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Veröffentlicht am 11.11.2020

toller Krimi

Ihr Königreich
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Zwei Brüder versuchen "Ihr Königreich" zu verteidigen. Dabei sind sie bereit, jeden zu vernichten, der sie bedroht und ihnen ist jedes Mittel recht. Wirklich jedes. Jo Nesbo gönnt Harry Hole eine Pause ...

Zwei Brüder versuchen "Ihr Königreich" zu verteidigen. Dabei sind sie bereit, jeden zu vernichten, der sie bedroht und ihnen ist jedes Mittel recht. Wirklich jedes. Jo Nesbo gönnt Harry Hole eine Pause und hat sich zwei neue Helden auserkoren. Na ja, eigentlich sind es keine Helden. Denn Helden sollten doch die Guten sein und so richtig trifft das auf die beiden nicht zu. Aber trotz allem ist man bald auf ihrer Seite und hofft, dass sie auch durchkommen mit ihren Lügen und ihren Taten, die Gesetzte überschreiten und Menschen Schaden zufügen, um selber zu überleben. Und nicht jeder überlebt es, wenn die Brüder sich mit ihm beschäftigen.

Ein Thriller mit einer gehörigen Portion Tiefgang und der großen Frage schlechthin, ob eine schlimme Kindheit rechtfertigt, dass Menschen sind wie sie sind und tun was sie tun. Und wenn jemand das Recht in die eigenen Hände nimmt, muss er dafür bestraft werden oder sollte er einfach so davon kommen?

Jo Nesbo wird von Jahr zu Jahr besser, finde ich.

Veröffentlicht am 11.11.2020

gute SF

INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
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Ich bin mal so richtig ehrlich. Ich war noch nie ein Eragon-Fan. Weder von den Büchern noch von der fürchterlichen Verfilmung. Ich fand, dass der Autor keinen Schreibstil hatte, der den Erfolg seiner ersten ...

Ich bin mal so richtig ehrlich. Ich war noch nie ein Eragon-Fan. Weder von den Büchern noch von der fürchterlichen Verfilmung. Ich fand, dass der Autor keinen Schreibstil hatte, der den Erfolg seiner ersten Romane gerechtfertigt hätte. Aber so etwas ist ja immer Geschmackssache und ja, es waren ja vor allem Jugendbücher. Dennoch wollte ich wissen, wie er sich entwickelt hat und da ich als SF-Fan immer auf der Suche nach neuen Autoren bin, konnte ich bei Infinitum nicht wiederstehen.

Was für ein gewaltig dickes Buch. Hatte der Autor wirklich so viel zu sagen oder war das eine aufgeblähte Geschichte. Ein bisschen von beiden, würde ich sagen. Aber gleich vorne weg. Mir hat der Roman gut gefallen. Er ist solide und teilweise sogar richtig inovative Science Fiction. Ja, nicht alles ist ganz neu und man muss sich in Geduld fassen, denn die erste Hälfte ist doch eher verwirrend und man wird irgend wann ungeduldig, weil man wissen will, wohin der Autor uns eigentlich führen will. Aber in der zweiten Hälfte dieser fast 1000 Seiten kommt er dann doch zur Sache und zeigt uns, dass er inzwischen erwachsen geworden ist, denn seine Ideen sind klug und unterhaltsam, überraschend und vielfältig und auch wenn ich doch noch einige Fragen hätte... ich wurde nicht enttäuscht.

Andernorts habe ich gelesen, es soll noch mehr von dieser Welt entstehen. Wäre mir sehr recht. Ein guter Anfang ist gemacht. Paolini hat einen neuen Leser gewonnen.

Veröffentlicht am 15.09.2020

tragisch und witzig

Queenie
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Queenie versucht stark zu sein und keinen zu nah an sich ran zu lassen, Queenie versucht taff zu sein und gut in ihrem Job, Queenie versucht ihren Ex zu vergessen und datet deshalb unzählige Männer, Queenie ...

Queenie versucht stark zu sein und keinen zu nah an sich ran zu lassen, Queenie versucht taff zu sein und gut in ihrem Job, Queenie versucht ihren Ex zu vergessen und datet deshalb unzählige Männer, Queenie veruscht ihre Probleme zu verdrängen.

Ich ärgere mich oft über Klappentexte und vor allem über die Vergleiche mit ehemaligen Bestsellern. Deshalb gebe ich auf beides nicht viel. Dennoch nimmt man diese Beschreibungen bei der Auswahl eines Buches als Anhaltspunkt. Queenie von Candice Carty-Williams überraschte mich. Mehr positiv als negativ, denn ich war kein Fan des Buches, welches hier als Vergleich bemüht wird. Ich finde, Queenie ist eigenständig und ganz anders.

