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Veröffentlicht am 23.10.2023

interessantes Debut

All dies könnte anders sein
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"All dies könnte anders sein" von Sarah Thankam Mathews ist ein Roman, der mit seinem wunderschönen Cover und den vielen bunten Farben sofort ins Auge sticht. Dieses ästhetische Element allein verdient ...

"All dies könnte anders sein" von Sarah Thankam Mathews ist ein Roman, der mit seinem wunderschönen Cover und den vielen bunten Farben sofort ins Auge sticht. Dieses ästhetische Element allein verdient schon Lob, da es den Leser:innen ein Gefühl von Freude und Neugier vermittelt.

Die Geschichte dreht sich um die Protagonistin Sneha, die einen neuen Job anfängt und sich zahlreichen Herausforderungen stellen muss. Hier kommt jedoch der Knackpunkt: Obwohl die Handlung fesselnd ist, konnte ich mich nicht ganz mit Sneha anfreunden. Ihre Einstellungen und Handlungen waren mir nicht immer sympathisch, und das hat es mir schwer gemacht, mich vollständig in ihre Lage hineinzuversetzen.

Der Schreibstil von Sarah Thankam Mathews ist ansprechend und flüssig, und er vermag es, den Leser in die Welt von Sneha einzutauchen. Allerdings fand ich den Schreibstil an einigen Stellen etwas zu vulgär, was meinem persönlichen Geschmack nicht entsprach. Ein Beispiel hierfür befindet sich auf S. 21: "Ich blickte hinab auf ihre roten, wunden Lippen und spürte, wie meine Klit einen Satz machte."

Die Themen, die in diesem Buch behandelt werden, sind zweifellos aktuell und interessant. Sneha als Protagonistin ist sicherlich in dieser Hinsicht faszinierend, da sie queer und eine Person of Color ist. Diese Diversität in der Literatur ist erfrischend und wichtig.

Trotzdem muss ich zugeben, dass der Roman einige Längen hatte, die mein Lesevergnügen beeinträchtigt haben. Dennoch sehe ich "All dies könnte anders sein" als ein gelungenes Debüt, das mutige Themen anspricht und Raum für Diskussion bietet. Es mag zwar Aspekte geben, die mir nicht vollständig zusagen, aber insgesamt ist es ein Buch, das Aufmerksamkeit verdient und eine wichtige Stimme in der zeitgenössischen Literatur repräsentiert.

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Veröffentlicht am 16.10.2023

leider nicht so überzeugend wie erhofft

Psyche und Eros
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"Psyche und Eros" von Luna McNamara ist ein Buch, das in vielerlei Hinsicht beeindruckt, beginnend mit dem wunderschönen Cover. Die ästhetische Gestaltung des Buches zieht sofort die Aufmerksamkeit auf ...

"Psyche und Eros" von Luna McNamara ist ein Buch, das in vielerlei Hinsicht beeindruckt, beginnend mit dem wunderschönen Cover. Die ästhetische Gestaltung des Buches zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich und verspricht eine Reise in die Welt der griechischen Mythologie.

Leider konnte das Buch in der Verarbeitung der griechischen Mythologie nicht immer überzeugen. Anfangs mochte ich die Interpretation von Psyche und Eros als Protagonisten, jedoch änderte sich meine Meinung im Verlauf der Geschichte. Nach der Lektüre habe ich mich intensiver mit der wahren Mythologie befasst und einige Diskrepanzen festgestellt. Selbstverständlich sind künstlerische Freiheiten in der Literatur erlaubt, aber bei einem Buch, das auf griechischer Mythologie basiert, sehe ich auch einen lehrenden Aspekt. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn die Autorin die mythologischen Grundlagen genauer beachtet hätte.

Die ersten Seiten des Romans fühlten sich an, als würde man ein Lehrbuch über griechische Götter lesen. Dies mag für einige Leser informativ sein, aber es hat die Handlung verlangsamt und den Lesefluss beeinträchtigt.

