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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2025

Tödliche Natur

True Crime in Nature
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Dieses Kosmos-Buch führt uns, wie alle Bücher des Verlages in die Welt des Staunens und des Wissens. Diesmal dürfen wir zahlreichen Tieren und Pflanzen bei ihren kriminellen Machenschaften zusehen. ...

Dieses Kosmos-Buch führt uns, wie alle Bücher des Verlages in die Welt des Staunens und des Wissens. Diesmal dürfen wir zahlreichen Tieren und Pflanzen bei ihren kriminellen Machenschaften zusehen.

Dass das Kuckucksweibchen ihr Ei in ein fremdes Nest legt und das getäuschten Brutpaar das Ausbrüten und die anschließende Brutpflege übernimmt, ist ja wohl hinlänglich bekannt. Darüber hinaus erfahren wir einiges über andere Tiere und Pflanzen, die sich krimineller Machenschaften bedienen, um ihre Art zu erhalten. Ja selbst ein kurzer Ausflug ins Reich der Viren lässt uns staunen.

Die Kapitel sind nicht allzu lang, so dass man das eine oder andere auch mit Kindern lesen kann. Witzig sind die Illustrationen, die den bitterbösen Geschichten eine gewisse Leichtigkeit verleihen.

Fazit:

Lehrreich und regt zum Schmunzeln, daher gibt es 4 Sterne.

Veröffentlicht am 27.02.2025

Netter Roman

Wohnverwandtschaften
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Murat, Jörg und Anke wohnen schon eine Weile gemeinsam in der Hamburger WG, als Zahnärztin Constanze, nach der Trennung von ihrem Mann einzieht. Für Constanze soll die WG nur ein Provisiorium sein. Zunächst ...

Murat, Jörg und Anke wohnen schon eine Weile gemeinsam in der Hamburger WG, als Zahnärztin Constanze, nach der Trennung von ihrem Mann einzieht. Für Constanze soll die WG nur ein Provisiorium sein. Zunächst sind die vier eher eine Zweckgemeinschaft. Sie sind unterschiedlichen Alters und befinden sich in völlig grundverschiedenen Lebensphasen. Allerdings scheint genau deswegen zwischen ihnen eine Freundschaft mit all ihren Höhen und Tiefen entstanden zu sein. Die schleichend beginnende Demenz von Wohnungseigentümer Jörg stellt die WG zunehmend vor Probleme.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der vier WG-BewohnerInnen erzählt. Das macht den Charme dieses Romans aus. Geschickt und einfühlsam geht Autorin Isabel Bogdan mit dem Thema Demenz um. Allerdings fehlt mir das gewisse Etwas. In Österreich heißt es, ein Provisorium hielte 100 Jahre. Das sehe ich nicht ganz.

Ich habe von Isabel Bogdan vor einiger Zeit „Mein Helgoland“ gelesen, das mir wesentlich besser gefallen hat. Allerdings ist diese Hommage an Helgoland natürlich ein anderes Genre.

Fazit:

Ein netter Roman für Zwischendurch, der die Vorteile einer Wohnverwandtschaft gegenüber einer richtigen Verwandtschaft aufzeigt. Gerne gebe ich hier 3 Sterne.

Veröffentlicht am 27.02.2025

Reiner Wein, oder doch nicht?

Weinstraßenbetrug
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Einige Jahre sind nun ins Land, genauer in die Pfalz, gezogen- Sowohl Staatsanwalt Benjamin Röder als auch KHK Gerald Steiner rücken dem Pensionsalter immer näher. Man könnte glauben, dass sie nun ein ...

Einige Jahre sind nun ins Land, genauer in die Pfalz, gezogen- Sowohl Staatsanwalt Benjamin Röder als auch KHK Gerald Steiner rücken dem Pensionsalter immer näher. Man könnte glauben, dass sie nun ein wenig gesetzter agieren würden. Doch nein, die Kameradschaft aus den Zeiten der Bundeswehrzeit hat sichtlich alle Stürme überdauert.

Als Röders Jugendfreund und Schwerenöter, der Starwinzer Achim Hellinger, verdächtigt wird, der Kopf einer internationalen Weinfälscherbande zu sein, dürfen die beiden wegen Befangenheit nicht ermitteln.

Doch KHK Gelderer, der beauftragte Ermittler, gilt als schlampig, aber karrieregeil und ist ausgerechnet ein Freund eines bekannten Politikers. Ein Schelm, der sich hierbei nichts oder doch etwas denkt. Dass hat Achim blöderweise mit der Politiker-Ehefrau gerade ein Pantscherl hat, ist der Sache auch nicht wirklich dienlich.

Gleichzeitig kommen mehrere Winzer bei Arbeitsunfällen zu Tode, die sich recht bald als vorgetäuscht herausstellen.

Um Achim aus der Patsche zu helfen, aktivieren Röder und Steiner ihre Beziehungen zu ihren Kollegen in anderen Dienststellen und können ein mehrdimensionales kriminelles Netzwerk enttarnen.

Meine Meinung:

Ich habe ja in letzter Zeit mehrere Krimis aus dieser Pfalz-Krimi-Reihe gelesen. War in den früheren Bänden der Pfälzer Dialekt sparsam eingesetzt, so ist er diesmal für mich persönlich ein wenig zu oft verwendet worden. Andere Leser mögen das vielleicht recht gerne.

Interessant, weil nicht so präsent, ist die Produktpiraterie, die auch vor Wein nicht Halt macht. Dabei sind es nicht nur die exklusiven Rothschild-Weine, die hurtig ge- und verfälscht werden, sondern auch das mittelpreisige Segment im gut sortierten Supermarkt oder Fachhandel. Hier sind zwar die Margen pro Flasche geringer, aber die Menge bringt ordentlich Gewinn. Die Moral von der Geschichte: Kaufe deinen Wein nur beim Winzer deines Vertrauens direkt ab Hof. Dieser Einblick in das Weinpantsch-Business hat mir gut gefallen!

