Dieses Buch streichelt die Seele – besser kann ich es nicht beschreiben. Es gibt auf sanfte Art und Weise Gedanken zur Eltern-Kind-Beziehung weiter, in Form von Anekdoten, Gedichten und Reflexionen. Häufig, ...
Dieses Buch streichelt die Seele – besser kann ich es nicht beschreiben. Es gibt auf sanfte Art und Weise Gedanken zur Eltern-Kind-Beziehung weiter, in Form von Anekdoten, Gedichten und Reflexionen. Häufig, aber nicht immer, sind sie aus der Ich-Perspektive geschrieben. Autorin Nora Imlau teilt ihre Ideen auf eine sehr empathische Art und Weise. Sie kritisiert nicht, sondern ermutigt. „Felsenfest“ handelt zwischen den Zeilen immer von der elterlichen Liebe für die eigenen Kinder. Anfangs steht das kleine Kind im Vordergrund, später das größere. Das Buch hilft, einen Moment innezuhalten und sich bewusst zu machen, was eigentlich zählt, wenn man den oft stressigen Alltag beiseite schiebt. Wunderschön sind auch die Illustrationen; sie drängen sich nicht in den Vordergrund, machen den Text aber bunt und fröhlich. „Felsenfest“ ist ein kleiner, aufbauender Schatz, den man immer wieder zur Hand nehmen kann und der stärkt und ermutigt.
Zuerst dachte ich: was ein schmalziger Titel. Dann las ich online die Leseprobe, war angenehm überrascht, dass der Inhalt so gar nicht kitschig wirkt und wollte sehr gerne wissen, wie sich die Geschichte ...
Zuerst dachte ich: was ein schmalziger Titel. Dann las ich online die Leseprobe, war angenehm überrascht, dass der Inhalt so gar nicht kitschig wirkt und wollte sehr gerne wissen, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Als ich das Buch dann in den Händen hielt, überlegte ich leicht entsetzt, ob ich mich damit wirklich der Familie an den Osterfeiertagen zeigen will – das Cover mit Wellen, Blumen, Schnörkelschrift und rosa Autorennamen ist so gar nicht meins. Aber die Handlung hat mich gleich wieder in ihren Bann gezogen und je mehr ich las, desto überzeugter war ich von dem Roman – don’t judge a book by its cover! Meine Begeisterung hielt bis zu den letzten 60 Seiten an, die mich dann ziemlich enttäuschten. Dass die Autorin an diese spannende Story so ein schwarzweißes Ende dranklatschen würde, hatte ich nicht erwartet.
Zum Inhalt: Carrie, vormals ambitionierte Chirurgin, plant nach sechs Jahren als Familienmanagerin ihren beruflichen Wiedereinstieg. Ein Besuch bei ihrer früheren Mentorin in Stockholm soll die Weichen dafür stellen, doch bei der Planung dieser Reise stößt Carrie völlig unerwartet auf einen Menschen, den sie zuletzt in einem thailändischen Gefängnis gesehen hat: Johan, ihre erste große Liebe, der 12 Jahre zuvor am Abend ihrer spontanen Hochzeit am Strand von Koh Samui festgenommen wurde. Inzwischen ist Carrie glücklich mit Robin verheiratet und Mutter von Zwillingen, doch dass Johan wider Erwarten auf freiem Fuß ist, wühlt alles wieder auf – vor allem die vielen Fragen, auf die sie nie eine Antwort bekommen hat. „Du musst mich vergessen“ (ein Satz, der im Buch kein einziges Mal fällt) erzählt in Rückblenden und Romangegenwart von Carries Beziehungen, Familie und Karriere. Autorin Rosie Walsh schreibt äußerst fesselnd und nachvollziehbar, stellt das Gefühlsleben ihrer Protagonistin wunderbar einfühlsam dar und schafft erstaunliche Wendungen. Dass mich das Ende enttäuschen würde, hatte ich absolut nicht erwartet, nachdem ich große Teile des Romans regelrecht verschlungen habe. Ich gebe gerade noch so vier Sterne. Vielleicht sollte ich Cover und Titel in Zukunft doch größere Beachtung schenken, bevor ich mich für ein Buch entscheide.
