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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2025

Hat noch Luft nach oben

Stralsund ermittelt - Falsche Koffer lügen nicht
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ufgeklärt.

Als dann Laura, Schauspielerin am Stralsunder Theater in der vermeintlichen Detektei um Hilfe sucht, von Nele abgewiesen und wenig später ermordet wird, fühlt sich Nele verpflichtet, Nachforschungen ...

ufgeklärt.

Als dann Laura, Schauspielerin am Stralsunder Theater in der vermeintlichen Detektei um Hilfe sucht, von Nele abgewiesen und wenig später ermordet wird, fühlt sich Nele verpflichtet, Nachforschungen anzustellen.

Das Trio Nele, Fanny und Hektor beginnt im Theater zu schnüffeln, um herauszufinden, was es mit dem ominösen Koffer, der in Lauras Erzählung eine große Rolle spielt, auf sich hat. Dabei stoßen sie auf einen narzistischen Regisseur, eine umtriebige Requisiteurin und diverses Bühnenpersonal, das dem einen oder anderen Nebenjob unauffällig nachgeht. Und ja, Nele trifft einen Polizisten mit den schönsten blauen Augen der Welt, der weil in Stralsund eigentlich nichts los ist, im Café seines Freundes aushilft.

Meine Meinung:

Die Idee, den Schauplatz einer TV-Serie als Dreh- und Angelpunkt eines Krimis zu machen, hat mir gut gefallen. Die Umsetzung hat mir dann doch nicht ganz so gut gefallen. Man verrennt sich immer wieder in Nebensächlichkeiten. Manches wie die detaillierte Schilderung der Gartenpflege durch Hektor, füllt zwar die Seiten, bringt aber die Handlung nicht weiter. Auch die Sequenz, mit dem Nebengebäude, das die schrullige verstorbene Vorbesitzerin Hektor zu betreten verboten hat, weckt Interesse, das wenig später in einer Enttäuschung endet. Zwar entdeckt man zwei Oldtimer aus DDR-Zeiten, einen Barkas 1000 (VW-Bulli-Verschnitt) und einen, als Schwalbe bekannten Motorroller. Da hätte ich mir ein wenig mehr erwartet. Manches wirkt wie ein kurz eingeworfener Gedanke, der nicht zu Ende geführt wird.

Zwischendurch folgen wir Nele gedanklich wieder nach New York, erleben dort das Kennenlernen von David, das Gspusi mit ihm und ihre britische Mitbewohnerin Rosie. Diese Rückblenden sind meiner Ansicht nach viel zu ausführlich und unterbrechen den Lesefluss.

Der Einblick in das Verhältnis Peter und Friedhelm sowie der Auftritt von Friedhelms Mutter ist ebenfalls zu aufwändig beschrieben.

Von den Charakteren finde ich Rosie, die britische Mitbewohnerin in New York noch am interessantesten. Nele scheint zwar beruflich erfolgreich zu sein und für ihre Klienten die richtige Therapie zu haben. Bei sich selbst versagen aber Intuition und Ausbildung. Nebenbei, wie kann eine beruflich offensichtlich bestens etablierte Frau, sich wie ein kleines, unerfahrenes Mädchen auf einen Mann einlassen, den sie kaum kennt? Auch die ständige Frage, ob Nele in Stralsund bleiben oder wieder nach New York zurückgehen soll, nervt ein wenig. Eine toughe Frau, die es in New York geschafft hat, sieht anders aus. Eine Jugendstilvilla in Stralsund wird auch nicht gerade billig sein und diese dann auch noch online zu kaufen, erscheint mir ein wenig weit hergeholt.

Es scheint, als wäre die Autorin nicht sicher, ob sie eine Geschichte einer von der Liebe gleich zwei Mal enttäuschten jungen Frau erzählen wollte, oder einen Krimi. Irgendwie ist das Buch nicht Fisch und Fleisch. Das ist ziemlich schade, denn die Idee mit der Villa als Schauplatz hat mir ja, wie schon erwähnt, gut gefallen. Schmunzeln musste ich vor allem, mit welchen Vorstellungen die Fans hier auftauchen. Die Beteuerungen Neles, kein Detektivbüro zu betreiben, dringen bei den Besuchern nicht durch. Dieser Aspekt hätte ein wenig mehr herausgearbeitet werden können.

Letztlich wird nach einigem hin- und her das Rätsel um den Koffer sowie dessen Inhalt gelöst. Annabel Raven hat sowohl das Trio Weingold als auch mich als Leserin ein wenig an der Nase herumgeführt. Wenn die Autorin also das ganze (Liebes)Klimbim weggelassen und das Buch ein wenig gestrafft hätte, wäre ein durchaus fesselnder Krimi herausgekommen. So plätschert die Handlung ein wenig unstet vor sich hin.