Wer nach einer Geschichte sucht, mitten aus dem Leben einer jungen dunkelhäutigen Londonerin mit karibischen Wurzeln und einem lauten und erdigen Charme, der ist hier genau richtig. Man muss sich einlassen auf die Hauptdarstellerin, ihre Welt, ihre Freundinnen, ihre Vergangenheit. Das Buch ist voller starker Dialoge, die ich mir gut in einem Film vorstellen könnte. Außerdem macht Queenie eine Entwicklung durch und der Leser ist hautnah dabei. Ein großer Pluspunkt in dieser Story. Aber vorsichtig, es ist nicht so leicht und oberflächlich, wie es scheint und es gibt trotz all der Situations- und Dialogkomik mehr tragische und traurige Momente.

Lesenswert und funktioniert hervorragend als Vorlage für einen Kinofilm.

Veröffentlicht am 15.09.2020

wahrhaftig und wichtig

Kein Ort ist fern genug
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1928, als das noch relativ leicht war, verlässt Vincente Rosenberg Warschau und macht sich auf nach Buenos Aires, wo er fern von Familie und Heimat sein neues Leben aufbaut. Er heiratet Rosita, bekommt ...

1928, als das noch relativ leicht war, verlässt Vincente Rosenberg Warschau und macht sich auf nach Buenos Aires, wo er fern von Familie und Heimat sein neues Leben aufbaut. Er heiratet Rosita, bekommt drei Kinder, wird erfolgreicher Geschäftsmann. Alles scheint gut und richtig zu sein. Wie viele junge Männer wirft er nur noch flüchtige Blicke zurück, schreibt der Mutter nur sporadisch, ist mit sich selbst beschäftigt. Bis die Briefe aus Europa plötzlich düster und dringlich werden und ihn wachrütteln. Er begreift endlich, dass sich in Polen eine mächtige Gefahr manifestiert hat und seine Mutter und der Rest seiner europäischen Familie im Warschauer Ghetto mittendrin ist.

Vincente ist ein sehr einfühlsamer und liebevoller Mann und als solcher trifft ihn die Erkenntnis, dass er das Unheil nicht hat kommen sehen und dass er seiner Mutter und seinem Bruder nicht helfen kann, mit großer Macht. Die Hilflosigkeit, seine übermächtig werdenden Schuldgefühle und die Sorge um die Angehörigen ziehen ihn in einen tiefen schwarzen Strudel der Depression und er zieht sich in sich selbst zurück und wird sprachlos.

Der Autor, Santiago Amigorena, spricht über das Schicksal seines Großvaters und seiner jüdischen Familie. In eindringlichen leisen Worten und mit unglaublicher Wahrhaftigkeit erzählt der Roman von denen, die ihre Familien an den Holocaust verloren haben und sich fürs Überleben schuldig fühlten. Allein schon das seelische Dilemma berührt den Leser und Vincentes Verzweiflung ist greifbar und nachvollziehbar.

Trotz des traurigen Themas ein wundervolles wichtiges Buch.

Veröffentlicht am 22.08.2020

Ein Wohlfühlbuch

Ein Gefühl von Hoffnung
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Es ist eine Weile vergangen seit den Geschehnissen im ersten Band. Aber problemlos bin ich erneut eingetaucht in den Ruhrpott und habe mich wieder sehr wohlgefühlt im Kreise der kleinen Familie um Inge ...

Es ist eine Weile vergangen seit den Geschehnissen im ersten Band. Aber problemlos bin ich erneut eingetaucht in den Ruhrpott und habe mich wieder sehr wohlgefühlt im Kreise der kleinen Familie um Inge und Johannes. Die großen und kleinen Nöte dieser Familie in der Mitte des letzten Jahrhunderts sind so normal und realistisch, so profan wie dramatisch. Eben so wie das Leben jedes einzelnen von uns ist. Genau das ist es, was mir so gut gefallen hat. Dass man sich unter Freunden fühlt und unter Mitmenschen, die man gerne näher kennen lernt, und mit denen man erlebt, wie es damals so war in Deutschland, welches sich im Aufschwung befindet und gleichzeitig noch immer mit den Jahren des Krieges und den erlittenen Schmerzen zu kämpfen hat.

Ich mag die positive Grundstimmung, die sich durch das Buch zieht. Selbst wenn liebe Menschen an Krankheit sterben müssen oder Vorurteile und Überbleibsel der Nazis ihr Gift verspritzen, so ist es doch die Liebe und der Lebensmut, der immer wieder die Oberhand gewinnt und zu keiner Zeit muss man sich sorgen, dass die Familie die Widrigkeiten nicht überstehen würde. Manchmal tut es einfach gut, solche Bücher zu lesen. Ein Wohlfühlbuch einfach.

Zusammen mit dem ersten Teil hat Eva Völler eine Geschichte erzählt, die ich gerne gelesen habe und jedem nur wämstens ans Herz legen kann.

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