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Veröffentlicht am 08.05.2026

Perfekte Summer vibes

Summer Tides
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In „Summer Tides“ geht es um Scarlett, die neu anfangen will und dafür in Cornwell ein Strandkiosk eröffnen möchte. Dabei läuft einiges schief und noch dazu trifft sie Jonah, der ihr Leben ganz schön ins ...

In „Summer Tides“ geht es um Scarlett, die neu anfangen will und dafür in Cornwell ein Strandkiosk eröffnen möchte. Dabei läuft einiges schief und noch dazu trifft sie Jonah, der ihr Leben ganz schön ins Wanken bringt, obwohl er quasi auf dem Absprung ist, denn auch er sehnt sich nach einem Neuanfang auf See. Dennoch nähern sich die beiden an und irgendwie knistert es ganz schön zwischen ihnen… Aber ändert sich dadurch etwas?

Ich habe die Geschichte unglaublich gerne gelesen, genau die richtige Story für sonnige Frühlingstage. Die Annäherung zwischen Jonah und Scarlett entwickelt sich langsam, zart und dennoch mit der richtigen Intensität. Ich mochte die Protagonisten sehr, beide unglaublich liebevoll, authentisch und auch die Nebencharaktere musste ich einfach ins Herz schließen. Nur Eric, Scarletts unfassbar anstrengender Freund, schließe ich davon aus. Ich frage mich immer wieder warum Frauen sich derart von Männern behandeln lassen…

Für mich war es wirklich eine schöne Liebesgeschichte mit den richtigen Summer Vibes, Strand, Meer, Liebe und wahre Freundschaft. Alle die slow burn romances mögen, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen. Der Roman ist warmherzig und beschreibt die Wagnis eines Neuanfangs, der sich lohnt!

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Thriller in klirrender Kälte

Polarblut - Tödliches Leuchten
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In der eisigen Dunkelheit von Tromsø erschüttert ein brutaler Mord die verschneite Idylle. Der erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg wird vor seinem Haus tot aufgefunden, mit einem Kopfschuss ...

In der eisigen Dunkelheit von Tromsø erschüttert ein brutaler Mord die verschneite Idylle. Der erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg wird vor seinem Haus tot aufgefunden, mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe hingerichtet. Noch bevor Anta Thorsen und Hans Vigeland von der Polizei Tromsø Antworten finden können, geschieht ein zweiter Mord. Tief im Schnee, in einer abgelegenen Hütte, wird ein Mann in einen Hinterhalt gelockt und erstochen – ausgerechnet in einer Nacht, in der die Nordlichter besonders hell über den Himmel tanzen. Zwei Tote. Zwei Tatorte. Und es gibt nur stumme Zeugen: die Polarlichter.

Norwegen, große Weite, klirrende Kälte und das Farbenspiel der Polarlichter. Genau diese Atmosphäre vermittelt Tuva Brø in ihrem neuen Kriminalroman „Polarblut“. Der Schreibstil ist angenehm, die Handlung eher ruhig. Anta und Hans sind zwei ungewöhnliche Ermittler, mit Ecken und Kanten und eigenen Problemen, wobei mir die beiden allerdings sehr distanziert wirkten.

Der Fall an sich war interessant, eine Kriminalermittlung mit bekanntem Verlauf. Zwei Tote, die eigentlich keinen Bezug zueinander haben und nach und nach kommen immer mehr Einzelheiten ans Licht.
Am besten gefallen haben mir tatsächlich der Einblick in die Kultur der Sami, die Naturbeschreibungen und auch die Ausführungen der Leben der Frauen, die jede leider einiges mitmachen musste, gedemütigt, missbraucht.

Insgesamt ein ruhiger Kriminalroman, der sich gut lesen ließ. Die Autorin spielt mit altbekanntem, deckt durch die Ermittlungen stückchenweise alles auf und schließt die Story nachvollziehbar ab. Kann man auf jeden Fall lesen!

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Coming of Age vom Feinsten

Salto
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„Salto“ bespricht genau die Zeit im Leben in der man denkt schon alles zu wissen, aber eigentlich noch nichts weiss. Eine Zeit des Erwachsenwerdens, der erste eigene Haushalt, Beginn eines Studiums und ...

„Salto“ bespricht genau die Zeit im Leben in der man denkt schon alles zu wissen, aber eigentlich noch nichts weiss. Eine Zeit des Erwachsenwerdens, der erste eigene Haushalt, Beginn eines Studiums und Abnabelung von den Eltern. Ich kann mich an diese Zeit gut erinnern und auch an die „Hochs“ und „Tiefs“, Rückschläge, Neuheiten, die Unabhängigkeit und viele Erkenntnisse, die einen auf den Boden der Realität zurückbringen.

Salto beschreibt das Leben von Marko, der ein hervorragendes Abitur macht und dennoch keinen Studienplatz für Medizin bekommt. Er geht nach Budapest um dort zu studieren, weit entfernt von seinen Freunden und seinem Vater.

Kurt Prödel hat mit „Salto“ nach seinem großen Erfolg „Klapper“ wieder einen ganz besonderen Roman geschrieben. Was zunächst auch als Coming-of-Age-Geschichte zu einem „späteren“ Zeitpunkt wirkt, entwickelt sich dann zu einer ganz besonderen Handlung. Probleme, tiefe Verbundenheit und Freundschaft stehen im Mittelpunkt, was Prödel mit seinem angenehmen und leisen Erzählstil beschreibt.