Fazit:

Dieser Stralsund-Krimi hat noch Luft nach oben, daher nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 01.03.2025

Die wichtigsten Freiheitskämpferinnen aus allen fünf Kontinenten

Revolutionärinnen. Frauen, die Geschichte schrieben
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Historikerin Alexandra Bleyer, die sich neben ihrem Lieblingsthema Propaganda, den Biografien von Kämpferinnen für Frauenrechte verschrieben hat, erzählt in diesem Buch von 20 Frauen, die unter Einsatz ...

Historikerin Alexandra Bleyer, die sich neben ihrem Lieblingsthema Propaganda, den Biografien von Kämpferinnen für Frauenrechte verschrieben hat, erzählt in diesem Buch von 20 Frauen, die unter Einsatz ihres Lebens, dafür eingetreten sind. Sie legt den Fokus auf Frauen des 19. und 20. Jahrhunderts. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Frauen, die für ihre Überzeugung, Frauen müssen Männern gleich gestellt sein, mit Repressalien wie Gefängnis, behördliche Abnahme der Kinder oder gar einer Hinrichtung ausgesetzt waren. Nicht alle können in diesem Buch Aufnahme finden. Wie ich die Autorin kenne, ist ihr die Wahl sehr schwer gefallen.

Einige, wie Olympe de Gouges, Bertha von Suttner, Louise Otto-Peters, Rosa Luxemburg, George Sand oder Alexandra Kollontai sind durchaus bekannt. Andere wiederum kennen nur Insiderinnen. Zum einem, weil sie auf einem anderen Kontinent oder wie Sojouner Truth (USA) zusätzlich noch von schwarzen Sklaven abstammten. Namen von Feministinnen wie Pandita Ramabai (Indien), Kishida Toshiko (Japan) oder Emine Semiye (Türkei) sind hier Mitteleuropa kaum bekannt.

Natürlich können in einem rund 300 Seiten umfassenden Buch keine ausführlichen Biografien dargestellt werden. Sie machen allerdings Lust, sich mit den Frauen näher zu beschäftigen. Alexandra Bleyer ist bekannt dafür, das Wesentliche auf nur wenigen Seiten anschaulich ihrer Leserschaft näherzubringen. So ist es ihr gelungen, Aufstieg und Fall von Napoleon Bonaparte in der Reclam-Reihe „100 Seiten“ auf ebenso viele zusammenzufassen.

Wer mehr über Revolutionen, vor allem über jene von 1848/49 lesen möchte, dem sei Alexandra Bleyer Buch „1848. Eine gescheiterte Revolution“ ebenfalls im Reclam-Verlag erschienen, empfohlen. Hier geht die Autorin ebenfalls auf die weibliche Sicht der Revolutionen ein.

Eine an den Verlag gerichtete Anmerkung möchte ich auch noch anbringen: Die Schriftgröße im gedruckten Buch ist unglücklich gewählt, weil sie für ein angenehmes Lesen viel zu klein ist. Ursprünglich war das Buch ja mit 400 Seiten ne gekündigt worden. Geht das Schonen von Ressourcen nun auf Kosten der Lesefreundlichkeit?

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Überblick über revolutionäre Frauen, der zahlreiche Anregungen bietet, sich mit einer der genannten Frauen näher zu beschäftigen, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 28.02.2025

Tödliche Natur

True Crime in Nature
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Dieses Kosmos-Buch führt uns, wie alle Bücher des Verlages in die Welt des Staunens und des Wissens. Diesmal dürfen wir zahlreichen Tieren und Pflanzen bei ihren kriminellen Machenschaften zusehen. ...

Dieses Kosmos-Buch führt uns, wie alle Bücher des Verlages in die Welt des Staunens und des Wissens. Diesmal dürfen wir zahlreichen Tieren und Pflanzen bei ihren kriminellen Machenschaften zusehen.

Dass das Kuckucksweibchen ihr Ei in ein fremdes Nest legt und das getäuschten Brutpaar das Ausbrüten und die anschließende Brutpflege übernimmt, ist ja wohl hinlänglich bekannt. Darüber hinaus erfahren wir einiges über andere Tiere und Pflanzen, die sich krimineller Machenschaften bedienen, um ihre Art zu erhalten. Ja selbst ein kurzer Ausflug ins Reich der Viren lässt uns staunen.

Die Kapitel sind nicht allzu lang, so dass man das eine oder andere auch mit Kindern lesen kann. Witzig sind die Illustrationen, die den bitterbösen Geschichten eine gewisse Leichtigkeit verleihen.

Fazit:

Lehrreich und regt zum Schmunzeln, daher gibt es 4 Sterne.

