Profilbild von WriteReadPassion

WriteReadPassion

Lesejury Star
offline

WriteReadPassion ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit WriteReadPassion über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2021

Ein Okay-Buch für Zwischendurch, mehr nicht

Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel
0

Klappentext:
Isabella träumt sich mit den Landkarten ihres Vaters in ferne Länder, denn sie darf nicht einmal ihr Dorf auf der abgelegenen Insel Joya verlassen. Außerhalb des Dorfes lauern finstere Mächte, ...

Klappentext:
Isabella träumt sich mit den Landkarten ihres Vaters in ferne Länder, denn sie darf nicht einmal ihr Dorf auf der abgelegenen Insel Joya verlassen. Außerhalb des Dorfes lauern finstere Mächte, alte Legenden sprechen sogar von einem Dämon. Doch als ihre beste Freundin Lupe in den Vergessenen Gebieten verschwindet, zögert Isabella keine Sekunde. Nur sie kann ihre Freundin retten, denn ihre Familie hütet einen wertvollen Besitz: die einzige vollständige Karte der Insel, die ein magisches Geheimnis birgt. Mit ihren Kenntnissen der Sternenkunde und des Kartenlesens macht sich Isabella auf die Suche. Und erkennt, dass nicht nur Lupes Leben, sondern das Schicksal der ganzen Insel auf dem Spiel steht.

Geleitet vom Polarstern und mit der Hilfe von Tinte und Papier, navigiert Isabella durch alle Gefahren und kommt dabei einem uralten Bösen auf die Spur, das ein Jahrtausend lang verborgen war. Nur wenn sie das Rätsel der magischen Karte rechtzeitig entschlüsselt, wird sie ihre Freundin retten und den Untergang ihrer Insel abwenden können.


Autorin:
Kiran Millwood Hargrave wurde 1990 in Surrey geboren. In ihrem ersten Jahr an der Universität begann sie Lyrik zu verfassen und veröffentlichte drei Gedichtbände und ein Theaterstück. Ihre Kinderbücher wurden in England sofort zu Bestsellern, sie gewann den Waterstones Children's Book Prize und den British Book Awards für das Children's Book of the Year. »Vardø. Nach dem Sturm« ist ihr erster Roman für Erwachsene. Mit ihrem Mann Tom und der Katze Luna lebt die Autorin in Oxford direkt am Fluss.


Übersetzerin:
Claudia Feldmann, Jahrgang 1966, studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und übersetzt seit zwanzig Jahren aus dem Englischen und Französischen. Unter anderem hat sie Graeme Macrae Burnet, Eoin Colfer, Morgan Callan Rogers und Cath Crowley ins Deutsche übertragen.


Sprecherin:
Lydia Herms, geboren 1981, studierte Architektur in Dessau. Seit 2005 arbeitet sie als Redakteurin, Reporterin und Sprecherin für Rundfunk und Hörbuch. Zudem ist sie als Moderatorin für Lesungen und Preisverleihungen tätig.



Bewertung:
Das Cover ist wunderschön und der Titel passt auch.

Es dauert ein wenig, bis wir an den Punkt des Themas gelangen. Einfühlsam sind die Passagen mit ihrem Vater erzählt. Auch während des Verlaufs gibt es Rückblenden über seine Weisheiten.

Die erste Hälfte ist stark und spannend, die zweite Hälfte lässt sehr nach und hat mich gelangweilt.

Sehr künstlich finde ich, dass der Gouverneur Isabella als angeblichen Jungen nicht wiedererkennt, obwohl er erst vor kurzem mit ihr zusammen war und sie schon immer kennt. Und diese Sachlage bestimmt den weiteren Verlauf, weshalb besonders ab der Hälfte die Geschichte mau und etwas unglaubwürdig ist.

Das Ende ist irgendwie unvollständig. Auch die Lage ihres Vaters wird gar nicht mehr im Blick behalten, einiges wirkt künstlich.

