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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2023

nette Unterhaltung für zwischendurch

Between Us - Die große Liebe kennt viele Geheimnisse
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"Between Us" von Mhairi McFarlane ist eine gelungene Unterhaltungslektüre für zwischendurch, die ich mit vier Sternen bewerte. Die Geschichte konzentriert sich vor allem auf die Protagonistin Roisin, die ...

"Between Us" von Mhairi McFarlane ist eine gelungene Unterhaltungslektüre für zwischendurch, die ich mit vier Sternen bewerte. Die Geschichte konzentriert sich vor allem auf die Protagonistin Roisin, die mit ihrer unsicheren Beziehung kämpft. McFarlane trifft den Nerv vieler Leser:innen, die das Gefühl kennen, dass die Beziehung im Alltag verloren geht und der Partner plötzlich nicht mehr so gut zu einem passt.

Der Roman entführt die Leser:innen in Roisins Welt, in der sie sich mit den komplexen Gefühlen auseinandersetzen muss, ob sie den richtigen Weg in ihrer Beziehung geht. Das traurige Nachdenken darüber, ob man das Richtige macht, nimmt einen großen Raum ein, was ich persönlich nicht erwartet hatte. Dennoch gelingt es der Autorin, dies in einem lockeren Schreibstil zu präsentieren.

Der Erzählstil fühlt sich an, als säße man in einer gemütlichen Runde von Freunden, die sich offen über ihre Probleme austauschen. Allerdings plätschert die Handlung auch irgendwie vor sich hin, und hier hätte ich mir mehr Unterhaltung und weniger melancholisches Nachdenken gewünscht. Roisins Partner Joe, ein Drehbuchautor, der intime Details aus ihrem Privatleben in seiner Serie verwendet, ist für mich persönlich hochgradig unsympathisch. Es fällt schwer nachzuvollziehen, was Roisin an ihm findet.

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist "Between Us" ein Buch, das gut unterhält und zum Nachdenken anregt. Mhairi McFarlane hat eine angenehme Erzählweise, die es leicht macht, in die Geschichte einzutauchen. Eine klare Empfehlung für Leser:innen, die sich auf eine emotionale Reise durch Beziehungsgeflechte begeben möchten.

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Veröffentlicht am 20.11.2023

toller Schreibstil!

Ein guter Plan ist die halbe Liebe
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Auch wenn mir das Cover zu Lydia Schmölzls neuem Roman "Ein guter Plan ist die halbe Liebe" viel zu bunt geraten ist, konnte der Inhalt mich doch überzeugen.

Roxy ist 35 und ihre biologische Uhr tickt. ...

Auch wenn mir das Cover zu Lydia Schmölzls neuem Roman "Ein guter Plan ist die halbe Liebe" viel zu bunt geraten ist, konnte der Inhalt mich doch überzeugen.

Roxy ist 35 und ihre biologische Uhr tickt. Bei einem Frauenarztbesuch bekommt sie gesagt, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, um Kinder zu bekommen. Doch was macht man als Single? Da muss ein Plan her. Deshalb listet Roxy alle potenziellen Vater-Kandidaten auf und versucht so, den richtigen Vater für ihr Kind zu finden.

Tatsächlich hatte ich auch nicht damit gerechnet, in welche Richtung der Roman führt. Ich dachte eher, das Liebesleben der Protagonistin stünde mehr im Vordergrund und nicht ihr Kinderwunsch. Außerdem hatte ich auch den Eindruck, dass der Kinderwunsch sich erst im Laufe des Romans entwickelt hat. Aber auch am Ende des Romans war ich mir immer noch nicht sicher, ob Roxy das Kind nun bekommen möchte, weil sie ein Kind möchte oder weil es eben das ist, was man machen sollte in dem Alter.

Roxy als Protagonistin fand ich sehr sympathisch. Vor allem gefallen hat mir ihre humorvolle Art. Sie löst ihr Problem mit dem Kinderwunsch sehr pragmatisch, indem sie potentielle Väter auflistet (ihren Ex Jonas, ihren besten Freund Max und ihren Kollegen Dorian) und nach Kriterien beurteilt. Den Vätern gegenüber ist das natürlich eher weniger nett. Da ich auch wenig Entwicklung in Roxy erkennen kann, kommt hier ein kleiner Minuspunkt für mich.

