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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2026

Ein gelungener Reihenabschluss!

Today I’ll Fall For Him (3)
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In "Today I'll Fall For Him" kehren wir ein letztes Mal nach Harpersville zu unserer liebsten Volleyballmannschaft und ihrem Kleinstadt-Umfeld zurück. Ein letztes Mal Volleyball, Mr. Grumpy, Pflanzen beerdigen ...

In "Today I'll Fall For Him" kehren wir ein letztes Mal nach Harpersville zu unserer liebsten Volleyballmannschaft und ihrem Kleinstadt-Umfeld zurück. Ein letztes Mal Volleyball, Mr. Grumpy, Pflanzen beerdigen und Krisenliegen auf dem Boden und all diese liebevollen Details, die Bianca Wege in ihre Trilogie eingebaut hat.

Diesmal geht es um Lina (die kleine Schwester von Asher aus den vorigen Bänden) und den Trainer Riven (keine Sorge, es wird nicht kriminell, der Altersunterschied beträgt vier Jahre...).
Beide wollen eigentlich nicht in Harpersville leben, Lina holt hier eine, in New York verpatzte, Jura Prüfung nach und Riven trauert seiner Sportlerkarriere nach, die seit einer schweren Verletzung vorbei ist und ihn zu einem Schicksal als Trainer verdammt. Doch die Beiden treffen recht schnell aufeinander und schließen eine To-Do-Listen Wette ab, die ich anfangs albern und später sehr lustig fand. Dabei finde ich sehr süß, wie sie sich gegenseitig positiv beeinflussen.

Generell ist dieses Buch die perfekte Mischung aus albern und ernst. Es vermittelt die Botschaft, dass man im Leben selbst mit perfektem Plan nicht immer ans Ziel kommt, wenn man das eigene Wohlbefinden aus den Augen verliert und sich selbst zu viel aufhalst. Und vielleicht ist man auch schon längst am Ziel angekommen, ohne es gemerkt zu haben...

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Eine ambivalente Protagonistin, die mir sehr ans Herz gewachsen ist!

Das kunstseidene Mädchen
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"Das kunstseidene Mädchen" handelt von der achtzehnjährigen Doris, die aus der "mittleren Stadt" in die Großstadt Berlin flieht, um ein "Glanz" zu werden.

Der Schreibstil ist sehr einzigartig. Die Ich-Erzählerin ...

"Das kunstseidene Mädchen" handelt von der achtzehnjährigen Doris, die aus der "mittleren Stadt" in die Großstadt Berlin flieht, um ein "Glanz" zu werden.

Der Schreibstil ist sehr einzigartig. Die Ich-Erzählerin Doris hat eine geringe Bildung und will ihr Tagebuch schreiben "wie Film". In ihrer einfachen und fehlerhaften Sprache beschreibt sie sehr eindrücklich und atmosphärisch, wie sie das schnelle und laute Berlin der 1930er Jahre wahrnimmt. Anfangs nimmt sie Berlin als schillernd und großartig wahr, doch durch ihren sozialen Abstieg wandelt sich auch ihre Beschreibung der Stadt, was ich als sehr passend empfinde.

Die Handlung ist relativ repetitiv. Doris will berühmt werden, lernt Männer kennen, kauft/stiehlt Kleidung und lernt neue Männer kennen. Durch diese bekommt sie Bestätigung, von der sie ihr Ego abhängig macht. Doch all diese Figuren, die Doris kennenlernt, sind sehr verschieden und durchaus spannend.

Doris selbst ist eine ambivalente Figur. Sie ist selbstbezogen, freiheitsliebend und nutzt Männer opportun für ihre Zwecke (Geld und Mode) aus. Gleichzeitig sehnt sie sich nach Liebe und Zugehörigkeit und nach einem Mann, dem sie sich unterordnen möchte. Doris hat viele schlaue, nachdenklich stimmende, durchaus feministische Ansichten und eine gute Beobachtungsgabe, was häufig im Widerspruch zu konservativen Rollenbildern, die sie verinnerlicht hat, steht. Der Titel "das kunstseidene Mädchen" weist nicht nur auf Doris' geklaute Blusen aus Kunstseide hin, sondern auch darauf, dass sie selbst unecht ist und sich für eine positive Außenwahrnehmung verstellt. Alles in allem ist das kunstseidene Mädchen eine sehr interessante Figur, die einem beim Lesen mit ihrer ehrlichen und frechen Art sehr ans Herz wächst.

Dieses Buch musste ich für das Abi lesen und es ist eine meiner liebsten Schullektüren.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Behandelt wichtige Mental Health Themen

Queenie
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"Queenie" handelt von einer gleichnamigen jungen Schwarzen Frau, die in London lebt und sehr mit ihrem Leben struggelt.
Queenie will ihren Freund zurück und rennt ihm hinterher, will bei der Arbeit ernst ...

