„Corrupt“ von Penelope Douglas verspricht mit seinem Klappentext ein intensives Katz-und-Maus-Spiel zwischen Rika und Michael Crist: Die junge Studentin zieht in die Großstadt, wo der Mann, in den sie ...
„Corrupt“ von Penelope Douglas verspricht mit seinem Klappentext ein intensives Katz-und-Maus-Spiel zwischen Rika und Michael Crist: Die junge Studentin zieht in die Großstadt, wo der Mann, in den sie heimlich verliebt ist, sie mit Racheplänen erwartet.
Leider hält das Buch, was es im ersten Moment andeutet, nicht durch – die Nebenhandlungen ziehen sich endlos in die Länge, während die Hauptereignisse nach nur einem kurzen Kapitel bereits abgehakt sind. Fast nichts passiert wirklich, viele Seiten und Kapitel wurden überblättert, bis das Lesen abgebrochen wurde.
Der Schreibstil wirkt wiederkehrend und wenig flüssig, was die Spannung zusätzlich killt. Oberhyped für meinen Geschmack, die weiteren Bände spare ich mir – Geschmäcker sind eben verschieden.
„Eisnebel“ ist ein packender Closed-Setting-Thriller, der in einer schneebedeckten, isolierten Winterkulisse spielt und von dunklen Familiengeheimnissen sowie der Protagonistin Theodora geprägt ist.
Theo ...
„Eisnebel“ ist ein packender Closed-Setting-Thriller, der in einer schneebedeckten, isolierten Winterkulisse spielt und von dunklen Familiengeheimnissen sowie der Protagonistin Theodora geprägt ist.
Theo besucht das luxuriöse Anwesen Idlewood, um die privilegierte Familie ihres Verlobten Connor zu gewinnen, spürt jedoch sofort Ablehnung und drohende Nachrichten. Die Geschichte entfaltet sich durch psychologische Spannung, unerwartete Wendungen und Theos eigene, verdrängte Kindheitserinnerungen, die in einer schockierenden Entdeckung kulminieren. Das Buch fesselt bis zum Schluss und vermittelt ein ständiges ungutes Bauchgefühl, als ob Gefahr lauert.
Theo ist von Anfang an extrem sympathisch und zog mich sofort in ihre Geschichte hinein – man will unbedingt wissen, was sie verbirgt und warum sie auf Idlewood nicht willkommen ist. Die privilegierte Dalton-Familie kontrastiert perfekt mit ihrer Unsicherheit und macht das Motiv der Außenseiterin zum roten Faden.
Marshalls Schreibstil ist gelungen: beklemmend, atmosphärisch dicht mit schneebedeckten Wäldern, hochaufragenden Bergen und einem Gefühl ständiger Bedrohung. Besonders die Winterkulisse verstärkt die Isolation und Spannung.
Das Hörbuch hat mich durch die Sprecherin noch mehr verzaubert – sie hat die Spannung extrem gesteigert und mich völlig abgeholt, sodass ich es kaum weglegen konnte. Eine ideale Lektüre für Fans dunkler Geheimnisse und eiskalter Thriller.
Bei Moments So Blue Like Our Love hatte ich sehr gemischte Gefühle. Das Buch startet ruhig, fast schon zäh, und hat mich in der ersten Hälfte leider kaum mitgerissen. Die Handlung plätschert etwas vor ...
Bei Moments So Blue Like Our Love hatte ich sehr gemischte Gefühle. Das Buch startet ruhig, fast schon zäh, und hat mich in der ersten Hälfte leider kaum mitgerissen. Die Handlung plätschert etwas vor sich hin, ohne dass ich eine wirkliche Verbindung zu den Figuren aufbauen konnte. Sie wirkten auf mich erstaunlich jugendlich und in ihrem Verhalten oft unreif – fast, als würde man eine Highschool-Geschichte lesen, obwohl ich von Setting und Aufmachung her erwachsenere Charaktere erwartet hatte. Einige ihrer Entscheidungen und Gedankengänge konnte ich nur schwer nachvollziehen, was mich emotional auf Abstand gehalten hat.
Auch die Liebesgeschichte hat mich nicht vollständig überzeugt. Zwar wird die starke Anziehung zwischen den Protagonisten immer wieder betont, doch mir fehlte die Tiefe, die erklärt, warum sie sich wirklich zueinander hingezogen fühlen. Das ließ ihre Beziehung für mich etwas oberflächlich wirken, ohne die emotionale Fallhöhe, die eine wirklich berührende Romance braucht.
Was Gabriella Santos de Lima allerdings unbestreitbar kann, ist Schreiben. Ihr Stil ist flüssig, lebendig und an den richtigen Stellen gefühlvoll. Besonders in der zweiten Hälfte blüht die Geschichte auf – hier entstehen echte Emotionen, und auch die Figuren bekommen endlich Kontur. Das Ende fand ich gelungen und angenehm unkonventionell, was dem Buch einen versöhnlichen Abschluss gibt.
