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Veröffentlicht am 18.01.2023

Farbigkeit des Lebens

Das glückliche Geheimnis
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Geheimnisse haben für Außenstehende immer was Spannendes. Aber in der Regel sind persönliche Geheimnisse eher belastend. Niemand soll davon erfahren. Um so ein Geheimnis handelt es sich hier. Und doch ...



Geheimnisse haben für Außenstehende immer was Spannendes. Aber in der Regel sind persönliche Geheimnisse eher belastend. Niemand soll davon erfahren. Um so ein Geheimnis handelt es sich hier. Und doch ist es ein glückliches Geheimnis.

Arno Geiger legt hier einen sehr persönlichen autobiografischen Roman vor, in dem er bewusst die Ich-Form gewählt hat. Er erzählt aus seiner Anfangszeit als Schriftsteller. Selbst nach der ersten Veröffentlichung war ihm nicht der große Erfolg vergönnt. Geigers Buch erzählt von den Höhen und Tiefen einer Autorenkarriere. Ein Schriftstellerleben kann hart sein. Irgendwie muss man überleben, von irgendwas seinen Lebensunterhalt bestreiten. Der Autor erzählt von seinem Doppelleben. Frühmorgens fährt er mit seinem Fahrrad los, klappert Papiercontainer um Papiercontainer ab, taucht in sie ein, fischt nach Verwertbarem, nach Büchern, Tagebüchern, Briefen, Postkarten und lithographierten Postkarten, holt sich dabei blaue Flecken und Abschürfungen. Doch davon darf niemand wissen, denn natürlich ist im Abfall zu graben ein Tabu.

Arno Geigers Geheimnis sichert ihm nicht nur das finanzielle Überleben, denn er kann so manches Schätzchen ausgegraben und zu Geld machen, auch einen literarischen Nutzen kann er vor allem aus Zetteln und Briefen herausziehen. Der Papierabfall wird für den Autor zu einer unschätzbaren Quelle. Er erfährt viel über die Menschen, die in den Häusern leben, die in der Nähe der Container leben: ‚Hier ist eine Ehe gescheitert. Hier hatte jemand ein zusätzliches Bett im Keller, in das er auswandern musste, wenn es Streit gab.‘ Auf einem von ihm geretteten Foto war auf der Rückseite folgende Bemerkung zu lesen: ‚Wenn es dir nicht gefällt, wirf es weg, es ist nur ein Fetzen Papier.‘

Ich war mit Begeisterung mit dem Autor unterwegs auf seinen Streifzügen durch die Stadt. Ich liebe seine Art zu schreiben, seine Poesie, seine Sprachgewalt. Er kann sich einfühlen, er interessiert sich für Menschen, er geht auf Tuchfühlung und fängt Stimmungen ein und doch ist sein Stil klar und unsentimental. Ich mag sein Faible für den Alltag, die kleinen Dinge. Geiger sieht dessen unterschätzte Farbigkeit. Er versteht sich als ein Künstler des ungekünsteltem. Arno Geiger hat eine ausgeprägte Begabung zur Empathie. Der Literaturkritiker Denis Schenk nannte ihn ein Empathiemonster. Seine Sätze bergen Weisheit: ‚Das Nichts ist erstrebenswerter als Berge von unnützem Kram‘ oder ‚Ein zum Platzen angefülltes Leben kann niemals ein erfülltes Leben sein.‘ ‚Es gibt für alles immer nur eine Gelegenheit. Was ich versäume, ist unwiederbringlich versäumt. Wie immer im Leben, muss man sich das Gute heraussuchen.‘

Über einem Schriftstellerkollegen schreibt er: ‚Ihm ist lebend das Leben ausgegangen. Es gab in seinen späteren Texten Höhen und Tiefen, aber es gab kein Leben.‘ In Arno Geigers Texten spürt man das Leben.

Zum Schluss schreibt Arno Geiger: ‚Es wäre zu wünschen, dass alle, die das Buch lesen, darin etwas für sie Wichtiges finden.‘ Ich habe sehr viele Perlen für mich entdeckt.

Fazit: Ein großartiges Buch, ich liebe es. Es hat mich angesprochen und zum Nachdenken gebracht.

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Veröffentlicht am 08.01.2023

Nicht mein Ding

Erfolgreich und glücklich mit Human Design
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Lisa Mestars gibt in ihrem Buch ‚Erfolgreich und glücklich mit Human Design‘ eine Einführung in eine für mich neue spirituelle Methode sich selbst zu erkennen. Es heißt, Human Design verbindet moderne ...


Lisa Mestars gibt in ihrem Buch ‚Erfolgreich und glücklich mit Human Design‘ eine Einführung in eine für mich neue spirituelle Methode sich selbst zu erkennen. Es heißt, Human Design verbindet moderne wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Quantenphysik mit vier großen Weisheitssystemen der Menschheit: der westlichen Astrologie, dem chinesischen I Ging, der jüdischen Kabbala und der fernöstlichen Chakrenlehre.