Ein kleiner Vogel fällt vom Baum und einer Rattenmutter buchstäblich vor die Füße. Ratte Rita nimmt den Piepmatz erstmal mit in den Keller von Sven Hansen, in dem das Rattenrudel lebt. Schnell wird er ...
Ein kleiner Vogel fällt vom Baum und einer Rattenmutter buchstäblich vor die Füße. Ratte Rita nimmt den Piepmatz erstmal mit in den Keller von Sven Hansen, in dem das Rattenrudel lebt. Schnell wird er als Taubenjunges identifiziert und die Ratten halten Ausschau nach seinen Eltern – leider vergeblich. Also adoptieren sie den kleinen Tauberich und nennen ihn Tom. Für Ritas Rattenkinder wird er wie ein Bruder, doch tief in seinem Inneren merkt Tom, dass er anders ist. Zum Beispiel kann er tagsüber längst nicht so gut schlafen wie seine Rattenfamilie. Und so schlüpft er eines Tages durch das Kellerfenster nach draußen und entdeckt im Sonnenlicht nicht nur eine völlig andere Welt, sondern auch, dass er ein Vogel ist …
Die Geschichte dieser „Ratte der Lüfte“ ist überaus niedlich erzählt. Das kleine Taubenküken, das anfangs noch nicht mal die Augen öffnen kann und herzlich in die Rattenfamilie aufgenommen wird, hat meine Kinder gleich begeistert. Wie Tom entdeckt, dass er keine Ratte ist und welche Sorgen das in ihm auslöst, ist empathisch und nachvollziehbar erzählt – genau, wie er am Ende seinen Platz in der Welt findet. Zum Schluss des Buches folgt dann noch eine Doppelseite mit Wissenswertem zu Stadttauben, die weitergehend für die Tiere und den Umgang mit ihnen sensibilisiert.
Ambitioniert finde ich die Altersempfehlung 4+. Kinder in dem Alter werden noch nicht alle Feinheiten des Buches verstehen – z.B., wieso der Rattenopa Tom nach Major Tom benennt, was es mit einem Cousin vierten Grades auf sich hat oder den fast unsichtbaren Support von Sven Hansen. Vierjährigen kann das Buch trotzdem schon Freude bereiten, empfehlen würde ich es aber erst Fünf- oder sogar Sechsjährigen, die das sonstige Verhältnis zwischen Menschen und Ratten sowie Tauben vielleicht schon besser einordnen können. Sie haben vermutlich mehr von diesem durchdachten, anrührenden und ungewöhnlichen Tierschutz-Buch. Mit 25,- € hat es übrigens einen stolzen Preis, wobei der unabhängige CalmeMara Verlag einen Teil des Erlöses an den Deutschen Tierschutzbund für dessen Einsatz für Stadttauben weitergibt. Und dass dieser wichtig ist, ist spätestens nach der Lektüre dieses gelungenen Bilderbuches klar.
Als wir „Heute fahren wir nach Anderswo“ aufschlugen, legte sich die Stirn meiner Tochter in Falten: Wer hatte denn da schon in das neue Buch gemalt? Schönstes Krikelkrakel auf den Vorsatzseiten! Doch ...
