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Venatrix

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Veröffentlicht am 06.04.2024

Eine gelungene Fortsetzung

Bedrohliche Provence
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„Man kommt nicht mit einem Messer zu einer Schießerei!“

Der pensionierte Ex-Commissaire Albin Leclerc fühlt sich nach wie vor unterbeschäftigt, da hilft weder das Boule-Spiel noch die Tatsache, dass Mops ...

„Man kommt nicht mit einem Messer zu einer Schießerei!“

Der pensionierte Ex-Commissaire Albin Leclerc fühlt sich nach wie vor unterbeschäftigt, da hilft weder das Boule-Spiel noch die Tatsache, dass Mops Tyson Vater geworden ist. Das war ja eine einmalige Angelegenheit, zu der Albin nichts beigetragen hat. Die jungen Möpse haben ein neues Zuhause gefunden.

Da kommt der Anruf seines alten Bekannten Arnault Langlois, der sich Sorgen um seine Nichte Sandrine und deren Lebensgefährten gerade recht. Von den beiden, die als Krankenschwester bzw. als Apothekengehilfe in der nahen Klinik arbeiten, fehlt jede Spur. Wenig später wird das Paar erschossen aufgefunden. Verwirrung stiftet ein ausgedrucktes Foto der jungen Ehefrau eines reichen Rotlichtbosses in ihrem Auto. Wollten die beiden die Frau entführen? Als dann ein weiteres Paar ermordet wird, bei dem man ebenfalls das Foto findet, steht die offizielle Polizei, Leclercs ehemaligen Kollegen Catherine Castel und Alain Theroux, vor einem Rätsel.

Dann entdeckt man eine Spur nach Afrika und zu einem Sondereinsatz der französischen Armee. Doch die Mordserie ist noch nicht zu Ende. Will sich hier jemand für erlittenes Unrecht rächen? Und welche Rolle spiel Gabriel Martinet vom französischen Inlandsgeheimdienst, der Catherine Castel schon mehrmals das Leben schwer gemacht hat?

Albin Leclerc, der seine ganze Erfahrung und seine Chuzpe in die Waagschale wirft, zieht den einen oder anderen Faden aus seiner eigenen Vergangenheit und stößt buchstäblich auf einen Mann, der nichts mehr zu verlieren hat.

Meine Meinung:

In diesem 10. Fall zieht Albin Leclerc wieder aller Register. Während seine ehemaligen Kollegen Castel und Theroux
streng nach Polizeihandbuch vorgehen (müssen), kann Albin die eine oder andere Abkürzung nehmen, was aber Castel und Theroux regelmäßig auf die Palme treibt. Blöderweise gibt der Erfolg Albin recht. Ich denke, er wird irgendwann einmal zu oft, die Verbrecher jagen.

Dieser Provence-Krimi lässt sich leicht und locker an einem Nachmittag lesen. Diesen 10. Fall finde ich einen Hauch fesselnder als den vorherigen. Der Autor die Spannung hoch halten, was auch an der Figur von . Das liegt zum größten Teil an den tiefschürfenden und doch humorvollen Dialogen zwischen Albin und Mops Tyson.

Schmunzeln musste ich über die Szene an der Bar:

„Man kommt nicht mit einem Messer zu einer Schießerei, lautet ein geflügeltes Wort. Und wie verhielt es sich, wenn man einen noch verkorkten Moët mitbrachte? Fraglos war man ebenfalls ein Dummkopf. Es sei denn, man hatte keine andere Wahl und dachte sich: Besser als gar nichts. So wie Albin, der die grüne Flasche wie eine Keule hielt und sich auf die Bar zubewegte.“

Fazit:

Wieder lassen falsche Spuren, die eine oder andere überraschende Wendung und eine schlüssige Auflösung das Krimileserherz höher schlagen. Dazu noch etwas Provence-Feeling und schon ist der Lesenachmittag perfekt. Von mir gibt es 5 Sterne für diese gelungene Fortsetzung.

Veröffentlicht am 06.04.2024

Wie gut kennst du deine Freundinnen wirklich?

Keine Spaghetti sind auch keine Lösung
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Wie gut kennst du deine besten Freundinnen wirklich? Teilst du ALLE deine Geheimnisse mit ihnen? Oder verschweigst du ihnen Teile der Wahrheit?

Amelie, Mia, Poppy und Franziska, die alle Welt nur Schröder ...

