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Veröffentlicht am 21.01.2022

Eiseskälte

Land aus Schnee und Asche
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Die Journalistin und Fotografin Inkeri siedelt sich in kleines Dorf in Westlappland an. Offiziell möchte sie über den Wiederaufbau des Landes nach dem zweiten Weltkrieg berichten, ihre wahre Intention ...


Die Journalistin und Fotografin Inkeri siedelt sich in kleines Dorf in Westlappland an. Offiziell möchte sie über den Wiederaufbau des Landes nach dem zweiten Weltkrieg berichten, ihre wahre Intention ist jedoch, die Suche nach ihrem Mann. Sie erhofft sich hier auf Hinweisen nach seinem Verbleib zu stoßen.

Die Autorin Petra Rautiainen hat in Schnee und Asche ein wichtiges Thema der jüngeren Geschichte aufgegriffen. Man darf über diese Vorkommnisse nicht schweigen. Das Buch erzählt in Zeitebenen. Der eine erzählt von Inkeri im Jahre 1947. Im zweiten Strang lesen wir von den Tagebucheinträgen eines Kriegsgefangenenwärter namens Vainö Remes im Jahre 1944. Besonders dieser Strang hat mich oft an die Grenzen des Erträglichen gebracht. Die brutalen Machenschaften der Nazis und ihrer finnischen Kollaborateure werden im Tagebuch emotionslos erzählt, und das macht für mich die Geschehnisse umso grausamer.

Petra Rautiainen möchte sich mit ihrem Debütroman der Wahrheit der Vergangenheit stellen. Und es ist ihr gelungen. Trotzdem ist dem Roman eine gewisse Poesie nicht abzusprechen. Die Autorin hat einen Erzählstil der die Schönheit der die arktischen Landschaft gut abzeichnet und vor allem die Kultur der indigenen Sami lebendig beschreibt. Besonders über die Sami hätte ich gerne noch mehr erfahren. Aber man kann sich ja weitere Informationen über andere Quellen holen.

So war auch meine Lieblingsfigur in diesem Roman die junge Samí Bigga-Maja. Sie gefällt mir mit ihren altklugen Fragen und doch habe ich mit ihr gelitten. Die Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte der Sami sind für heutige Lese kaum vorstellbar.Zum Schluss brachte der Roman für mich eine überraschende Wendung, mit der ich nicht gerechnet hatte.

Fazit: Kein leichtes Thema, aber gut erzählt. Unbedingt lesenswert

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Veröffentlicht am 19.01.2022

Zwillinge

Ein Rätsel auf blauschwarzem Grund
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Lary Mytting ist mir mit seinem Buch ‚Die Birken wissen’s noch‘ in bester Erinnerung geblieben. Er hatte mich mit diesem Buch gefesselt und in eine andere Welt mitgenommen. Dass es sich bei ‚Ein Rätsel ...


Lary Mytting ist mir mit seinem Buch ‚Die Birken wissen’s noch‘ in bester Erinnerung geblieben. Er hatte mich mit diesem Buch gefesselt und in eine andere Welt mitgenommen. Dass es sich bei ‚Ein Rätsel auf blauschwarzem Grund‘ um die Fortsetzung von ‚Die Glocke im See‘ handelt, war mir nicht klar. Trotzdem bin ich gut in die Geschichte reingekommen. Den 1. Band werde ich mir jedoch unbedingt besorgen.

Lars Myttings Schreibstil gefällt mir außerordentlich gut. Ich liebe seine intensive Bildersprache. Deshalb sind seine Bücher auch keine Bücher, die man in einem Rutsch durchlesen möchte. Seine Bücher liest man langsam und mit Genuss.

Jehans wächst als Waise bei Pflegeeltern, dem Häuslerpaar Anton und Ingeborg, auf. Auch Pfarrer Schweigaart nimmt sich des Jungen an, während sich der vermögende Onkel Osvald, der Besitzer des mächtigen Hekne-Hofes, um den Sohn seiner verstorbenen Schwester Astrid nicht das Mindeste schert. Jehans ist ein begeisterter Jäger. Auf einem seiner Jagdausflüge lernt er den jungen Schotten Victor Harrison kennen. Victor ist in begüterten Verhältnissen, auf dem Gut Finlaggan Hall aufgewachsen. Eigentlich gibt es nichts was die beiden verbindet, und doch spüren beide, dass zwischen ihnen eine eigenartige Verknüpfung besteht.