Human Design ist ein sehr komplexes System. Es gibt 9 Zentren, 36 Kanäle, 13 Planeten und 64 Tore. Für Neueinsteiger absolut verwirrend. Mit einem sogenannten Human Design Bodygraph kann man herausfinden, welchem der 5 Typen man entspricht. Die Typen nennen sich: Reflektor, Manifestor, Generator, Manifestierender Generator und Projektor. Jeder dieser Typen ist nochmals unterteilt, so dass sich insgesamt 12 Profile ergeben. Um zu erfahren welchem Typ man entspricht, kann man sich im Internet einen einfache Bodychart kostenlos herunterladen, für aussagekräftige Charts muss man dafür natürlich bezahlen und hier sind die Preisgestaltungen unterschiedlich hoch.

Human Design mag für manche Menschen ja hilfreich sein, genauso wie sich viele von Astrologie Hilfestellung versprechen. Ich stehe solchen Lehren eher skeptisch gegenüber. Ich muss ehrlicherweise gestehen, ich kann nicht viel damit anfangen. Ich weiß auch nicht, in wie weit mich das Human Design in meinem Potential weiterbringen kann?

Ich habe ein bisschen gegoogelt. Wenn ich lese: ‚Ra Uru Hu (Robert Alan Krakower) ist der Begründer des Human Designs. Er channelte 1987 dieses System und bekam den «Auftrag» es zu verbreiten‘ dann läuten bei mir sämtliche Alarmglocken. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Zum Glück kann jeder glauben, was er mag.

Der Schreibstil ist verständlich, wenn auch die Thematik kaum zu durchschauen ist. Für Menschen die sich ernsthaft damit beschäftigen, mag es als eine gute Informationsquelle dienen. Zum Schluss des Buches heißt es: Dieses Buch dient der Information und ist als Anregung zu verstehen…. Es gibt keine Garantie dafür, dass der Ansatz bei jedem funktioniert. .

Fazit. Nicht mein Ding, darum kann ich es auch nicht weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 08.01.2023

Gelebtes Abenteuer

Gestrandet im Paradies
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Claudio Siebers sechsjährige Beziehung ging zu Ende. Jetzt hieß es für ihn: Keine Kompromisse mehr, ab jetzt gehört mir die Welt. Der Schweizer macht sich auf, Asien zu entdecken. Ein Abenteuer, in dem ...



Claudio Siebers sechsjährige Beziehung ging zu Ende. Jetzt hieß es für ihn: Keine Kompromisse mehr, ab jetzt gehört mir die Welt. Der Schweizer macht sich auf, Asien zu entdecken. Ein Abenteuer, in dem er als Nomade den asiatischen Kontinent durchzog mit Boot, Motorrad, Pony und Autostopp und schließlich seine Heimat auf einer Trauminsel fand.

Das Buch ist bebildert mit traumhaften Aufnahmen, die Lust auf eigene Abenteuer wecken. Ein bisschen neidisch bin ich schon. Zu gerne wäre ich mit dem Schweizer über eine der über 8.000 Hängebrücken in Nepal spaziert. Im weltweit höchsten Bergsee, dem auf 4.919 Meter Höhe gelegenen Tilichosee, nach einer beschwerlichen fünfstündigen Trekkingtour, ein Bad im eiskalten Wasser zu nehmen, kostet da schon Überwindung. Also nichts für Weicheier. Insgesamt ist es die ganze Reise nicht. Man muss schon auch die körperlichen Voraussetzungen dazu mitbringen, diese zum Teil strapaziösen Etappen durchzustehen. Dafür wurde er belohnt mit einzigartigen Naturerlebnissen und Begegnungen mit herzlichen Menschen.

Claudio Siebers gesamtes Hab und Gut trägt er in einem 80-Liter-Rucksack mit sich herum. Der Rest ist zu Hause im Keller eingelagert. Der Schweizer war ein erfolgreicher und hochbezahlter Key Account Manager und stand wie die meisten von uns, in einer nie endenden Tretmühle. Ein Umdenken löste Timothy Ferris Buch ‚Die 4-Stunden-Woche‘ bei ihm aus. Daraufhin entwarf er einen Siebenjahres-Sparplan und veranlasste nebenher alles Nötige für seinen Aufbruch. Okay, viele von uns lockt die Ferne, aber nicht jeder hat den Mut zu diesem konsequenten Schritt.

Nepal, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia & Brunei, Indonesien, Osttimor und die Philippinen waren die Stationen, die er in den sechs Jahren bereiste. Besonders das Kapitel über Brunei erweckte mein Interesse, da dies ein Land ist, über das man sehr wenig weiß und auch Claudio Sieber verweilte nur achtzehn Stunden hier als Durchreisender.

Claudio Sieber erzählt sehr spannend über seine Reise. Als Leser erfahre ich viel über Land und Leute, über Dinge, die ich in normalen Reiseführern mit so nicht lese.

Fazit: Ein bildstarker und spannend erzählter Reisebericht, der Lust auf Abenteuer macht.

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Veröffentlicht am 06.01.2023

Der Stoff aus dem die Träume sind

Highland Happiness - Die Weberei von Kirkby
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Der Stoff aus dem die Träume sind

Für mich war es das erste Buch von Charlotte McGregor zu ihrer Kirkby-Saga. Kirkby ist ein kleines reizendes Dörfchen in Schottland mit Einwohnern, die das Zeug haben, ...

