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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2026

Ganz süß

The Iced Caramel Coffee Agreement
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Nachdem ich in letzter Zeit mehrere Bücher mit schweren Themen gelesen habe, hatte ich Lust auf eine süße und leichte Liebesgeschichte wie in diesem Roman und es hat mir auch ganz gut gefallen. Der Schreibstil ...

Nachdem ich in letzter Zeit mehrere Bücher mit schweren Themen gelesen habe, hatte ich Lust auf eine süße und leichte Liebesgeschichte wie in diesem Roman und es hat mir auch ganz gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und besonders die gemütliche Kleinstadt-Atmosphäre in Lower Whilby fand ich super. Auch die Freundschaft zwischen Jude und Elenore war ein richtiges Highlight für mich.
Die Protagonisten sind eigentlich komplex und authentisch, aber ich bin nicht so ganz mit ihnen warm geworden, weil beide irgendwie auf ihre eigene Art anstrengend waren und sie sich teilweise nicht wie Mitte/Ende 20, sondern eher wie Teenager verhalten haben. Besonders Elenores übertriebenes Selbstmitleid ist mir doch ein bisschen auf die Nerven gegangen. Aber die Interaktionen und Dialoge zwischen den beiden waren gut geschrieben, sodass ich doch drangeblieben bin. Außerdem hätte es mir sehr viel besser gefallen, wenn es bisschen gekürzt worden wäre. Für 500 Seiten ist wirklich erstaunlich wenig Story drin und deswegen hat es sich doch ziemlich gezogen.
Trotzdem war es eine ganz süße, cozy Geschichte für zwischendurch, bei der man abschalten kann.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Drei Frauen auf der Suche nach Identität und Heimat

Ein Ort, der bleibt
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Der Roman ist hauptsächlich aus der Perspektive von drei Frauen erzählt, die alle der botanische Garten in Istanbul verbindet: Magda, Mehpare und Imke. Es wird auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt, ...

Der Roman ist hauptsächlich aus der Perspektive von drei Frauen erzählt, die alle der botanische Garten in Istanbul verbindet: Magda, Mehpare und Imke. Es wird auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt, die ineinander übergehen und vermischt Fiktion und reale historische Personen bzw. Ereignisse. Das Buch handelt von Identität, Heimatsuche, Gemeinschaft, interkultureller Austausch und Neuanfängen.

Die Türkei als Exilort für die von den Nazis verfolgten deutsche Wissenschaftler ist ein sehr spannendes Thema, was wunderbar recherchiert und für den Roman aufbereitet wurde. Auch der Schauplatz des Romans Istanbul wurde sehr detailreich und atmosphärisch beschrieben, sodass man richtig das Gefühl bekam dort zu sein. Generell hat mir der Schreibstil gut gefallen, denn er war ruhig, angenehm, mitfühlend und hat die historischen Figuren lebendig wirken lassen. Besonders Mehpare und Magda fand ich als Charaktere sehr interessant und komplex. Ich konnte beim Lesen einiges lernen, besonders über die deutsch-türkische Geschichte.

Der Roman ist sehr ruhig, besonders am Anfang, aber mit viel Tiefgang. Da der botanische Garten im Zentrum der Geschichte steht, hat mir sehr gut gefallen, wie viel sprachliche Mittel wie Metaphern sich der Botanik bedienen und sich Pflanzen als Symbole wirklich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen. Allerdings hätte es für meinen Geschmack ein paar weniger Passagen über die Arbeit in der Botanik geben können. Außerdem waren im letzten Teil große Zeitsprünge auf einmal und dann kam das Ende ziemlich abrupt, da hat mir die Erzählstruktur vorher besser gefallen. Trotzdem hatte das Buch trotz seiner 450 Seiten und seinem ruhigen Tempo für mich kaum Längen und war sehr mitreißend.

Auf jeden Fall ein Roman, bei dem ich viel gelernt habe und der mich noch lange in Gedanken begleiten wird!
Ich würde es allen empfehlen, die gerne historische Romane lesen, die sich eher langsam aber mit viel Tiefgang entfalten.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Beklemmend, verstörend und poetisch

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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Dieser Roman erzählt eine emotionale Geschichte über Identität, Verlust und das Umgehen mit einer traumatischen Kindheit. Die Protagonistin Lale wächst im Berlin der 80er-Jahre als Pflegekind ...

Dieser Roman erzählt eine emotionale Geschichte über Identität, Verlust und das Umgehen mit einer traumatischen Kindheit. Die Protagonistin Lale wächst im Berlin der 80er-Jahre als Pflegekind in einer Männer WG einer linken, antiautoritären Kommune auf, da ihre Mutter suchtkrank ist und ihr Vater im Gefängnis. Hier gibt es zwar keine Regeln für sie, aber gleichzeitig wächst sie zwischen Partys, Saufgelagen, Drogen und Orgien auf. Ihre Kindheit ist ein komplexes Zusammenspiel aus Freiheit zur Selbstentfaltung, Vernachlässigung und sexuellen Missbrauch.

