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Veröffentlicht am 16.11.2022

Reale Bezüge in spannender Verpackung

State of Terror
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Worum geht’s?
In einem politisch alles andere als stabilen Amerika steht die frisch eingesetzte Außenministerin Ellen Adams vor der größten Herausforderung ihrer Karriere. Mehrere Terroranschläge drohen ...

Worum geht’s?
In einem politisch alles andere als stabilen Amerika steht die frisch eingesetzte Außenministerin Ellen Adams vor der größten Herausforderung ihrer Karriere. Mehrere Terroranschläge drohen die Welt ins Chaos zu stürzen, und Ellen muss alles daran setzten, weitere Todesopfer zu verhindern – auch, wenn das bedeutet, in ein riesiges Wespennest politischer Intrigen zu stechen.


Meine Meinung
Grundsätzlich bin ich ja immer ein riesiger Fan gut konstruierter Politthriller, was dieses Buch sehr weit oben auf meiner Leseliste angesiedelt hat. Ein wenig überrascht – und gleichzeitig auch wieder nicht – war ich dann allerdings davon, wie eindeutig die realen Bezüge dieser Geschichte stellenweise waren.

Das Erzähltempo war von Anfang an wirklich hoch und hat mich vom Stil her teilweise an klassische Actionfilme derselben Thematik erinnert. Amerika in der Heldenrolle ist zwar eigentlich ein Narrativ, das mich mittlerweile wirklich nervt, in dieser Konstellation und in bei den Autorinnen wäre aber eben auch keine andere Umsetzung denkbar gewesen.

Der Umsetzung muss man insgesamt wirklich zugutehalten, wie treffend hier politische Intrigen und gegensätzliche Interessenssphären dargestellt werden. Viele Figuren und Situationen hatten einen gewissen Wiedererkennungswert, was bei sehr offensichtlichen Parallelen fast schon ein wenig befremdlich zu lesen war, mir insgesamt aber doch sehr gut gefallen hat.

Mein einziger wirklicher Kritikpunkt betrifft allerdings die Charaktere, die trotz des Umfangs der Geschichte in meinen Augen einfach sehr flach geblieben sind und deutlich mehr Tiefe hätten vertragen können. Mein Interesse wurde zwar durch den Spannungsbogen und die zahlreichen Wendungen in der Geschichte hoch gehalten, eine tolle Figurengestaltung erübrigt sich dadurch für mich aber nicht, was dieses Buch ein wenig an Qualität hat einbüßen lassen.


Fazit
Fans spannender und glaubwürdiger Politthriller kommen hier definitiv auf ihre Kosten, auch wenn man bei der Figurengestaltung deutliche Abstriche hinnehmen muss. Konzentriert man sich mehr auf die Wendungen und die Einblicke in die Welt der Diplomatie, lässt sich das insgesamt aber gut verkraften – auch, wenn dieses Buch so leider doch nicht ganz zu dem Highlight geworden ist, für das ich es gerne gehalten hätte.

Von mir gibt es dafür viereinhalb Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2022

Tolles Worldbuilding mit schwachen Charakteren

Spring Storm 1: Blühender Verrat
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Worum geht’s?
Egal was auch immer in Coras Leben schiefläuft, sie schlägt sich trotzdem durch. Als sie an der Academy of Cosmic Powers aufgenommen wird, glaubt sie fest daran, dass jetzt alles gut wird ...

Worum geht’s?
Egal was auch immer in Coras Leben schiefläuft, sie schlägt sich trotzdem durch. Als sie an der Academy of Cosmic Powers aufgenommen wird, glaubt sie fest daran, dass jetzt alles gut wird – bis sie auf King trifft. King ist alles das, was Cora auch gerne wäre. Blöd nur, dass King überhaupt nichts von Cora hält und sich statt einer möglichen Freundschaft eher Rivalität zwischen den beiden entwickelt.


Meine Meinung
Bisher hat mich noch kein Buch von Marie Graßhoff enttäuscht, was es für mich wirklich schwer macht, die Rezension zu dieser Geschichte zu schreiben.

Was mir hier wirklich ausgesprochen gut gefallen hat, war das Worldbuilding, das sicherlich die größte Stärke der Autorin ist. Die Beschreibungen haben nicht nur mein Interesse an der Geschichte geweckt, sondern auf jeden Fall auch dafür gesorgt, dass ich mich ganz besonders zu Beginn des Buches nirgendwo zu sehr aufgehangen habe. Ich wollte definitiv noch mehr über die Zusammenhänge und den Alltag in dieser Dystopie lesen, weshalb ich tatsächlich trotz meiner Kritikpunkt schon sehr gespannt auf den zweiten Teil der Reihe bin.

