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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2023

Eine gelungene Fortsetzung

Revanche
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„Revanche“ ist der siebente Teil der Reihe rund um Luc Verlain, dem Polizisten aus dem Aquitaine. Der Klappentext verheißt einen komplexen Fall:

Klappentext:

„An einem Sommermorgen mit der ersten Fähre ...

„Revanche“ ist der siebente Teil der Reihe rund um Luc Verlain, dem Polizisten aus dem Aquitaine. Der Klappentext verheißt einen komplexen Fall:

Klappentext:

„An einem Sommermorgen mit der ersten Fähre die Gironde zu überqueren, ist ein französischer Urlaubstraum. An diesem Tag aber bleibt beim Anlegen das erste Auto an Bord stehen und blockiert alle anderen. Der Fahrer, ein beliebter Malermeister, ist verschwunden, und keiner der Passagiere will etwas Verdächtiges gesehen haben. Dann findet man den Mann – tot, in der Tasche eine seltene Muschel. Commissaire Luc Verlain und sein Team ermitteln unter Hochdruck, als auch in Paris eine Leiche mit einer solchen Muschel gefunden wird. Besteht wirklich ein Zusammenhang? Oder ist alles nur Zufall, der Maler Opfer tragischer Eifersucht? Erst ein Tauchgang in die Vergangenheit bringt Licht in den rätselhaften Fall.“


Meine Meinung:

Wie wir es von Autor Alexander Oetker gewöhnt sind, sind einfache Lösungen seine Sache nicht. Kriminalistische Kleinarbeit sowie zahlreiche Überstunden für Luc Verlains Team, das sich über einen Neuzugang freuen darf, machen diesen Krimi spannend. Das Motiv des Täters reicht weit in dessen Kindheit hinein.

Daneben kommt auch das Privatleben der Polizisten nicht zu kurz.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem komplexen Krimi 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.11.2023

Penibel recherchiert und fesselnd erzählt

Um 1500
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Romedio Schmitz-Esser, Autor und Historiker, entführt seine Leser in das Europa von 1500. Das Mittelalter hat ausgedient und macht langsam der Neuzeit Platz. Es ist das Europa des Umbruchs. Die Entdeckung ...

Romedio Schmitz-Esser, Autor und Historiker, entführt seine Leser in das Europa von 1500. Das Mittelalter hat ausgedient und macht langsam der Neuzeit Platz. Es ist das Europa des Umbruchs. Die Entdeckung Amerikas, die Erfindung des Buchdrucks sowie der Beginn der religiösen Umwälzungen verlangen von der Bevölkerung allerlei ab. Neben kriegerischen Auseinandersetzungen strebt die Kunst zu noch nie da gewesenen Höhenflügen.

Stellvertreter dieser Zeit ist Albrecht Dürer (1471-1528). Er nimmt auch in diesem opulenten Buch von Romedio Schmitz-Esser eine zentrale ein. Rund um den Maler erklärt der Historiker in 50 Kapiteln die Welt um 1500.

So fungiert der Renaissancekünstler quasi als Reiseführer durch Epoche. Zunächst erfahren wir einiges über die Familie Dürer selbst. Diese Fakten bieten Stichworte, um das eine oder andere Thema weiter auszuführen. Wer weiß denn schon, dass diese Zeit gar nicht so prüde war, wie oft angenommen?

Jedes der 50 Kapitel beginnt mit einem Bild von Albrecht Dürer, an denen es wahrlich nicht mangelt. Auszüge aus dem Schriftverkehr lassen den Künstler selbst zu Wort kommen. Dies zu lesen gleicht manchmal einem Rätsel, denn der Autor belässt die Sprache des 15./16. Jahrhunderts.

Das Buch eignet sich perfekt als Nachschlagewerk. Es ist sprachlich hervorragend und durch die vielen Abbildungen aufgelockert.
Wie es sich für einen Wissenschaftler gehört, enthält das Buch zahlreiche Anmerkungen, Bildnachweise sowie einen Personen- und Ortsindex. Wer sich noch weiter in die beginnende Neuzeit versenken will, kann dies durch die ausführliche Bibliografie, die nach Themen geordnet ist, reichlich tun.
Durch seine hochwertige Aufmachung ist das Buch auch ein vorzügliches Geschenk.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem ansprechendem und großartig verfassten Buch über Albrecht Dürers Welt um 1500 eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.11.2023

Lee Miller - zwischen Krieg und Glamour

Lee Miller
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Lee Miller. Fotografin zwischen Krieg und Glamour


Lee Miller (1907-1977) gilt als eine der begnadetsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Zudem ist sie nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera ...

Lee Miller. Fotografin zwischen Krieg und Glamour


Lee Miller (1907-1977) gilt als eine der begnadetsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Zudem ist sie nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera zu finden, denn sie zählt auch zu den Top-Fotomodellen ihrer Zeit.

Doch ihre wahre Berufung hat sie als Kriegsreporterin gefunden. Sei es im Spanischen Bürgerkrieg oder später im Zweiten Weltkrieg als sie mit den Alliierten nach Europa kommt. Ihre schwarz-weiß Fotos sind beeindruckend. Leider sind in dieser Biografie aus rechtlichen Gründen nur wenige Fotos aus dieser Zeit abgebildet. Wer mehr über die Jahre 1944/45 der Kriegsreporterin Lee Miller lesen (sehen) will, muss das Buch „Lee Miller - Krieg, Reportagen und Fotos“ lesen.