Wie gut kennst du deine besten Freundinnen wirklich? Teilst du ALLE deine Geheimnisse mit ihnen? Oder verschweigst du ihnen Teile der Wahrheit?

Amelie, Mia, Poppy und Franziska, die alle Welt nur Schröder nennt, sind seit ihrer Jugend beste Freundinnen. Als Amelie nach Italien auswandert, sehen sich die vier Frauen nur mehr per Videokonferenz, aber zu einem Besuch in der Toskana kann sich keine der drei anderen so wirklich aufraffen. Dann platzt die Nachricht vom Tod Amelies in die Welt von Mia, Poppy und Schröder. Jetzt machen sich die drei verbliebenen Freundinnen auf den Weg in die Toskana, um sich, wie von Amelie gewünscht, um die Beerdigung zu kümmern. Schon die Anreise ist turbulent: Von Hamburg in die Toskana mit einem Cabrio und viel zu viel Gepäck.

Recht bald wird klar, dass sich die vier Freundinnen gegenseitig eine heile Welt vorgespielt haben. Weder ist das „Castello“, das Amelie den Freundinnen vermacht hat, ein ansehnlicher Landsitz noch ist die Verstorbene eine berühmte Malerin. In ihrem italienischen Umfeld wird nur von “La pazza tedesca“, der verrückten Deutschen, gesprochen. Als sich dann noch das Begräbnis, Amelie wollte eine Feuerbestattung, verzögert, und ein paar unangenehme Wahrheiten zutage kommen, scheint die Jahrzehnte lange Freundschaft zu zerbröckeln ...

Meine Meinung:

Dieser Roman über Freundschaft unter Frauen, die doch nicht ganz so idyllisch ist, wie es sich die vier Damen vormachen, hat mir recht gut gefallen. Die drei Überlebenden sind um die Fünfzig, und kämpfen mit unerfüllten Sehnsüchten und verpassten Gelegenheiten. Die eine sucht ihren Erfolg im Beruf, die andere nimmt sich regelmäßig jüngere Kurzzeitliebhaber und die dritte lügt sich über ihre ach so tolle Ehe in den Sack und in die Depression. Irgendwie ein Klassiker so rund um Fünfzig, oder? Keine will der anderen eingestehen, dass sich die Träume nicht verwirklichen haben lassen. Vor allem Mia scheint, mit dem Bestreben ihre Fassade aufrecht erhalten zu wollen, alle vergrault zu haben.

Sie werfen sich allerlei Gemeinheiten an den Kopf, die sich sichtlich seit Jahren aufgestaut haben und, um gleichzeitig vom eigenen Fehlverhalten abzuhalten.

Ja, das reinigende Gewitter hat sein müssen, auch wenn diese Freundschaft niemals mehr so sein wird, wie sie einmal war.

Die Geschichte ist flott erzählt und Spaghetti mit Saucen in vielen Variationen sowie das eine oder andere Glas Weiß- oder Rotwein spielen ein große Rolle. Denn keine Spaghetti sind auch keine Lösung.

Vielleicht sollten wir unsere Freundschaften besser pflegen. Wie gut kennst du deine besten Freundinnen wirklich? Teilst du ALLE deine Geheimnisse mit ihnen? Oder verschweigst du ihnen Teile der Wahrheit?

Fazit:

Wer gerne eine Geschichte über echte Freundschaft und wie viel eine solche aushalten kann, lesen möchte, ist hier genau richtig. Diesen Roman bewerte ich mit 4 Sternen.

Veröffentlicht am 02.04.2024

Endlich ein sachliches Buch zur Klimadebatte

Im Namen des Klimas
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Endlich ein intelligentes Buch zur Klimadebatte, das sachlich mit diesem komplexen Thema umgeht! Für mein persönliches Empfinden gibt es nämlich viel zu wenig politische Sachbücher, die von Frauen verfasst ...

Endlich ein intelligentes Buch zur Klimadebatte, das sachlich mit diesem komplexen Thema umgeht! Für mein persönliches Empfinden gibt es nämlich viel zu wenig politische Sachbücher, die von Frauen verfasst sind. Bücher, die sich sachlich mit jenen Themen, die jeden von uns betreffen, auseinandersetzen, abseits von populistischen und polemischen Geschrei und Geschwurbel.