Die Sprecherin finde ich sehr ansprechend und es war schön, der Stimme bis zum Ende zu folgen. Sonst hätte ich auch abgebrochen. Auf Dauer hat sie mich aber schon etwas genervt.


Fazit:
Ich bin froh, dass ich mich doch gegen das Buch bei Vorablesen entschieden habe. Unerwartet kam das Hörbuch auf Bookbeat, so fügte sich alles. Die zweite Hälfte des Verlaufes schwächt die erste Hälfte ab, daher mit Berücksichtigung auf die Sprecherin 3 Sterne.


SPRECHERIN ⭐⭐⭐⭐



  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.12.2021

Schweig, Esther! Schweig!

SCHWEIG!
0

Inhaltserzählung und Leseprobe:
Ich bin ein freier Mensch.
Ich kann essen und trinken, was ich will und wann ich will, oder ich kann es lassen. Ich kann schlafen, wann ich will, oder ich kann wach bleiben. ...

Inhaltserzählung und Leseprobe:
Ich bin ein freier Mensch.
Ich kann essen und trinken, was ich will und wann ich will, oder ich kann es lassen. Ich kann schlafen, wann ich will, oder ich kann wach bleiben. Ich kann entscheiden, ob ich arbeite und was ich arbeite. Ich kann mich bewegen, wohin ich will, oder ich kann hierbleiben. Ich kann allein bleiben, wenn ich will, oder ich kann mir einen Partner suchen oder eine Partnerin oder beides. Ich kann heiraten oder in wilder Ehe leben, ich kann mich trennen oder scheiden lassen. Ich bin ein freier Mensch.
Ich bin kein freier Mensch, denn ich habe eine Schwester. Ich kann sie ignorieren. Dann habe ich immer noch eine Schwester, aber eine, die ich ignoriere. Ich kann den Kontakt abbrechen. Dann habe ich immer noch eine Schwester, aber eine, zu der ich den Kontakt abgebrochen habe. Ich kann sterben. Dann habe ich immer noch eine Schwester, aber eine, die heftig um mich trauert. Sie kann sterben. Auch dann habe ich noch immer eine Schwester, aber eine tote.
Ich bin kein freier Mensch, obwohl meine Schwester mir nichts Böses will. Aber sie ist meine Schwester. Und das bleibt sie für immer und ewig.


Autorin:
Judith Merchant wurde im Jahr 1976 in Bonn geboren und wuchs in Sankt Augustin auf. Am dortigen Rhein-Sieg-Gymnasium absolvierte sie ihr Abitur. Danach studierte sie in Bonn und Münster Germanistik. Als sie während ihrer Doktorarbeit eine Schreibkrise bekam, begann sie erste Kurzgeschichten zu verfassen. 2008 wurde ihre Kurzgeschichte "Monopoly" für den Kärntner Krimipreis nominiert und sie gewann 2009 dafür den Friedrich-Glauser-Preis, ebenso wie im Jahr 2011 für die Kurzgeschichte "Annette schreibt eine Ballade". 2009 erhielt sie für ihren Krimi „Der Himmel über Krefeld“ den Krefelder Kurzkrimipreis. Merchant ist Mitglied des Syndikats, einer Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren. "Nibelungenmord" ist Judith Merchants erster Kriminalroman. Heute arbeitet Sie als Dozentin für Literaturwissenschaft an der Universität Bonn und lebt auch in der Stadt.


Sprecher:
Ulrike Kapfer arbeitet als Sprecherin für Funk und Fernsehen und hat mit ihrer ebenso sanften wie eindringlichen Stimme bereits in mehreren Hörbuchlesungen begeistert.

Christiane Marx verfügt als Synchron- und Hörbuchsprecherin über eine enorme Bandbreite subtiler Charaktergestaltungen. Ob Thriller oder Kinderbuch: Mit ihrer kristallklaren, ausdrucksstarken Stimme nimmt sie die Hörer mit in die verschiedensten Roman-Landschaften.

