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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2025

tolle Protagonistin

A Dance of Lies
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Für mich gehört A Dance of Lies definitiv zu den schönsten Büchern des Jahres – schon Cover und Farbschnitt sind ein absoluter Blickfang und haben mich sofort begeistert. Zum Glück konnte auch der Inhalt ...

Für mich gehört A Dance of Lies definitiv zu den schönsten Büchern des Jahres – schon Cover und Farbschnitt sind ein absoluter Blickfang und haben mich sofort begeistert. Zum Glück konnte auch der Inhalt das hohe Versprechen halten.

Die Geschichte um Vasalie, die einst Tänzerin am Hof war und nach einer falschen Mordanklage zwei Jahre im Kerker überlebt, hat mich von Anfang an gefesselt. Sie ist keine klassische „starke“ Heldin, sondern eine vielschichtige, verletzliche, aber dennoch entschlossene Protagonistin, was ich unglaublich erfrischend fand. Ihr Weg, zwischen Verrat, Intrigen und Loyalität zu bestehen, ist intensiv und voller Spannung. Besonders die Idee, Tänze nicht nur als Kunst, sondern auch als Motiv für Macht, Ausdruck und Identität in die Handlung zu verweben, hat mir sehr gefallen.

Die Dynamik zwischen Vasalie, König Illian und seinem Bruder Anton ist voller Dramatik, politischer Ränkespiele und verbotener Gefühle. Gerade die aufkeimende Liebe zwischen Vasalie und Anton ist feinfühlig, aber auch gefährlich erzählt – genau die Art von Spannung, die man in einem Fantasyroman liebt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, atmosphärisch und so fesselnd, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Jede Szene ist bildhaft und voller Emotionen, was die Geschichte noch intensiver macht.

Für mich stimmt hier einfach alles: die wunderschöne Aufmachung, die ungewöhnliche Heldin, das packende Spiel aus Macht, Tanz und Liebe. Ein Fantasy-Highlight, das ich jedem nur empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 17.08.2025

beeindruckend, wenn auch etwas bedrückend

Adlergestell
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Adlergestell von Laura Laabs ist ein Roman, der lange nachhallt. Die Geschichte von Lenka, Chaline und der Erzählerin beginnt in der Eigenheimgasse am Rand von Berlin, direkt am Adlergestell, jener großen ...

Adlergestell von Laura Laabs ist ein Roman, der lange nachhallt. Die Geschichte von Lenka, Chaline und der Erzählerin beginnt in der Eigenheimgasse am Rand von Berlin, direkt am Adlergestell, jener großen Ausfallstraße, die alles andere als Geborgenheit vermittelt. Gemeinsam wachsen die drei in den wilden Nachwendejahren auf – zwischen süßen Versprechen, elterlicher Überforderung und den Schatten der Vergangenheit.

Laabs erzählt mit scharfem Blick für soziale Brüche, feinem Humor und einer klaren Sprache, die einen sofort hineinzieht. Der Unfall auf dem Adlergestell markiert den Bruch in ihrem Leben – und 35 Jahre später blicken wir auf drei völlig unterschiedliche Wege, die vom Glamour einer Beauty-Bloggerin bis zur spirituellen Neuorientierung reichen.

Mich hat das Buch tief bewegt, gerade weil es die ernüchternde Erkenntnis transportiert, wie wenig man manchmal sein eigenes Leben steuern kann. Der Humor lockert die bedrückenden Passagen auf, aber die Grundstimmung bleibt eher melancholisch – und genau das macht es stark, auch wenn es manchmal etwas schwer auf der Seele liegt.

Ein Roman, der zeigt, dass ein Gestell eben keinen Halt gibt – aber Freundschaft und Erinnerungen umso mehr.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

tolle Geschichte

Deep Cuts
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Als jemand, der Geschichten über Musik einfach liebt, hat mich Deep Cuts sofort angesprochen. Der Roman nimmt uns mit in eine Studentenbar in Berkeley Anfang der 2000er-Jahre, wo Percy ihrer unbändigen ...

Als jemand, der Geschichten über Musik einfach liebt, hat mich Deep Cuts sofort angesprochen. Der Roman nimmt uns mit in eine Studentenbar in Berkeley Anfang der 2000er-Jahre, wo Percy ihrer unbändigen Leidenschaft für Musik nachgeht. Sie zerlegt Songs mit einer Intensität und Begeisterung, die ansteckend wirkt. Genau das ist es auch, was Joe, der Musiker neben ihr am Tresen, sofort fasziniert. Aus dieser Begegnung entsteht nicht nur eine kreative Zusammenarbeit, sondern auch eine intensive Liebesgeschichte, die zwischen Euphorie und Schmerz pendelt.

Mir hat besonders gefallen, wie sehr die Musik in diesem Roman mitschwingt. Man spürt in jeder Szene, dass sie mehr ist als nur ein Hintergrund – sie ist Herzschlag, Sprache und Verbindung zwischen den Figuren. Auch die Playlist zum Buch war für mich ein echtes Highlight und hat das Leseerlebnis wunderbar abgerundet. Die Dynamik zwischen Joe und Percy ist glaubwürdig und mitreißend erzählt, ihre Chemie hat mich sofort in den Bann gezogen.