Als wir „Heute fahren wir nach Anderswo“ aufschlugen, legte sich die Stirn meiner Tochter in Falten: Wer hatte denn da schon in das neue Buch gemalt? Schönstes Krikelkrakel auf den Vorsatzseiten! Doch schnell wurde klar: In diesem Buch sieht ganz viel wie von Kinderhand gemalt aus. Und wird es auch: Elfi zeichnet nämlich mit Elfenkreide. Dem kleinen Oscar war ganz langweilig, bis er sie traf, aber Elfi verkündet gleich, verreisen zu wollen und malt dann ein tolles rotes Rennauto. Und schon geht es los. Die beiden flitzen nur so durch die Seiten und haben abenteuerliche Begegnungen mit kleinen und großen Tieren, Einhörnern und Drachen. Und ein Riese ist erst furchterregend groß und dann furchtbar nett. Für den nächsten Tag verabreden sich Elfi und Oscar erneut, doch ein Regen droht ihrem Wiedersehen einen Strich durch die Rechnung zu machen …
Ein wirklich wunderhübsches Bilderbuch über einen kleinen Jungen, der seine Vorstellungskraft entdeckt. Es kommt mit wenig Text aus und beinhaltet toll illustrierte, großformatige Bilder – vor allem die Kreide- bzw. Buntstiftzeichnungen faszinieren meine Kinder sehr. Es gibt viel zu entdecken, das Buch regt zum Gespräch genauso wie zum Selbermalen an. Die Botschaft ist ebenfalls gelungen: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Uns gefällt dieses Buch von Anfang bis Ende supergut und wird immer wieder angeschaut. Ich denke, man könnte es auch schon ab 3 Jahren empfehlen.
Hannah Krause-Bendix, die Protagonistin von „39 Grad Mord“, muss dringend liefern. Und zwar einen zweiten Krimi, nachdem ihr erster ein ungeahnter Erfolg war und ihren schriftstellerischen Durchbruch ermöglicht ...
Hannah Krause-Bendix, die Protagonistin von „39 Grad Mord“, muss dringend liefern. Und zwar einen zweiten Krimi, nachdem ihr erster ein ungeahnter Erfolg war und ihren schriftstellerischen Durchbruch ermöglicht hat. Zwar hat sie weder Lust auf noch Inspiration für dieses neue Buch, doch der vom Verlag gezahlte Vorschuss ist bereits aufgebraucht. Ihr Lektor schickt sie schließlich nach Sizilien, da er dorthin Kontakte hat und hofft, dass Krause-Bendix in einer schicken, einsam gelegenen Villa mit Meerblick ihre Schreibblockade bezwingen wird. Doch noch bevor sie sich das erste Mal an den Schreibtisch gesetzt hat, wird die Dänin in einen Mordfall verwickelt und beginnt bald danach, auf eigene Faust zu ermitteln.
So weit, so solide, könnte man meinen. Krause-Bendix ist längst nicht die erste fiktive Krimiautorin, die zur Hobbydetektivin wird. Allerdings gehört sie vermutlich zu den stümperhaftesten und hat einen besorgniserregenden Alkoholkonsum. Überdies neigt sie zu impulsivem Verhalten und undurchdachten Kamikaze-Aktionen. Mich hat das zunehmend irritiert, aber trotzdem ganz gut unterhalten. Gelegentlich zeichnet sich die Protagonistin auch durch einen amüsanten Sarkasmus aus und irgendwie hat mich das bei der Stange gehalten.
Vor der Lektüre war mir nicht klar, dass „39 Grad Mord“ (was für ein sperriger Titel) der zweite Band um diese (Anti-)Heldin ist. Wenn man den Erstling „30 Tage Dunkelheit“ zuerst liest, ist das vermutlich vorteilhaft, um das Beziehungsgeflecht von Krause-Bendix von Anfang an zu verstehen. Würde ich einen dritten Teil lesen? Ich bin mir nicht sicher, habe die dilettantische Hauptfigur aber doch etwas ins Herz geschlossen. Versöhnt hat mich außerdem, dass ich nach knapp zwei Dritteln des Buches befürchtet habe, die Auflösung zu kennen und es dann doch nicht so simpel war wie gedacht. Es gibt definitiv spannendere und raffiniertere Krimis, aber gute Unterhaltung bietet „39 Grad Mord“ – wenn man den wilden und mitunter blinden Aktionismus der Protagonistin auf Dauer ertragen kann.