Weniger gut gefallen haben mir dann nämlich leider die Figuren, zu denen ich irgendwie so gar keinen Draht hatte. Mir hat es nicht nur an Authentizität und Tiefe gefehlt, sondern leider auch ganz massiv an Sympathie, was es irgendwann sehr schwer gemacht hat, mich für die Charaktere zu interessieren.

Insgesamt lässt mich das nach dem Lesen ziemlich zwiegespalten zurück, da ich einerseits eine wirklich tolle Welt mit spannenden Hintergründen und einer interessanten Ausführung erlebt habe, gleichzeitig aber einfach nicht mit den Protagonisten warm geworden bin und mich ein wenig durch die Geschichte schleppen musste.


Fazit
Was dystopische Welten angeht, bleibt Marie Graßhoff definitiv ganz weit oben auf meiner Leseliste, auch wenn mich die Figuren in diesem Buch leider nicht begeistern konnten. Für Band zwei hoffe ich da auf eine deutliche Steigerung, denn der Weltenbau hat mich definitiv überzeugt und neugierig auf die Fortsetzung dieses Buches gemacht.

Von mir gibt es dafür knappe drei Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2022

Gemütlich erzählter Wohlfühlroman

Das Glück hat acht Arme
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Worum geht’s?
Eigentlich könnte die siebzigjährige Tova ihren Ruhestand genießen. So ganz ohne Familie langweilt sie sich jedoch und beginnt im Aquarium ihrer Heimatstadt zu putzen. Bald schon merkt sie, ...

Worum geht’s?
Eigentlich könnte die siebzigjährige Tova ihren Ruhestand genießen. So ganz ohne Familie langweilt sie sich jedoch und beginnt im Aquarium ihrer Heimatstadt zu putzen. Bald schon merkt sie, dass Oktopus Marcellus sie aufmerksam beobachtet – und weil Marcellus nicht nur beobachten, sondern auch zuhören kann, wird ihm schnell klar, wie er Tova bei einem ihrer größten Probleme helfen könnte.


Meine Meinung
Auf dieses Buch musste ich mich zugegebenermaßen erst ein wenig einlassen, denn ein Oktopus als Protagonist war dann trotz des sehr spannenden Klanges eher ein wenig gewöhnungsbedürftig beim Lesen.

Was mir wirklich gut an dieser Geschichte gefallen hat, war die sehr angenehm zu verfolgende Erzählweise. Die Figuren und ihre Emotionen sowie die Landschaft waren wirklich greifbar beschrieben, und beim Lesen hatte ich wirklich das Gefühl, dass die Handlung für mich sehr präsent war.

Die Charaktere in dieser Geschichte waren definitiv sehr eigen, was nicht bloß auf Marcellus den Oktopus zutrifft. Zu diesem Buch hat das irgendwie schon wieder gepasst, um ehrlich zu sein hätte die Geschichte aber auch nicht viel länger sein dürfen, bevor mir das vielleicht auch ein kleines bisschen auf die Nerven gegangen wäre.

Der Handlungsbogen hielt tatsächlich kaum Überraschungen bereit, was mich beim Lesen wiederum nicht unbedingt sonderlich überrascht hat. Marcellus als Protagonist war daher tatsächlich mein wenn auch etwas gewöhnungsbedürftiges Highlight der Geschichte, die insgesamt perfekt für die kalte Jahreszeit geeignet ist und beim Lesen immer mal wieder ein kleines Lächeln aufs Gesicht zaubern kann.


Fazit
Auch wenn dieses Buch keine besonders dynamische Handlung mit vielen Brüchen vorweisen kann, hatte ich beim Lesen der Geschichte durchaus Spaß. Die gemütliche Atmosphäre und die eigenwilligen Figuren sind eine interessante Kombination, die definitiv lesenswert ist.

Von mir gibt es dafür vier Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2022

Grundsätzlich emotional, in der Umsetzung etwas flach

Rise and Fall (Faith-Reihe 1)
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Worum geht’s?
Eigentlich sind Carter und Skylar schon immer beste Freunde, bis ein One Night Stand ihre gesamte Beziehung auf den Kopf stellt. Völlig überstürzt will Skylar eigentlich bloß das Weite suchen, ...

Worum geht’s?
Eigentlich sind Carter und Skylar schon immer beste Freunde, bis ein One Night Stand ihre gesamte Beziehung auf den Kopf stellt. Völlig überstürzt will Skylar eigentlich bloß das Weite suchen, als ein Unfall ihr Leben für immer verändert. Um Carter nicht von seiner sechsmonatigen Europareise abzuhalten, erzählt sie ihm nichts – und bringt damit ihre ohnehin schon fragile Beziehung gefährlich ins Wanken.


Meine Meinung
Grundsätzlich finde ich es super, Friends-to-Lovers mit gesellschaftsrelevanten Themen zu verbinden, da Sichtbarkeit und ein offener Umgang gerade in Bezug auf das Thema Behinderung definitiv wichtig ist.

