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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2024

Eine Rettungsmission für die Familie

Trabant
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"Trabant" von Stefan Sommer entführt den Leser auf eine abenteuerliche Reise beginnend in Istrien, begleitet von einem Protagonisten, der durch eine unerwartete SMS seines Vaters plötzlich in eine Mission ...

"Trabant" von Stefan Sommer entführt den Leser auf eine abenteuerliche Reise beginnend in Istrien, begleitet von einem Protagonisten, der durch eine unerwartete SMS seines Vaters plötzlich in eine Mission der familiären Rettung katapultiert wird.

Georg, als Trauzeuge in Istrien, findet sich plötzlich in einer Situation wieder, die seine Welt auf den Kopf stellt: Statt einer unbekannten Lisa erhält er eine SMS seines Vaters, die darauf hindeutet, dass dieser untreu ist. Entschlossen, die Beziehung seiner Eltern zu retten, begibt sich Georg auf eine skurrile und mitunter verwirrende Odyssee.

Obwohl ich manche Passagen als etwas verwirrend empfand, konnte ich dennoch nicht umhin, von der fesselnden Reise Georgs und der Vielschichtigkeit der Geschichte gefesselt zu sein. Der Schreibstil von Stefan Sommer ist packend und faszinierend, was die Lektüre zu einem Genuss macht.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Botschaft, die das Buch vermittelt: Dass man nicht immer alles über seine Eltern wissen kann oder wissen möchte. Diese Erkenntnis hat mich zum Nachdenken angeregt und wird mir noch im Gedächtnis bleiben.

Alles in allem kann ich "Trabant" von Stefan Sommer nur wärmstens empfehlen. Eine fesselnde Geschichte, die mit einem einzigartigen Schreibstil und einer wichtigen Botschaft punktet. Vier Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 12.02.2024

Eine wichtige neue Sichtweise

James
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"James" von Percival Everett ist eine bahnbrechende Neuerzählung, die die Geschichte von Tom Sawyer aus einer völlig neuen Perspektive betrachtet und dabei eine dringend benötigte Stimme zu Wort kommen ...

"James" von Percival Everett ist eine bahnbrechende Neuerzählung, die die Geschichte von Tom Sawyer aus einer völlig neuen Perspektive betrachtet und dabei eine dringend benötigte Stimme zu Wort kommen lässt.

In diesem Roman erleben wir die Ereignisse durch die Augen von James, einem Sklaven, der sich als einfältig ausgibt, um den Erwartungen der Weißen gerecht zu werden, während er in Wirklichkeit schlau und gebildet ist. Diese doppelte Identität macht James zu einem faszinierenden und komplexen Charakter, der die Leser dazu zwingt, über Vorurteile und Stereotypen nachzudenken.

Percival Everetts Schreibstil ist meisterhaft. Er wählt bewusst eine einfache Sprache, um James' Unterwürfigkeit zu demonstrieren, was eine kraftvolle Wirkung erzeugt und gleichzeitig die tiefe Ironie der Situation verdeutlicht. Die Entscheidung, James als Erzähler zu verwenden, ermöglicht es uns, die Geschichte aus einer bisher ungehörten Perspektive zu erleben und die Komplexität der Rassenbeziehungen im Amerika des 19. Jahrhunderts zu erfassen.

Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie Everett die Themen Rassismus, Identität und soziale Ungerechtigkeit behandelt. Indem er die Geschichte durch die Augen eines Sklaven erzählt, gibt er einer marginalisierten Gruppe eine dringend benötigte Stimme und fordert den Leser gleichzeitig heraus, die eigene Vorstellung von Geschichte und Gesellschaft zu überdenken.

"James" ist ein mutiges und wichtiges Buch, das nicht nur eine spannende und mitreißende Geschichte erzählt, sondern auch dazu beiträgt, das Bewusstsein für die Vielschichtigkeit der menschlichen Erfahrung zu schärfen. Eine absolute Empfehlung für alle, die nach Büchern suchen, die nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen. Fünf Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 06.02.2024

Mehr Gefühl gewünscht

Stars In Your Eyes
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"Stars in your Eyes" versucht viele Dinge richtig gut zu machen, leider hapert es an einigen Stellen aber an der Umsetzung. Es geht hier um Mattie und Logan, die beide für einen Film gecastet wurden, um ...

"Stars in your Eyes" versucht viele Dinge richtig gut zu machen, leider hapert es an einigen Stellen aber an der Umsetzung. Es geht hier um Mattie und Logan, die beide für einen Film gecastet wurden, um ein Liebespaar zu spielen. Während es für Mattie die erste große Rolle ist, ist Logan bereits erfahrener Schauspieler und eine kleine Diva. Er verkörpert so ziemlich den Klischee-Bad Boy.
Was "Stars in your Eyes" gut macht, ist dass es versucht, POC und LGBTQ eine Plattform zu bieten. Allerdings finde ich es sehr schade, dass die Charaktere sehr klischeebehaftet und eindimensional rüberkommen. Logan vor allem hat mir als Charakter gar nicht gefallen. Er ist einfach nur unsympathisch und ich verstehe absolut nicht, wieso der nette Mattie sich auf ihn einlässt. Auch wenn er in seinem Leben so einiges durchmachen musste, ist das für mich keine Rechtfertigung, sich wie ein Arschloch zu verhalten. Ich hatte eigentlich den ganzen Roman über Mitleid mit Mattie, weil er sich so sehr von Logan angezogen fühlt und trotzdem fehlte mir irgendwie ein Grund, weshalb es zwischen den beiden funkt. Die körperliche Anziehung spürt man als Leser:in ja nicht. Und Gefühle fehlten mir einfach.
Kurzum: "Stars in your Eyes" ist für alle, die Bad Boy Geschichten gerne lesen, hat aber in meinen Augen leider auch einige Schwachstellen und könnte gefühlvoller sein,

