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Venatrix

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Veröffentlicht am 01.01.2024

NIchts für Zartbesaitete

Agonie (Milosevic und Frey ermitteln 2)
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"Wenn du die Welt verändern willst, musst du selbst aktiv werden. "

"Agonie" ist der zweite Fall für das Hamburger Ermittlerduo Vincent „Vince“ Frey und Jagoda „Milo“ Milosevic.

Mia, eine bekannte Influencerin, ...

"Wenn du die Welt verändern willst, musst du selbst aktiv werden. "

"Agonie" ist der zweite Fall für das Hamburger Ermittlerduo Vincent „Vince“ Frey und Jagoda „Milo“ Milosevic.

Mia, eine bekannte Influencerin, die die Massentierhaltung und unzumutbare Missstände in den Schlachtbetrieben anprangert, wird grausam ermordet. Bei der Obduktion stellt ich heraus, dass Mia vor wenigen Tagen eine Abtreibung vornehmen hat lassen. Noch bevor man alle Möglichkeiten zur Tat abschätzen kann, gibt es mit einem biederen Bankmitarbeiter den nächsten Toten, der ähnlich wie Mia gerade wie Schlachtvieh getötet worden ist.

Es scheint, dass hier ein Serientäter am Werk, der chirurgische Kenntnisse hat: ein Arzt, Jäger oder Fleischhauer.
Akribisch wühlen sich Vince und Milo gemeinsam mit den anderen Kollegen der Soko „Mia“ durch das Internet, denn die Influencerin hat nicht nur Freunde, sondern Tausende „Hater“, die ihrem Zorn Luft machen.

Welche Verbindung besteht zwischen den Opfern?

Meine Meinung:

Das ist mein erstes Buch des Autorinnen-Duos Regina Denk und Lisa Bitzer. Zunächst hat es ein paar Tage auf meinem SuB geschlummert, bis ich es ohne Pause gelesen habe.

Wir Leser sind der Kriminalpolizei immer einen Schritt voraus, denn wir erleben die Gedankengänge des Täters. Der Klarname wird erst später offenbart. Manchen Lesern wird dadurch möglicherweise sie Spannung ein wenig genommen, aber mich stört das nicht. Ich interessiere mich ja eher für die Ermittlungsarbeit.

Auffällig ist, dass die privaten Beziehungen von Vince und Milo einen großen Raum einnehmen. Okay, Vince ist im ersten Fall („Stigma“) durch eine Kugel, die eigentlich Milo gegolten hat, schwer verletzt worden und eigentlich noch in der beruflichen Wiedereingliederungszeit und Reha. Die beiden bilden grundsätzlich ein gutes Team, dennoch schwingen Schuldgefühle und eine PTBS mit. Meiner Ansicht nach müsste auch Milo zu einer psychologischen Beratung, aber nicht bei ihrer Lebenspartnerin, von der außer Vince niemand weiß.

Nun gut, vielleicht lösen sich die privaten Schwierigkeiten im nächsten Fall. Andeutungen hierzu gibt es.

Die Beschreibung der Zustände in den Schlachthöfen und den dortigen Arbeitsbedingungen ist nichts für Zartbesaitete.

Fazit:

Ein interessanter Krimi, der vielleicht nicht für jeden geeignet ist. Ich gebe hier gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 26.12.2023

ein gelungener hist. Roman

Am Ende des Seils
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Die Eiger-Nordwand zählte bis in die 1930er-Jahre in alpinen Fachkreisen zum „letzten Problem der Alpen“, da es bis dahin keiner Seilschaft gelungen ist, die 1800 Meter hohe, schroffe, längste und anstrengendste ...

Die Eiger-Nordwand zählte bis in die 1930er-Jahre in alpinen Fachkreisen zum „letzten Problem der Alpen“, da es bis dahin keiner Seilschaft gelungen ist, die 1800 Meter hohe, schroffe, längste und anstrengendste Wand der Alpen zu durchsteigen. Dutzende Bergsteiger mussten, beim Versuch die Eigernordwand zu bezwingen, ihr Leben lassen. Erst 1938 wird es einer Viererseilschaft mit Andreas Heckmair, Heinrich Harrer, Ludwig Vörg und Fritz Kasparek gelingen, die Eigernordwand zu durchsteigen. Heute führen mehr als 30 Routen durch die nach wie vor anspruchsvolle Wand.

Genau vor diesem historischen Hintergrund spielt dieser historische Roman.