Dieses neue Buch von Elisabeth Zehetner ist mutig, sinnvoll und notwendig zugleich. Mutig, weil es dem Trend des demonstrativen „Dagegenseins“ widerspricht, notwendig, weil es eine Menge Informationen bereithält und sinnvoll, weil es ein Thema behandelt, bei dem es um viel geht und wir alle betroffen sind. Elisabeth Zehetner setzt sich in ihrem Buch mit der Instrumentalisierung von Medien und Institutionen durch den Klima-Aktivismus bewusst differenziert auseinander. Die aktuelle Ausgangslage und Zukunftsszenarien werden sachlich dargestellt. Zahlreiche Abbildungen ergänzen den Text.

Elisabeth Zehetner ist Geschäftsführerin von „oecolution austria“ und zeigt, in welche Sackgassen einseitiger Klimaaktivismus führen kann und blendet auch die Argumente der Leugner des Klimawandels nicht aus.
In insgesamt neun Thesen zeigt sie in ihrer konstruktiven Streitschrift, wie der Fokus wieder auf die sachliche Ebene zurückgeführt werden kann. Unbestritten ist, dass weltweit Maßnahmen gesetzt werden müssen.

Zu vernünftigem Klimaschutz gibt es keine Alternative - zu Panik sehr wohl
Die Endzeitstimmung in der Klimadebatte schadet der Sache
Die extremen Positionen der Klimaaktivisten sind eine Gefahr für die Demokratie
Die Ideologisierung von Klimaschutz fördert Technologiefeindlichkeit
Die Instrumentalisierung von Gerichten und Medien durch die Klimaaktivisten ist ein Problem
Klimaschutz braucht die Mitte der Gesellschaft und alle Generationen
Wirtschaftliches Wachstum ist die Grundlage für den Klimaschutz - nicht Schrumpfung
Technologien sind unser mächtigster Hebel für eine bessere Klimazukunft
Der Klimaschutz ist EIN wichtiges Ziel für Österreichs Zukunft

Elisabeth Zehetner nennt sich selbst „Öko-Optimistin“ - eine Wortschöpfung, die mit gut gefällt - und erklärt, was sie darunter versteht. Sie lädt ein, dem Thema Klimaschutz mit Offenheit, Zuversicht und Vertrauen statt mit aggressiver Ignoranz und lähmender Panikmache entgegenzutreten. Beim Thema Klimaschutz gibt es kein schwarz oder weiß, kein Allheilmittel. Es ist notwendig, alle erlernten Kulturtechniken einzusetzen, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.

Elisabeth Zehetner liegt es ganz besonders am Herzen, dass sich die Politik von radikalisierten Klimaaktivisten nicht erpressen lässt, wie es in der Stadt Hannover bereits passiert ist. Einige dieser radikalen Klimaaktivisten haben autoritäres Gedankengut, das die Demokratie aushebeln könnte. Mit einem autoritären Staat ist für den Klimaschutz nicht gewonnen. Es würde nur eine kleine elitäre Gruppe oder gar ein Einzelner über Wohl oder Weh entscheiden.

Die Gestaltung der Zukunft ist ein äußerst komplexes Thema, das sich sich nicht ausschließlich auf den Klimaschutz fokussieren kann.

„Während Klimaaktivisten sich nur auf das eine Ziel ‚Klimaschutz‘ konzentrieren, müssen wir für eine gute und sichere Zukunft Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Nachhaltigkeit gemeinsam verwirklichen. Das erfordert ein Mindset in Politik und Gesellschaft, das auf Vernunft und Machbarkeit setzt“ (S. 144)

Um unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft bieten zu können, bedarf es wirtschaftlicher Vernunft, intelligente neue Technologien sowie ein gemeinschaftliches Zusammenarbeiten aller Gesellschaftsschichten und aller Generationen. Extremismus, egal ob links oder rechts oder religiös motiviert, hat hier keinen Platz.

„Wir stehen Umweltproblemen nicht machtlos gegenüber. Wir können sie lösen - mit vernünftigen Maßnahmen.“

Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem intelligenten Buch, das sich einerseits kritisch mit dem Aktionismus, der sich in Sachen Klimaschutz breit gemacht auseinandersetzt und andererseits dafür plädiert, mit mehr Vernunft der Zukunft entgegenzugehen, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 01.04.2024

Hat mich nicht überzeugt

Wilde Wut
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Dieser Krimi ist der 16. aus der Reihe rund um Privatermittlerin Katinka Palfy und ihrem Lebenspartner KHK Hardo Uttenreuther. Für mich ist es der erste Krimi von Autorin Friederike Schmöe.