Dieses Buch ist wirklich keine leichte Lektüre und teilweise sehr verstörend und abstoßend, da es auch um sexuellen Missbrauch geht. Trotzdem schafft es die Autorin eine mitreißende Geschichte zu erzählen, ohne dass irgendetwas romantisiert wird. Trotz der schweren Themen ist nichts schwarz-weiß und die Komplexität von Lales Leben und ihren Gefühlen wird gut dargestellt. Es wird zwar aus einer erwachsenen, rückblickenden Perspektive erzählt, dennoch erfahren wir die Gedanken und Gefühle eines unschuldigen, unwissenden Kindes.
Der Schreibstil hat mir extrem gut gefallen, denn er ist klar und doch auch poetisch und schafft es einen richtig mitfühlen zu lassen durch treffende Metaphern, die einem durch Mark und Bein gehen. Die vielen Beschreibungen und Medienreferenzen bringen einen auf eine Zeitreise durch die 80er und 90er Jahre.

Alles in allem wirklich ein Buch was mich sehr bewegt hat und was noch lange in mir nachhallen wird! Auf jeden Fall sehr zu empfehlen, allerdings wahrscheinlich eher nicht für jüngere LeserInnen.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Eine feministische, glaubwürdige und romantische Liebesgeschichte

The Dirty Version
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Dieser Roman hat es geschafft mit vielen Clichés und Regeln des Romance -Genres zu brechen, aber gleichzeitig eine romantische und glaubwürdige Liebesgeschichte zu erzählen.
Wenn man sich ein ...

Dieser Roman hat es geschafft mit vielen Clichés und Regeln des Romance -Genres zu brechen, aber gleichzeitig eine romantische und glaubwürdige Liebesgeschichte zu erzählen.
Wenn man sich ein bisschen mit dem Thema Feminismus beschäftigt, merkt man schnell wie viele alte Rollenbilder und fragwürdige Verhaltensweisen noch im Großteil der aktuellen Liebesromane reproduziert und romantisiert werden, was es für mich doch oft schwer macht diese richtig zu genießen, obwohl ich das Genre an sich sehr gerne mag. Man stellt sich dann doch oft die Frage, ob ein "feministischer" Liebesroman überhaupt funktionieren könnte. Diese Frage hat sich mir mit diesem Roman nun endlich beantwortet!

Tash ist ein sehr interessanter, starker und komplexer Charakter. Sie ist auch teilweise ein bisschen anstrengend, was aber zu ihrem Charakter passt und durch ihre Erfahrungen begründet bzw. realistisch ist. Caleb hingegen ist der perfekte Love Interest: selbstbewusst, empathisch und respektvoll. Auch Tashs Freundinnen fand ich super als Charaktere.
Sehr positiv überrascht hat mich, dass es keinen "Spice" gibt trotz des Titels und Thema des Buches, was natürlich sehr subversiv und meta ist. Auch die Einblicke hinter die Kulissen Hollywoods fand ich interessant und der Konflikt zwischen kommerziellen Interessen bzw. der profitgeleiteten Filmindustrie und der künstlerischen Integrität ist sehr spannend, vielschichtig und immer aktuell.
Super gefallen hat mir auch, dass Tash eine glaubwürdige Entwicklung im Laufe des Romans durchgeht und trotzdem ihren Werten und Prinzipien bis zum Ende treu bleibt.
Ich hätte mir nur noch ein bisschen mehr Humor und Leichtigkeit gewünscht, dann hätte es die ernsten Themen noch ein bisschen aufgelockert. Außerdem fand ich den Schreibstil an manchen Stellen ein bisschen komisch, was aber auch an der Übersetzung liegen könnte.

Alles in allem auf jeden empfehlenswert, besonders für alle, die sich für Feminismus interessieren und oft mit Rollenbildern in Liebesromanen hadern!

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Gegen die Zustände

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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In diesem neuen Buch der Känguru-Reihe beschließen das Känguru und Marc-Uwe gegen die aktuellen Zustände zu rebellieren und versuchen möglichst viele Menschen davon zu überzeugen.
Wie schön die ...

In diesem neuen Buch der Känguru-Reihe beschließen das Känguru und Marc-Uwe gegen die aktuellen Zustände zu rebellieren und versuchen möglichst viele Menschen davon zu überzeugen.
Wie schön die vorherigen Teile hab ich auch den neuen als Hörbuch gehört und wie immer liest Marc-Uwe Kling das Känguru und die anderen Figuren super und sehr unterhaltsam. Das Buch ist insgesamt sehr kurzweilig und hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. Gleichzeitig ist es deutlich ernster und weniger absurd als die vorherigen Teile, was natürlich auch an der derzeitigen politischen Lage in Deutschland und auf der Welt liegt. Es gibt viele Stellen, wo die derzeitigen Probleme in der Politik erklärt werden, was zwar auch unterhaltsam war, aber in meinem Fall war nicht wirklich etwas dabei, was ich noch nicht wusste. Das Känguru selbst als Figur ist auch irgendwie sehr viel gemäßigter bzw. weniger radikal geworden, was mich leider enttäuscht hat, aber wahrscheinlich passt es so besser in die heutige Zeit. Wenn es schon so viel um aktuelle Politik gehen soll, hätte ich mir dann doch mehr konkrete Vorschläge, wie man "gegen die Zustände rebellieren" kann. So hab ich mich zwar in meiner Meinung bestätigt gefühlt, aber sonst nicht viel aus dem Buch gewinnen können.
Deswegen hat mir der Teil nicht so gut gefallen, wie die vorherigen, aber trotzdem natürlich empfehlenswert vor allem für Fans der Reihe, und es ist natürlich schwierig an die Genialität der ersten Teile ranzukommen, vor allem wenn die aktuelle Weltlage wirklich nicht zum Lachen ist.

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