Tim Gössler kennt sich mit allen Facetten des gesprochenen Wortes aus: Er ist Komponist, Sounddesigner, Produzent und Sprecher. Mit seiner kraftvollen, dynamischen Stimme hat er schon an zahlreichen Features und Hörspielen mitgewirkt. Als Hörbuchsprecher hat er unter vielen anderen die "Oma-Imke"-Reihe von Janne Mommsen und die Fantasy-Romane von Dane Rahlmeyer lebendig werden lassen.



Bewertung:
Das Cover hat etwas unheimliches, der Titel dazu ergänzt das. Es ist insgesamt nichtssagend und verspricht eine unheimliche Atmosphäre. Der Klappentext ist aus Esthers Sicht über Sue geschrieben und sehr voreingenommen. Vor allem so, dass Esther als gesunde Frau existiert, tut sie aber nicht, und Sue als eine, die etwas verbergen will und negativ ist. Und so geht es auch weiter.

Beide Schwestern bekommen eine Ich-Erzählung, diese wechselt sich ab. Beide sprechen voneinander schlecht, wobei Esther am unsympathischsten und verflogensten ist. Esther sagt, Schwestern seien ein undankbares Volk und meint damit Sue. Selber ist sie viel schlimmer als Sue. Sue verurteilt Esther nicht, Esther aber Sue bei allem, was sie tut und nicht tut. Das regt mich so auf, ich konnte es echt nicht mehr hören. Die Sprecherin hat dieses noch sehr unangenehm verschärft mit ihrer Sprechweise. Es war unerträglich. Zudem spricht sie aus Sues Sicht Esther viel zu hoch und panisch und hochnäsig.

Auch ihr Mann hat durch Esthers verzerrter Erzählung ein völlig verzerrtes Bild von Sue und man denkt am Anfang wirklich, Esther hat eine schreckliche Schwester und Sue ist das arme Opfer und tut so viel und müht sich ab. Pah, völlig falsches Bild!

Natürlich kommt es vor, dass zwei Personen jeweils völlig anders voneinander denken, als jede von sich selbst. Aber hier ist das wirklich über den normalen Bogen hinausgespannt. Vor allem Esther braucht dringend eine Therapie. Sie ist wirklich nicht ganz seelisch gesund, obwohl sie das STÄNDIG von Sue behauptet. Diese kommt mir aber viel gesünder vor als Esther. Esther lebt wirklich in ihrer eigenen Blase und leidet meiner Erfahrung nach total unter Realitätsverzerrung! Unglaublich, aber ich kenne solche Menschen, einige in meiner Familie. Da fasst du dich innerlich und fragst dich, wo dieser jemand eigentlich lebt und von welcher Sache und/oder Person er da spricht?! Solche Menschen merken das selber nicht und glauben alles, was sie denken und fühlen und lassen sich auch nicht auf Gespräche ein, geschwiege denn, die Bereitschaft, ein Bild zu korrigieren, dass sie erstellt haben. Ganz schwierig, solche Genossen.

Hier wäre es mehr als angebracht, dass Esther mal schweigt. was der Titel meint, weiß ich nicht, ich war so mit den Nerven am Ende, dass ich nur 1:06 Stunden durchgehalten habe. Das ist auch eines der wenigen Werke, bei dem es egal ist, ob als Hörbuch oder Print - die Geschichte ist einfach unerträglich bzw. die Charaktere. Das Buch hätte ich auch abgebrochen.

Die zweite Sprecherin und der Sprecher sind besser und weniger nervenaufreibend.


Fazit:
Ich will mich damit nicht weiter auseinandersetzen, habe ich privat genug mit solchen Leuten zu tun. Auch die Rezensionen mag ich nicht lesen, es reicht mir schon so. Ich kann nicht schrieben, ob das ein Thriller oder ein Dramaroman ist.


SPRECHERIN ⭐⭐⭐ und SPRECHERIN ⭐⭐⭐⭐ und SPRECHER ⭐⭐⭐⭐



  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.12.2021

Viel zu ausschweifender Verlauf mit viel zu vielem Perspektivenwechsel ...