Worum geht’s?

Man ...

Dieser Krimi ist der 16. aus der Reihe rund um Privatermittlerin Katinka Palfy und ihrem Lebenspartner KHK Hardo Uttenreuther. Für mich ist es der erste Krimi von Autorin Friederike Schmöe.

Worum geht’s?

Man findet die Leiche von Michael Dreysbach unterhalb der Bamberger Heinrichsbrücke. Auf den ersten Blick scheint der Mann unglücklich gestürzt zu sein, doch als man ein Stück Stoff in seinem Hals, Antidepressiva und Kokain in seinem Blut sowie in seiner Jackentasche entdeckt, ist klar, dass der Sohn des berüchtigten Immobilienmaklers Günther Dreysbach ermordet worden ist. Es scheint, als hätte der Tote eine Menge Feinde gehabt. Nur, wer ist der Täter?

In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Babs kennen, die einerseits durch eben solche Immobilienspekulanten ihre Wohnung verloren hat, und andererseits psychische Probleme hat. Gemeinsam mit einer Gruppe Gleichgesinnter protestiert sie gegen die Gentrifizierung und gerät dadurch in den Fokus der Polizei. Babs bittet ausgerechnet Katinka Palfy um Hilfe, die ihrerseits eine Klagsdrohung wegen Blattlausbefall erhalten hat. Dem schäbigen Kaufangebot für ihr Haus vor einem Jahr hat Palfy keine Beachtung geschenkt. Als sie erneut ablehnt, lernt sie die kriminelle Ader des Immobilienmaklers kennen, die Sabotage und Sachbeschädigung beinhaltet.

Bei ihren Recherchen entdeckt Katinka, dass es zahlreiche Mieter und Eigentümer gibt, die von Dreysbach Machenschaften betroffen sind. Bei einigen macht sich wilde Wut breit.

Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass die Dreysbachs eine höchst dysfunktionale Familie sind. Patriarch Günther demütigt Frau und Kinder, lässt alle nach seiner Pfeife tanzen und wer nicht mitmacht, wird ausgestoßen.

Meine Meinung:

Die Stadt Bamberg kenne ich nicht, weshalb ich sowohl zu Architektur als auch zur Geschichte eine Beziehung aufbauen konnte.

Die Charaktere KHK Hardo Uttenreuther, Katinka Palfy sowie der Journalist Dante Wischnewski leben in verschiedenen Wohnungen unter einem Dach und scheinen miteinander befreundet zu sein. Berufliches und Privates wird recht gut getrennt und man hilft einander mit Rat und Tat.

Die Machenschaften von Immobilienhaien sowie die Gentrifizierung ganzer Stadtteile bieten immer wieder Stoff für Konflikte, beschäftigen Legionen von Rechtsanwälten und inspirieren Krimiautoren. Allerdings habe ich dazu schon deutlich fesselnder Krimis lesen können.

Obwohl ich üblicherweise keine Probleme habe, irgendwo in der Mitte oder am Ende eine Reihe einzusteigen, ist werde ich diese hier nicht weiterverfolgen.

Fazit:

Leider hat mich der Krimi nicht wirklich gefesselt, daher nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 01.04.2024

"Hohes Gehalt?" JA, bitte - "Leistung? Überstunden?" SICHER, NICHT!

Verzogen, verweichlicht, verletzt
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Susanne Nickel ist Autorin und Unternehmensberaterin. Sie erlebt tagtäglich, wie die, als Generation Z bezeichneten jungen Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind, bei vielen Arbeitgebern ob ...

Susanne Nickel ist Autorin und Unternehmensberaterin. Sie erlebt tagtäglich, wie die, als Generation Z bezeichneten jungen Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind, bei vielen Arbeitgebern ob ihrer Einstellung zu Arbeit und Leistung für Kopfschütteln sorgen.

In vier Abschnitten beleuchtet die Autorin die aktuelle Situation und versucht Lösungen aus dem Dilemma zu finden:

Was läuft falsch am Arbeitsmarkt?
Eine Generation auf dem Egotrip?
Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum?
Und jetzt? Welche Lösungen gibt es?

Zunächst stellt Susanne Nickel das „Haus der Generationen“ vor. Auch wenn es sich hier um Daten aus Deutschland handelt, kann das meiste auch auf Österreich übertragen werden.

