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Veröffentlicht am 02.11.2025

interessante Familiengeschichte

Das Flüstern der Marsch
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Ich bin ehrlich. Bei diesem Buch haben mich der Titel "Das Flüstern der Marsch" und das schöne Cover eingefangen. Die Autorin Katja Keweritsch kannte ich vorher noch nicht.

Es handelt sich um eine breit ...

Ich bin ehrlich. Bei diesem Buch haben mich der Titel "Das Flüstern der Marsch" und das schöne Cover eingefangen. Die Autorin Katja Keweritsch kannte ich vorher noch nicht.

Es handelt sich um eine breit angelegte Familiengeschichte, die von mehreren Frauenschicksalen in verschiedenen Erzähl- und Zeitsträngen getragen wird. Anlass für die Suche nach der Vergangenheit ist vordergründig das ungeklärte Verschwinden von Monas Oma, dass den Opa so seltsam kalt zu lassen scheint. Der Plot bedient also gängige Muster, die aber auch dazu führen, dass gängige Probleme auftauchen. Die vielen Hauptdarstellerinnen sorgen beim Lesen dafür, dass vieles etwas oberflächlich und schnell abgehandet wird und die Story sehr zügig voranschreitet. Durch die Zeitsprünge werden viele Schwierigkeiten der Frauen in den verschiedenen Generationen dargestellt. Das ist interessant und abwechslungsreich aber in der Umfänglichkeit fast etwas viel. Gefallen hat mir der Schreibstil und die Glaubwürdigkeit der Figuren. Ich könnte mir vorstellen, dass hier durchaus reale Personen Pate standen.

Ein Buch, das sich mit etwas Aufmerksamkeit gut liest und neugierig macht auf die anderen Werke der Autorin.

Veröffentlicht am 16.09.2025

Das Leid mit den Erwartungen

Katabasis
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Kennt ihr das? Das Leid mit den Erwartungen? Das habe ich immer wieder und vor allem bei Fantasy. Denn Fantasy hat ein paar ganz eigene Grundsätze, die für andere Genres nicht greifen. Also ein Krimi bleibt ...

Kennt ihr das? Das Leid mit den Erwartungen? Das habe ich immer wieder und vor allem bei Fantasy. Denn Fantasy hat ein paar ganz eigene Grundsätze, die für andere Genres nicht greifen. Also ein Krimi bleibt ein Krimi, mit einem Toten und Ermittlungen und einer Auflösung. Ein Liebesroman bleibt ein Liebesroman mit Liebenden, die sich finden oder auch nicht, die sich lieben und vielleicht trennen oder auch nicht, mit Happy End oder nicht. Liebesroman halt. Aber Fantasy kann alles sein. Eine Wundertüte oder wirres Zeug, ein Abenteuer oder langweilige Wiederholungen, etwas Neues oder aufgewärmtes Altes.

Und dann die Erwartungen. Ich kenne die Autorin Rebecca F. Kuang. Ihr Roman "Babel" war ein herausragendes Fantasybuch für mich. Yellowface eine interessante Gesellschaftssatire im Literaturmillieu. Und dann nun Katabasis, das mutmaßlich in der schon bekannten Babelwelt spielen könnte, denn es ist ein fiktives Cambridge und die Sprache gehört als wichtiger Eckpfeiler zur Formung von Magie dazu. Also habe ich mit Ähnlichem gerechnet, wie in "Babel".

Langer Rede kurzer Sinn. Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Die magische Welt gefällt von Cambridge gefällt mir nach wie vor. Die Hauptdarsteller haben eine ähnliche Charakterstruktur wie die in Babel und sind mit vielen Schattierungen beschrieben. Das fand ich auch gut. Aber der Plot an sich war teilweise etwas verworren und scheinbar unausgegoren und der Handlung fehlte an einige Stellen die nötige Zugkraft und der Spannungsbogen. Statt dessen versuchte Kuang andere Dinge in den Mittelpunkt zu stellen und zum Nachdenken anzuregen. Z.B. das Thema Sexismus und Machtmissbrauch an einer Universität. Sicherlich ein wichtiges Thema und prinzipiell mag ich solche realistischen Ansatzpunkte in Fantasy sehr gerne. Aber hier erschien es mir oft das Mittel zum Zweck und der Mittelpunkt der Handlung und das hat mich etwas ermüdet.

