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Veröffentlicht am 15.05.2021

Die Erfindung der Sprache

Die Erfindung der Sprache
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Die Insel Platteoog ist sehr familiär, hier kennt jeder jeden und die Hilfsbereitschaft ist groß und das Ideenreichtum der Bewohner umso größer, wenn es Probleme zu bewältigen gibt. In diesem Idyll wächst ...

Die Insel Platteoog ist sehr familiär, hier kennt jeder jeden und die Hilfsbereitschaft ist groß und das Ideenreichtum der Bewohner umso größer, wenn es Probleme zu bewältigen gibt. In diesem Idyll wächst der hochbegabte Adam auf, er hat Probleme im Sozialverhalten und liebt die Zahl sieben, für jede Lebenslage werden von ihm Listen erstellt, die ihm bei der Bewältigung des Alltags helfen. Umsorgt wird er von seiner Mutter, der Radiomoderatorin Oda und von seinem Vater Hubert, der als Leuchtturmwärter erst vor ein paar Jahren zugezogen ist. Seine herzensgute tschechische Großmutter Leska hat für jede Gelegenheit Unmengen an süßen und herzhaften Speisen vorrätig. Als Adam 13 Jahre alt ist, verschwindet sein Vater spurlos, alle Versuche von sämtlichen Bewohnern der Insel, Hubert ausfindig zu machen, bleiben erfolglos. Adam wird erwachsen, studiert und zieht nach Berlin, wo er als Professor für Sprachwissenschaft an einer Uni arbeitet.

Als Oda zufällig in einer Buchhandlung einen Hinweis auf den verschwundenen Hubert findet und daraufhin zusammenbricht, begibt sich Adam mit detektivischem Gespür auf die Suche nach seinem Vater.
Die Geschichte spielt auf 2 Ebenen, die Gegenwart, da ist Adam 32 Jahre alt und wohnt in Berlin und nimmt auf Anraten seiner Großmutter an einer Speed-Dating-Veranstaltung teil. Die andere Ebene beginnt, als sich Adams Eltern kennenlernen.

Die Autorin hat eine Gabe mit Sprache umzugehen, es ist ein Genuss diese charmante Geschichte zu lesen. Meine Lieblingsfigur ist Leska, die oft unfreiwillig komisch die deutsche Sprache anwendet. „Sei nicht so stirnengig“ ist nur ein Beispiel für die zauberhaften Aussprüche der Tschechin.

Die Bewohner von Platteoog sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich habe viel gelacht und geschmunzelt, allerdings geht es auch um viele traurige verschenkte Jahre. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und die Geschichte mitunter etwas ausschweifend und das Verhalten der Menschen nicht immer logisch, aber es lohnt sich dranzubleiben.

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Veröffentlicht am 10.05.2021

Gänsehaut pur

Girl A
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Lexi gelingt die Flucht aus ihrem Elternhaus, wo sie und ihre Geschwister unterernährt, schmutzig in ihren Betten auf verschimmelten Matratzen liegend und angekettet ihrem Dasein fristen. Der Vater, ein ...

Lexi gelingt die Flucht aus ihrem Elternhaus, wo sie und ihre Geschwister unterernährt, schmutzig in ihren Betten auf verschimmelten Matratzen liegend und angekettet ihrem Dasein fristen. Der Vater, ein religiöser Fanantiker ist, auch wenn er nicht im Haus ist, immer präsent. Die Mutter ist ohne ihn hilflos und kann oder will nicht reagieren.

Der Vater begeht Selbstmord bevor die Polizei die anderen Kinder befreien kann und die Mutter wird angeklagt und kommt ins Gefängnis. Ein gefundenes Fressen für die Presse, die Fotos vom Horror-Haus veröffentlicht und jedes wahre oder erfundene Detail veröffentlicht.

Lexi bleibt lange im Krankenhaus, wo sie Girl A genannt wird. Als die Mutter stirbt, ist Lexi längst erwachsen und arbeitet als Anwältin in lebt in New York, weit weg von dem Ort in dem sie aufgewachsen ist. Sie wird zur Testamentsvollstreckerin ernannt und muss mit den anderen Geschwistern Kontakt aufnehmen, weil da ist ja immer noch das Horrorhaus und das haben alle Geschwister, die jeder in einer anderen Familie untergekommen sind, gemeinsam geerbt.