Ein kleiner Punkt, der mich davon abgehalten hat, volle fünf Sterne zu geben: Manche Passagen waren mir etwas zu ausschweifend, gerade wenn es um musikalische Analysen ging. Das hätte an wenigen Stellen straffer erzählt werden können. Trotzdem überwiegt für mich das Positive deutlich.

Insgesamt ein berührender Roman über Musik, Liebe und die Intensität junger Leidenschaft. Für alle, die Musik nicht nur hören, sondern fühlen, eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 04.08.2025

literarisch interessant

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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„Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ – schon der Titel verspricht Außergewöhnliches, und genau das liefert der Roman auch. Sprachlich brillant und voller eigenwilliger ...

„Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ – schon der Titel verspricht Außergewöhnliches, und genau das liefert der Roman auch. Sprachlich brillant und voller eigenwilliger Bilder entfaltet sich hier eine Familiengeschichte, wie man sie selten liest: skurril, berührend und durchzogen von leiser Magie.

Was mit einem heimlich geschlachteten Schaf beginnt, weitet sich zu einem vielschichtigen Blick in das Innenleben einer Familie aus. Da wird Blut zu Wurst gerührt, jahrzehntelang geschlafen, heimlich Ziegel vom Dach gestohlen – und mittendrin steht Alma, die Urenkelin, die versucht, die Bruchstücke ihrer Herkunft zu einem Ganzen zusammenzufügen. Der Roman erzählt von kargem Leben an der Nordsee, vom Neuanfang nach dem Krieg, und davon, was zwischen den Generationen weiterlebt, auch wenn niemand darüber spricht.

Besonders beeindruckt hat mich der Ton: lakonisch, fast trocken, aber gleichzeitig voller Poesie und geheimnisvoller Schwebung. Die Grenze zwischen Realität und Imagination verschwimmt immer wieder – was wörtlich zu nehmen ist und was symbolisch, bleibt oft bewusst offen. Das macht den Reiz aus, verlangt aber auch Aufmerksamkeit beim Lesen.

Ein Stern Abzug, weil sich manche Passagen im Mittelteil etwas verlieren – die Fülle an skurrilen Figuren und Episoden kann zeitweise überwältigen. Doch insgesamt ist dies ein literarisches Kleinod, das lange nachhallt. Wer Familiengeschichten abseits der Norm sucht und sprachlich anspruchsvolle Literatur schätzt, wird hier fündig.

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Veröffentlicht am 26.07.2025

ausbaufähig

Glory of Broken Dreams (Devil's Dance 1)
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Ruby Brauns neuer Roman "Glory of Broken Dreams" ist eine Mischung aus Traum- bzw. Fantasywelt und Romance. Beide Aspekte hier konnten mich aber nicht ganz überzeugen.

Vorweg: Die Gestaltung des Buches ...

Ruby Brauns neuer Roman "Glory of Broken Dreams" ist eine Mischung aus Traum- bzw. Fantasywelt und Romance. Beide Aspekte hier konnten mich aber nicht ganz überzeugen.

Vorweg: Die Gestaltung des Buches finde ich vom Cover her wirklich sehr gelungen und wirklich hübsch, die Seiten meines Exemplars waren jedoch furchtbar geschnitten. Durch den Zickzack-Effekt, den die Seiten haben sollen am Buchschnitt, waren leider viele Seiten beschädigt, da die Seiten nicht richtig geschnitten wurden. Das sieht leider dann nicht mehr schön aus und man hat die ganze Zeit das Gefühl, ein beschädigtes Buch in der Hand zu haben.

In "Glory of Broken Dreams" geht um Charlotte, die schon immer davon träumt, als Tänzerin groß rauszukommen. Deshalb bewirbt sie sich beim Luxushotel Lichtenstein als Varietétänzerin und wird auch genommen. Das Hotel ist aber kein normales Hotel, sondern steckt voller Magie und auch Gefahren. Im Hotel lernt Charlotte dann den Showboxer Willem kennen, der sie zu einem der Bälle begleitet. Willem möchte im Hotel Lichtenstein seinen Bruder finden...

Ich fand die Idee dieses Settings total toll, fand auch die Atmosphäre auf den Bällen und im Hotel sehr gut beschrieben. Was mir jedoch gefehlt hat, war, dass ich weder den Fantasyaspekt des Romans noch den Romance-Aspekt so wirklich fühlen konnte. Für die Fantasy war mir einfach zu wenig Magie da. Es fühlte sich zu 95% des Buches für mich wie ein Hotel für sehr reiche Menschen an, in dem merkwürdige Dinge vor sich gehen. Erst zum Ende des Romans versteht man den Magieteil. Auch die Liebesgeschichte zwischen Charlotte und Willem konnte ich nicht so wirklich fühlen. Mir hat irgendwie die Chemie zwischen den beiden gefehlt. Schön, die beiden gehen zusammen auf nen tollen Ball und auch spicy Szenen gibt es, aber ich konnte den Funken zwischen den beiden einfach nicht fühlen.

Hat mich der Roman trotzdem gut unterhalten? Ja! Ich bin noch unentschlossen, ob ich auch Band 2 lesen werde, aber "Glory of Broken Dreams" verdient trotzdem 3 Sterne. Ich fand leider die vorherige Dilogie der Autorin deutlich besser.

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