Gut gefallen hat mir zunächst einmal, wie flott sich dieses Buch trotz der teils sehr emotionalen Themen hat lesen lassen. Die Nebencharaktere waren überwiegend sympathisch gestaltet, und auch die Rückblenden in die gemeinsame Kindheit der beiden Protagonisten fand ich passend eingesetzt.

Was mich dann aber leider so ein wenig an der Umsetzung gestört hat, war die scheinbare Unbewegtheit, mit der Protagonistin Skylar all den Veränderungen in ihrem Leben begegnet ist. Bei ihr hätte ich mir zumindest ein wenig mehr Reflexion erhofft, denn gerade die emotionale Komponente eines Charakters ist ja eigentlich das, was mich beim Lesen wirklich interessiert und hier in meinen Augen einfach eindeutig zu kurz gekommen ist.

Auch Carter war als Protagonist leider nicht mein Fall, was aber primär daran lag, dass er mir als Figur überhaupt nicht authentisch vorkam. Sein Verhalten fand ich stellenweise doch eher fragwürdig und insbesondere in Hinblick auf seine Emotionen eher ambivalent, und seine besten Szenen habe ich tatsächlich in den Rückblenden in die gemeinsame Kindheit der beiden Protagonisten gesehen.


Fazit
Insgesamt hatte diese Geschichte eindeutig mehr Potenzial, insbesondere in Hinblick auf die beiden Protagonisten. Thematisch hat mir die Umsetzung zwar an sich gefallen, emotional hat mir hier aber eindeutig Tiefe gefehlt, was beim Lesen leider irgendwann eher frustrierend wurde.

Von mir gibt es dafür knappe drei Bücherstapel.

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Veröffentlicht am 13.11.2022

Umfangreiche Familiengeschichte

Der Pfirsichgarten
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Worum geht’s?
Als die junge Meilin und ihr Sohn Renshu das kriegsgebeutelte China der 1930er Jahre verlassen, beginnt für die beiden nicht nur eine gefährliche, sondern vor allem auch eine unendlich erscheinende ...

Worum geht’s?
Als die junge Meilin und ihr Sohn Renshu das kriegsgebeutelte China der 1930er Jahre verlassen, beginnt für die beiden nicht nur eine gefährliche, sondern vor allem auch eine unendlich erscheinende Reise. Jahre später heißt Renshu nicht mehr Renshu, sondern Henry und lebt mit seiner Familie in Amerika. Als seine Tochter mehr über ihre Familiengeschichte wissen will, blockt Henry ab – bis in seinem Garten die Pfirsichbäume zu blühen beginnen.


Meine Meinung
China ist definitiv eines der Settings, das nicht ganz so häufig in meinem Bücherregal vertreten ist, da aber auf jeden Fall hingehören sollte. Dementsprechend froh bin ich tatsächlich trotz meiner anfänglichen Unsicherheiten, dass ich dieses Buch in diesem Jahr noch gelesen habe.

Auf den ersten Blick hat mich der Umfang dieses Buches ein kleines bisschen eingeschüchtert, denn nicht nur thematisch, sondern auch zeitlich wird hier wirklich eine ganze Menge abgehandelt. Positiv überrascht hat mich dann tatsächlich, wie eindrucksvoll ich die Erzählung beim Lesen fand.

Der Schreibstil hat sich sehr angenehm lesen lassen, und selbst die im Verlauf der Handlung aufkommenden kleineren Längen sehr erträglich gestaltet. Die verschiedenen zeitlichen Abschnitte fand ich allesamt spannend erzählt, und auch wenn hier ziemlich unterschiedliche Settings aufeinandertreffen, habe ich mich beim Lesen nie gelangweilt oder gefragt, warum die Geschichte ausgerechnet so konzipiert wurde, wie sie ist.

Meine einzige kleine Schwierigkeit mit diesem Buch liegt tatsächlich darin, dass ich mir sowohl zum historischen Kontext, als auch zu den Figuren selbst irgendwie noch ein wenig mehr gewünscht hätte. Aufgrund der Länge kommt hier natürlich schon einiges an Inhalt zustande, aber nichtsdestotrotz hätte ich mir stellenweise noch etwas tiefere Einblicke gewünscht, die die Geschichte in meinen Augen ein wenig mehr abgerundet hätten.


Fazit
Wer umfangreich erzählte Familiengeschichten, abwechslungsreiche Settings und spannend gemachte autobiographische Bezüge in Büchern mag, dem wird diese Geschichte auf jeden Fall gefallen. Zwischenzeitlich muss man beim Lesen vielleicht ein wenig Durchhaltevermögen beweisen, abgesehen davon lohnt sich dieses Buch aber definitiv.

Von mir gibt es dafür viereinhalb Bücherstapel.

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