606
0

Klappentext:
Ein genial inszenierter Massenausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis mitten in der Wüste von Nevada: 606 der gefährlichsten Verbrecher ‒ Mörder, Psychopathen, Wahnsinnige und anderen ...

Klappentext:
Ein genial inszenierter Massenausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis mitten in der Wüste von Nevada: 606 der gefährlichsten Verbrecher ‒ Mörder, Psychopathen, Wahnsinnige und anderen Gewalttätern ‒ schwärmen in alle Himmelsrichtungen aus und verbreiten Schrecken und Chaos. Die größte Menschenjagd in der US-Geschichte beginnt.

Doch für einen der Flüchtigen, John Kradle, ist dies die einzige Chance, endlich seine Unschuld zu beweisen, fünf Jahre nach dem Mord an seiner Frau und seinem Kind. Er muss den Strafverfolgungsbehörden nur immer einen Schritt voraus sein.

Allerdings hat sich auch eine Aufseherin des Todestrakts, Celine Osbourne, an seine Fersen geheftet. Sie hat sehr persönliche Gründe, ihn zu hassen ‒ und sie weiß anscheinend ganz genau, wo er hin will ...


Autorin:
Candice Fox stammt aus einer eher exzentrischen Familie, die sie zu manchen ihrer literarischen Figuren inspirierte. Nach einer nicht so braven Jugend und einem kurzen Zwischenspiel bei der Royal Australian Navy widmet sie sich jetzt der Literatur, mit akademischen Weihen und sehr unakademischen Romanen. Für den ersten und zweiten Teil ihrer Trilogie, »Hades« und »Eden« , wurde sie 2014 und 2015 mit dem Ned Kelly Award ausgezeichnet.


Übersetzerin:
Andrea O’Brien, M.A., geboren 1967, übersetzt seit fast zwanzig Jahren zeitgenössische Literatur aus dem Englischen.


Bewertung:
Das Cover und der Klappentext haben mich direkt aufmerksam gemacht. In der Mitte des Covers läuft eine Person, die Frau und Mann sein kann ... übertragen auf die Geschichte; John Kradle oder Celine Osbourne. Nach ein paar Seiten fiel mir auf, dass der Klappentext und der Titel nicht stimmen. Es fliehen keine 606 Männer, sondern 604. Denn zwei bleiben im Gefängnis.

Die Erzählung erfolgt in der Über-Erzählung der verschiedenen Personen, also keine Ich-Erzählungen. Es gibt zig Handlungsstränge und die Geschichte führt ein paar Rückblenden zu John Kradles Weg bis zu dem Mord an seiner Familie zwischen der Gegenwart auf.

Mein größtes Problem waren die viel zu vielen Charaktere, die alle ihre eigenen Handlungsstränge haben und über die abwechselnd berichtet wird. Es gibt einige Personen, bei denen das überhaupt nicht nötig und sinnvoll ist - diese hätte man rauslassen sollen. Autoren setzen so eine verstreute Erzählweise ein, um Spannung zu erzeugen. Bei manchen gelingt das, bei manchen passiert das Gegenteil; es verwirrt. Dies ist leider so ein Fall. Die Autorin wollte mit den vielen Perspektiverzählungen auf verschiedene Personen Spannung erzeugen, das merkt man beim Lesen. Aber ich hatte ziemliche Probleme damit, denn es sind einfach viel zu viele Personen. Ich wusste nach verschiedenen Wechsel bei einigen gar nicht mehr, wer die sind und konnte sie nicht zuordnen. Für mich persönlich waren das zu viele Personen mit ihren Problemen zum Aufnehmen und verarbeiten. Vor allem, weil auch einige sinnlose Wechsel dabei sind, die vom eigentlichen Geschehen eher ablenken und Spannungsstopps erzeugen - so erging es mir jedenfalls.

Die ersten 175 Seiten war ich genervt und musste mich wirklich anstrengen, weiterzulesen und nicht aufzugeben. Es beginnt zwar direkt fesselnd, da der Ausbruch sofort beginnt, baut sich aber auch sofort durch diese Erzählweise wieder ab. Erst ab Seite 175 baut sich allmählich Spannung auf und ich konnte das Buch kaum weglegen.