Veröffentlicht am 27.02.2025

Netter Roman

Wohnverwandtschaften
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Murat, Jörg und Anke wohnen schon eine Weile gemeinsam in der Hamburger WG, als Zahnärztin Constanze, nach der Trennung von ihrem Mann einzieht. Für Constanze soll die WG nur ein Provisiorium sein. Zunächst ...

Murat, Jörg und Anke wohnen schon eine Weile gemeinsam in der Hamburger WG, als Zahnärztin Constanze, nach der Trennung von ihrem Mann einzieht. Für Constanze soll die WG nur ein Provisiorium sein. Zunächst sind die vier eher eine Zweckgemeinschaft. Sie sind unterschiedlichen Alters und befinden sich in völlig grundverschiedenen Lebensphasen. Allerdings scheint genau deswegen zwischen ihnen eine Freundschaft mit all ihren Höhen und Tiefen entstanden zu sein. Die schleichend beginnende Demenz von Wohnungseigentümer Jörg stellt die WG zunehmend vor Probleme.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der vier WG-BewohnerInnen erzählt. Das macht den Charme dieses Romans aus. Geschickt und einfühlsam geht Autorin Isabel Bogdan mit dem Thema Demenz um. Allerdings fehlt mir das gewisse Etwas. In Österreich heißt es, ein Provisorium hielte 100 Jahre. Das sehe ich nicht ganz.

Ich habe von Isabel Bogdan vor einiger Zeit „Mein Helgoland“ gelesen, das mir wesentlich besser gefallen hat. Allerdings ist diese Hommage an Helgoland natürlich ein anderes Genre.

Fazit:

Ein netter Roman für Zwischendurch, der die Vorteile einer Wohnverwandtschaft gegenüber einer richtigen Verwandtschaft aufzeigt. Gerne gebe ich hier 3 Sterne.

Veröffentlicht am 27.02.2025

Reiner Wein, oder doch nicht?

Weinstraßenbetrug
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Einige Jahre sind nun ins Land, genauer in die Pfalz, gezogen- Sowohl Staatsanwalt Benjamin Röder als auch KHK Gerald Steiner rücken dem Pensionsalter immer näher. Man könnte glauben, dass sie nun ein ...

Einige Jahre sind nun ins Land, genauer in die Pfalz, gezogen- Sowohl Staatsanwalt Benjamin Röder als auch KHK Gerald Steiner rücken dem Pensionsalter immer näher. Man könnte glauben, dass sie nun ein wenig gesetzter agieren würden. Doch nein, die Kameradschaft aus den Zeiten der Bundeswehrzeit hat sichtlich alle Stürme überdauert.

Als Röders Jugendfreund und Schwerenöter, der Starwinzer Achim Hellinger, verdächtigt wird, der Kopf einer internationalen Weinfälscherbande zu sein, dürfen die beiden wegen Befangenheit nicht ermitteln.

Doch KHK Gelderer, der beauftragte Ermittler, gilt als schlampig, aber karrieregeil und ist ausgerechnet ein Freund eines bekannten Politikers. Ein Schelm, der sich hierbei nichts oder doch etwas denkt. Dass hat Achim blöderweise mit der Politiker-Ehefrau gerade ein Pantscherl hat, ist der Sache auch nicht wirklich dienlich.

Gleichzeitig kommen mehrere Winzer bei Arbeitsunfällen zu Tode, die sich recht bald als vorgetäuscht herausstellen.

Um Achim aus der Patsche zu helfen, aktivieren Röder und Steiner ihre Beziehungen zu ihren Kollegen in anderen Dienststellen und können ein mehrdimensionales kriminelles Netzwerk enttarnen.

Meine Meinung:

Ich habe ja in letzter Zeit mehrere Krimis aus dieser Pfalz-Krimi-Reihe gelesen. War in den früheren Bänden der Pfälzer Dialekt sparsam eingesetzt, so ist er diesmal für mich persönlich ein wenig zu oft verwendet worden. Andere Leser mögen das vielleicht recht gerne.

Interessant, weil nicht so präsent, ist die Produktpiraterie, die auch vor Wein nicht Halt macht. Dabei sind es nicht nur die exklusiven Rothschild-Weine, die hurtig ge- und verfälscht werden, sondern auch das mittelpreisige Segment im gut sortierten Supermarkt oder Fachhandel. Hier sind zwar die Margen pro Flasche geringer, aber die Menge bringt ordentlich Gewinn. Die Moral von der Geschichte: Kaufe deinen Wein nur beim Winzer deines Vertrauens direkt ab Hof. Dieser Einblick in das Weinpantsch-Business hat mir gut gefallen!

Wieder siegt das Gute über das Böse und das mit dem Ruhestand müssen sich Röder und Steiner noch einmal überlegen. Die beiden feiern ohnehin erst ihren 60iger.

Fazit:

Ein typischer Krimi mit viel Lokalkolorit und viel Interessantes über das Weinbusiness. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.