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Veröffentlicht am 05.02.2024

An einigen Stellen verbesserungswürdig

Season Sisters – Frühlingsgeheimnisse
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"Season Sisters: Frühlingsgeheimnisse" von Anna Helford hat definitiv eine interessante Grundidee, die mich neugierig gemacht hat. Die Geschichte von Spring, einer der vier Season Sisters, die aus einem ...

"Season Sisters: Frühlingsgeheimnisse" von Anna Helford hat definitiv eine interessante Grundidee, die mich neugierig gemacht hat. Die Geschichte von Spring, einer der vier Season Sisters, die aus einem Hippie-Haushalt stammt und vor 8 Jahren abgehauen ist, klingt vielversprechend. Leider konnte mich die Umsetzung nicht vollständig überzeugen, was sich in meiner dreisternigen Rezension widerspiegelt.

Ein großer Kritikpunkt ist die parallele Handlung im 19. Jahrhundert mit Daphne, die sich in einen Patienten verliebt. Die Sprünge in diese Zeit fand ich weniger spannend und die aufgedeckte Intrige wirkte für mich ziemlich offensichtlich. Die Vorhersehbarkeit und die konstruierte Art der Erzählung haben leider den Lesegenuss getrübt.

Besonders enttäuschend empfand ich die Liebesgeschichte von Spring, die meiner Meinung nach viel zu schnell abgehandelt wurde. Die Entwicklung wirkte wenig glaubwürdig, und am Ende fühlte sich alles zu "Friede, Freude, Eierkuchen" an. Die Geschichte verläuft leider in vorhersehbaren Bahnen, und die Klischees sind allgegenwärtig, was meinen Gesamteindruck deutlich beeinträchtigt hat.

Trotzdem gibt es auch positive Aspekte, wie die interessante Idee der Season Sisters und die Dynamik zwischen Spring und Sophia, die dem Roman zumindest einige Lichtblicke verleihen. Leider reichen diese jedoch nicht aus, um über die Schwächen der Handlung und Charakterentwicklung hinwegzutrösten. Ob ich den zweiten Teil der Reihe noch lesen werde, weiß ich nun nicht.

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Veröffentlicht am 26.01.2024

Die Burg begeistert!

Die Burg
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Ursula Poznanski hat mit "Die Burg" erneut bewiesen, dass sie ein außergewöhnliches Talent für packende Geschichten besitzt. Das Buch verdient ohne Zweifel fünf Sterne, denn es hat mich von der ersten ...

Ursula Poznanski hat mit "Die Burg" erneut bewiesen, dass sie ein außergewöhnliches Talent für packende Geschichten besitzt. Das Buch verdient ohne Zweifel fünf Sterne, denn es hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen.

Die Idee eines Escape Rooms, entworfen von einer künstlichen Intelligenz, faszinierte mich von Anfang an. Die Autorin schafft es, diese Konzeption so realistisch und zugleich beängstigend zu präsentieren, dass ich förmlich in die düstere Atmosphäre des Geschehens eintauchen konnte. Die Spannung steigerte sich kontinuierlich, und die Tatsache, dass die Situation ausartete, war zwar erwartet, aber dennoch mitreißend umgesetzt.

Die von Nevio erworbene Burg entpuppte sich als perfekte Kulisse für ein Gruselabenteuer. Die Beschreibungen waren so detailreich, dass ich mich förmlich in den verlassenen Gemäuern wiederfand. Der Wechsel zwischen der Perspektive der Spielenden und der Beobachter verlieh dem Roman eine zusätzliche Ebene und intensivierte die ohnehin schon hochgradige Spannung.

Besonders hervorzuheben ist der beeindruckende Schreibstil von Ursula Poznanski. Mit einer meisterhaften Leichtigkeit gelingt es ihr, die Leserinnen und Leser in die Geschichte zu ziehen und sie mit jeder Seite tiefer in den Sog der Handlung zu ziehen. Die Charaktere sind lebendig und authentisch gezeichnet, und ihre Handlungen wirken stets nachvollziehbar.

Insgesamt kann ich "Die Burg" uneingeschränkt empfehlen. Dieses Buch ist nicht nur für Fans von Thrillern und Mystery-Romanen ein absolutes Muss, sondern für jeden Leser, der sich von einer meisterhaft erzählten Geschichte mitreißen lassen möchte. Bravo, Ursula Poznanski, für dieses beeindruckende Werk!

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