Mord im Schärengarten – ein durchwachsener Auftakt
Vega Varg – Das Schweigen der InselAls der erste Herbststurm über die schwedischen Koster-Inseln zieht, entdeckt eine Gruppe norwegischer Immobilienmaklerinnen und -makler während einer Kajaktour einen toten jungen Mann an einem Bootssteg. ...
Als der erste Herbststurm über die schwedischen Koster-Inseln zieht, entdeckt eine Gruppe norwegischer Immobilienmaklerinnen und -makler während einer Kajaktour einen toten jungen Mann an einem Bootssteg. Die vier Kolleginnen und Kollegen sind eigentlich für ein Teambuilding-Seminar angereist – doch statt Strategien zu entwickeln, müssen sie nun Alibis vorweisen.
Denn jeder in der Gruppe hütet eigene Geheimnisse: gescheiterte Beziehungen, Affären, Drogen oder Loyalitätskonflikte. Diese psychologische Gemengelage macht den Roman lesenswert – die Spannungen innerhalb der Gruppe sind oft packender als die eigentliche Kriminalistik. Die erfahrene Ermittlerin Vega Varg und ihr Kollege Leopold Posse aus Oslo, der nach dem Verschwinden einer Politikergattin hinzugezogen wird, müssen sich mühsam durch ein Geflecht aus Halbwahrheiten arbeiten.
Leider bleiben die Figuren in ihren tieferen Beweggründen letztlich etwas blass. Auch die Sprache ist ausgesprochen schlicht – stellenweise fast unfreiwillig komisch. Was das Buch dennoch trägt, ist seine Unmittelbarkeit: Die Handlung entfaltet sich in weniger als einer Woche, was dem Geschehen einen echten Sog verleiht. Die Auflösung wirkt allerdings stellenweise konstruiert und hinterlässt ein etwas ratloses Lesegefühl.
Für Fans des gemäßigten Skandinavien-Krimis dennoch eine Empfehlung, wenn auch mit Abstrichen.