Generation Silent (1929-1945)
Generation (Baby)Boomer (1945-1964)
Generation X (1965-1979)
Generation Y (1980-1994)
Generation Z (1995-2010)

Die Autorin berichtet über ihre Erfahrungen mit Personalchefs, die händeringend Mitarbeiter suchen und an der Erwartungshaltung der Bewerber schier verzweifeln. Ich kann auch ein kleines Beispiel anbieten, obwohl ich üblicherweise bei Personalentscheidungen nicht mitzureden habe, aber diesmal bei Vorstellungsgesprächen dabei war. Wir (eine österr. Bundesdienststelle) hatten unlängst eine Lehrstelle für den Lehrberuf „Verwaltungssassistenz“ (also eine Bürostelle) ausgeschrieben. Ein Bewerber (25 Jahre) hat gemeint, er möchte nur 20 Stunden pro Woche arbeiten, die aber dafür vollständig im Homeoffice, das Gehalt natürlich für die Vollzeit, die Mitgliedschaft in einem Fitnesscenter seiner Wahl und einen Dienstwagen. Unserem HR-Chef ist die Spucke weggeblieben.

„Die Generation Z zeigt, dass sie sich schwertut mit der Realität und dem Leben der anderen, es zählt vorrangig das eigene.“

Die grundsätzlich Kernaussage des Buchs ist „Die deutsche Wirtschaft ist auf die junge Generation angewiesen, was heißt, dass Unternehmen gezwungen sind, sich auf Veränderungen einzustellen. Sie müssen reagieren.“ Ja, das unterschreibe ich gleich. Aber auf solche oder ähnliche unverschämten Forderungen einzugehen, halte ich nicht wirklich für sinnvoll. Was kommt dann als Nächstes?

Susanne Nickel provoziert natürlich, bietet aber auch, nachdem sie die verschiedenen Perspektiven einige Ideen zur Abhilfe an. Die zehn Fragen eines HR-Managers an die Bewerber halte ich für einen interessanten und einfachen sowie kostenlosen Ansatz. Man könnte ähnliche Fragen auch dem Bestandspersonal stellen, damit die „ihre“ Firmen nicht verlassen. Ich kenne einige altgediente KollegInnen, deren Leitspruch ist „Für das Gehalt mache ich das nicht. Die Verantwortung übernehme ich nicht. Das steht nicht in meiner Arbeitsplatzbeschreibung.“

„Viele Wünsche der Z-ler – etwa in Bezug auf Führung, Flexibilität und ehrliches Feedback – sind inzwischen Forderungen aller Generationen.“

Auffällig bei der Generation Z ist, dass sie, wenn es nicht nach ihrem Kopf geht, sofort gekündigt wird. Job-Hopping ist ein weit verbreitetet Phänomen. Es scheint, als ob Ausdauer oder Durchhalten, wenn es einmal eine Durststrecke gibt, nicht mehr vorhanden sind. Es muss immer alles JETZT, SOFORT, AUF DER STELLE passieren, wenn nicht, wird gekündigt - das entspricht oft dem Verhalten eines Kleinkindes im Trotzalter. Vermutlich, weil viele der Generation Z Einzelkinder sind, deren Eltern ihnen die Wünsche erfüllt haben, noch bevor sie ausgesprochen worden sind.

Meine Meinung:

Das Buch ist einerseits unterhaltsam, gut zu lesen , trotzdem regt es zum Nachdenken an. Nach zunächst sehr kritischen Beispielen zur Generation Z versetzt sich die Autorin gegen Ende des Buches in deren Perspektive und regt einen Dialog zwischen den Generationen an.

Autorin Susanne Nickel will in diesem Buch nicht nur Missstände aufzeigen, warnen und zur Diskussion anregen, sondern praktikable Lösungen finden und zum konkreten Handeln auffordern. Denn sie glaubt: Die Generation Z und die Boomer könn(t)en viel voneinander lernen. Gut gefallen hat mir die klare Struktur und die konstruktive Kritik, die auch die Firmenchefs nicht außen vor lässt. In dieser schwierigen Lage ist partnerschaftliches Miteinander der Generationen das Gebot der Stunde.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Buch, das zu Diskussionen anregt, um ein partnerschaftliches Miteinander unterschiedlicher Generationen zu erreichen, 5 Sterne.