Mir hat „Salto“ unglaublich gut gefallen. Ein Buch über das Erwachsenwerden, das doch einige Hürden mit sich bringt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 4,5/5⭐️

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Spannendes Debüt

Letzte Stunde Tod
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Es geht um Max, einen jungen Lehrer, der nach einer intimen Nacht, sein Date blutüberströmt vorfindet. Der Killer ist noch in der Wohnung und schreibt Max bedrohliche Nachrichten. Die Polizei verdächtigt ...

Es geht um Max, einen jungen Lehrer, der nach einer intimen Nacht, sein Date blutüberströmt vorfindet. Der Killer ist noch in der Wohnung und schreibt Max bedrohliche Nachrichten. Die Polizei verdächtigt allerdings ihn und dann kommt es noch zu mehreren Geschehnissen, die scheinbar alle auf Max abzielen. Aber wer will ihn vernichten?

Der Einstieg ins Buch gefiel mir unglaublich gut und der leichte Schreibstil fesselte mich sofort. Jacobs legte auch direkt mit einem sehr starken Prolog los und die ersten Seiten flogen nur so dahin, spannend, kaum Luft zum Atmen. Die erste Leiche lässt auch nicht lange auf sich warten, wobei Max sofort in Verdacht gerät. Er muss also den wahren Täter finden, wobei nicht klar ist, wem er überhaupt trauen kann, denn die anderen Charaktere scheinen alle etwas zu verbergen zu haben.

Max war für mich ein authentischer Charakter, mit dem ich allerdings nicht vollkommen warm geworden bin, da er nicht immer realistisch handelte. Manche Reaktionen und Handlungen wirkten daher für mein Empfinden leider etwas emotionslos. Die anderen Charaktere hingegen waren interessant, obwohl unnahbar, was für die Story allerdings genau richtig war.

Besonders gefallen haben mir die psychologischen Twists und Wendungen, die Jacobs einbaute und insbesondere mit diesem Ende hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Ich musste es wirklich erstmal sacken lassen, denn eigentlich hatte ich mir einen völlig anderen Ausgang gewünscht. Allerdings werde ich dieses bestimmt lange in Erinnerung behalten und das macht Geschichten besonders.

Insgesamt für mich ein Thrillerdebüt mit einer starken Grundidee aus beliebtem Lehrer der in den Fokus gerät. Ich freue ich mich schon sehr auf das nächste Buch des Autors.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Bewegendes Familiendrama

Der Morgen nach dem Regen
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Als ich den Klappentext von „Der Morgen nach dem Regen“ gelesen habe, hätte ich niemals gedacht, dass mich dieser Roman mit voller Wucht trifft.

Es geht um Johanna und ihre Tochter Elsa die sich schon ...

Als ich den Klappentext von „Der Morgen nach dem Regen“ gelesen habe, hätte ich niemals gedacht, dass mich dieser Roman mit voller Wucht trifft.

Es geht um Johanna und ihre Tochter Elsa die sich schon lange nicht mehr nahe stehen. Elsa hat nie überwunden, dass ihre Mutter früher beruflich viel unterwegs war und wenig Zeit für die Familie hatte. Viele Jahre später erbt Johanna das Haus ihrer Tante Toni am Rhein, wo sie und Elsa herrliche Sommer miteinander verbracht haben. Als Elsa sie dort besucht, stellen sie sich endlich der Vergangenheit und Johanna offenbart ihrer Tochter ein schwerwiegendes Geheimnis.

Der Roman beschreibt tiefgründig und emotional die Zerrissenheit von Frauen zwischen Familie und Beruf. Ich konnte die Verbitterung von Elsa spüren, denn sie tritt Johanna nach wie vor als trauriges Kind entgegen, mit tiefen Verletzungen, da ihre Mutter aufgrund ihres Berufes viel unterwegs war. Johanna arbeitete bei der UNO und leistete humanitäre Hilfe, ein wichtiger, aber auch gefährlicher Beruf, und dennoch ist Elsa das Kind, dass die Mutter immer schmerzlich vermisste, egal ob bei Ballettaufführungen oder bei Krankheit.
Dennoch konnte ich Johanna gut verstehen, denn auch als Frau muss es möglich sein, Träume zu leben, beruflich Karriere zu machen. Die Gesellschaft gibt dies allerdings immer noch nicht her.

Melanie Levensohn hat in ihrem Roman zwei einzigartige Charaktere geschaffen, die vom Leben gezeichnet sind. Elsa durch ihre anstrengende Arbeit beim internationalen Strafgerichtshof, private Tiefschläge und der fehlenden Verbindung zur Mutter und Johanna durch den Verlust der wahren Liebe, Angst vor einem Neuanfang und dem Verzehren der Zuneigung zur Tochter. Ich war von Beginn an gefangen in der Geschichte, im Leben beider, Einblicke in Johannas Arbeit, der seichten Annäherung von Mutter und Tochter, dem Duft der Natur und gemeinsamen Erinnerungen.

Melanie Levensohn hat einen emotionalen und wunderbaren Roman geschrieben, den ich absolut empfehlen kann. Eine sehr schöne, aber auch traurige Geschichte, die Mut macht, ungesagtes auszusprechen.

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