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Veröffentlicht am 12.11.2019

Ich hoffe, es gibt ein weiteren Atlas Obscura - Kids Edition und zwar mit echten Fotografien. Dieses Buch ist spannend und interessant. Nicht nur für Kinder

Atlas Obscura Kids Edition - Entdecke die 100 abenteuerlichsten Orte der Welt!
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Der Atlas Obscura ist wie ein Reiseführer gehalten. Dies macht es für Kinder wahnsinnig schön und spannend. Allerdings ist das Buch ab 8 Jahren geeignet, wofür ich die Schrift etwas zu klein finde. Meine ...

Der Atlas Obscura ist wie ein Reiseführer gehalten. Dies macht es für Kinder wahnsinnig schön und spannend. Allerdings ist das Buch ab 8 Jahren geeignet, wofür ich die Schrift etwas zu klein finde. Meine Nichte (, gut sie ist gerade erst sieben, aber) verschlingt Bücher. Als ich ihr diesen Atlas hinlegte sagte sie sofort „Die Schrift ist zu klein, das kann ich nicht.“. Natürlich hätte sie es mit ein bisschen Anstrengung geschafft. Sollten die Kleinen das Buch allerdings auch alleine nutzen wollen, hätte die Schrift etwas größer sein müssen. Ich würde das Alter also auf 10 Jahren anheben oder es gemeinsam mit den Eltern anschauen.
Den Kindern wird ein Reiseplan aufgestellt und ihnen gesagt, was sie am besten mit auf ihre lange und aufregende Reise mitnehmen sollen. Natürlich soll das alles kein Kaufanreiz sein auch, wenn Kinder sich nach diesem Buch einiges von der Auflistung wünschen werden. Warum auch nicht. Vielleicht bereist man ja wirklich gemeinsam mit der Familie Boulders Beach. Dann braucht ihr auf jedenfall eine Taucherbrille um die Pinguine unter Wasser besser beobachten zu können.

Die Einleitung war Kindgerecht beschrieben und vermittelt so viele wichtige Dinge, die nicht nur für dieses Buch von großer Bedeutung sind.
Zu Beginn eines jeden Landes erfahren wir ein wenig über dieses, wie z.B. Die Lage, Einwohner, aber auf auf alle Fälle, was es kurioses über dieses Land zu wissen gibt. Schön wären hier noch die passenden Flaggen gewesen.
Zu jedem Land haben wir dann zwei Besondere Orte, die man besuchen kann. Die Texte sind kurz gehalten und sehr informativ. Die Kinder werden nicht überfordert, lernen jedoch alles, was sie über den Ort wissen müssen.
Ich habe tatsächlich nachgeschaut, ob man wirklich jeden Ort hier besuchen könnte. Leider ist nicht alles möglich. Die Cuera de los Cristales, den Raumschiff- Friedhof und Gottes Baumhaus könnt ihr nicht oder nicht mehr besichtigen. Dafür könnt ihr aber ein Bad im Schwimmbecken des Teufels nehmen, einen Vulkan von innen besichtigen oder über eine Wurzelbrücke wandern. Oder ihr besucht einen der vielen anderen atemberaubenden Orte.

Der Atlas Obscura ist spannend, interessant und zu teilen auch gruselig. Denn wir erfahren, wo wir Leichen bewundern können, falls wir dies wollen würden. Ich bin da ja eher der Meinung das man die Ruhe der Toten niemals stören sollte.
Nach jedem Land gibt es eine kleine Überleitung zum nächsten und wie man dort hinreisen könnte. Auch die Koordinaten stehen an jedem Ort dabei. So könnt ihr eure nächste Reise passend ausrichten und ein Hotel in der Nähe buchen.
Ob man allerdings eine kontaminierte Zone mit in dieses Buch nehmen musste, indem selbst die dortigen Mitarbeiter in zwei – Wochen – Schichten arbeiten um Gesundheitsschäden durch gefährliche Strahlen zu vermeiden, wage ich zu bezweifeln. Ich denke, da hätte man einfach etwas anderes schönes aus diesem Land hinzufügen können. Abenteuerlich würde dieser Trip wirklich werden, aber ob das sein muss?