Die Charaktere sind zahlreich, sodass ich mir nicht alle aneignen und mit ihren Erzählwechsel verbinden konnte. Aber die Hauptcharaktere John Kradle und Celine Osbourne sind mal mehr und mal weniger im Mittelpunkt. Vor allem Kradles Versuch, während seiner Flucht, den Mörder seiner Familie zu ermitteln, bleibt im ersten Drittel unbearbeitet. Es geht um alles andere, nur nicht um dieses Hauptthema, dass ja laut Klappentext im Mittelpunkt steht. Das drückte zusätzlich negativ auf meine Stimmung.

Es sind aber auch Logikfehler drin, die den Verlauf verfälschen. Zwei große sind einmal die Erkenntnis der Drahtzieher des Ausbruchs. Diese kommt aus dem Nichts und der weitere Verlauf wird darauf aufgebaut. Bis jetzt rätsle ich, wie die auf die Drahtzieher kamen ... Der andere Fehler ist gegen Ende, der auch die Auflösung und das Gesamtende entscheidet. Diesen möchte ich aus Spoilergründen nicht angeben, aber er ist der zweite große Fehler, der völlig unlogisch ist und aus dem Nichts und ohne Erklärung auftaucht und auf dem sich das ganze Ende aufbaut. Dann gibt es noch kleinere Fehler, zum Beispiel ist John Kradle gefesselt und um Spannung zu erzeugen für einen Kampf ist er es plötzlich nicht mehr. Auch tauchen einige Personen wie aus dem Nichts auf, wo niemand weiß, woher sie wissen, wo Kradle ist. Ich mag unlogische Szenen nicht, die künstlich nur wegen einer Spannungsszene oder für einen spannenden Verlauf erstellt werden. Dann sollte man die Geschichte auch so logisch schreiben, wie man dann den Verlauf wünscht.


Mir hat ein Zitat richtig gut gefallen:

"Wenn man ein Kind bekommt, ist man nichts Besonderes mehr. Dann steht das Baby im Mittelpunkt.
Plötzlich bist du kein Medium mehr, stellst keine Verbindung zum Jenseits her. Auch keine weiße Hexe. Sondern Mutter. Das Gegenteil von einzigartig. Eine Mutter hat jeder."

(Seite 225/226)



Fazit:
Die Atmosphäre bleibt wegen der viel zu vielen Perspektivwechseln durchwachsen. Die Geschichte hat auch einige spannende Stellen, aber auch einige sinnfreie, die man überlesen kann. Den Gedanken hatte ich, hatte aber Sorge, dann noch irritierender zu sein. Jetzt nach dem Lesen weiß ich, ich hätte die Kapitel überspringen können. Für einige Leser mit einem guten Gedächtnis sicher kein Problem, diese vielen Personen aufzunehmen und zuzuordnen. Für mich war das Lesen größtenteils anstrengend. Es ist keine schlechte Geschichte, aber künstlich gezogen und unnötig erschwert geschildert. Die Idee ist nicht neu, aber hat eine große Anziehungskraft. Da kommt es auf die Umsetzung an, die ich hier nicht so gelungen finde, wie ich gerne gelesen hätte.

Die Geschichte beinhaltet 465 Seiten und kostet 16,95 €. Ich finde das etwas überteuert. Für die Seitenzahl hätten auch 14,95 € gereicht. Hinterlässt bei mir immer einen bitteren Beigeschmack.




  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.12.2021

Außen hui, innen stöhn ...

Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht
0

Klappentext:
„Pah! Weihnachten! Wenn ich das schon höre! Nichts als grober Unfug!“, ruft Onkel Dagobert. Diese Worte könnten auch von seinem literarischen Vorbild Ebenezer Scrooge aus Charles Dickens' ...

