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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2025

Muss man nicht gelesen haben

Die Schanze
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Nach der schmerzhaften Trennung von ihrem Partner zieht Ellen von Hamburg zurück in ihr Heimatdorf im Süden, um dort die Praxis ihres alten Hausarztes zu übernehmen. Vor Jahren hat sie das Dorf nach einem ...


Nach der schmerzhaften Trennung von ihrem Partner zieht Ellen von Hamburg zurück in ihr Heimatdorf im Süden, um dort die Praxis ihres alten Hausarztes zu übernehmen. Vor Jahren hat sie das Dorf nach einem schrecklichen Verbrechen verlassen. Damals sollte alles möglichst schnell vertuscht werden. Kaum ist Ellen im Dorf angekommen, entdeckt sie einen Toten, der an der Skisprungschanze hängt. Und Ellen kennt den Toten! Der Fund reißt alte Wunden wieder auf…..
Der Roman beginnt interessant, mit einer etwas rätselhaften Protagonistin und einer düsteren und unheilvollen Atmosphäre im Dorf. Erst nach und nach erschließen sich die Zusammenhänge, was Ellen damals geschehen ist, wer etwas zu verbergen hat und wer es eilig hatte, alles unter den Teppich zu kehren. Doch wer tatsächlich Schuld auf sich geladen hat, wird erst recht spät aufgelöst, was durchaus spannend zu lesen ist. Allerdings wirken manche Figuren wenig authentisch und ihr Verhalten befremdlich, wie z.B. eine frühere Freundin, die ausgerechnet mit einem der Täter liiert war, obwohl sie von dessen Tat wusste…
Mit Ellen selbst wird man nicht warm, da sie zu distanziert geschildert wird. Auch ihr Entschluss, am Ende in dem Dorf zu bleiben, in dem ihr so viele übel mitgespielt haben, wirkt wenig überzeugend.
Alles in allem ist ,,Die Schanze“ solide Krimikost, aber kein Thriller und kein Buch, das man unbedingt gelesen haben muss.

Veröffentlicht am 20.01.2025

Schwelende Konflikte

Verlassen
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Die schwerreiche isländische Familie Snæberg versammelt sich an einem Wochenende in einem abgelegenen Luxushotel zu einem Familientreffen. Während es zu Beginn so aussieht, als könnte es ein gelungenes ...

Die schwerreiche isländische Familie Snæberg versammelt sich an einem Wochenende in einem abgelegenen Luxushotel zu einem Familientreffen. Während es zu Beginn so aussieht, als könnte es ein gelungenes und harmonisches Familienfest werden, enthüllen nach und nach einige der Familienmitglieder ihr wahres Gesicht. Das liegt vor allem am Alkohol, der in Strömen fließt, aber auch an der Situation, dass man sich an diesem Wochenende nicht aus dem Weg gehen kann. Und so brechen schwelende Konflikte auf und vergangene und gut verdrängte Ereignisse kommen ans Tageslicht. Als dann auch noch einer der Gäste tot draußen in den Lavafeldern aufgefunden wird, weiß niemand mehr, wem man trauen kann.
Durch ständig wechselnde Perspektiven verschiedener Beteiligter wird die Handlung aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt und wie Mosaiksteinchen setzt sich die Wahrheit nach und nach zu einem Gesamtbild zusammen.
Der Autorin Eva Björg Ægisdóttir gelingt es so, die Spannung, die sich auch zwischen den Familienmitgliedern anstaut, allmählich zu steigern, bis zur großen Auflösung am Ende. Die Abgeschiedenheit des Hotels, die unwirtliche Natur und der aufziehende Sturm tragen zur düsteren und beklemmenden Atmosphäre bei.
Für Fans der drei Vorgängerbände gibt es allerdings eine kleine Enttäuschung. Denn hier spielen die polizeilichen Ermittlungen nur eine Nebenrolle. Und zudem kommt Elma erst ganz am Ende ins Spiel. Da wird sie nämlich als neue Kollegin angekündigt, die bald das Team von Sævar und Hördur verstärken wird. Schade, denn ihre Teamarbeit habe ich in den drei Vorgängerbänden sehr gerne verfolgt. Insofern ist ,,Verlassen“ genau genommen die Vorgeschichte zu ,,Verschwiegen“, ,,Verlogen“ und Verborgen“. Bleibt zu hoffen, dass uns die isländische Autorin noch mit ein paar Fortsetzungen, mit Sævar und Elma, gönnt.

Veröffentlicht am 19.01.2025

Packende Geschichte und markante Figuren

Eisiges Glas
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Auch der 2. Fall für Leo Asker und ihre Abteilung für hoffnungslose Fälle ist etwas skurril, aber auch sehr spannend und unterhaltsam.
Schon im ersten Fall ,,Stille Falle“ wurde deutlich, dass Leo Asker ...