Und warum sind die Buchseiten pixelig?! Mir fehlen hier eindeutig echte Fotografien. Ich habe viele Orte online nachgeschaut, weil sie mich so sehr interessiert haben und es gibt so wunderbare, atemberaubende Fotos von diesen Orten.
Als Kind hatte ich ein Buch vom Lila Launebär. Dies soll keine Schleichwerbung sein (es gibt ihn ja nicht mehr), aber ich kann mich heute noch sehr genau an ein Foto aus diesem Buch erinnern. Die Golden Gate Bridge in San Francisco. Dieses Foto und das Buch haben mich damals so sehr in seinen Bann gezogen das ich noch heute oft daran denken muss. Ich erwähne dies, weil der Atlas Obscura für mich genau diese Wirkung hätte erzielen können. Ich denke schon, dass sich viele Kinder in zwanzig oder dreißig Jahren noch an dieses Buch erinnern werden, denn es ist fabelhaft, aber so fehlt mir tatsächlich etwas.

Veröffentlicht am 07.11.2019

Man könnte diese Reihe wohl ewig fortsetzen. „Willkommen im Wild at Heart Hotel. Was kann die Liebe für sie tun?“

Wild at Heart - Winterglück im Hotel der Herzen
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Der zweite Teil der Reihe konnte mich mehr begeistert, als der Erste. Man erlebt keinen Stillstand. Immer ist etwas los.
Am Anfang erleben wir einen kleinen Rückblick in den ersten Teil Wild at Heart – ...

Der zweite Teil der Reihe konnte mich mehr begeistert, als der Erste. Man erlebt keinen Stillstand. Immer ist etwas los.
Am Anfang erleben wir einen kleinen Rückblick in den ersten Teil Wild at Heart – Willkommen im Hotel der Herzen. Theoretisch könnte man den zweiten Teil deshalb auch gut und gerne alleine lesen. Ich würde jedoch allen empfehlen, auch den ersten Teil zu lesen. Man lernt die Charaktere so viel besser kennen und lieben und kennt auch die Vorgeschichte zum zweiten Teil.
Tatsächlich hat die Familie Wilde sich dazu entschlossen das Filmteam bei sich aufzunehmen das im Sommer so hartnäckig angefragt hatte. Wirklich freiwillig war dies wohl nicht. Doch was blieb der Familie nach dem großen Brand anderes übrig?! Sie brauchen schließlich das Geld um die Scheune wieder aufzubauen und Gäste konnten sie wegen des Geruchs und der anstehenden Bauarbeiten eh nicht beherbergen.
Doch mit der Filmcrew reist natürlich auch ein Chaos an, was das Wild at Heart Hotel nicht gewohnt ist. Und Gretchen wird plötzlich zum Mädchen für alles. Doch genau das macht Gretchen aus. Sie kümmert sich um alles und jeden und dies tut sie mit viel Charme. Doch das selbst ihre beste Freundin Sara ein Teil der Öffentlichkeitsarbeit übernimmt konnte niemand ahnen.
Theo und Bruno sind mittlerweile unzertrennlich. Ob dies aber etwas Gutes zu bedeuten hat, wage ich zu bezweifeln. Die beiden sollte man besser nicht aus den Augen lassen. Sie sind, wie zwei kleine Jungs, die überall das große Abenteuer wittern. Irgendwie sind die beiden einfach knuffig. Theo fehlt einfach seine Werkstatt und das füllt er eben mit einem Abenteuer das er zu finden hofft.
Bei Nettie ist es nach wie vor kompliziert. Die erste Liebe. Alles ist neu und ungewohnt. Hat man wirklich Gefühle oder bildet man sich nur ein, dass da mehr zwischen einem und dem anderen ist? Mit 16 erörtert man seine Gefühle vielleicht auch nicht so oder holt sich einen Rat. Alles viel zu peinlich? Manchmal sollte man vielleicht aber doch einen Erwachsenen fragen. Vielleicht hilft es einem Teenager zu wissen, dass das mit der Liebe nie einfacher wird. Das es immer zu Anfang neu und eigenartig ist. Das auch dreißigjährige sich wie Teenager fühlen und aufführen können. Was mich allerdings ein wenig gestört hat war das es wirkte als seien Intimitäten zwischen 16 jährigen etwas schlimmes, verbotenes. Das gefiel mir gar nicht. Natürlich sollte man nur soweit gehen, wie man zu gehen bereit ist und an mögliche Konsequenzen rechnen. Allerdings finde ich es nicht verwerflich, wenn sich 16 jährige lieben und intim werden. Es gibt schlimmeres. Doch auch die Liebe zwischen anderen Charakteren wird hier aufgeführt. Gibt es in der Liebe nicht immer ein Happy End?! Ich bin der Meinung, die Liebe gewinnt immer. Zumindest, wenn sie echt ist...

Veröffentlicht am 29.10.2019

Ein schöner Roman, der sich für mich aber zwischenzeitlich zu sehr in die Länge zog.