Wieder siegt das Gute über das Böse und das mit dem Ruhestand müssen sich Röder und Steiner noch einmal überlegen. Die beiden feiern ohnehin erst ihren 60iger.

Fazit:

Ein typischer Krimi mit viel Lokalkolorit und viel Interessantes über das Weinbusiness. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.02.2025

Der dritte Mann lässt grüßen ...

Internationale Zone
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Der 1984 gegründet Picus Verlag bringt jedes Jahr ca. 35 Bücher heraus. Dabei sind auch einige Neuausgaben wie dieses gemeinsam Buch von Milo Dor (1923 - 2005) & Reinhard Federmann (1923 - 1976) „Internationale ...

Der 1984 gegründet Picus Verlag bringt jedes Jahr ca. 35 Bücher heraus. Dabei sind auch einige Neuausgaben wie dieses gemeinsam Buch von Milo Dor (1923 - 2005) & Reinhard Federmann (1923 - 1976) „Internationale Zone“, dabei. Der Roman ist in gediegener Aufmachung in Leinen und Lesebändchen wieder auf dem Markt gebracht werden.

Das Autoren-Duo hat einen fesselnden Roman verfasst, dessen Story sich so, oder so ähnlich im Wien von 1950 abgespielt haben kann.

Die ersten Jahre des blühenden Schwarzmarktes sind vorbei. Schieber, Straßenhändler und Profiteure der Nachkriegs(un)ordnung müssen sich nach anderen Einnahmequellen umsehen. Da kommen ihnen die unterschiedlichen Eigeninteressen der vier Besatzungsmächte gerade recht.

Nur, was ist nur die aktuell interessante Ware? Nun zuerst einmal Informationen, denn die Alliierten trauen einander nicht über den Weg. In weiterer Folge ist Menschenhandel im Auftrag einer der vier Besatzungsmächte ein lukrativer Job. Passieren darf allerdings nichts, sonst ist das gefährliche Geschäft hinfällig. Das müssen auch die Protagonisten leidvoll lernen, als ihnen eine für die Russen gesuchte Person unterwegs stirbt.

Wer sich nun von Klappentext und Cover an den „Dritten Mann“ von Graham Greene und den gleichnamigen Film erinnert fühlt, liegt richtig. Das Wien von 1950 ist, wie der Rest von Österreich in vier Besatzungszonen aufgeteilt, und im ersten Bezirk, der „Interalliierten oder Interantionalen Zone“, fahren die „Vier im Jeep“ gemeinsam Streife.

Der Schreibstil erinnert an amerikanische Hard Boild-Krimis. Kurze Sätze, schneller Szenenwechsel - im Film als „harter Schnitt“ bezeichnet.

Fazit:

Mir hat dieser Roman aus dem Nachkriegs-Wien sehr gut gefallen. Die eine oder andere diesbezügliche Andeutung haben meine Großeltern fallen lassen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 25.02.2025

Schmutziges Geld

Der Teufel von Luzern
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Als Lisa, die in Australien lebende Schweizerin, nach Luzern zurückkommt, um das Erbe ihre Tante Vera anzutreten, weiß sie noch nicht, was sie genau erwartet. Denn neben einem Haus in bester Lage, einem ...

Als Lisa, die in Australien lebende Schweizerin, nach Luzern zurückkommt, um das Erbe ihre Tante Vera anzutreten, weiß sie noch nicht, was sie genau erwartet. Denn neben einem Haus in bester Lage, einem Sparbuch und Goldmünzen, entdeckt sie in einer alten Waschmaschine 2 Millionen Franken mit der kryptischen Nachricht „An diesem Geld klebt Blut“. Paavo Baumgartner, ein Polizist kann hier nicht helfen und verweist sie an den Privatermittler Armand Godel.

Gemeinsam versuchen sie dem Ursprung des Geldes auf die Spur zu kommen und Lisa kommt dabei nicht nur ihrer eigenen dunklen Familiengeschichte nahe, sondern auch einer Gruppe einflussreicher wie skrupelloser Männer und ihren kriminellen Machenschaften.

Meine Meinung:

Dieser Krimi gewährt uns Einblicke in die Geschäfte der Geldwäsche, in der auch zahlreiche (Privat)Banken der Schweiz verwickelt sind. Es wimmelt von Strohmännern, die wie die Marionetten auf dem Filmplakat des „Paten“ an den Fäden ihrer Hintermänner zappeln.

Die Handlung ist interessant, aber es dauert ein wenig, bis sie so richtig in Gang kommt. Beinahe wäre der Krimi ohne Leichen ausgekommen. Letztendlich gibt es dann doch zwei Tote.

Die Charaktere wie oder Armand haben so manche Ecke und Kante, die sie interessant und sympathisch machen. Das schweizerische Flair wird durch Streifzüge in der Stadt Luzern und die typischen Schweizer Ausdrücke wie parkieren und Gipfeli vermittelt- Schmunzeln musste ich über Armand Godel Auto, den Oldtimer De Soto, den er vor Jahren aus Kuba importiert hat.

Patrick Greiner räumt mit der Mär der ach so sauberen und gesetzestreuen Schweiz ziemlich auf. Überall dort, wo viel Geld zu lukrieren ist, ist das Verbrechen nicht weit. Der Autor weiß, worüber er schreibt, ist er doch Jurist und hat Erfahrung sowohl als Anwalt, Notar und Berater in der Finanzindustrie als auch als Untersuchungsrichter bei der Staatsanwaltschaft in Luzern.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi 4 Sterne.