Ich liebe die ausdrucksstarken Charaktere dieses Romans, die ich als Leser bildhaft vor Augen habe. Auch die Landschaft und die Örtlichkeiten sind grandios beschrieben. Larx Mytting nimmt seine Leser mit in seine Bücherlandschaften. In einem Rückblick lerne ich die Hekne-Zwillinge kennen. Die beiden bezauberten mich mit ihrer Webkunst. Mich faszinierte ganz stark der Vorgang des Webens, die Muster, Farben und Materialien, die zu der Zeit verwendet wurden, woher die Muster kamen usw., die historischen Hintergründe. Eine meiner Lieblingsfiguren war Kristine, die für die damalige Zeit eine sehr emanzipierte und doch auch liebevolle Frau war. Eine Frau, mit der man Pferde stehlen kann, die sich für keine Arbeit zu schade ist. Lars Mytting jongliert gerne mit mythischen Elementen, die auch in diesem Roman nicht fehlen, und die seinen Schreibstil auszeichnen.

Fazit: Unbedingt lesenswert.

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Veröffentlicht am 17.01.2022

Wenn du dein Leben ändern willst, ändere deine Gedanken

Wie du Menschen loswirst, die dir nicht guttun, ohne sie umzubringen
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Eine Gruppe von Freunden trifft sich zu einem Selbstfindungswochenende in einem idyllisch gelegenen Seehotel. Charly hat sie darum geben, ihrer Einladung zu folgen. Was auf die Freunde wartet ist ein ...


Eine Gruppe von Freunden trifft sich zu einem Selbstfindungswochenende in einem idyllisch gelegenen Seehotel. Charly hat sie darum geben, ihrer Einladung zu folgen. Was auf die Freunde wartet ist ein Experiment, dass sie alle verändern wird. Es geht darum, wie es gelingen kann sich von toxischen Menschen zu befreien.

Die Aufmachung des Buches gefällt mir gut. Die Zitate sind hervorgehoben zum Teil mit goldener Schrift und es gibt ganze Seiten, die sehr ansprechend mit Zitaten versehen sind. Die Kapitel sind kurz und knackig. Der Schreibstil der Autorin ist leicht lesbar und humorvoll.

Die einzelnen Protagonisten öffnen sich tatsächlich. Manche zögerlich, bei anderen platzt förmlich ein Knoten. Ich frage mich, würde ich so eine Einladung annehmen? Möchte ich mein Seelenleben in einer Gruppe von Freunden offenlegen? Ganz bestimmt nicht. Mag das Hotel und die Umgebung noch so schön sein, und mich meine Freundin noch so lieb bitten, ich würde es ausschlagen. Und würde ich doch den Fehler begehen, ich würde mich von Anfang bis Ende unwohl in dieser Runde fühlen. Ehrlich, mich schüttelt es bei dem Gedanken.

Das Buch war unterhaltsam zu lesen. Von der Problematik betroffen fühlte ich mich nicht, da ich mich aus einer ungesunden Verbindung vor einem Jahr gelöst hatte. Und es stimmt tatsächlich anfühlt, wie eine Befreiung. Ich fürchte jedoch, das Buch ist zu komplex angelegt, mit den verschiedenen Themen, dass es für viele Leser keine große Hilfe bietet. Aber es regt sicherlich zum Nachdenken an.

Die Quintessenz dieses Buches ist: "Wenn du dein Leben ändern willst, ändere deine Gedanken." Dem kann ich zu 100 % zustimmen, denn Gedanken bestimmen, wie wir die Welt sehen, sie schaffen Emotionen.

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Veröffentlicht am 28.12.2021

Vom Blitz getroffen

Herbstregenküsse
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Jeder von uns hat schon einmal ein schweres Gewitter erlebt Doch kann es tatsächlich sein, dass Menschen einen Blitzschlag überleben? Die Antwort lautet: ja. Manche sogar nahezu unversehrt, aber meist ...


Jeder von uns hat schon einmal ein schweres Gewitter erlebt Doch kann es tatsächlich sein, dass Menschen einen Blitzschlag überleben? Die Antwort lautet: ja. Manche sogar nahezu unversehrt, aber meist tragen die Betroffenen schwerste Verletzungen davon. Die Fotografin Ranya wird ausgerechnet in der Nacht ihres Junggesellinnenabschieds vom Blitz getroffen. Zur selben Zeit wird nur wenige Hundert Meter von ihr entfernt der TV-Meteorologe Adam Münchberg vom selben Blitz getroffen. Dieser Blitzschlag verändert für beide das Leben. Ranya, die sich niemals aus der Ruhe bringen ließ, spürt plötzlich eine unerklärliche Wut in sich. Sie nimmt nicht mehr alles hin, und stellt zunehmend ihr Verhältnis zu ihrem Verlobten Claus infrage. Adam hingegen hat ein wichtiges Ereignis in seinem Leben vergessen. Außerdem scheint er einen immensen Hass auf seine Mutter zu schieben. Aber warum? Was ist vorgefallen?