Wild at Heart - Willkommen im Hotel der Herzen
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Gretchen hat vor vier Jahren ihren Mann verloren, Nettie ihren Vater und Theo seinen geliebten Sohn. Doch eines haben sie weiterhin – sie haben einander.
Seid Christophers Tod arbeiteten Gretchen und Theo ...

Gretchen hat vor vier Jahren ihren Mann verloren, Nettie ihren Vater und Theo seinen geliebten Sohn. Doch eines haben sie weiterhin – sie haben einander.
Seid Christophers Tod arbeiteten Gretchen und Theo mit ihren Angestellten im Hotel und verausgaben sich. Und auch Nettie opfert ihre freie Zeit in den Ferien für das kleine Familienhotel. Doch für sie ist es kein Opfer, sondern ihr Zuhause. Und sie ist bereit alles dafür zu tun. Sie freut sich schon auf ihren besten Freund Damien, der wie jedes Jahr mit seinen Vätern anreisen wird. Sie und Damien haben eine Menge vor. Denn sie haben geplant ihre Mutter mit einem Schriftsteller zu verkuppeln, damit sie endlich wieder glücklich wird. Doch ahnt sie nicht, wie schwer das alles wird. Die Liebe kann man schließlich nicht planen und erst recht nicht für andere.

Als Leser habe ich mich sofort heimisch im Wild at Heart gefühlt. Man fühlt sich wohl und geborgen. Die Menschen, die hier arbeiten sind wunderbar und ein eingespieltes Team. Nur Dottie, die Küchenchefin vergrault viel zu oft neue Mitarbeiter, die sie so dringend bräuchten. Ich glaube, diese Frau ist weicher, als sie zeigen mag. Bruno und Theo machen ihr ständig den Hof, wobei ich nicht weiß, ob die beiden es ernst meinen oder sich nur gegenseitig ärgern wollen.
Theo ist ein Hobbyerfinder, aber man sollte ihn nicht allzu lange beim Basteln alleine lassen, denn es könnte etwas passieren. Irgendwann gibt es aber sicher einen großen Durchbruch für ihn.
Gretchen ist voll ausgelastet. Leider haben sie nicht mit allen Gästen im Wild at Heart viel Freude. Nie läuft etwas so, wie es soll, doch auch das ist gerade sympathisch und würde mich dazu bewegen, bei ihr einzuchecken. Bei ihr entwickeln sich nebenbei auch einige andere Dinge, die niemand so wirklich unter Kontrolle hat. Wird ihr alles zu viel und schmeißt einfach alles hin?!

Dieses Buch war angenehm zu lesen. Es hat mich zwar nicht vom Hocker gehauen, aber ich musste hin und wieder schmunzeln. Die Charaktere passten perfekt in die Geschichte. Sie waren ein liebevoller Haufen, der sich ergänzte. Sie gingen herzlich miteinander um und pisakten sich hin und wieder. Ich habe allerdings erwartet das Harvey Hamilton seine Vergangenheit wiederfindet. Aber vielleicht passiert das im zweiten Teil der Reihe. Das hatte mir hier etwas gefehlt. Zwischendurch gab es immer wieder Rückblenden zu Christopher, die zwar nicht sehr lang waren, aber trotzdem zeigten, was für ein toller Mensch er war.

Veröffentlicht am 19.10.2019

Jeder trägt solche Geschichten voller Freundschaften in seinem Herzen. Es ist schön daran erinnert zu werden.

Freundinnen
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Als erstes fiel mir hier der wunderschöne Einband des Buches auf. Normalerweise gehe ich nicht darauf ein, doch bei diesem Buch ist es erwähnenswert. Es hat einen Stoffeinband und ein integriertes Lesebändchen. ...

Als erstes fiel mir hier der wunderschöne Einband des Buches auf. Normalerweise gehe ich nicht darauf ein, doch bei diesem Buch ist es erwähnenswert. Es hat einen Stoffeinband und ein integriertes Lesebändchen. Das verleiht dem Buch etwas wunderschönes, so dass man es auch sehr gut verschenken kann.