Der Schreibstil von Luna McNamara konnte mich ebenfalls nicht ausreichend überzeugen. Er wirkte oft holprig und konnte nicht die emotionale Verbindung zu den Charakteren herstellen, die ich mir gewünscht hätte. Die Erzählweise war nicht so fesselnd, wie ich es mir erhofft hatte.

Insgesamt erhält "Psyche und Eros" von Luna McNamara von mir drei Sterne. Das wunderschöne Cover und die anfängliche Faszination für die Protagonisten waren positive Aspekte. Dennoch gab es Schwächen in der Umsetzung der griechischen Mythologie, im Schreibstil und in der Herangehensweise an die Geschichte, die das Gesamterlebnis beeinträchtigt haben.

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Veröffentlicht am 16.10.2023

Trotz Kürze lange Lektüre

Eigentum
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"Eigentum" von Wolf Haas ist ein Buch, das mich in vielerlei Hinsicht überrascht hat. Obwohl es nur knapp 157 Seiten umfasst, konnte ich es nicht so schnell durchlesen, wie ich es normalerweise bei Büchern ...

"Eigentum" von Wolf Haas ist ein Buch, das mich in vielerlei Hinsicht überrascht hat. Obwohl es nur knapp 157 Seiten umfasst, konnte ich es nicht so schnell durchlesen, wie ich es normalerweise bei Büchern dieser Länge tue. Das liegt jedoch nicht an der Komplexität der Geschichte, sondern eher an meinem Interesse, das nicht so recht geweckt wurde.

Der Schreibstil von Wolf Haas hat eine gewisse humorvolle Note, die mir gefallen hat, aber gleichzeitig war er auch manchmal etwas sperrig. Die Sprache war gewöhnungsbedürftig und erforderte eine gewisse Geduld beim Lesen. Das Buch selbst bot leider nicht die Spannung, die ich erwartet hatte. Die Handlung ist eher episodenartig, und es fehlt an fesselnden Momenten, die mich dazu brachten, das Buch nicht aus der Hand legen zu können.

Ein weiterer Punkt, der mir nicht gefallen hat, ist das Cover des Buches. Es wirkt unauffällig, fast wie ein Stück Pappkarton. Ein ansprechenderes Design hätte sicherlich mehr Aufmerksamkeit erregt.

Die Anekdoten über die Mutter des Autors waren jedoch ein heller Punkt in der Geschichte. Sie fügten eine persönliche Note hinzu und verliehen dem Buch eine gewisse Tiefe. Allerdings war die Prämisse des Buches, es zu schreiben, weil die Mutter bald sterben würde, für meinen Geschmack etwas makaber.

Der Titel des Romans, "Eigentum", hat mir hingegen gut gefallen, da er einen starken Bezug zur Geschichte herstellt und den Traum der Mutter, Eigentum zu besitzen, hervorhebt. Insgesamt betrachtet erhält "Eigentum" von Wolf Haas von mir drei Sterne, da es einige positive Aspekte gibt, aber die geringe Seitenzahl, der sperrige Schreibstil und das Fehlen von Spannung die Leseerfahrung beeinträchtigt haben.

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Veröffentlicht am 15.10.2023

interessanter Schreibstil

Diamantnächte
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"Diamantnächte" von Hilde Rod-Larsen ist ein Buch, das mich auf verschiedene Weisen beeindruckt hat, weshalb ich ihm vier Sterne verleihe. Zunächst möchte ich betonen, wie wunderschön das Cover des Romans ...

"Diamantnächte" von Hilde Rod-Larsen ist ein Buch, das mich auf verschiedene Weisen beeindruckt hat, weshalb ich ihm vier Sterne verleihe. Zunächst möchte ich betonen, wie wunderschön das Cover des Romans gestaltet ist. Es zieht den Leser sofort in seinen Bann und macht neugierig auf den Inhalt. Ein großes Lob an den Ullstein-Verlag für diese gelungene Gestaltung!

