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Veröffentlicht am 14.02.2026

Entschleunigung als Kinderbuch

Eilig, so unglaublich eilig!
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Mit „Eilig, so unglaublich eilig“ ist dem Autor ein Kinderbuch ab 4 Jahren gelungen, das mich als Vorleserin und Mitbetrachterin verzaubert hat. Schon beim ersten Durchblättern wusste ich: Dieses Buch ...

Mit „Eilig, so unglaublich eilig“ ist dem Autor ein Kinderbuch ab 4 Jahren gelungen, das mich als Vorleserin und Mitbetrachterin verzaubert hat. Schon beim ersten Durchblättern wusste ich: Dieses Buch wird nicht nur einmal vorgelesen werden.
Im Mittelpunkt steht ein Hase, der es unglaublich eilig hat. Er rennt durch sein Häuschen hinaus, durch die Straßen des kleinen Städtchens und weiter in die Natur – immer schneller, immer getriebener. Während ich die Geschichte vorlas, musste ich schmunzeln, denn ich erkannte nicht nur kindliche Ungeduld, sondern auch ein Stück unseres eigenen Alltags darin wieder. Gerade das macht dieses Bilderbuch so besonders: Es ist nicht nur für Kinder gedacht, sondern hält auch uns Erwachsenen sanft den Spiegel vor.
Besonders begeistert haben mich die Illustrationen. Sie sind für mich ein absoluter Traum – idyllisch, märchenhaft und voller liebevoller Details. Auf nahezu jeder Seite gibt es unzählige Tiere zu entdecken: Waldbewohner, Haustiere kleine und große Kreaturen aus der europäischen Natur. Wir haben immer wieder innegehalten, um zu zählen, zu zeigen und zu staunen. Überhaupt ist das Buch wunderbar grün, naturverbunden und ruhig gestaltet. Die Bilder laden dazu ein, zu verweilen – ganz im Gegensatz zum hektischen Hasen.
Inhaltlich gefällt mir die Botschaft ausgesprochen gut: Wer zu eilig durch die Welt rennt, verpasst das Wesentliche. Diese Message wird nicht mit erhobenem Zeigefinger vermittelt, sondern sanft und kindgerecht. Das Kind darf selbst entscheiden – mitrennen oder innehalten. Genau das macht die Geschichte so charmant.
Negative Aspekte? Ehrlich gesagt: eigentlich nichts. Für mich ist es ein rundum gelungenes Vorlesebuch, das Wärme, Ruhe und Achtsamkeit ausstrahlt.
Mein Fazit: Sehr süß gemacht, mit vielen Tieren zum Entdecken und einer wunderschönen Botschaft. Ein Bilderbuch, das man immer wieder anschauen möchte – und das uns lehrt, dass es manchmal gut ist, eben nicht so unglaublich eilig zu haben.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Ein liebevolles Bilderbuch mit kleinen Stolpersteinen

Vom kleinen Spatz, der eine große Amsel werden wollte
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Ich habe das Buch gelesen und betrachtet, und mein Eindruck ist zwiegespalten – im positiven wie im nachdenklichen Sinne. Das Bilderbuch aus dem Verlag Penguin Junior richtet sich an Kinder ab 3 Jahren ...

Ich habe das Buch gelesen und betrachtet, und mein Eindruck ist zwiegespalten – im positiven wie im nachdenklichen Sinne. Das Bilderbuch aus dem Verlag Penguin Junior richtet sich an Kinder ab 3 Jahren und greift ein Thema auf, das zeitlos und wichtig ist: große Träume, Selbstvertrauen und der Umgang mit Grenzen.
Was mir sofort gefallen hat, sind die großen Seiten mit ihren großflächigen, liebevollen Illustrationen. Die Vogelwelt ist unglaublich süß dargestellt, besonders die kleinen Vogel-Kinder und ihre Familien. Beim genaueren Hinsehen entdeckt man auf fast jeder Seite viele Details aus dem Alltag von Menschenkindern: Vater-Vogel mit AirPods, Smartphones, Inlineskates, moderne Wohnsituationen. Das ist irgendwie niedlich, witzig und lädt zum gemeinsamen Entdecken ein – manchmal aber auch leicht absurd. Trotzdem: Gerade diese vielen kleinen Alltagsbeobachtungen machen für mich einen großen Reiz aus und sorgen dafür, dass man das Buch gern mehrfach anschaut.
Inhaltlich mochte ich sehr, dass die Vogel-Kinder sich nicht einfach von den Aussagen ihrer Eltern unterkriegen lassen. Sätze im Sinne von „Das kannst du eh nicht werden“ oder „Das ist unmöglich“ werden nicht einfach hingenommen, sondern zumindest innerlich hinterfragt. Das ist ermutigend und kann Kindern zeigen, dass eigene Wünsche wichtig sind.
Gleichzeitig liegt hier für mich auch der größte Kritikpunkt. Die Elternfiguren wirken über den Großteil der Geschichte eher entmutigend und wenig zutrauend. Natürlich handeln sie aus Erfahrung und Realismus heraus – ein Spatz kann nun mal keine Amsel werden, aber für sehr junge Kinder kann dieser Schwerpunkt traurig wirken. Der positive Wendepunkt am Ende, in dem die Kinder ihren Träumen folgen, fällt meiner Meinung nach sehr kurz aus. Ich bin mir nicht sicher, ob Kinder ab 3 Jahren diesen versöhnlichen Teil wirklich mitnehmen oder ob eher das Gefühl hängen bleibt, dass Träume von den Eltern ausgebremst werden.
Mein Fazit: Ein süßes Vorlesebuch mit vielfältigen, wunderschön illustrierten Vogel-Kindern und vielen liebevollen Details. Die Botschaft ist grundsätzlich schön, bekommt aber durch die Erzählstruktur kleine Dämpfer. Mit ein wenig Begleitung beim Vorlesen lässt sich daraus dennoch ein wertvolles Gespräch über Träume, Möglichkeiten und Mut entwickeln.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Ein Hoch auf den Regenwurm – witzig, lehrreich und wunderschön illustriert