Das Inhaltsverzeichnis hatte mich am Anfang etwas überrascht, da dieses Buch ja kein Ratgeber ist. Doch dort sind die einzelnen Lebensstationen von der Autorin dokumentiert. In drei verschiedenen Oberthemen: Was ich als Kind über Freundschaft denke; Was ich mit zwanzig über Freundschaft denke und Was ich heute über Freundschaft denke lesen wir kurze Geschichten über verschiedene Freundschaften. Am Anfang eines jeden Oberthemas stehen ein paar kleine Zitate, die ich persönlich wunderschön fand. Jede dieser Geschichten sind sehr persönlich und ich bin begeistert das die Autorin ihre Geschichten mit uns teilt, denn das ist nicht selbstverständlich. Es macht dieses Buch aber aus, denn trotz das es nicht unsere Geschichten sind, bewegen sie uns zum Nachdenken. Wir alle haben diese eine Freundin die dies oder jenes tut. Wir alle haben auch schon Freundschaften verloren oder wir hatten das Glück vielleicht eine wieder zurückzubekommen. Und einige verlieren wir unfreiwillig durch einen Schicksalsschlag. Manche Freundinnen fürs Leben trifft man früh. Einige lässt man wieder gehen und andere gehören schon zur Familie. Man lieb sie. Unsere Freundinnen nehmen uns, wie wir sind. Sie müssen ihre Zeit nicht mit uns verbringen, sie wollen es. Freiwillig. Sie müssen auch nicht immer unserer Meinung sein oder gutheißen, was wir machen. Aber sie wollen uns auch nicht verändern. Sie wollen uns genau so, wie wir eben sind. Natürlich streitet man auch. Das ist ganz normal. Einige Streits gehen nur einen Tag, andere sogar ein paar Monate. Ob die freundschaftliche Beziehung standhält, sieht man eben erst, wenn man auch wieder zusammenfindet nach einer Kontaktpause. Ich und meine Freundin hatten schon zwei längere Pausen, haben aber jedes mal wieder zueinandergefunden. Sie gehört aber schon zur Familie. Und man muss dieser Person das gar nicht sagen, denn es ist einfach so. Meiner Schwester sage ich ja auch nicht täglich das sie meine Schwester ist. Es ist ein ist - Zustand. Man muss seine Freundschaften pflegen, auch wenn es mal nur eine kurze Nachricht ist. Jeder macht Fehler und niemand ist perfekt. Aber wer will das auch schon? Perfekt ist doch langweilig.
Man kann auch positive und negative Gefühle einer Person gegenüber haben. Das ist sehr interessant, denn auch daraus lernen wir: es ist nicht alles immer nur schwarz oder weiß. Man mag sich nicht jeden Tag gleich und vielleicht bespricht man das eine Thema lieber mit der Freundin und ein anderes mit einer anderen. Mit der einen macht man lieber dies und die andere ist am besten für jenes. Das ist aber nicht negativ zu bewerten.

Dieses Buch zeigt uns auf, dass Freundschaften nicht alle gleich ablaufen. Es gibt Freundschaften die funktionieren, auch wenn man sich Jahre nicht sieht. Ich habe eine Freundin, die ich im Internet kennengelernt habe und erst acht Jahre danach zu ihrer Hochzeit das erste Mal gesehen habe. Ich habe mich so geehrt gefühlt das sie mich dabei haben wollte. Und als wir uns sahen, war es nicht, als würden wir uns das erste mal sehen, sondern als ob wir uns jeden Tag sehen.
Man kann keine Freundschaften erzwingen und man kann auch keine zwanghaft halten. Wir wachsen miteinander, aneinander, aber eben auch manchmal aneinander vorbei. Vielleicht schlagen wir verschiedene Richtungen ein. Das alles kann passieren. Ich denke immer noch sehr oft an eine damalige Freundin und frage mich, was diese heute wohl macht und wie es ihr geht. Es war eine besondere Freundschaft. Wir verabredeten uns Samstags zum Mittagsschlaf um anschließend ausgeruht in die Disko zu gehen und die Nacht durchzumachen.
Früher war ich viel lieber mit Jungs befreundet. Keine Zickereien und kein Tussikram. Ich wollte es einfach und spaßig. Aber auch damals gab es ein paar Mädchen, ohne die ich nicht sein wollte. Eine gibt es immer noch.

Und irgendwann gibt es diese Momente, wo man merkt, das Vertrauen auch missbraucht werden kann und deshalb habe ich mich sehr viele Jahre geweigert neue Menschen und auch Freundinnen in mein Leben zu lassen. Es ist eben schwer sein Vertrauen zu verschenken, wenn man weiß, man kann wieder verletzt werden. Doch ich habe tatsächlich wieder ein paar neue Freundinnen in mein Herz geschlossen und ihnen mein Vertrauen geschenkt. Ja, man wird immer noch verletzt, aber man erlebt auch viele tolle Dinge, die man nicht missen möchte. Wenn man es nicht versucht und wieder zulässt, verwehrt man sich auch etwas schönes. Wertvolle Momente und wertvolle Menschen.

Es ist nicht wichtig wie viele Freundschaften man hat. Es ist wichtig das man die Richtigen an seiner Seite hat, mit denen man die Dinge des Lebens teilen mag. Ob sie gut oder schlecht sind.

