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Veröffentlicht am 12.03.2025

Wow

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
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„Es ist schwierig, Kind, sagt sie einmal zu mir, als ich an ihrem Bett heule. Wenn er betrunken ist, packst du deine Koffer. Und wenn er nüchtern ist, packst du sie wieder aus. Und so läufst du dein ganzes ...

„Es ist schwierig, Kind, sagt sie einmal zu mir, als ich an ihrem Bett heule. Wenn er betrunken ist, packst du deine Koffer. Und wenn er nüchtern ist, packst du sie wieder aus. Und so läufst du dein ganzes Leben lang in knubbeligen Blusen herum und siehst beschissen aus.“

„Motte“ hat eigentlich zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann, beim Spielen alle Verstecke kennt und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so.

Als „Motte“ erwachsen ist hat sie selber einen Freund, der zu viel trinkt. Und auch sie trinkt, um zu vergessen, nichts mehr zu spüren, weil sie es so gelernt hat. Zum Glück ist da noch ihr Bruder, er arbeitet als Erzieher, auf ihn kann sie sich verlassen.

Ein unheimlich ergreifendes Buch, über die Macht des Alkohols über Menschen und was dadurch angerichtet wird. Motte liebt ihren Vater, außer wenn er wieder zu viel getrunken hat. Da ist er ganz anders. Ihrer Mutter fällt es auch immer schwerer auszuhalten, sie ist zunehmend erschöpft und steht manchmal gar nicht mehr auf. Da müssen dann die Kinder da sein. Motte muss zusehen wie ihre Familie langsam verschwindet, viel ist nicht mehr übrig von dem was sie mal ausgemacht hat. Ihre Eltern kennen es auch nicht anders, haben es bei ihren Eltern so gesehen. Trotzdem halten sie zusammen, sie lieben sich, auch wenn sie das nicht sagen können.
Der Roman hat kurze Kapitel aber die haben es in sich. Die Worte auf den Punkt, kein unnötiges Drumrum. Er liest sich großartig, trifft mitten ins Herz, tut weh und ist dabei voller Liebe.
Ein wunderbar zarter aber auch rauer Roman über die Kraft der Familie, Selbstaufgabe und wie es denen eigentlich geht, die dabei zusehen müssen.

Ein wichtiges und verdammt ehrliches Buch. Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Rechte Szene

Unter Grund
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Franka lebt in München und ist Referendarin. Zusammen mit ihrer Mitbewohnerin Hannah steht sie mit ihrer Klasse vorm Oberlandesgericht und Hannah erzählt vom NSU Prozess gegen Zschäpe. Niemand hier in ...

Franka lebt in München und ist Referendarin. Zusammen mit ihrer Mitbewohnerin Hannah steht sie mit ihrer Klasse vorm Oberlandesgericht und Hannah erzählt vom NSU Prozess gegen Zschäpe. Niemand hier in München weiß von Frankas Vergangenheit, niemand weiß was sie noch vor 5 Jahren getan hat. Franka beginnt nach Antworten zu suchen und kehrt zurück in ihr Heimatdorf, zum Weiher, dem Fuchsbau, ihrer Familie und den Freunden und Menschen, vor denen sie vor 5 Jahren geflohen ist.

Ein eindringlicher und hochaktueller Roman, der uns zeigt wie einfach es für manche Jugendliche ist, in eine radikalisierten Gruppe zu gelangen, ohne vorher eine politische Gesinnung zu haben. Franka fühlt sich schnell wohl bei Patrick und Janna. Alle haben Probleme zu Hause und unglaublich viel Wut in sich. Sie sind unsicher aber zusammen fühlen sie sich stark und zugehörig. Frankas Familie ist gut im Schweigen. Viel von damals weiß sie nicht. Ihre Mutter schämt sich für ihre Tochter, weiß nicht mit ihr umzugehen. Ihre Großmutter wird im Dorf „Die Füchsin“ genannt. Sie hat einen sehr großen Einfluss auf die Familie und war in ihrer Jugend Anhängerin rechter Ideologien. Gesprochen wird darüber aber nicht.
Die Autorin schreibt ruhig und unaufgeregt. Die Beschreibung des Dorfes und der Familie ist sehr gut gelungen. Die Menschen im Dorf haben Angst vor fremden Menschen, haben viele Vorurteile. Das war gut eingefangen. Der Einblick in die rechte Szene war ganz spannend. Ich hätte gern noch etwas mehr über den Ausstieg erfahren. Das wurde eher angedeutet. Insgesamt keine leichte Kost aber sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Tolle Geschichte

Die Melodie der Lagune
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Anna Maria lebt in einem Waisenhaus. Sie liebt Musik und besonders die Geige. Ihr Lehrer ist Vivaldi. Anna Maria ist ehrgeizig und sehr willensstark. Sie würde alles für ihre geliebte Musik tun. Bald schon ...

Anna Maria lebt in einem Waisenhaus. Sie liebt Musik und besonders die Geige. Ihr Lehrer ist Vivaldi. Anna Maria ist ehrgeizig und sehr willensstark. Sie würde alles für ihre geliebte Musik tun. Bald schon beginnt sie für Vivaldi Kompositionen zu schreiben. Vivaldi ist erfolgreich damit, doch Anna Maria will selbst im Rampenlicht stehen. Das gefällt Vivaldi nicht und er wird alles dafür tun weiterhin den Ruhm für sich zu behalten.