Was mich bei diesem Roman wieder überzeugen konnte, ist Lydia Schmölzls toller Schreibstil! Egal, welche Schwächen der Plot haben mag, die Autorin verpackt es wunderbar humorvoll.

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Veröffentlicht am 20.11.2023

verwirrend und spannend zugleich

Himmelfahrt
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Nicholas Binge hat mit seinem Roman "Himmelfahrt" auf jeden Fall einen spannenden Thriller geschaffen, den ich so auf jeden Fall noch nicht gelesen habe.

Bereits das Cover sieht unglaublich spannend aus ...

Nicholas Binge hat mit seinem Roman "Himmelfahrt" auf jeden Fall einen spannenden Thriller geschaffen, den ich so auf jeden Fall noch nicht gelesen habe.

Bereits das Cover sieht unglaublich spannend aus und erinnert mit seinem Berg fast ein wenig an die Titanic. Die Blautöne sind sehr ansprechend gewählt. Es wird direkt klar, dass im Mittelpunkt der Handlung dieses Thrillers die Erforschung eines Berges steht.

In "Himmelfahrt" geht es um den Physiker und Arzt Harold Tunmore, der zu einer mysteriösen Forschung an einem Berg eingeladen wird. Er verschwindet und seine Familie glaubt seit Jahren, er sei tot. Dann taucht er in sehr verwirrtem Zustand in einem Pflegeheim in England auf, wo sein Bruder Ben ihm begegnet und Briefe findet, die seine Abwesenheit erklären. All diese Briefe sind an Bens Tochter adressiert.

Ich fand "Himmelfahrt" unglaublich spannend, aber konnte auch nicht alles nachvollziehen. Vieles erschien mir dann irgendwie doch unglaubwürdig. Die Existenz einer vierten Dimension finde ich wahnsinnig spannend, ebenso außerirdische Wesen, aber wie genau sich das alles erklären lässt, ist mir auch nach der Lektüre von "Himmelfahrt" nicht ganz klar geworden. Durch den interessanten Schreibstil aus Harolds Sicht weiß man auch nie, ob er gerade bei klarem Verstand ist, oder ob die Höhenmeter ihm so zusetzen, dass er nicht mehr richtig denken kann.

Durch den Aufbau des Romans in Briefen wirkte die ganze Geschichte noch glaubwürdiger. Auch die Anmerkungen des Herausgebers bewirken, dass man als Leser:in denkt, es sei etwas Wahres an der Geschichte.

Was mir gefehlt hat, ist, dass der Roman am Ende noch einmal in Bens Sicht eintaucht. Es muss doch viel in ihm bewirken, wenn er alle Briefe seines Bruders liest. Ist er genauso im Unklaren über all die unerklärlichen Beschreibungen wie die Leser:innen oder helfen ihm die Briefe, das Verschwinden seines Bruders zu verarbeiten?

Insgesamt kann ich die Leseerfahrung von "Himmelfahrt" aber jedem empfehlen, der einmal etwas ganz anderes lesen möchte.

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Veröffentlicht am 05.11.2023

leider etwas langatmig

Und plötzlich warst du fort
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"Und plötzlich warst du fort" von Alison Espach ist ein Roman, der mit einem ansprechenden Cover aufwartet – die roten Tulpen auf dem hellblauen Hintergrund ziehen definitiv die Aufmerksamkeit auf sich. ...

"Und plötzlich warst du fort" von Alison Espach ist ein Roman, der mit einem ansprechenden Cover aufwartet – die roten Tulpen auf dem hellblauen Hintergrund ziehen definitiv die Aufmerksamkeit auf sich. Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um die Beziehung zwischen den Geschwistern Sally und Kathy und die Verarbeitung des Todes einer der Schwestern, was ein interessantes Ausgangspunktsthema ist.