Klappentext:

Liebe und Tod an der Eigernordwand – und eine außergewöhnliche Frau, die ihrer Zeit voraus ist

Oberbayern, 1936: Die junge Lehrerin Hedi hat die Leidenschaft fürs Bergsteigen von ihrem verstorbenen Vater geerbt. Zusammen mit ihm und den beiden Brüdern Thomas und Anderl, den Söhnen eines guten Freundes ihres Vaters, hat Hedi bereits viele Gipfel und Wände der Alpen bezwungen.
Als sie eines Morgens in der Zeitung liest, dass eine natürlich ausschließlich männliche französische Seilschaft im Juli 1936 zum ersten Mal die Eigernordwand, die in Fachkreisen als das »letzte Problem der Alpen« bezeichnet wird, durchsteigen will, ist sie wie elektrisiert. Sie sieht die Chance, der Welt zu zeigen, dass eine Bergsteigerin nicht weniger kann als ihre männlichen Kollegen. Gemeinsam mit Anderl, Thomas und deren Bekannten Hias stellt sie sich der Herausforderung – doch nicht nur der Berg birgt viele Gefahren. Das politische Klima im Land ist angespannt, und als Hedi und Thomas sich endlich näherkommen, scheint ihr Glück nur von kurzer Dauer ...

Meine Meinung:

Das Buch liest sich recht flott und ein erinnert ein bisschen an die Bücher der NS-Literatur der 1930-er und 1940er-Jahre, in der das (männliche) Heldentum gefeiert wird. Allerdings mit einem Riesenunterschied: Hier ist eine Frau die Heldin, die sich nicht unterkriegen lässt und zunächst gemeinsam mit Freundinnen versucht, Widerstand gegen die totale Vereinnahmung von Vereinen durch das NS-Regime zu leisten. Geschickt wird hier die zunächst langsame Unterwanderung beschrieben, Einschleusen von Spitzeln inklusive.

Gut verpackt sind neben dem männlich dominierten Alpinismus das politische Klima mit den drohenden Gefahren für Homosexuelle und Andersdenkende. Auch die Schwierigkeiten, die ledige Mütter und deren Kinder zu erwarten haben, sind gut beschrieben.

Fazit:

Ein gelungener historischer Roman, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 22.12.2023

Hat mich leider nicht überzuegt

Der süße Duft der Reben
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nhalt lt. Klappentext:

London 1903. Der Vater der jungen Spanierin Isabel hat mit dem Import von Rosinen aus der Heimat ein Vermögen gemacht. An ihrem einundzwanzigsten Geburtstag eröffnet er ihr, dass ...

nhalt lt. Klappentext:

London 1903. Der Vater der jungen Spanierin Isabel hat mit dem Import von Rosinen aus der Heimat ein Vermögen gemacht. An ihrem einundzwanzigsten Geburtstag eröffnet er ihr, dass sie Rafael heiraten soll, den Sohn eines Rosinenbarons, den sie schon seit ihrer Kindheit verabscheut.

Auf sich allein gestellt, kann Isabel sich das Studium an der Londoner Kunstakademie nicht leisten. Sie hat keine andere Wahl, als ihren Traum zu begraben und an Bord des Schiffes zu gehen, das sie zurück nach Dénia bringen wird. Doch kurz vor der Ankunft verlässt Isabel das Schiff, entschlossen, sich der Vermählung zu entziehen.

Auf der Flucht in der von einer Reblausplage bedrohten Stadt begegnet Isabel ihrer Jugendliebe Fernando wieder – und Rafael. Getrieben von einem dunklen Familiengeheimnis setzt Rafael alles daran, sie in einen goldenen Käfig zu sperren.

Doch Isabel kämpft für ein selbst bestimmtes Leben.

Meine Meinung:

Dieser historische Liebesroman spielt vor der Kulisse von Dénia, einer Stadt, deren Weinstöcke, die Grundlage für ihren Reichtum, von der Reblaus bedroht sind. Durch die Monokulturen sind die Rebstöcke der Vernichtung durch den Schädling preisgegeben. Die Bedrohung durch die Reblaus ist recht gut in die Geschichte eingebaut, genauso wie die Schwierigkeiten jener Bauern, die auf Obst- und Gemüseanbau umsatteln.

Aus Fernandos Fertigkeiten Holzspielzeug herzustellen, wird sich später die Produktion von Blechspielzeug entwickeln.