Die park x Reihe des Ullstein-Verlags hat mich bereits in der Vergangenheit mit ihren Titeln begeistert, und dieser Roman bildet da keine Ausnahme. Es ist toll zu sehen, wie der Verlag eine neue Untersparte geschaffen hat, die so ansprechende Geschichten hervorbringt.

Der Roman bietet einen interessanten Einblick in das Leben einer Mutter, die sich in einer Welt voller Verantwortungen und Pflichten wiederfindet. Sie sehnt sich danach, auch einmal an sich selbst zu denken. Dieses Thema wurde von Hilde Rod-Larsen meiner Meinung nach hervorragend umgesetzt.

Besonders beeindruckend fand ich den Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven im Schreibstil. Die Protagonistin verarbeitet ihre Erlebnisse aus der Vergangenheit, indem sie diese immer wieder anders aufschreibt. Dies verleiht der Geschichte eine faszinierende Tiefe und zeigt, wie subjektiv unsere Erinnerungen sein können.

Die Autorin behandelt in "Diamantnächte" wichtige Fragen, wie man von der Außenwelt wahrgenommen werden möchte. Diese Reflexionen regen zum Nachdenken an und machen das Buch zu mehr als nur einer oberflächlichen Geschichte.

Allerdings muss ich auch anmerken, dass der Roman zwar kurzweilig und schnell zu lesen ist, aber dennoch einige Leerstellen aufweist. Diese sind meiner Meinung nach aber bewusst offen gelassen. Dennoch überwiegen die positiven Aspekte, und ich empfehle "Diamantnächte" allen, die nach einem Buch suchen, das sie zum Nachdenken anregt und gleichzeitig gut unterhält.

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Veröffentlicht am 08.10.2023

Eine ganz andere Sichtweise auf Frida Kahlo

Ich bin Frida
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Das Cover zu "Ich bin Frida" zeigt eine Frida, die man kennt, die Romanbiographie zeigt jedoch eine andere Seite an ihr, die ich bisher nicht in der Art kennenlernen durfte.
Bereits im Vorfeld wusste ich ...

Das Cover zu "Ich bin Frida" zeigt eine Frida, die man kennt, die Romanbiographie zeigt jedoch eine andere Seite an ihr, die ich bisher nicht in der Art kennenlernen durfte.
Bereits im Vorfeld wusste ich einiges über Frida Kahlo, habe aber nie ganz den Hype um diese Frau verstanden. Was mir durch diese Romanbiographie aber klargeworden ist: Frida Kahlo ist anders. Anders als andere Frauen um diese Zeit. Sie ist eigensinnig, hat ihre genauen Vorstellungen vom Leben und lässt sich erst Recht nichts von Männern vorschreiben. Sie ist emanzipiert.
Fand ich diese Frida beim Lesen sympathisch? Wohl eher nicht. Immerhin betrügt sie ihren Ehemann nach Strich und Faden und macht eigentlich nur das, was sie gerade will. Ein Charakterzug, den ich persönlich eigentlich gar nicht mag. Faszinierend ist diese Persönlichkeit für mich jedoch irgendwie trotzdem gewesen. Ich habe beim Lesen wirklich jede Information über Frida und ihre Werke aufgesogen, weil ich es wahnsinnig interessant finde. Dadurch, dass es sich hier um eine Romanbiographie handelt und nicht um eine bloße Biographie, kommt alles viel lebendiger rüber. Allerdings hat die Geschichte auch ihre Längen und mir lag der Fokus oftmals zu sehr auf Fridas Liebesleben, obwohl dieses natürlich ihre Kreativität sicherlich beeinflusst hat.
Ich kann "Ich bin Frida" jedem empfehlen, der einmal mit anderen Augen auf Frida Kahlo schauen möchte, ansonsten würde ich eher zu der bereits von der Autorin erschienenen Romanbiographie raten.

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