Das Buch beginnt sehr spannend. Anna Marias Mutter setzt sie vor einem Waisenhaus aus, weil sie selbst nicht die Möglichkeiten hat ein Kind groß zu ziehen. Wir erleben das strenge Leben im Waisenhaus, Anna Marias Freundschaften und die grenzenlose Liebe zur Musik. Sie ist sehr ehrgeizig, will unbedingt ihr Ziel erreichen eine berühmte Komponistin zu werden. Vivaldi wird immer eifersüchtiger, Anna Maria immer zielstrebiger. Das spitzt sich dann immer weiter zu. Die Kulisse in Venedig hat mir richtig gut gefallen. Auch wie die Kinder aufgewachsen sind, war sehr spannend. Für mich hatte das Buch leider so einige Längen. Da ging es bei der Musik vielleicht manchmal zu sehr ins Detail. So ganz überspringen wollte der Funke leider nicht. Die erste Hälfte war wirklich toll aber dann war ich etwas raus. Ich glaub allerdings, dass viele Leser dieses Buch lieben werden. Die Geschichte ist schon toll.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Großartig

Stadt der Hunde
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Die Tochter des weltbekannten Gehirnchirurgs Jaab verschwindet zusammen mit ihrem Freund bei einer Reise nach Israel. Jahr für Jahr reist er dahin zurück um weiter nach ihr zu suchen. Nach 10 Jahren Suche ...

Die Tochter des weltbekannten Gehirnchirurgs Jaab verschwindet zusammen mit ihrem Freund bei einer Reise nach Israel. Jahr für Jahr reist er dahin zurück um weiter nach ihr zu suchen. Nach 10 Jahren Suche wird er gebeten die Tochter eines arabischen Herrschers zu operieren. Die Operation ist riskant. Die Chancen stehen eins zu einer Million. Bisher haben alle Ärzte abgelehnt aber es winkt eine hohe Geldsumme, mit der Jaab seine Suche nach der Tochter noch intensivieren kann. In Prinzessin Noora werden hohe Erwartungen gesetzt. Sie soll später den Frieden zwischen den eigentlich verfeindeten Nationen vorantreiben.

Dieser Roman bietet eine ganze Menge. Ich konnte ihn gar nicht wieder weglegen. Man findet politische, gesellschaftskritische Themen, philosophische Fragen, Einblicke in die Neurochirurgie und vieles mehr. Fesselnd geschrieben, mit grotesken Momenten. Bei manchen Abschnitten hab ich mich manchmal schon gewundert aber es klärt sich alles wunderbar auf. Die Zerrissenheit von Jaab ist greifbar, er macht sich Vorwürfe und kann nicht loslassen. Will er das Leben der Prinzessin retten, weil er selber seine Tochter verloren hat. Psychologisch großartig , tolle Einblicke in das Leben in Israel, einfach ein wunderbarer, vielschichtiger, überraschender Roman.

Eine wilde Mischung aus Realität und Fantasie. Großartig, unbedingt lesen!!!!

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Tolles Buch

Wenn wir lächeln
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Jara und Anto sind beste Freundinnen. Sie lernen sich auf dem Fußballplatz kennen und verbringen viel Zeit miteinander. Die Freundschaft der Teenager wird bestimmt von Alkohol, Partys und Drogen. Alles ...

Jara und Anto sind beste Freundinnen. Sie lernen sich auf dem Fußballplatz kennen und verbringen viel Zeit miteinander. Die Freundschaft der Teenager wird bestimmt von Alkohol, Partys und Drogen. Alles wird geteilt, Klamotten, Cola, Lippenstift und irgendwann auch Gewaltphantasien. Ihre Wut auf die Männer nimmt immer weiter zu als sie immer wieder schlechte Erfahrungen machen müssen. Irgendwann eskaliert es und alles wird anders.

Ich bin begeistert von diesem Buch. Die Freundinnen sind so unterschiedlich und doch verbindet sie eine so tiefe Freundschaft. Jara möchte gern sein wie Anto, sie bewundert sie, vor allem ihr Selbstbewusstsein,. Einfach ist es nicht, Neid und Zweifel stehen oft zwischen den Beiden. Trotzdem halten sie zusammen, sind fast aufeinander angewiesen. Anto ist meistens alleine zu Hause, die Mutter ist kaum da. Vielleicht klammert sie sich dadurch auch so an Jara. Hatte immer das Gefühl hier haben sich zwei verlorene Seelen gefunden, die zusammen erwachsen spielen wollen. Anto ist nach außen das coole Mädchen, alle bewundern sie. Doch sieht es in ihr anders aus.
Die Sprache im Buch fand ich toll, passt absolut in diese Zeit und hat nichts beschönigt. Direkt und auf den Punkt. Die Kapitel sind kurz und man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Anfang ist schon krass. Da ist man sofort dabei und möchte immer wissen wie es weitergeht. Es gab immer wieder Rückblicke und auch die waren gut mit eingebaut. Manchmal musste ich kurz überlegen um welche Zeit es jetzt gerade geht aber auch das war schnell stimmig. Hab das Buch innerhalb sehr kurzer Zeit gelesen und hätte gern noch weiter gelesen.

Große Empfehlung

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