Der Plot ist leider stellenweise ziemlich vorhersehbar. Es fehlt hier ein wenig an Raffinesse und manchmal gleitet die Geschichte beinahe ins Kitschige ab. So habe ich recht bald herausgefunden, wer der geheimnisvolle Eigentümer des Bordells von Dénia ist. Auch den immer wiederkehrenden Traum Isabels, die in London Elizabeth bzw. Liz genannt wird, kann ich recht schnell als Trauma der frühen Kindheit erkennen.

Die Charaktere sind durchaus noch ausbaufähig, wobei die Frauengestalten einen Hauch besser gelungen sind. Die Männer sind bis auf Fernando und Cristobal allesamt verlogene, skrupellose und machtgierige Machos. Vor allem Isabels Vater und Onkel spielen mit den Menschen ihrer Familie.

Der Roman ist in wenigen Stunden gelesen.

Schade finde ich, dass es kein Personenverzeichnis gibt, zumal ja eine Menge "Personal" herumläuft. Da hätten die historischen Persönlichkeiten gleich als solche gekennzeichnet werden.

Fazit:

Wer eine Liebesgeschichte, die nicht allzu sehr in die Tiefe geht, lesen möchte, ist hier richtig. Für mich ist alles ein wenig zu vorhersehbar, daher reicht es gerade einmal für 3 Sterne.

Veröffentlicht am 22.12.2023

Weg mit dem Korsett

Spuren einer fernen Zeit
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Sophie von Mayden, Tochter aus gutem Haus, und ihre Schwestern Marianne und Charlotte teilen das Schicksal Tausender junger Mädchen und Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die Gesellschaft nimmt keine ...

Sophie von Mayden, Tochter aus gutem Haus, und ihre Schwestern Marianne und Charlotte teilen das Schicksal Tausender junger Mädchen und Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die Gesellschaft nimmt keine Rücksicht auf Wissbegierde, Lernwillen oder persönliche Neigungen. Junge Mädchen und Frauen sollen vor allem eines sein: hübsch anzusehen, aber unscheinbar in ihrem Auftreten, gebärfreudig, aber ohne zu genießen und, wenn möglich vermögend.

Die Familie von der Mayden hat gleich drei Töchter, die aus dieser Weltanschauung ausbrechen. Marianne, die älteste fügt sich zuerst in die Heirat mit einem wesentlich älteren Mann und bricht, nach einigen Ehejahren aus.


Doch Mittelpunkt dieses historischen Romans ist Sophie, deren größter Wunsch ist, Paläontologie zu studieren und über Dinosaurier zu forschen. Zu ihrem Leidwesen ist zu dieser Zeit ein Studium an Deutschlands Universitäten nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten möglich ist. Doch wozu ist ihr Vater, der selbst an Forschung interessiert ist, Sponsor und Mitglied der Senckenbergischen Naturforschende Gesellschaft in Frankfurt am Main?

Wird sich Sophie ihren Traum auch gegen alle Widerstände erfüllen können?

Meine Meinung:

Dieser historische Roman spielt im Frankfurt am Main zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor der prächtigen Kulisse des Senckenberg-Museums.

Birgit Borchert zeichnet ein Bild der gehobenen Gesellschaft, die langsam aber sicher einem Wandel unterliegt. Immer mehr Frauen wie Sophie oder ihre jüngere Schwester Charlotte, die unbedingt Malerin werden will, brechen aus ihren starren, ihnen zugewiesenen Rollenbildern aus. Während sich Marianne mit Alkohol betäubt und sich einem jungen Lover nimmt, beißt sich Sophie als außerordentliche Studentin durch und das Nesthäkchen Charlotte schlägt überhaupt fast radikal anmutende Wege ein. Sie legt das Korsett ab, kleidet sich in "Reformkleider" und
freundet sich mit Suffragetten und Frauenrechtlerinnen an. Fast könnte einem die Mutter leidtun, aber nur fast. Alle ihre hübschen Pläne, die Töchter gewinnbringend an den Mann zu bringen, scheinen zum Scheitern verurteilt zu sein.

Der Roman ist leicht und flüssig zu lesen. Irritiert hat mich der Überbegriff „Die Senckenberg-Saga“. Kommt da noch etwas? Grundsätzlich kann ja aus dem Leben der drei Schwestern eine Trilogie werden oder eine Art Fortsetzungsgeschichte mit den Töchtern (?) von Sophie und Charlotte. Auch hätte ich mir mehr über die Forschungsarbeit in Afrika gewünscht.