Klappentext:
„Pah! Weihnachten! Wenn ich das schon höre! Nichts als grober Unfug!“, ruft Onkel Dagobert. Diese Worte könnten auch von seinem literarischen Vorbild Ebenezer Scrooge aus Charles Dickens' A Christmas Carol stammen. Im Jahre 1960 illustrierte Dagobert-Schöpfer Carl Barks in Anlehnung an Dickens eine Bilderbuchgeschichte, in der Festtagsmuffel Dagobert von drei Geistern in der Gestalt von Tick, Trick und Track besucht wird, die ihm doch noch den Geist der Weihnacht einhauchen.

Ein (Vor-)Lesevergnügen für die ganze Familie, das garantiert festliche Stimmung aufkommen lässt.


Autor und Illustrator:
Carl Barks (1901-2000) gilt als der unbestrittene Großmeister der Disney-Comics. Der amerikanische Zeichner gründete Entenhausen, gab Donald eine Persönlichkeit und entwickelte zahlreiche illustre Figuren: Daniel Düsentrieb, Gundel Gaukeley, die Panzerknacker und als Krönung seiner Schöpfung Dagobert Duck, der 1947 in der Geschichte »Die Mutprobe« sein Debüt feierte. Er zeichnete etwa 500 Geschichten auf mehr als 6.300 Seiten und wurde schon zu Lebzeiten als »der gute Zeichner« verehrt.


Bewertung:
Das Cover und die Gesamtaufmachung sind sehr schön und ansprechend zur Weihnachtszeit. Ich denke, alle, die vor 2000 geboren wurden, sind mit diesen Comics aufgewachsen, ob man selbst wollte oder nicht. Ich finde Neuauflagen auf der Basis der Klassiker super. Aber auch Fortführungen der Serie mit den Spezialcomics zu Saisonzeiten sind immer noch Kult und ich grinse immer vor mich hin, wenn ich wieder welche sehe, die herauskommen. Die Serie stirbt hoffentlich nie aus.

Jedoch bin ich in diesem Fall enttäuscht. Aus dem alten Charles Dickens Klassiker hätte man wirklich viel mehr herausholen können, um sie für Kinder zu veranschaulichen. Hier wurde eine große Chance vertan. Der Comic ist eher für 5 Jährige erstellt worden, so habe ich den Eindruck. Mit 8 Jahren kann man sehr viel mehr aufnehmen, und damit meine ich nicht die Menge, sondern das Verständnis einer Geschichte. Der Klassiker ist viel zu viel abgekürzt worden und zu vereinfacht wiedergegeben. Das ist sehr schade!

Die Illustrationen sind weiterhin echt gelungen, das ändert sich ja nicht. Es ist derselbe Stil aus meiner Kindheit in den 90ern. Hier gefällt mir vor allem der wirklich alte Zeichnungsstil, eine Art Filter um die Zeichnungen - wie aus alten Zeiten unbearbeitet vom Design. Das gefällt mir sehr gut!


Fazit:
Die Aufmachung und Zeichnungen sind super, der Inhalt dagegen nicht. Enttäuschend viel gekürzt und viel zu vereinfacht dargestellt, als ob alle ab 8 Jahren nichts verstehen würden. Hat einen kleinen fahlen Beigeschmack. Schade.


UMSETZUNG/DARSTELLUNG ⭐⭐⭐,🌠

INHALT ⭐⭐⭐



Gelesen am 24. November 2021



  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 23.11.2021

Die Teehändlerin, bei der Tee eher Beiwerk ist ...

Die Teehändlerin
0

Klappentext:
Frankfurt 1838: Als Kaufmannstochter und Ehefrau des Teehändlers Tobias Ronnefeldt genießt Friederike es sehr, ab und an hinter der Theke ihres Geschäfts zu stehen – sie liebt den blumigen, ...