Das krasseste Tier der Erde
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Als ich „Das krasseste Tier der Erde“ von Kai Lüftner in die Hand nahm, war ich sofort begeistert von der Idee, einem so oft übersehenen Tier wie dem Regenwurm eine Hauptrolle zu geben. Das Bilderbuch ...

Als ich „Das krasseste Tier der Erde“ von Kai Lüftner in die Hand nahm, war ich sofort begeistert von der Idee, einem so oft übersehenen Tier wie dem Regenwurm eine Hauptrolle zu geben. Das Bilderbuch ist großformatig, mit wenig Text, dafür aber mit vielen liebevollen Illustrationen versehen. Besonders beeindruckt hat mich, wie abwechslungsreich und detailreich die Regenwürmer gezeichnet sind – selbst wenn sich Hunderte auf einer Seite tummeln, wirkt doch jeder einzigartig.
Die kurzen Reime sind eingängig, lustig und bleiben sofort im Kopf hängen. Perfekt zum Vorlesen, weil die Kinder den Text schnell mitsprechen können, während sie gleichzeitig auf den wimmeligen Seiten immer wieder Neues entdecken. Toll finde ich auch, dass das Buch nicht nur Spaß macht, sondern Wissen vermittelt: Auf der letzten Seite gibt es spannendes „Wurm-Wissen“, das sogar Erwachsene überrascht. Und Themen wie Pestizide werden kindgerecht, aber nicht beschönigend angesprochen – das lädt zum Gespräch ein.
Besonders gefällt mir die nachhaltige und vegane Produktion des Buches. Für mich ist es eine rundum gelungene Mischung aus Humor, Wissen und Wertschätzung für die Natur – ein echtes Lieblingsbuch zum gemeinsamen Anschauen und Staunen.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Schöne Bilder, schwache Botschaft

Der Regenbogenfisch in Gefahr
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Ich habe mich sehr auf „Der Regenbogenfisch in Gefahr“ von Marcus Pfister gefreut, denn der Regenbogenfisch gehört für mich zu den Klassikern der Kinderliteratur. Die Illustrationen sind wie gewohnt wunderschön ...

Ich habe mich sehr auf „Der Regenbogenfisch in Gefahr“ von Marcus Pfister gefreut, denn der Regenbogenfisch gehört für mich zu den Klassikern der Kinderliteratur. Die Illustrationen sind wie gewohnt wunderschön – vor allem die glitzernden Schuppen ziehen Kinder magisch an. Auch die Idee, Umwelt- und Meeresschutz in einem Bilderbuch aufzugreifen, finde ich wichtig und zeitgemäß. Leider bleibt die Umsetzung für mich enttäuschend. Die Geschichte ist extrem kurz und berührt das Thema nur oberflächlich: Ein Netz taucht auf, die Fische sind in Gefahr, der Regenbogenfisch hat eine Idee – und das war’s. Warum Menschen Netze auslegen, welche Folgen das für das Meer hat oder wie man es schützen kann, bleibt völlig unklar. Ohne zusätzliche Erklärungen von Erwachsenen lernen Kinder hier wenig über den wichtigen Umweltaspekt. Ein schönes Buch zum Anschauen, aber mit vertanem Potenzial.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Eine Reise durch Paris zwischen Sehnsucht und Ankommen

Die Suche nach Zuhause
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Beim Lesen von „Die Suche nach Zuhause“ hatte ich oft das Gefühl, direkt mit ihr an einem kleinen Pariser Café-Tisch zu sitzen. Sie beschreibt sehr nachvollziehbar diese Zerrissenheit, die man in den Zwanzigern ...

Beim Lesen von „Die Suche nach Zuhause“ hatte ich oft das Gefühl, direkt mit ihr an einem kleinen Pariser Café-Tisch zu sitzen. Sie beschreibt sehr nachvollziehbar diese Zerrissenheit, die man in den Zwanzigern oder frühen Dreißigern spüren kann – wenn vieles im Leben noch möglich ist, aber die großen Fragen wie „Wo gehöre ich hin?“ und „Was möchte ich aus meinem Leben machen?“ unbeantwortet bleiben. Gerade wenn man selbst in einer ähnlichen Lebensphase steckt, hilft es, die eigenen diffusen Gedanken in ihren klaren Worten wiederzufinden. Besonders gelungen finde ich, wie sie die Atmosphäre von Paris einfängt. Allerdings fehlte mir manchmal ein roter Faden: Die Erlebnisse reihen sich oftmals eher lose aneinander, ohne dass eine richtige Handlung entsteht. Mir ist bewusst, dass es hier nicht um Spannung, sondern um persönliche Eindrücke geht – dennoch plätscherte manches etwas dahin. Wer jedoch Lust auf eine ruhige, nachdenkliche Parisreise im Kopf hat, für den ist dieses Buch super geeignet.

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