Ein Roman mit schönen Momenten, Sprachgefühl und emotionalen Spitzen, der jedoch in der Figurenentwicklung und Liebesdarstellung hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Mich hat er leider nicht ganz erreicht, und obwohl ich Gabriella Santos de Limas Schreibstil schätze, verspüre ich nach diesem Band kein starkes Bedürfnis, die Reihe fortzusetzen.
Mit Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code legt Richard Osman bereits den fünften Band seiner beliebten Reihe rund um die vier unerschrockenen Hobbydetektive vor. Diesmal scheint das Leben in Coopers ...
Mit Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code legt Richard Osman bereits den fünften Band seiner beliebten Reihe rund um die vier unerschrockenen Hobbydetektive vor. Diesmal scheint das Leben in Coopers Chase zunächst in ruhigeren Bahnen zu verlaufen: Hochzeitsvorbereitungen statt Mordermittlungen. Joyce widmet sich hingebungsvoll den Sitzordnungen und Tanzpaaren, während Elizabeth mit Verlust und Erinnerung ringt, Ron familiäre Sorgen plagen und Ibrahim sich um die psychische Gesundung einer alten Bekannten bemüht. Doch wie immer dauert es nicht lange, bis das Chaos zurückkehrt – in Form eines unlösbaren Codes, einer geheimnisvollen Entführung und eines Fadens, der erneut tief in kriminelle Machenschaften führt.
Osman bleibt seiner Erfolgsformel treu: Charmanter britischer Humor, schrullige, aber warmherzig gezeichnete Figuren und eine clevere Verflechtung von Tragik und Lebensweisheit. Auch in Band fünf überzeugt er mit Witz und Feingefühl – diesmal etwas gedämpfter, da die Themen Tod und Verlust stärker in den Vordergrund rücken. Wer die vorherigen Bände kennt, wird die charakterliche Entwicklung der Figuren schätzen: Sie sind reifer, nachdenklicher und vielleicht ein wenig leiser geworden, ohne ihren besonderen Esprit zu verlieren.
Das Hörbuch lebt besonders durch die beiden Sprecher, die die unterschiedlichen Charaktere mit unverkennbarer Wärme, Witz und Persönlichkeit zum Leben erwecken. Jede Stimme hat ihren eigenen Ausdruck, wodurch man sich fühlt, als säße man direkt mit am Tisch des Donnerstagsmordclubs. Die sympathische Dynamik der Figuren und der subtile britische Humor kommen dadurch hervorragend zur Geltung.
Wer neu in die Serie einsteigt, könnte es jedoch – so wie ich – anfangs schwer haben, vollständig in die Geschichte hineinzufinden. Viele Anspielungen, Beziehungen und humorvolle Zwischentöne entfalten ihren Charme erst, wenn man die Entwicklung der Figuren aus den Vorgängerbänden kennt. Dennoch ist der Band auch für Neueinsteiger ein charmantes, spannendes Hörerlebnis, das Lust macht, die gesamte Reihe kennenzulernen.
In Cornelia Funkes Weihnachtsgeschichte Hinter verzauberten Fenstern leiht Katharina Thalbach der Geschichte ihre unverwechselbare Stimme – mit all ihren Stärken und kleinen Eigenheiten.
Die Handlung ...
In Cornelia Funkes Weihnachtsgeschichte Hinter verzauberten Fenstern leiht Katharina Thalbach der Geschichte ihre unverwechselbare Stimme – mit all ihren Stärken und kleinen Eigenheiten.
Die Handlung folgt der kleinen Julia, die zunächst enttäuscht ist, als sie anstelle eines Schokoladenkalenders nur einen Papieradventskalender bekommt. Doch schon bald entdeckt sie, dass das abgebildete Haus auf magische Weise bewohnt ist und sie die Menschen darin tatsächlich besuchen kann. Mit jedem geöffneten Türchen beginnt ein neues Abenteuer voller Fantasie, Wärme und weihnachtlichem Zauber – genau das Richtige, um sich täglich auf das Fest einzustimmen.
Die Struktur der Geschichte – mit kurzen Kapiteln und sanften musikalischen Zwischenstücken – macht das Hörbuch ideal als tägliches Adventsritual. Thalbach versteht es meisterhaft, die unterschiedlichen Figuren lebendig werden zu lassen, jede mit einem eigenen Tonfall, einer eigenen Stimmung. Ihre Interpretation schafft Atmosphäre und Tiefe, besonders wenn geheimnisvolle oder erwachsene Charaktere sprechen. In diesen Momenten wirkt ihre rauchige, leicht krächzende Stimme fast magisch.
Allerdings zeigt sich hier auch ein kleiner Schwachpunkt: Bei den kindlichen Figuren, vor allem bei Julia, wirkt die markante Stimme manchmal etwas zu reif und distanziert. Das kann das Eintauchen in die kindliche Perspektive stellenweise erschweren. Dennoch überwiegt der positive Gesamteindruck. Die Lesung bleibt ein liebevoll gestaltetes Hörvergnügen, das die Magie der Adventszeit auf lebendige Weise einfängt – warm, atmosphärisch und mit viel Herz vorgetragen.