Klappentext:
Frankfurt 1838: Als Kaufmannstochter und Ehefrau des Teehändlers Tobias Ronnefeldt genießt Friederike es sehr, ab und an hinter der Theke ihres Geschäfts zu stehen – sie liebt den blumigen, leicht erdigen Duft der dunklen Teeblätter. Doch tiefere Einblicke in den Handel bleiben ihr verwehrt. Das ändert sich, als Tobias 1838 zu einer monatelangen Reise nach China, dem Land des Tees, aufbricht. Ausgerechnet jetzt, wo sie schwanger ist. Bald merkt sie, dass sie dem neuen Prokuristen, den Tobias eingestellt hat, nicht trauen kann. Das ganze Unternehmen ist in Gefahr. So bleibt Friederike nichts anderes übrig, als die Geschicke des Hauses selbst in die Hand zu nehmen. Um diese Herausforderung zu bestehen, muss sie neue Kräfte entwickeln – und den Mut, sich zu behaupten.


Autorin:
Susanne Popp, geboren 1967, ist die Tochter von Jugendherbergseltern – Hagebuttentee, serviert in großen Metallkannen, gehört daher zu ihren Kindheitserinnerungen. Heute bevorzugt sie jedoch eine Tasse Darjeeling oder Oolong, und sie liebt es, in die Teeregionen der Welt zu reisen. Mit der Schriftstellerei begann sie als Verfasserin von Privatbiographien. Die Geschichte der Familie Ronnefeldt zu erzählen, war ihr daher ein ganz persönliches Anliegen, denn in diesem Traditionsunternehmen verbinden sich die Sehnsucht nach fernen Ländern mit dem Schicksal einer Familie im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Die Autorin lebt heute mit ihrem Mann und ihrer Tochter am Zürichsee in der Schweiz.


Sprecherin:
Astrid Kohrs besuchte die Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel in Berlin. Neben ihren Theaterengagements tritt sie in Fernsehserien auf. Ihre wohlklingende Stimme ist unter anderem aus vielen vergnüglichen "Ohrenbär"-Aufnahmen des RBB bekannt.



Bewertung:
Das Cover finde ich passend, Friederike ist die Protagonistin, die die Geschichte scheinbar am Laufen hält. Ich bin mir uneins über den Titel, nachdem ich das Hörbuch zum Teil gehört habe. Nach fast fünf Stunden ergibt er immer noch keinen Sinn, da Friederike - wie alle Frauen - außen vor ist bei Geschäften. Vielleicht folgt das aber noch, es scheint mir wie viele historische Romane sehr lange zu dauern, bis die Kerngeschichte erzählt wird. Aber mir war es zu langatmig, um noch länger zu warten. Bei fast 16 Stunden Hörzeit kein Wunder, dass es so lange dauert, bis die Sache mal zur Sache wird.

Der Verlauf und die Charaktere sind unaufgeregt, was an sich keine Wertung ergibt. Aber leider kommt hier keine Spannung oder ein gewisser Sog auf. Oft sind zwei Kriterien zu beobachten: Entweder der Verlauf ist temporeich fesselnd oder er ist es nicht, legt dem Leser/Hörer aber einem Sog herum, dass man dennoch nicht aufhören möchte zu lesen/hören. Hier ist keines von beiden der Fall.

Die Autorin macht ihre Sache nicht schlecht, mich konnte sie nur nicht einfangen. Die Charaktere sind zahlreich und man muss sich konzentrieren, um diese zuzuordnen. Man erfährt recht schnell immer mehr von Frederike und ihrem Mann Tobias, sowie deren Freunde und Geschäftsleben. Mir ist es zu langsam erzählt, zu sehr gestreckt, etwas mehr Tempo wäre hier angemessen gewesen, ohne gleich überfordernd zu werden.

Viel langsamer ist die Vermittlung von Tobias Geschäften, wobei Frederike ja auch ihren Anteil hat, aber zu dieser Zeit waren Frauen von der Geschäftswelt ausgeschlossen und hatten sich auf Heim und Hof zu kümmern. Tobias ist ein Mann, der da etwas aus dem Rahmen fällt, denn er liebt Frederike um ihretwillen und setzt sie nicht unter Druck, ihre Frauenrolle zu entsprechend zu übernehmen. Dennoch lebt auch er in dieser Zeit und handelt danach. Aber man merkt schon deutlich den Unterschied zu anderen Männern, die herablassend und/oder anmaßend den Frauen gegenüber sind. Frederikes bzw. Tobias Teegschäft kommt allmählich immer mehr in den Mittelpunkt, sowie Frederike und ihre Zweifel und Bedenken, während Tobias auf langer Reise zur Teewelt aufbricht.