"Queenie" handelt von einer gleichnamigen jungen Schwarzen Frau, die in London lebt und sehr mit ihrem Leben struggelt.
Queenie will ihren Freund zurück und rennt ihm hinterher, will bei der Arbeit ernst genommen werden und ist unzuverlässig, will geliebt und geachtet werden und lässt Männer mit sich alles machen, was sie wollen.
Sie trifft am laufenden Band falsche Entscheidungen, die ihr nicht gut tun, aus dem Gefühl heraus, es nicht besser zu verdienen. Doch sie macht eine starke Entwicklung durch und lässt sich trotz allem nicht unterkriegen. Das ist sehr inspirierend, wie sie sich ihre Lebensfreude zurückholt und ich habe an jeder Stelle mit ihr mitgefühlt.
Auch sehr gerne mochte ich ihre Freundesgruppe (die Corgis), die immer für Queenie da sind, auch wenn diese mal unfair zu ihnen ist, zeigen diese Mädels sehr viel Verständnis (bis auf eine Ausnahme).
Das Buch behandelt Depressionen, Rassismus und die Mehrfachdiskriminierung Schwarzer Frauen (u. a. im Datingleben) und ist dennoch unterhaltsam und leicht zu lesen.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Abwechslungsreich

Eine gebrochene Frau
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Diese Kurzgeschichtensammlung ist das erste Buch, das ich von de Beauvoir gelesen habe und es hat mir gut gefallen.
Die erste Geschichte mit einem älteren verheirateten Paar war einfach nur wholesome, ...

Diese Kurzgeschichtensammlung ist das erste Buch, das ich von de Beauvoir gelesen habe und es hat mir gut gefallen.
Die erste Geschichte mit einem älteren verheirateten Paar war einfach nur wholesome, die zweite Geschichte mit einer verbitterten Frau in gewisser Weise unterhaltsam und die dritte Geschichte mit einer Frau, die betrogen wird, hat mich komplett gebrochen (letztere ist im Übrigen auch die titelgebende Story).
In meiner Wunschvorstellung, verlässt die dritte Frau ihren Mann und zieht zu der zweiten Frau in die Wohnung, wo die beiden einfach ihre Ruhe bekommen. In diese WG könnten sie dann auch de Beauvoir mit aufnehmen, damit sie von Sartre loskommt. ;)
Aber zurück zur Handlung: all diese Kurzgeschichten unterscheiden sich im Stil sehr voneinander und das bringt beim Lesen Abwechslung. Gleichzeitig konnte ich mich in jede der drei Frauen und ihre Situation gut einfühlen und etwas für mich daraus mitnehmen. De Beauvoir schreibt voller Gefühl und Empathie und mit schonungsloser Ehrlichkeit. Diese Frauen sind alle nicht perfekt, aber verdienen trotzdem die ganze Welt!

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Naturverbunden, unterhaltsam und bewegend!

Wild wuchern
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"Wild wuchern" handelt von der verwöhnten Marie, die verzweifelt ihr Leben hinter sich lässt und sich in der abgeschiedenen Hütte ihrer Cousine Johanna in den Alpen versteckt. Wir erfahren lange nicht, ...

"Wild wuchern" handelt von der verwöhnten Marie, die verzweifelt ihr Leben hinter sich lässt und sich in der abgeschiedenen Hütte ihrer Cousine Johanna in den Alpen versteckt. Wir erfahren lange nicht, warum genau, nur dass sie große Angst davor hat, gefunden zu werden. Die Auflösung am Ende war sehr befriedigend, hat allerdings einige Fragen offen gelassen, was jedoch sehr gut zum Konzept des Buches passt.

Während Marie dort verletzt und angeschlagen ihr bisheriges Leben hinterfragt und nicht so recht weiß, wohin mit sich, will Johanna sie nicht dort haben und ist sehr abweisend gegenüber Marie, die sich Zuneigung wünscht. Die Dynamik zwischen den unterschiedlichen Frauen ist unfassbar spannend, weil beide nicht wissen, wie sie miteinander umgehen und kommunizieren sollen. Das hat mich sehr gefesselt, denn die Cousinen sind das komplette Gegenteil voneinander. Beide sind nicht unbedingt die sympathischsten Menschen, Johanna ist abweisend und Marie ist ich-bezogen, aber genau das sorgt dafür, dass ich die beiden und ihre Eigenheiten ins Herz geschlossen habe. Ich hätte mir allerdings mehr zu Johanna gewünscht, ihren Gedanken und Gefühlen aus ihrer Sicht, aber das hätte vermutlich nicht zum Konzept des Buches gepasst.

Auf Handlungsebene passiert kaum etwas, stattdessen bekommen wir viele Naturbeschreibungen und tiefe Einblicke in Maries Gedanken, die den Großteil des Buches füllen. Man ist die ganze Zeit in ihrem Kopf und bekommt nicht so viel mehr mit, was ich als sehr passend empfinde, da Marie an einem Punkt in ihrem Leben ist, an dem sie viel nachdenkt und zweifelt.

Abgerundet wird die Geschichte von einem interessanten Schreibstil. Ich habe noch nie ein Buch im Wiener Dialekt gelesen, das hat die Handlung für mich aufgelockert und unterhaltsam gemacht. Es ist leicht verständlich, macht den Zugang zur Erzählerin Marie einfacher und ist mal was komplett anderes!

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