Der Schreibstil ist nicht ganz so flüssig und daher nicht einfach zu lesen, ich habe etwas gebraucht um einzutauchen, aber es hat sich gelohnt. Ich habe wegen der vielen Rückblenden manchmal nicht gewusst in welcher Zeit ich mich befinde, da viele Personen sowohl in der Gegenwart und in der Vergangenheit vorkommen, das wird dann allerdings immer sehr schnell aufgeklärt. Lexi ist die Hauptakteurin und um sie dreht sich alles, ich habe mit ihr gefühlt und mit ihr gelitten. Die Geschichte beginnt mit einer mehr oder weniger normalen Familie und die Abwärtsspirale beginnt sich zu drehen und geht immer tiefer. Als Leser ahnt man schon, wie es irgendwann enden wird und kann es kaum aushalten.

Die Autorin verzichtet auf brutale Details, vieles wird angedeutet und man kann sich vorstellen, was passiert. Ich war angewidert und habe die Story atemlos verfolgt, kurz vor Schluss hatte ich eine Gänsehaut, die lange nicht wegging. Nicht nur für Fans von True-Crime-Storys geeignet.

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Veröffentlicht am 30.04.2021

Die siebte Zeugin bringt auch keine Überraschung

Die siebte Zeugin
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Der Beamte Nicolas Nölting verlässt am Sonntagmorgen die Wohnung um das Frühstück bei der nahe gelegenen Bäckerei zu besorgen. Dann schlägt einen Polizeibeamten nieder und entwendet ihm die Waffe, anschließend ...

Der Beamte Nicolas Nölting verlässt am Sonntagmorgen die Wohnung um das Frühstück bei der nahe gelegenen Bäckerei zu besorgen. Dann schlägt einen Polizeibeamten nieder und entwendet ihm die Waffe, anschließend geht er in die Bäckerei und schießt auf drei Menschen, einer davon fällt tödlich getroffen zu Boden. Klarer Fall von Mord oder war es doch anders ? Anja Nölting, die Ehefrau des Täters bittet den Anwalt Roco Eberhardt, ihrem Mann zu helfen. Eberhardt vermutet, dass doch nicht alles so ist, wie es scheint und beginnt zu recherchieren.

Der Schreibstil ist flüssig und man kann sofort folgen. Die Figuren sind klar charakterisiert und man kann diese sofort einordnen. Eberhardt legt sich für seine Mandanten ins Zeug und bekommt dann auch Unterstützung von dem Gerichtsmediziner Dr. Justus Jarmer, der in dieser Geschichte aber bisher nur eine Nebenrolle spielt.

Die Kriminalstory ist auch klar und bringt kaum Überraschungen, alles scheint vorhersehbar. Einzig die Wendungen der Gerichtsverhandlung könnte noch eine Wendung bringen. Spannung ist kaum vorhanden, die Charaktere sind aber so sympathisch, dass ich den zweiten Teil dieser neuen Serie auf jeden Fall noch lesen würde.

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Veröffentlicht am 21.04.2021

Better done than perfect

Nachhaltig gibt's nicht!
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Was für ein informatives und sympathisches Buch. Die tolle Autorin räumt mit Mythen und Halbwahrheiten rund um das Thema Nachhaltigkeit auf. Ich bin so dankbar für dieses Buch, bin ich doch jetzt um einige ...

Was für ein informatives und sympathisches Buch. Die tolle Autorin räumt mit Mythen und Halbwahrheiten rund um das Thema Nachhaltigkeit auf. Ich bin so dankbar für dieses Buch, bin ich doch jetzt um einige Informationen reicher.

Hat sich schon mal jemand überlegt, warum einiges an Obst und Gemüse in Plastik verpackt ist, nein, genau, weil wir Käufer immer daran rumdrücken, werden diese Früchte/Gemüse schnell schlecht und unansehnlich und niemand kauft diese mehr und die Einzelhändler müssen große Mengen wegwerfen, was sie eh schon tun.

Schwere Glasflaschen von A nach B zu transportieren verbrauchen viel mehr CO2 als die bösen Plastikflaschen, das sind nur einige Beispiele für die super Aufklärung, die in diesem Buch geleistet wird. Wir erfahren nat. nur das was wir erfahren sollen. Auch Marken und Siegel sind sehr undurchsichtig und absolut schwer zu durchschauen.

Wir können uns als Verbraucher gar nicht auskennen, da es unmöglich ist alles bis ins Detail zu recherchieren. Einige Beispiele sind diese Fragen

Sind Weichmacher in meinem Waschmittel ?


Wie viel Grad heize ich mein Schlafzimmer ?
Welche Bohnen verwende ich für meinen Kaffee ?