Katabasis kann man lesen, muss man aber nicht. Babel MUSS man lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 31.08.2025

bewundernswerte Frau

In uns der Ozean
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Das Buch habe ich von meiner Mutter geliehen bekommen. Ich kannte weder die Autorin noch wusste ich etwas über Rachel Carson. Und auch niemand, den ich nach dem Lesen dieses Romans nach ihr gefragt habe. ...

Das Buch habe ich von meiner Mutter geliehen bekommen. Ich kannte weder die Autorin noch wusste ich etwas über Rachel Carson. Und auch niemand, den ich nach dem Lesen dieses Romans nach ihr gefragt habe. Wie gut, dass die Autorin Theresia Graw meinen Horizont erweitert hat. Die Frau war eine der ersten, die erkannte, dass z.B. die Überfischung der Meere und Flüsse zur Ausrottung ganzer Arten führen würde. Und das der Einsatz von agressiven Pestiziden nicht nur die Natur und sämtliche Tiere schädigen sondern auch die Umwelt und die Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Ich war mal wieder schockiert, wie schwer es die Frauen damals hatten und dass ihre Leistungen immer als minderwertig betrachtet wurden. Rachel Carson hat gekämpft und am Ende gewonnen, auch wenn sie ihren größten Erfolg wohl nicht mehr selbst erleben konnte. Das Verbot von DDT in der Landwirtschaft - weltweit. Bewunderungswürdig.

Veröffentlicht am 31.08.2025

interessantes Setting

Unsere letzten wilden Tage
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An diesem Buch konnte ich einfach nicht vorbeigehen. Da hat der Verlag ganze Arbeit geleistet. Sehr ansprechendes Cover und ein toller Titel. Und ja, auch der Klappentext war ganz mein Beuteschema. Vor ...

An diesem Buch konnte ich einfach nicht vorbeigehen. Da hat der Verlag ganze Arbeit geleistet. Sehr ansprechendes Cover und ein toller Titel. Und ja, auch der Klappentext war ganz mein Beuteschema. Vor allem, weil ich das Setting sehr spannend finde. Ich war zwar noch nie in der Ecke, aber die sumpfige Gegend mit ihren Alligatoren ist eine, die ich mir in meiner Phantasie gut als eine vorstellen konnte, die in mein vages Bild der armen und ländlichen Gegenden der USA vorstellen konnte. Eine, in der Trumpf seine Wähler hat, in der Polizeiwillkür durchaus eine Rolle spielt und in der eine junge Journalistin sicherlich schnell mal in Gefahr geraten kann, wenn sie den falschen Leuten auf die Füße steigt. Ala Mississippi Burning.

Und genauso liest sich das Buch auch. Das Tempo ist eher gemächlich aber durch die Beschreibungen sehr intensiv. Die Hauptdarstellerin Loyal ist sehr hartnäckig und da sie sich auskennt in der Gegend und mit den Leuten, kommt sie so manchem Geheimnis auf die Schliche und begibt sich tatsächlich auf gefährliches Terrain. Auch wenn die Story ein paar Längen hatte, kann ich das Buch empfehlen und werde mir die Autorin merken.

Veröffentlicht am 31.08.2025

sehr unterhaltsam

Say You’ll Remember Me
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Es ist mein erstes Buch von Abby Jimenez. Ich lese eigentlich keine Liebesgeschichten. Aber meine Freundin hat einfach keine Ruhe gegeben, bis ich es doch mal versucht habe.

Gefallen hat mir der lockere ...

Es ist mein erstes Buch von Abby Jimenez. Ich lese eigentlich keine Liebesgeschichten. Aber meine Freundin hat einfach keine Ruhe gegeben, bis ich es doch mal versucht habe.

Gefallen hat mir der lockere und kluge Erzählstil, der sich einer modernen aber nicht zu jugendlichen Sprache bedient. Außerdem spielen viele Tiere eine Rolle, machen die Akteuere zusätzlich sympathisch. Wer mag keinen Tierarzt.

Und dann steht da die dicke Frage im Raum, ob es LIebe auf den ersten Blick gibt und ob man dafür sein Leben umkrempeln sollte, auch wenn eigentlich so einiges dagegen spricht.

Das hat mir gefallen, dass das kein weichgespültes Liebesdrama war sondern durchaus realistisch rüberkam. Die Personen sind keine Tagträumer und brauchen eine Weile, um sich klar zu werden, was sie wollen und was sie tun werden.

Natürlich gibt es ein positives Ende. Das Buch war sehr unterhaltsam.