Veröffentlicht am 16.10.2019

Ein Buch in dem es garantiert kein Happy End gibt. Auch sehr gut für Neueinsteiger dieses Genres.

Cronology
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Ich glaube das ist das erste Buch dieser Art oder dieses Genres das ich überhaupt lese, also erwartet hier keine Fachliche Rezension über dieses Genre. Ihr bekommt hier, wie immer, eine ehrliche Meinung, ...

Ich glaube das ist das erste Buch dieser Art oder dieses Genres das ich überhaupt lese, also erwartet hier keine Fachliche Rezension über dieses Genre. Ihr bekommt hier, wie immer, eine ehrliche Meinung, wie ich dieses Buch fand.
Ich bin tatsächlich eher zart besaitet und befinde mich die meiste Zeit auf der Seite des Lichts würde ich behaupten. Doch ich lasse mich auch gerne mal von etwas anderem fesseln. Durch den Klappentext wusste ich natürlich, was mich in etwa erwartet.
Die kurzen Geschichten, machen dieses Buch sehr angenehm zu lesen. Zum Ende hin wurden die Geschichten länger und ich bin mir nicht sicher, ob sie vielleicht sogar etwas zu lang waren. Marcs Talente habe ich hier wirklich in den Kurzgeschichten entdeckt. Schaurige Schocker, widerliche Szenen und ein Knallhartes Ende.
Vor jeder Geschichte lesen wir, wann die Geschichte geschrieben wurde und aus welchem Grund oder welche Inspiration es dazu gab. Hier offenbart der Autor auch immer ein wenig von sich, was ich sehr gerne mag.
Wir erleben einen Schreibzeitraum von dreizehn Jahren. Die Geschichten wurden nicht überarbeitet und somit erleben wir die Entwicklung des Autors von Jahr zu Jahr oder nach seiner langen Schreibpause mit. Dadurch, dass der Schreibstil sehr schlicht ist, können auch Genreeinsteiger ohne Überlegungen zu diesem Buch greifen. Sie werden nicht enttäuscht.

Vor dem Lesen sollte man sich aber fragen, ob man sich auf so ein Buch einlassen kann. Eure Moral solltet ihr für dieses Buch irgendwo zwischenparken. Die ist hier fehl am Platz. Doch, wenn ihr bereit seid, euch auf pure Grausamkeiten einzulassen, dann werdet ihr euch hier wohlfühlen. Suhlt euch in Blut, Eingeweiden und wildem Treiben!
Hier erleben wir den Mensch in seiner übelsten Form. Ich war gespannt, ich habe mich geekelt, ich musste ein paar Mal herzlich lachen und auch die Erotik kam hier nicht zu kurz. Der Autor ist sehr Detailgetreu, was mich positiv überraschte. Ob Mord- oder zwischenmenschliche Szenen, sie wurden in meinem Kopf, wie ein Film abgespielt.
Natürlich gab es auch in diesem Buch ein paar Dinge, die ich hinterfragen musste. Wenn jemand in meinem Zimmer steht, wie gechillt muss ich sein, wenn ich erst mal frage, wer derjenige ist und was er von mir will? Ich dachte immer, ich würde dann eher schreien, aber vielleicht bin ich auch nur unhöflich. Ich glaube auch, dass wenn mein Date jemanden killt, ich nicht fragen würde, ob das nötig war. Aber in der heutigen Zeit darf man bei der Partnerwahl ja auch nicht mehr so wählerisch sein. Aber es war sehr interessant zu merken, dass ich in einem Moment voller Ekel sein kann und im nächsten Anfange zu lachen. Der Autor hat wirklich Talent, einen mit Kleinigkeiten zu überraschen. Vielleicht waren es auch genau diese unlogischen Szenen, die eine kranke Art von Humor mit rein gebracht haben.

Es gibt auch Geschichten vor denen der Autor selber sogar eine Warnung ausspricht und diese sind nicht unbedingt unbegründet. Und auch ich möchte euch warnen:
Schaut euch das nächste Mal lieber ganz genau um, wenn ihr Nachts eine Menschenverlassene Abkürzung nehmt, oder wer euch das nächste Mal zum Essen nach Hause einlädt. Wir können aber auch einfach Mal ehrlich sein. Manche Menschen haben den Tod verdient, andere nicht...

Zum Ende hin gibt es drei Seiten über den Splatterpunk – Autor. Der letzte kleine Abschnitt würde allerdings an den Anfang des Buches gehören und nicht an das Ende. Wir erfahren hier zum Beispiel weshalb er eine Abneigung gegen den Berufszweig Pädagogen und Moralapostel hat.