theatergruppe, der Schiffseigner und sogar der Schleusenwärter verbergen. Was sie dabei alles entdecken, verrate ich natürlich nicht ...
Meine Meinung:
Dieser Fall ist der 4. Fall für Mrs. Potts und ihre Damenrunde, Band 2 und 3 habe ich irgendwie verpasst. Nun, kann ja nachgeholt werden.
Der Tote scheint ein ziemliches Ekelpaket gewesen zu sein. Zumindest berichten alle einstimmig über sein überdimensioniertes Ego. Er glaubt von sich, der Nabel der Welt zu sein. Nein, falsch, er ist der Überzeugung, selbst die Sonne müsse sich um ihn drehen. Oliver ist ein Mann, der über Leichen geht, selbst wenn es seine eigen ist.
Das Cover passt gut zur Reihe, weshalb es einen hohen Wiedererkennungswert hat. Der Schreibstil ist flüssig. Wie es sich für einen englischen Krimi gehört, sind zahlreiche schrullige Personen im sprichwörtlichen Spiel. Schmunzeln musste ich über Judiths Auftritt im Garricks Club, in dem Frauen ja keinen Zutritt hat. Sie überrumpelt den Türsteher und erfährt von Rob Hooker einiges, was die Reihung der Verdächtigen wieder durcheinander würfelt.
Die Charaktere sind sympathisch, charmant, teils etwas schrullig, was die Geschichte sehr amüsant macht. Der Autor schafft es zudem, eine durchgängige Spannung aufzubauen – jeder scheint ein Motiv zu haben und somit verdächtig zu sein.
Das Finale, ist gelungen. Ich hatte eine etwas andere Möglichkeit ins Auge gefasst. Gemein ist der fiese Cliffhanger!
Fazit:
Ein gelungener Krimi, der very british daherkommt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.