Nehme ich lieber regionalen Biozucker oder lieber fair gehandelten aus dem Globalen Süden ?

Kaufe ich Kuhmilch im Tetra Pak oder in der Ein- oder Mehrweg-Glasflasche ?

Wenn ich eine pflanzliche Alternative verwende, nehme ich Sojamilch aus Brasilien, Mandelmilch aus Kalifornien oder doch lieber Dinkelmilch aus Östereich ?

Wer bringt unter welchen Bedingungen die Zeitung ?

Ist das Obst in meinem Smoothie regional, saisonal und biologisch ?

Hat meine Hautpflege hormonell aktive Inhaltsstoffe ?

Aus welchem Material ist meine Zahnbürste und wo wurde sie produziert ?

Wie oft kaufe ich ein neues Handy ?

Wer hat meinen Modeschmuck oder meine Armbanduhr gebastelt ?

Drehe ich beim Verlassen der Wohnung die Heizung zurück ?

Wer hat wo meine Kleidung unter welchen Umständen genäht ?

Fragen über Fragen, die gar nicht so einfach zu beantworten sind.

Ein großes Problem ist die Entsorgung von so vielen Lebensmitteln, jeder Verbraucher wirft so viel weg, da zu viel eingekauft wurde oder das Verfalldatum gerade überschritten wurde. Der Landwirt wirft Tonnen von Obst und Gemüse weg, weil es entweder zu groß oder zu klein oder nicht die richtige Farbe für den Einzelhandel hat, beim Lesen standen mir teilweise die Haare zu Berge.

Jeder so gut er kann würde ich sagen, die Autorin spricht mir aus der Seele, wenn sie sagt, dass ich auch ohne schlechtem Gewissen mal Lebensmittel wegwerfen darf, es ist einfach nicht alles machbar. Ich mache mein Waschmittel und Putzmittel (Zauberspray) und meine Hafermilch selbst, verzichte seit 15 Jahren auf Weichspüler, kauf nur das ein, was ich verbrauchen kann, kaufe gebrauchte Kleidung, nehme seit Jahren keine Plastiktüten mehr usw. diese Liste ließe sich noch beliebig fortführen, was bedeutet das für meine Nachhaltigkeit ??? Wahrscheinlich nichts, aber ich bemühe mich und lerne dazu.

Zitat der Autorin
Selbstverständlich habe ich wie alle Menschen auch andere essentielle Bedürfnisse für die ich keine nachhaltige Lösung finde. Auch ich stecke manchmal in kleineren und größeren Krisen, die Kraft von mir beanspruchen, die ich normalerweise gern für ein nachhaltigeres Leben aufbringe. Wenn ich zu Hause immer nur fair gehandelten Biokaffee trinke, dann will ich im Falle eines Mangels an nachhaltigen Alternativen im Urlaub trotzdem einen Kaffee genießen können, auch wenn er vom Teufel persönlich geröstet wurde. Auch ich möchte ohne Druck und schlechtem Gewissen die süßen Momente des Lebens genießen, denn ansonsten wird man als Mensch bitter.

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Veröffentlicht am 18.04.2021

Ein Mönch im Zweifel

Aus der Mitte des Sees
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Lukas, ein Benediktinermönch macht sich über alles und jeden Gedanken. Er ist seit 16 Jahren Mönch und nachdem sein Kollege Andreas sich verliebt hat und eine Familie gegründet hat und Vater geworden ist, ...

Lukas, ein Benediktinermönch macht sich über alles und jeden Gedanken. Er ist seit 16 Jahren Mönch und nachdem sein Kollege Andreas sich verliebt hat und eine Familie gegründet hat und Vater geworden ist, ist Lukas nicht mehr mit sich selbst im reinen. Er stellt alles in Frage.

Der Gastflügel des Klosters ist sehr gut besucht und so ergeben sich viele Kontakte zu den Besuchern.

Ich bin eher enttäuscht oder aber für mich war das Buch nicht das richtige. Die Gedanken von Lukas springen sehr viel hin und her, ich konnte keine roten Faden erkennen. Ich bin mit dem Protagonisten nicht warm geworden. Der Schreibstil ist zäh und ich fand es schwer den Gedanken von Lukas zu folgen.

Die Geschichte hat aber auch sehr schöne Gedanken „Ich glaube, ich bin damals auch deshalb Mönch geworden, um Fragen zu vermeiden. ich habe die Antwort vor den Fragen gegeben.“

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