Der Stoff aus dem die Träume sind

Für mich war es das erste Buch von Charlotte McGregor zu ihrer Kirkby-Saga. Kirkby ist ein kleines reizendes Dörfchen in Schottland mit Einwohnern, die das Zeug haben, einem ans Herz zu wachsen.

Es heißt: Nach Highland Hope geht es mit Highland Happiness weiter – es gibt auch eine chronologische Reihenfolge, doch die Geschichten funktionieren alle unabhängig voneinander, so dass es keine nennenswerte Rolle spielt, mit welchem Roman man ins Kirkby-Universum einsteigt. Für Lese-Monks gibt es hier trotzdem die korrekte Reihenfolge:
• »Ein Sommer in Kirkby«
• »Highland Hope – Ein Bed & Breakfast für Kirkby«
• »Highland Hope – Ein Pub für Kirkby«
• »Highland Hope – Eine Destillerie für Kirkby«
• »Highland Hope – Eine Bäckerei für Kirkby«
• »Die Glückskuh von Kirkby« – exklusiver Kurzroman auf der Website der Autorin
• »Highland Happiness – Die Weberei von Kirkby«
• »Highland Happiness – Die Töpferei von Kirkby«
• »Highland Happiness – Das Herrenhaus von Kirkby«
Wie bereits erwähnt, war ich, genau wie unsere Protagonistin Harriet Harper, ein Fremdling in dem kleinen schottischen Sehnsuchtsort Kirkby. Mit Hilfe des Personenregisters habe ich mich jedoch gut zurechtgefunden. Und genau wie Harriett wurde ich gut aufgenommen.

Harriett hat die Nase voll von ihrem Job und auch von ihrem Ex-Freund. Die Textildesignerin kann mit der schnelllebigen Modebranche nichts anfangen. Bei ihrer Tante Heather findet sie auf dem Herrensitz Monroe Manor einen Unterschlumpf. Beim Besichtigen der leerstehenden Räume reift in ihr auch sofort eine fantastische Idee. Sie will sich mit einer kleinen Weberei, die nachhaltige Tartan-Stoffe herstellt, selbständig machen. Ihre Tante unterstützt diese Idee und auch vom Bürgermeister Collum McDonald stößt sie auf Begeisterung. Dieser träumt sogar heimlich davon Harriet zu seiner First Lady zu machen, denn er hat sich Hals über Kopf in sie verliebt.

Natürlich gibt es noch jede Menge Verwicklungen und Herausforderungen. Aber wir sind hier in Kirkby und da werden Probleme angegangen und gelöst. Die Autorin hat mit Kirkby eine Welt geschaffen, die an die Rosamunde Pilcher-Romane erinnern. Meine Freundin hätte gesagt, diese Romane sind einfach Herzensbildung. Leider bin ich nicht ganz so romantisch veranlagt. Mir ging manchen einfach zu glatt. Aber gut. Die Menschen sind alle super nett, mit ihren Kanten und Ecken, man muss sie einfach mögen. Der Humor ist auch nicht zu kurz gekommen. Ich musste etliche Male schmunzeln.

Fazit: Für Romantiker eine Wohlfühl-Geschichte zum Abschalten und genießen. Für weniger romantisch veranlagte Leser einfach leichte Lektüre zum Zwischendurchlesen.



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Veröffentlicht am 06.01.2023

Mascha und ihr Berlin

Die Suche nach Heimat
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Rezension zum Hörbuch, gelesen von Julia Nachtmann.

Ich muss gestehen, ich habe die „Die Suche nach Heimat“ bereits als Buch gelesen und so ist das Hörbuch für mich eine Vertiefung. Ich konnte mich voll ...


Rezension zum Hörbuch, gelesen von Julia Nachtmann.

Ich muss gestehen, ich habe die „Die Suche nach Heimat“ bereits als Buch gelesen und so ist das Hörbuch für mich eine Vertiefung. Ich konnte mich voll auf die Stimme von Julia Nachtmann konzentrieren und mich auf die Geschichte einlassen. Ich spürte das lebendige Berlin der 1930-iger Jahre, die Atmosphäre im Romanischen Café, aber auch die aufkommende negative Strömung des Nationalsozialismus, dem zunehmenden Antisemitismus. Mir lief stellenweise Gänsehaut über den ganzen Körper.

Besonders gut haben mir Mascha Kalékos Gedichte gefallen, die die Sprecherin wunderschön vorgetragen hat. Das ist der Vorteil von einem Hörbuch.

Zum Inhalt selber möchte ich meine Rezension zum Printexemplar hier einfügen:

https://www.lovelybooks.de/autor/Indra-Maria-Janos/Die-Suche-nach-Heimat-5070913482-w/rezension/7775936851/

Fazit: Das Hörbuch kann ich uneingeschränkt empfehlen. Julia Nachtmann hat einen wundervollen Job gemacht. Sie gibt der wundervollen Dichterin Mascha Kaléko eine eindringliche Stimme.

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