Zunächst wird die Kindheit der beiden Schwestern beschrieben. Die Handlung nimmt jedoch eine düstere Wendung, als Kathy bei einem Autounfall ums Leben kommt, bei dem ihr Freund Billy am Steuer saß. Die Entscheidung der Familie, keinen Kontakt mehr zu Billy zu haben, und Sallys Drang, sich mit ihm auszutauschen, verleiht der Geschichte eine gewisse Spannung. Sally kontaktiert Billy auch weiterhin noch und er hilft ihr, alles zu verarbeiten.

Leider konnte der Roman mich nicht durchgehend überzeugen. Die ersten Seiten lasen sich recht flüssig, und die grundlegende Prämisse war vielversprechend. Doch im Verlauf des Buches erlebte ich eine Enttäuschung, da die Handlung leider etwas langatmig wird. Es passiert nicht wirklich viel, und die Geschichte scheint vor sich hin zu plätschern. Dies führte dazu, dass meine anfängliche Begeisterung abflaute.

Trotzdem hat "Und plötzlich warst du fort" sicherlich seine Qualitäten und mag für Leser:innen interessant sein, die sich für Geschwisterbeziehungen und die Bewältigung von Verlust interessieren. Die Buchgestaltung und das Grundkonzept verdienen Anerkennung, aber die Umsetzung und die Erzählgeschwindigkeit könnten meiner Meinung nach verbessert werden. Aus diesem Grund gebe ich dem Roman drei Sterne.

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Veröffentlicht am 05.11.2023

gute Thematisierung von Essstörungen

GUY'S GIRL
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"Guy's Girl" von Emma Noyes ist ein beeindruckender Roman, der die Themen Essstörungen und zwischenmenschliche Beziehungen, sowohl auf freundschaftlicher Ebene als auch in romantischer Hinsicht, auf packende ...

"Guy's Girl" von Emma Noyes ist ein beeindruckender Roman, der die Themen Essstörungen und zwischenmenschliche Beziehungen, sowohl auf freundschaftlicher Ebene als auch in romantischer Hinsicht, auf packende Weise behandelt. Ich gebe diesem Roman vier Sterne, da er aufgrund seiner Tiefe und emotionalen Intensität wirklich fesselnd ist.

Die Geschichte von Ginny, einer jungen Frau, die in einer Männer-WG lebt und sich als "Guy's Girl" sieht, fand ich äußerst interessant. Ihr Umgang mit Männern und ihre Fähigkeit, sich in ihrer unkonventionellen Umgebung wohlzufühlen, machen sie zu einer faszinierenden Hauptfigur. Die Tatsache, dass sie mit einer Essstörung kämpft und ihre persönliche Entwicklung im Zentrum der Handlung steht, verleiht dem Buch eine aufrichtige Authentizität.

Die Autorin Emma Noyes bringt ihre eigenen Erfahrungen in die Geschichte ein, was dazu beiträgt, dass die Darstellung der Essstörung und die damit verbundenen Herausforderungen sehr realistisch und einfühlsam sind. Es ist ein Buch, das einen nachdenklich stimmt und zum Nachdenken über dieses ernsthafte Thema anregt. Bulimie und Anorexie werden hier thematisiert.

Besonders berührt hat mich die Episode in Ungarn, in der Ginny von Adrians Familie liebevoll aufgenommen und unterstützt wird. Diese Szenen zeigen die Bedeutung von Familie und zwischenmenschlichen Beziehungen in der Bewältigung persönlicher Probleme.

Adrian als Charakter war zu Beginn eher unnahbar, aber im Verlauf der Geschichte konnte man eine Entwicklung bei ihm erkennen, die ihm mehr Tiefe und Menschlichkeit verlieh.

Alles in allem ist "Guy's Girl" ein bemerkenswertes Buch, das wichtige Themen behandelt und von der persönlichen Erfahrung der Autorin profitiert. Ich empfehle es Lesern, die sich für Geschichten über persönliche Entwicklung, Essstörungen und zwischenmenschliche Beziehungen interessieren.

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