Gabriele Katz hat hier eine ziemlich sachliche, manchmal auch etwas „weichgespülte“ Biografie von Lee Miller verfasst. Wir erfahren viel über ihre Bekanntschaften mit Künstlern wie Man Ray, Pablo Picasso und seinen Wegbegleiter(innen). Lee Miller gilt als Muse der Surrealisten. Auch ihr Privatleben kommt mehrfach zur Sprache. Nicht verschwiegen darf werden, dass sie zeitweise von Zigaretten und Alkohol lebt sowie den Missbrauch durch ihren Vater, der Aktfotos von ihr macht, seit sie sieben Jahre alt ist und erst kurz vor ihrer Hochzeit damit aufhört.

Nach Kriegsende zieht sie sich ob der gesehenen Kriegsgräuel ins Privatleben zurück. Sie wird Ehefrau und Mutter.

Fazit:

Eine sehr sachliche Biografie, der ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 01.11.2023

Hat mir gut gefallen

Café Größenwahn
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Dieses Buch führt uns an die Wende zum 20. Jahrhundert nach Wien, München und Berlin in jeweils, stellvertretend für den Aufbruch in neue Zeiten, ein Kaffeehaus: In Wien ist es das bekannte Café Griensteidl, ...

Dieses Buch führt uns an die Wende zum 20. Jahrhundert nach Wien, München und Berlin in jeweils, stellvertretend für den Aufbruch in neue Zeiten, ein Kaffeehaus: In Wien ist es das bekannte Café Griensteidl, in München das Café Stephanie und in Berlin das Café des Westen.

Wer sich dort trifft? Junge, noch unbekannte Literaten, Revoluzzer sowie Frauen aus großbürgerlichem Hause, die sich gegen das Establishment auflehnen.

Allen ist gemeinsam, dass sie sich in den Kaffeehäusern Gedanken um die Zukunft machen. Vieles davon grenzt an Größenwahn - daher auch der (Zusatz)Name der Institutionen. Interessanterweise besuchen einige der Protagonisten die Kaffeehäuser aller drei Städte.

Man diskutiert, streitet, manchmal prügeln sich die Herrschaften und versöhnt sich wieder. Es fließt neben Kaffee auch Alkohol in Strömen. Die meisten der Besucher sind nahezu mittellos und schnorren sich durchs Leben. Doch wenn sie, z. B. durch die Publikation eines Artikels in einer Zeitung, kurzfristig zu Geld kommen, wird das sofort wieder ausgegeben.

Die Liste der Namen, die in den drei Kaffeehäusern quasi lebten, liest sich wie das Who-is-Who der Literatenszene. Von Peter Altenberg bis Arthur Schnitzler, Else Lasker-Schüler und der recht umtriebigen Franziska von Reventlow reicht die Aufzählung. Auch Adolf Loos, der mit seinen schnörkellosen Fassaden auf Missfallen trifft, ist Teil der Kaffeehausgesellschaft.

Dirk Liesemer gelingt es vorzüglich, diese Jahre des Umbruchs auferstehen zu lassen. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird dem Café Größenwahn in den drei Großstädten vorerst ein Ende bereiten.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Rückblick in die angeblich „gute alte Zeit“, die so gut gar nicht war, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 31.10.2023

Regt zum Nachdenken an

Aussöhnung mit uns selbst und dem unvollkommenen Leben
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Prof. Dr. Uwe Böschemeyer ist Psychotherapeut und Theologe ist der Entwickler der »Wertimagination« und der »Wertorientierten Persönlichkeitsbildung«. Er ist Leiter des Instituts für Existenzanalyse und ...

Prof. Dr. Uwe Böschemeyer ist Psychotherapeut und Theologe ist der Entwickler der »Wertimagination« und der »Wertorientierten Persönlichkeitsbildung«. Er ist Leiter des Instituts für Existenzanalyse und Logotherapie sowie der Akademie für Wertorientierte Persönlichkeitsbildung und hat zahlreiche Bestseller verfasst.

Dieses Buch ist sein neuester Ratgeber, in dem er „den Mut zur Lücke“ empfiehlt, auch wenn er seinen Rat nicht so nennt. Niemand muss perfekt sein, dafür authentisch. Er gibt Anregungen, wie es uns gelingen kann, in Zeiten von Hass und Unsicherheit, sich selbst zu verändern.

In zwei großen Blöcken stellt er seinen Lesern Tipps und Tricks vor, wie es gelingen kann, mit sich und dem eigenen Umfeld ins Reine zu kommen. Natürlich gibt es dafür kein Patentrezept, doch Böschenmeyers Hinweise können ein Rüstzeug für die Bewältigung von Schwierigkeiten in alle Lebenslagen sein. So mancher bisherige Glaubenssatz kann durch einen neuen, positiven ersetzt werden.

Die wichtigste Botschaft ist meiner Ansicht folgende:

„Du darfst sein, wie du bist“

Fazit:

Ein kleines Buch zum Innehalten und zum Nachdenken, dem ich gerne 4 Sterne gebe.