Auch der 2. Fall für Leo Asker und ihre Abteilung für hoffnungslose Fälle ist etwas skurril, aber auch sehr spannend und unterhaltsam.
Schon im ersten Fall ,,Stille Falle“ wurde deutlich, dass Leo Asker zu ihrem Vater Per kein gutes Verhältnis hat. Unter dramatischen Umständen hat sie sich von ihm losgesagt und will seitdem nichts mehr mit ihm zu tun haben. Doch nun tritt ihr Vater nach Jahren der Funkstille wieder in ihr Leben. Denn er steht unter Mordverdacht und Leo soll ihm helfen. Martin Hill bekommt die Chance, ein Buch über die mächtige und geheimnisumwitterte Familie Irving zu schreiben und soll dazu auf dem Anwesen der Familie wohnen. Dabei erhofft er sich, auch die verlassene Insel Blockö erforschen zu können, auf der schon Außerirdische gesichtet worden sein sollen. Doch bald wird klar, dass die Familie viel zu verbergen hat und Martin Hill nicht von allen Familienmitgliedern als gern gesehener Gast empfunden wird.
Leos und Martins Geschichte beginnen als zwei getrennte Handlungsstränge, die sich aber bald auf rätselhafte Weise miteinander verknüpfen, was die Handlung sehr dynamisch und spannend werden lässt. Hinzu kommt die düstere Atmosphäre, die vor allem Martin Hill auf seinen Erkundungen begleitet. Dabei stößt er auf medizinische Experimente, die ziemlich Science Fiction-mäßig anmuten, allerdings durchaus vorstellbar sind. Etwas störend empfand ich, dass Martin Hill, wohl aufgrund seiner Begeisterung für Urban Exploring, teils recht naiv in jede Falle tappt. Leo muss sich nicht nur mit ihrem Vater, Prepper-Per auseinandersetzen, sondern auch mit ihrer Mutter, die, obwohl sie schon seit Jahren getrennt leben, dennoch ihren Ex.Mann unterstützt. Und natürlich gibt es da noch Leos Erzrivalen Jonas Hellmann, der auf keinen Fall Leo und ihrem Team einen Erfolg gönnen will.
Ein packender, mitreißender Krimi mit einer geheimnisvollen Geschichte und markanten Figuren.

Veröffentlicht am 08.01.2025

Unterhaltsame Lesestunden

Tod im Piemont - Trüffel, Nougat und Barolo
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Im Hinterland des Lago Maggiore geht es ruhiger und weniger touristisch zu. Dort, betreibt die junge Frau Sofia Dalmasso ein kleines Café in einem Bergdorf. Zu ihr kommen die Kunden nicht nur wegen ihrer ...

Im Hinterland des Lago Maggiore geht es ruhiger und weniger touristisch zu. Dort, betreibt die junge Frau Sofia Dalmasso ein kleines Café in einem Bergdorf. Zu ihr kommen die Kunden nicht nur wegen ihrer unvergleichlichen Nusstorte oder sonstigen Köstlichkeiten, sondern auch, um bei ihr einen Mokka zu bestellen, was bedeutet, dass die Menschen sich von Sofia die Zukunft voraussagen lassen. Denn von ihrer kroatischen Großmutter Valerija hat Sofia das Kaffeesatzlesen gelernt. Als eines Tages ein Fremder bei ihr einen Mokka bestellt, sieht Sofia Unheil und Tod voraus. Und kurz darauf wird der Mann ermordet aufgefunden.
Von Schuldgefühlen geplagt, dass sie den Mann nicht besser beschützen konnte, beginnt Sofia sich im Dorf umzuhören. Dabei kommt sie allerdings auch dem ermittelnden Kommissar Alessandro Ranieri in die Quere, mit dem sie jedoch bald mehr teilt als das Interesse an dem Mordfall.
Ein unterhaltsamer, nicht allzu komplexer Krimi mit Wohlfühlfaktor und einem interessanten Schauplatz.

Veröffentlicht am 05.01.2025

Sehr spannend und lesenswert

Das kalte Schweigen der See
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In Longyearbyen auf Spitzbergen, der nördlichsten Siedlung der Welt, wird neben einem gestrandeten Wal die Leiche einer Studentin der Meeresbiologie gefunden. Zunächst weist alles darauf hin, dass die ...


In Longyearbyen auf Spitzbergen, der nördlichsten Siedlung der Welt, wird neben einem gestrandeten Wal die Leiche einer Studentin der Meeresbiologie gefunden. Zunächst weist alles darauf hin, dass die junge Frau einer hungrigen Eisbärin zum Opfer gefallen ist. Doch die leitende Ermittlerin Lottie Sandvik hat Zweifel. Bei der Befragung der russischen Wachmänner, die die Studentin gefunden haben, verstricken sich diese in Widersprüche und Lottie versucht, dem Geschehen auf den Grund zu gehen. Doch nicht nur die Russen, sondern auch der Professor der Studentin mauern.
Dann wird auf dem norwegischen Festland die Leiche einer Journalistin geborgen, die sich sehr für Wale und deren Bedrohung durch den Menschen interessiert hat. Madsen, ihr Freund und ehemalige Geliebte der Journalistin versucht, ihren Tod aufzuklären. Dabei kreuzen sich irgendwann die Wege von Lottie Sandvik und Madsen und sie kommen einem erschreckenden Verbrechen auf die Spur, das die beiden toten Frauen miteinander verbindet.
,,Das kalte Schweigen der See“ ist ein komplexer Krimi, der durch die beiden ermittelnden Figuren, das realistisch wirkende Geschehen, aber auch den besonderen Schauplatz, die raue Natur Spitzbergens und der Lofoten, äußerst spannend und anschaulich ist.