Mich hat die Thematik des Romans fasziniert, denn auch ich habe als Kleinkind einen Blitzschlag überlebt. An das Ereignis kann ich mich nicht erinnern. Es wurde mir lediglich von meiner Großmutter erzählt.
Der Schreibstil der Autorin ist so, dass man gerne weiterliest. Ich jedenfalls habe diesen Roman atemlos verschlungen. Die Protagnisten hat die Autorin sehr gut skizziert. Ich mochte vor allem Ranyas, die eine positive Entwicklung im Laufe der Geschichte durchlief. Mit Adam wurde ich erst ganz zum Schluss etwas warm.

Mir gefiel die kleine skurrile Gruppe der ‚Gewittertierchen‘ sehr; vor allem die leicht verrückte und doch so liebenswerte Ruth, die ihre nichtvorhandene Katze Milka mit sich herumschleppte. Und Faina, die sich in die Gruppe eingeschmuggelt hatte, die Zwillinge, die ständig am Streiten waren. Interessant fand ich auch die Vorträge, die es beim ersten Treffen der Gewittertierchen gab. Rebekka Knoll hat auf jeden Fall sehr gut recherchiert. Als mystisch empfand ich den Prolog, und die Szenen mit der Krähe, und auch die Legende um die beiden Kinder. Das alte Hotel als Schauplatz für das Treffen der Gewittertierchen, empfand ich allerdings als fast ein bisschen ‚to much‘.

Was ich tatsächlich vermisste, war die Romantik. Für meinen Geschmack kam sie zu kurz. Dafür gab es viel Empathie und Emotionen und im Verlauf der Geschichte.

Fazit: Ein leicht lesbarer Unterhaltungsroman für kurzweilige Stunden.

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Veröffentlicht am 28.12.2021

Käferchen

Perfect Day
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Seit vielen Jahren verschwinden in Berlin immer wieder Mädchen zwischen sechs und zehn Jahren. Roten Schleifenbänder markieren den Weg zu ihren Leichen. Anscheinend möchte der Täter, dass die Mädchen ...


Seit vielen Jahren verschwinden in Berlin immer wieder Mädchen zwischen sechs und zehn Jahren. Roten Schleifenbänder markieren den Weg zu ihren Leichen. Anscheinend möchte der Täter, dass die Mädchen aufgefunden werden. Überraschend wird eines Abends der international renommierte Philosophieprofessor und Anthropologe Walter Lesniak festgenommen. Für die vierundzwanzigjährige Ann, seiner Tochter steht fest, die Polizei muss sich irren. Und sie ist fest entschlossen, die Unschuld ihres geliebten Vaters zu beweisen. Er war ihr in all den Jahren ein liebevoller Vater. Professor Lesniak hatte seine Tochter nach dem frühen Krebstod seiner Frau, Ann war zu dem Zeitpunkt erst sechs Jahre alt, alleine großgezogen. Für ihn war sie immer sein „Käferchen“. Er erfüllte ihr praktische jeden Wunsch und war immer da, wenn sie ihn brauchte.

Der Bestseller-Autorin Romy Hausmann ist mit „Perfect Day“ wieder ein spannender Thriller gelungen. Den Titel kann ich mir allerdings nicht so ganz erklären.

Romy Hausmanns ist ein Garant für Nervenkitzel. Ihre beiden Bücher »Liebes Kind« und »Marta schläft« habe ich geradezu verschlungen. Auch „Perfect Day“ war ein Pageturner, konnte aber, für meinen Geschmack, mit den beiden Vorgängern nicht mithalten.

Der Schreibstil war gewohnt flüssig und mitreißend. Die Wendungen waren perfekt gesetzt, so dass der Spannungsboden bis zum Ende erhalten blieb. Zu den Protagonisten konnte ich dagegen keine Verbindung aufbauen. Auch nicht zu Ann. Sie war für mich nicht greifbar. Am ehesten konnte ich mich noch mit Eva, ihrer Freundin aus der Jugendzeit identifizieren. Interessant fand ich die Krankheit des Täters. Darüber habe ich mich über Tante Google weiter schlau gemacht.

Dennoch ein gut lesbarer Thriller für spannende Lesestunden.

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