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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.08.2020

Schöne Bilder, aber leider nicht so ungewöhnlich wie der Titel verspricht

Eine Reise durch Deutschland in 100 ungewöhnlichen Bildern und Geschichten
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Das Reisebuch von Merian stellt 100 eher bekannte Orte aus ganz Deutschland auf 336 Seiten vor. Gegliedert ist es ungefähr zu gleichen Teilen in Norden, Osten, Westen und Süden. Zu jedem Ort gibt es meist ...

Das Reisebuch von Merian stellt 100 eher bekannte Orte aus ganz Deutschland auf 336 Seiten vor. Gegliedert ist es ungefähr zu gleichen Teilen in Norden, Osten, Westen und Süden. Zu jedem Ort gibt es meist nur ein Foto, den Begleittext und einen Unterkunftstipp und zwei Restauranttipps.
Die Auswahl und die Begleittexte lassen sehr deutlich das Interesse des Autors an historischen, kulturell bedeutsamen bzw. künstlerischen Sehenswürdigkeiten erkennen.
Da pro Ort durchschnittlich nur 3,5 Seiten zur Verfügung stehen, führt diese Schwerpunktsetzung teilweise zu recht kuriosen Ergebnissen.
Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, ein Urlaubsziel mit mehr als 500.000 Besuchern im Jahr, wird mit dem Foto einer Tauchglocke und einem Text beschrieben, der einen Abriss aus Geschichte, Politik, Landschaftsbeschreibung, Kunst und Kultur und natürlich den oben schon erwähnten Hotel- und Restaurantempfehlungen auf gerade mal 3 Seiten liefert.
Dessau hat als Foto einige Stufen einer Treppe im Bauhaus-Gebäude. Der Text ist durchaus interessant für eine bestimmte Zielgruppe, die Auswahl der Gastronomie auch.
Hamburg hat deutlich mehr Raum in diesem Reiseband, aber die schönen Fotos repräsentieren ebenso wie die Texte nur die Orte im Westen der Stadt, die allgemein bekannt sind: Speicherstadt, Schumacherbauten, Elbphilharmonie - Hafen, Prostitution, Konzerte und Musicals.

Mein Fazit nach Lektüre des Buches ist durchwachsen. Die Orte sind bis auf wenige Ausnahmen keine Unbekannten für mich. Die Fotos sind durchaus sehenswert. Die Texte sind interessant, teilweise aber sehr komprimiert. Die Auswahl der Hotels und Restaurants wirkt sehr hochpreisig.
Ein schönes Buch zum Blättern und Lesen für eine bestimmte Zielgruppe, aber definitiv kein Reiseführer für Deutschland.

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Veröffentlicht am 17.08.2020

Spannender Hamburg-Krimi mit kleinen Schwächen

Der Fahrer
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Nach einer unglücklich verlaufenen Überraschungsparty anlässlich seines Geburtstags flüchtet der Kommissar Jens Kerner mit seinem geliebten Auto, genannt Red lady und fährt ziellos durch die Hamburger ...

Nach einer unglücklich verlaufenen Überraschungsparty anlässlich seines Geburtstags flüchtet der Kommissar Jens Kerner mit seinem geliebten Auto, genannt Red lady und fährt ziellos durch die Hamburger Straßen. Doch dann hört er über Funk von einem Einsatz in seiner Nähe. Ein verlassenes Auto, besprüht mit dem #findet mich. Von der Fahrerin keine Spur, bis ein Bild mit einem Ultimatum auf Instagram gepostet wird.

Der dritte Fall für das Team um Jens Kerner und Rebecca Oswald stellt den allzu sorglosen Umgang mit sozialen Medien und durchaus praktischen, erst durch neue Technologien nutzbarer Dienste und die damit verbundenen Gefahren in den Mittelpunkt. Da ist der Fahrdienst My Driver, der bequem per App gerufen und bezahlt wird, wenn man ihn gerade benötigt. Und da sind facebook, Instagram und Co., wo man ebenso bequem und schnell Bilder und Informationen hochladen kann. Schnell zeigt sich, dass die entführte Frau eine sehr aktive Nutzerin war. Und sie wird nicht die einzige bleiben, der das zum Verhängnis werden soll.

Neben dem eigentlichen Plot steht in diesem Krimi die Person Jens Kerner im Fokus. Ohne ersichtlichen Grund zeigt der Fall immer deutlicher Bezüge zu seiner Person. Er wird als extrem schwieriger Charakter am stärksten herausgearbeitet, der allerdings von seinen Kollegen und insbesondere von Rebecca sehr geschätzt wird. Entsprechend viel Raum wird diesen persönlichen, teilweise viel zu langatmigen Beziehungsbeschreibungen eingeräumt. Dazu gehört auch das besondere Verhältnis Jens Kerners zu seinem Auto. Insbesondere Rebecca, sonst sehr tough, empfand ich in ihren Reaktionen Kerner gegenüber nicht überzeugend dargestellt.

Trotz dieser Kritikpunkte war der Krimi durchaus spannend und wirklich gut zu lesen. Insbesondere Hamburg - Kenner werden viele der beschriebenen Orte beim Lesen vor Augen haben.

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