Gut gelungen ist, wie die Autorin Heerscharen von historischen Persönlichkeiten in die Geschichte rund um Sophie
Einflicht. Um hier einen Überblick über das „Personal“ zu haben, gibt es ein Personenverzeichnis.

Fazit:

Ein gelungener historischer Roman, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 21.12.2023

Eine Spurensuche nach den eigenen Wurzeln

Isabels Geheimnis.
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Mit „Isabels Geheimnis“ entführt uns Autorin Katharina Schöndorfer (Pseudonym von Anni Bürkl) ins schöne und geheimnisvolle Salzkammergut. Doch zunächst begegnen wir Rona und ihrer Mutter Martha in Wien. ...

Mit „Isabels Geheimnis“ entführt uns Autorin Katharina Schöndorfer (Pseudonym von Anni Bürkl) ins schöne und geheimnisvolle Salzkammergut. Doch zunächst begegnen wir Rona und ihrer Mutter Martha in Wien.

Rona hat sich im Jahr 2000 mit einem Kräuterladen selbstständig gemacht und ist in einer toxischen Beziehung zu Leon gefangen. Als dann Ronas Mutter Martha eine Spenderniere benötigt, machen sich die beiden Frauen in Salzkammergut auf, um dort nach Verwandten zu suchen. Sowohl Martha als auch Rona sind uneheliche Kinder, Vater unbekannt - was die Suche nicht wirklich erleichtert.

Im Salzkammergut machen die beiden dann eine Entdeckung, die ein anderes Licht auf Ronas verstorbene Großmutter Isabel wirft, die ein dunkles Geheimnis mit sich herumgetragen hat.

Können Martha und Rona das Geheimnis lüften?

Meine Meinung:

Dieser Roman spielt in zwei Zeitebenen: zum einen in der Vergangenheit, in den Jahren des Zweiten Weltkriegs und zum anderen in der Gegenwart rund um das Jahr 2000.

Mit persönlich hat ja der Handlungsstrang mit Isabel als Hauptperson viel besser gefallen als jener rund um Rona und Martha. Warum?

Martha wird als selbstbewusste Frau beschrieben, die einiges von der Welt gesehen hat und ihre Tochter Rona allein großgezogen hat. Allerdings scheint Rona eher nach dem unbekannten Vater zu kommen, denn sie wirkt mit dreißig Jahren noch ein wenig naiv. Sie hat bis vor Kurzen in einer WG gewohnt und lebt nun mit Leon in einer toxischen Beziehung, aus der ein Entrinnen kaum möglich scheint. Ständig in Geldnöten, weil das Geschäft nicht wirklich gut läuft, ist sie auf Leon angewiesen, der das weidlich ausnützt und Rona manipuliert. Erst mit der Reise ins Salzkammergut, scheint Rona aufzuwachen und ihr Leben endlich in den Griff zu bekommen.

Da ist die verstorbene Isabel schon ein anderes Kaliber. Als junges Mädchen, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, träumt sie davon, Schauspielerin zu werden. Nach einigen Jahren in Wien kehrt Isabel kurz vor Ende des Krieges ins Salzkammergut zurück und muss sich dort den Veränderungen stellen. Das Salzkammergut, früher die Sommerfrische des jüdischen Großbürgertums aus Wien, ist zur Hochburg der NS-Bonzen und zur „Alpenfestung“, in der man nicht nur Kunstschätze verbirgt, geworden. Ihre Freundin Helene ermöglicht unter Einsatz ihres eigenen Lebens, Regimegegnern und Deserteuren das Abtauchen.

Statt der weinerlichen Rona, die mich stellenweise ziemlich genervt hat, hätte ich gerne mehr über Isabels Freundin Helene erfahren. Diese Ereignisse kommen für mein Dafürhalten leider ein wenig zu kurz.

Der Roman ist leicht zu lesen. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen gelingt mühelos. Geschickt sind die historischen Fakten in die Geschichte rund um Isabel eingeflochten.

Eine nette Idee ist es auch, zwischen den Kapiteln einzelne Kräuter und deren Wirkung vorzustellen.

Fazit:

Dieser Spurensuche nach den Wurzeln ihrer Familie, die die Leser in die Zeit des Zweiten Weltkrieges entführt, gebe ich 3,5 Sterne.