Was sich daraus alles entwickelt weiß ich nicht, ich hatte keinen Atem mehr, das herauszufinden. Das lag viel mehr an dem fehlenden Sog als an dem fehlenden Tempo. Denn weder der Verlauf noch die Charaktere konnten mich erreichen. Ich habe keine Gefühle wahrgenommen, obwohl Frederike bei Tobias Abwesenheit ja viel mit Gedanken und Gefühle um sich wirft. Mich ließ es aber kalt. Ich konnte keine Beziehung zu niemanden aufbauen. Das machte es mir schwer, weiterzuhören, weil ich mich nach etlichen Stunden gelangweilt habe, obwohl die Geschichte an sich ja neutral gesehen nicht langweilig ist.

Für mich ist auch zweifelhaft, ob ich wirklich in die Teewelt entführt worden wäre, denn mein Eindruck ist, dass diese Welt eher im Hintergrund spielt und die Rolle von Frederike und der Frau in der Männerwelt die zentrale Geschichte ist, wie Frauen wie Frederike mit dieser ihr fremden Welt umgehen und sich zurechtfinden und kämpfen. Die Teewelt ist nur Beiwerk, Schmuck als Setting. Ob das so ist, weiß ich ja nicht, nur mir kam beim Hören dieser Eindruck und die Rezensionen einiger Leser bestätigt das auch. Was leider auch an der Erzählart liegt. Nicht, dass es eine Ich-Erzählung sein muss, aber hier wird nur aus Frederikes Sicht fremderzählt, wohl überhaupt der ganze Verlauf, wie ich bei den Rezensionen lesen konnte. Die Teewelt hätte also wirklich eine zentrale Rolle spielen können, wenn man die Sichtweise erweitert hätte, zum Beispiel auf Tobias. Ich kenne ein paar historische Romane, wo das so gemacht wird und viele Handlungsstränge existieren, die die Geschichte beleben. So bleib es recht einseitig, sehr schade.

Die Sprecherin lässt sich lange auf Dauer hören. Sehr ruhig und variable spricht sie die Charaktere. Ich finde ihre unaufgeregte Stimme zu dieser unaufgeregten Geschichte sehr passend, wobei sie besser glänzen konnte als die Geschichte, da sie wenigstens noch Hervorhebungen in ihrer Stimmlage einbringt.


Fazit:
Ich habe nach 4:54 Stunden abgebrochen. Eine schöne Idee, solche historischen Romane wecken immer mein Interesse, aber nicht immer sind sie auch spannend erzählt. Kein Roman zum Runterlesen/Runterhören ohne Konzentration. Ohne Bindung zur Geschichte und irgendwelchen Charakteren - hätte ja nicht Frederike sein müssen - war für mich kein Mehrwert drin. Die Autorin schafft es nicht, die Gedanken und Gefühle auf den Leser/Hörer zu übertragen, damit hatten einige meiner Lese/Hör-Kumpanen ein Problem. Zusätzlich zog sich die Geschichte für mich unnötig in die Länge. Der Mittelpunkt Tee blieb eher als Setting. Alles in Allem also enttäuschend. Ich rate nicht von diesem Werk ab, empfehlen kann ich es aber auch nicht. (Verneigung an diejenigen, die trotzdem bis zum Ende durchgehalten haben)

Das Hörbuch finde ich mit 29,95 € viel zu teuer, im Gegensatz zum Taschenbuch für 10,99 €. Auch wenn natürlich die Sprecherin bezahlt werden muss und die Geschichte etwas Überlänge hat, ist das übers Ziel hinausgeschossen. Die Differenz ist heftig.



  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere