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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2026

distanzierte Charaktere

Ultramarin
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„Ultramarin“ ist ein Roman mit einer spannenden Grundidee und intensiven Themen – bei mir blieb das Leseerlebnis allerdings etwas auf Distanz.

Im Mittelpunkt steht Lou, der gemeinsam mit seinem charismatischen ...

„Ultramarin“ ist ein Roman mit einer spannenden Grundidee und intensiven Themen – bei mir blieb das Leseerlebnis allerdings etwas auf Distanz.

Im Mittelpunkt steht Lou, der gemeinsam mit seinem charismatischen Freund Raf den Sommer verbringt. Doch diesmal ist alles anders, denn auch Nora begleitet die beiden an die dänische Küste. In einem abgelegenen Ferienhaus zwischen Dünen und Meer verbringen sie scheinbar unbeschwerte Tage: baden, treiben lassen, kochen, rauchen. Doch unter dieser Oberfläche beginnen sich Spannungen aufzubauen. Beziehungen verschieben sich, Machtverhältnisse werden spürbar, und plötzlich steht die Frage im Raum, wer hier eigentlich wen braucht – oder manipuliert. Als Nora eines Tages spurlos verschwindet, kippt die Stimmung endgültig.

Thematisch fand ich das Buch durchaus interessant – gerade das Spiel mit Nähe, Abhängigkeit und Begehren hat viel Potenzial. Allerdings konnte mich der Schreibstil nicht ganz abholen. Er wirkt sehr nüchtern und teilweise fast distanziert, wodurch es mir schwerfiel, wirklich in die Geschichte einzutauchen oder eine emotionale Verbindung aufzubauen.

Auch mit den Figuren bin ich nicht richtig warm geworden. Keiner der Charaktere war für mich wirklich sympathisch oder greifbar, was das Mitfiebern erschwert hat. Dadurch blieb vieles eher beobachtend als mitreißend.

Zusätzlich hätte ich mir sprachlich etwas mehr Abwechslung gewünscht – gerade bei einfachen Formulierungen wie „sagte“ merkt man, wie viel mehr Vielfalt möglich gewesen wäre.

Insgesamt ein Buch mit spannenden Ansätzen und Themen, das mich aber emotional nicht ganz erreichen konnte.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Viel Wissen über Schmetterlinge

Das Jahr der Schmetterlinge
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„Das Jahr der Schmetterlinge“ ist ein Buch, das ich insgesamt gut fand – allerdings bin ich mit ganz anderen Erwartungen daran herangegangen, was mein Leseerlebnis etwas beeinflusst hat.

Im Mittelpunkt ...

„Das Jahr der Schmetterlinge“ ist ein Buch, das ich insgesamt gut fand – allerdings bin ich mit ganz anderen Erwartungen daran herangegangen, was mein Leseerlebnis etwas beeinflusst hat.

Im Mittelpunkt steht die Autorin selbst, die sich zu Beginn des Jahres ein ungewöhnliches Ziel setzt: Sie möchte innerhalb von zwölf Monaten alle heimischen Schmetterlingsarten entdecken, obwohl sie anfangs kaum etwas über sie weiß. Getrieben von einer schwer greifbaren Sehnsucht begibt sie sich auf eine Reise durch unterschiedlichste Landschaften – von windgeprägten Küsten bis hin zu abgelegenen, fast verborgenen Naturorten. Dabei begegnet sie Menschen, die ihr helfen, und taucht immer tiefer in die Welt der Schmetterlinge ein.

Was ich erst relativ spät realisiert habe: Das Buch ist kein Roman, sondern vielmehr ein philosophisch geprägtes Sachbuch. Ich war ursprünglich von einer erzählerischen Geschichte ausgegangen, und dieser Erwartungsunterschied hat mich beim Lesen etwas ausgebremst.

Trotzdem fand ich es sehr spannend, die Autorin auf ihrer persönlichen und zugleich naturkundlichen Reise zu begleiten. Man lernt unglaublich viel über Schmetterlinge, ihre Lebensräume und ihre Bedeutung – und gleichzeitig werden immer wieder große Fragen über das Leben, Sinn und Naturverbundenheit aufgeworfen.

Insgesamt ein interessantes und lehrreiches Buch mit vielen schönen Gedanken, auch wenn es nicht ganz das war, was ich mir vorgestellt hatte. Wer sich auf die ruhige, reflektierende Art einlässt, kann hier definitiv einiges mitnehmen – von mir solide 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Lost Places

Giftiger Grund
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„Giftiger Grund“ hat mich von der ersten Seite an gepackt – ein Krimi, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Die Geschichte ist nicht nur extrem spannend, sondern auch atmosphärisch dicht und voller ...

„Giftiger Grund“ hat mich von der ersten Seite an gepackt – ein Krimi, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Die Geschichte ist nicht nur extrem spannend, sondern auch atmosphärisch dicht und voller überraschender Entwicklungen.

Im Zentrum stehen drei völlig unterschiedliche Menschen, die sich zufällig mitten in der Nacht an einer verlassenen Tankstelle begegnen – einem unheimlichen Lost Place. Was zunächst wie ein merkwürdiges Zusammentreffen wirkt, eskaliert schnell, als sie eine Leiche entdecken. Nach und nach wird klar, dass sie mehr miteinander verbindet, als ihnen lieb ist, und dass dieser Ort eine dunkle Vergangenheit birgt.

Besonders fasziniert hat mich die Figur Charu: Eine Instagrammerin, die verlassene Orte fotografiert und auf jedem ihrer Bilder eine kleine glitzernde Figur platziert – eine originelle und gleichzeitig geheimnisvolle Idee, die perfekt zur Stimmung des Buches passt. Ihre Perspektive bringt etwas Modernes und zugleich Unheimliches in die Geschichte.

Auch Joran ist unglaublich spannend gezeichnet. Nach sieben Jahren im Jugendknast wird er plötzlich wieder in eine Welt geworfen, die sich komplett weitergedreht hat. Wie fühlt es sich an, als junger Mensch so lange von allem abgeschnitten zu sein? Diese Frage wird hier sehr eindrücklich spürbar gemacht. Seine Orientierungslosigkeit, die Schwierigkeiten bei der Jobsuche und der Druck durch seinen Vater machen seine Situation greifbar und tragisch zugleich.

Die Handlung entwickelt sich rasant, mit vielen Wendungen und einer konstanten Spannung, die bis zum Schluss anhält. Gleichzeitig geht das Buch weit über einen klassischen Krimi hinaus und beleuchtet zwischenmenschliche Abgründe und moralische Grauzonen.

Für mich ein rundum gelungener Thriller mit starken Figuren, einer originellen Idee und einer düsteren, fesselnden Atmosphäre

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Veröffentlicht am 23.03.2026

interessante Frauen

Niemands Töchter
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„Niemands Töchter“ ist ein beeindruckendes Debüt, das mich trotz kleinerer Längen sehr berührt hat. Der Roman erzählt von Alma, die in den 80er-Jahren in der Eifel aufwächst und sich in ihrer eigenen Familie ...

„Niemands Töchter“ ist ein beeindruckendes Debüt, das mich trotz kleinerer Längen sehr berührt hat. Der Roman erzählt von Alma, die in den 80er-Jahren in der Eifel aufwächst und sich in ihrer eigenen Familie fremd fühlt, weil ihre Herkunft von einem hartnäckigen Schweigen umgeben ist. Parallel dazu begleitet man Isabell im Jahr 2019 in Berlin, die unter dem Verlust ihrer Mutter leidet und merkt, wie sehr diese Leerstelle ihr ganzes Leben beeinflusst. Als sich die Lebenswege der beiden Frauen schließlich auf besondere Weise verbinden, entsteht eine generationenübergreifende Geschichte über Identität, Verlust und die Suche nach einem Platz im Leben.

Was mir besonders gefallen hat, ist die ruhige, sensible Art, mit der Themen wie Familiengeheimnisse und Selbstfindung erzählt werden. Man muss sich Zeit nehmen und auch zwischen den Zeilen lesen, um die volle Tiefe zu erfassen – das ist kein Buch, das man einfach so „wegsuchtet“. An manchen Stellen plätschert die Handlung etwas dahin, doch genau dieses entschleunigte Erzählen passt auch zur Stimmung der Geschichte.

Trotz kleinerer Längen habe ich das Buch sehr gern gelesen. Es entfaltet eine leise, aber nachhaltige Wirkung und bleibt noch eine Weile im Kopf. Ein gelungenes Debüt, das neugierig auf mehr macht

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Veröffentlicht am 23.03.2026

toller Roman

Little Hollywood
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„Little Hollywood“ hat mich von der ersten Seite an begeistert – und ehrlich gesagt schon davor: Das Cover ist einfach wunderschön gestaltet und total einladend. Genau so ein Buch, das man sofort in die ...

„Little Hollywood“ hat mich von der ersten Seite an begeistert – und ehrlich gesagt schon davor: Das Cover ist einfach wunderschön gestaltet und total einladend. Genau so ein Buch, das man sofort in die Hand nehmen möchte.

In der Geschichte begleiten wir eine Protagonistin, die mitten in der Abizeit steckt – irgendwo zwischen Zukunftsangst, großen Erwartungen und dem ganz normalen Chaos des Erwachsenwerdens. Während alle um sie herum scheinbar schon Pläne schmieden, fühlt sie sich selbst eher verloren und weiß nicht so recht, wohin mit sich. Einen wichtigen Halt findet sie dabei an einem ganz besonderen Ort: der Videothek. Zwischen Regalen voller Filme und Geschichten entsteht für sie ein Rückzugsort, ein kleines „Hollywood“, in dem sie für einen Moment alles andere vergessen kann.

Genau das hat mich unglaublich berührt, weil ich mich so stark wiedererkannt habe. Ich war früher selbst ständig in der Videothek, habe Filme verschlungen und mich oft genau dorthin geflüchtet. Dieses Gefühl, dass Filme mehr sind als nur Unterhaltung – nämlich ein Zuhause auf Zeit – wird hier so authentisch eingefangen.

Das Buch schafft es wunderbar, diese besondere Phase kurz vor dem Erwachsenwerden einzufangen: die Unsicherheit, die Sehnsucht nach mehr, aber auch die kleinen, intensiven Momente, die man nie vergisst. Dabei wirkt nichts übertrieben oder kitschig – im Gegenteil, alles fühlt sich echt und nahbar an.

Der Schreibstil ist angenehm leicht und gleichzeitig voller Gefühl. Man liest Seite um Seite und fühlt sich dabei, als würde man selbst noch einmal durch die eigene Abizeit gehen – mit all ihren Fragen, Träumen und Zweifeln.

Für mich ein richtig tolles, nostalgisches Buch mit viel Herz. Absolute Empfehlung für alle, die Filme lieben und sich gern in diese besondere Lebensphase zurückversetzen lassen.

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